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Skarg
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Beitrag von Skarg » 09.03.2023, 23:22

Telepathische Nachricht an Teyla vom Maschinenraum:

"Teyla, ich habe neue Anweisungen von Colonel Carter. Offenbar gibt es auf Atlantis ein akutes Problem. Es könnte sein, dass General O'Neill im Kontrollstuhlraum einspringen muss. Der Colonel schlägt vor, dass Sie und der General schnellstmöglich zu den Transportern vor der Brücke gehen, sodass ein Notfalltransport nach Atlantis von dort möglich wäre, wenn erforderlich."
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Teyla Emmagan
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Beitrag von Teyla Emmagan » 16.04.2023, 02:49

Teylas Kopf hatte sich bereits zu einem zustimmenden Nicken geneigt, als sich der Ausdruck im Gesicht von General O’Neill plötzlich veränderte als hätte er eine Idee. Im Nu löste der hochrangige Offizier seinen Gürtel und bildete mit diesem eine Schlaufe. Die Augen der Athosianerin folgten dabei jedem Handgriff. Durch den bestehenden Größenunterschied brauchte sie ihren Kopf nicht einmal senken, als der General ihr die provisorische Lasche umlegte. Vorsichtig half sie mit der rechten Hand mit ihren linken Unterarm in der richtigen Position in dem Gürtel einzuhängen. Und tatsächlich empfand sie es als direkte Erleichterung, als das Gewicht ihres Armes von der Lasche getragen wurde und sie in dessen Folge die Muskultur im Bereich der Schulter und des Nackens endlich locker lassen konnte.
Teylas rechte Hand wanderte zu ihrem Schlüsselbein und fuhr vorsichtig unter dem Stoff ihrer Jacke an dem schmalen Knochen entlang bis zum Schultergelenk. Sie konnte klare Bereiche ausmachen in denen die Schmerzen sowohl bei Bewegungen als auch Berührungen stärker wurden. Wenn das alles hier vorbei war und sie sicher ihren Zielplaneten erreicht hatten, würde sie sich wohl doch auf der Krankenstation etwas gründlicher durchchecken lassen müssen. Hoffentlich mit dem Ergebnis, dass alle anderen möglichen Verletzungen neben einer Prellung ausgeschlossen werden konnten.


„Vielen Dank, General“, bedankte sich die Athosianerin noch, nachdem Jack den Verbandskasten auf der Brücke erwähnt hatte. Sie war bereits überaus zufrieden mit dieser improvisierten Lösung, daher würde sie die Nutzung des Verbandskastens nur in Erwägung ziehen, wenn sie auch die Zeit und Ruhe hierfür hatten.
Nachdem sie dem Offizier das Headset zurückgegeben und er die Absicht geäußert hatte, ihren möglichen Ausgang weiter zu verbreitern, folgte für sie beide bereits der überraschend schnelle Eintritt in einen immensen, den Raum wortwörtlich verschluckenden, Ereignishorizont. Und ebenso rasch fand sich Teyla an exakt der Stelle wieder, an der sie zuvor gestanden hatte.

Es war ein seltsames Gefühl eine Wurmlochreise hinter sich zu bringen, ohne selbst das Gefühl zu haben in Bewegung gewesen zu sein. Wenn sie zu Fuß in das Sternentor eintrat oder auch mit dem Jumper war es ihr eigener Antrieb, der sie in den Ereignishorizont eintreten ließ. Aber dieses Mal fühlte es sich komplett anders an. Natürlich war ihr vom Kopf her bewusst, dass sich Atlantis und somit auch die Rapiditas in Bewegung befanden. Aber ihr Körper hatte einen anderen Eindruck, was den Anflug von Orientierungslosigkeit beim Austritt aus dem schimmernden Blau für sie deutlich verstärkte. Ein flaues Gefühl hatte auch ihren Magen ergriffen und die Athosianerin begann unbewusst sich in Bewegung zu setzten. Drei, vier Schritte reichten bereits um mit ihren körperlichen Empfindungen wieder einigermaßen im hier und jetzt angekommen zu sein.
Als Teyla angesprochen wurde, hob die junge Frau den Kopf und nickte zustimmend.


„Ja, ich denke schon“, Teyla schüttelte es leicht, als ein eisiger Schauer ihren Körper hinab lief. Aber das war nichts Ungewöhnliches nach ihrer Erfahrung. Sie hatte häufig eine ähnliche Reaktion, sobald sich die winzigen Eiskristalle auf ihrer Haut auflösten.

Die Athosianerin hielt sich wie erbeten im Hintergrund, während General O’Neill die Wandverkleidung entfernte und ihren potentiellen Durchgang zunehmend weiter vergrößerte. Das gab Teyla die Chance ihre Aufmerksamkeit erneut auf den Funkverkehr zu lenken. Sie hatte erwartet, dass die Nachrichten dort an Hektik verlieren würden, jetzt nachdem sie den Wurmlochantrieb offenbar erfolgreich eingesetzt hatten. Und die ersten Meldungen, die sie vernehmen konnte, erweckten durchaus einen positiven Eindruck. Doch dann erklang Elizabeths Stimme und Teyla zog unbewusst scharf die Luft ein. Sie nahm den Namen von John Sheppard wahr, die Aufforderung an Carson den Kontrollstuhl zu übernehmen, ebenso wie den energischen Hinweis darauf, dass die gesamte Stadt verglühen würde, wenn keine Kurskorrektur erfolgt.

Die beiden folgenden Nachrichten erfolgten in dichter Abfolge zueinander und Teyla wusste nicht einmal mehr, wer zuerst gesprochen hatte. War es Carson, der ankündigte den Stuhl zu übernehmen? Oder Dr. Fraiser, die einen Code blau im Kontrollstuhlraum meldete? Sie hatte keine Ahnung, denn die Bedeutung der geteilten Worte schien ihr mit unerwarteter Intensität den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Teyla fühlte wie sich ihr Herzschlag beschleunigte. Das Pochen ihres Pulses vibrierte unangenehm durch ihren gesamten Körper, während sich zeitgleich ein unangenehmes Gefühl der Kälte in ihren Gliedern ausbreitete.
Ihre Gedankenwelt war mit einem Schlag vollkommen leergefegt gewesen. Wie gelähmt… Doch dann spürte sie den Widerwillen ihres Geistes aufflammen, ausgedrückt in panisch angehauchten Gedanken der Ablehnung hinsichtlich der erhaltenen Informationen. Aber Teyla zwang diesen Teil ihres Bewusstseins so schnell sie nur konnte und mit aller Kraft zur Ruhe. Sie konnte das jetzt nicht zulassen. Sie durfte sich nicht davon lähmen lassen, dass ihre Gedanken darum kreisten, was mit John geschehen war oder nicht. Und sie durfte ebenso nicht zulassen, dass ihr Kopf ein voreiliges Urteil über was auch immer sich im Kontrollstuhlraum ereignet hatte fällte. Carson war vor Ort. Und Dr. Fraiser wie es schien nun ebenfalls.
Aber es fiel der Athosianerin durchaus schwer sich diesbezüglich unter Kontrolle zu halten. Und im nächsten Augenblick erklangen Skargs Worte in ihrem Kopf. Worte, die all die vorherigen Befürchtungen noch einmal zu untermauern schienen…

Teyla wich sämtliche Farbe aus dem Gesicht und ein plötzlicher Anfall von Übelkeit kam über sie. Die Athosianerin griff sich mit der rechten Hand an die Brust und zwang sich dazu ruhige und gleichmäßige Atemzüge zu nehmen. Sie durfte nicht die Fassung verlieren!

Der Kopf der jungen Frau wandte sich in Jacks Richtung, als der General nach ihr rief. Sie stellte mit Schrecken fest, dass sie gar nicht mitbekommen hatte, wie weit er sich tatsächlich schon vorarbeiten konnte.
Teyla schloss für einen winzigen Augenblick ihre Augen, zwang sich zu einem tieferen Atemzug und schluckte schwer, ehe sie den Offizier direkt ansah und sofort in seine Richtung ging. Sie war erneut dankbar für sein Hilfsangebot beim Durchsteigen der Wandöffnung, aber sah davon ab dieses anzunehmen. Sie wollte diese Öffnung alleine durchqueren und wenn es nur war um zu verhindern, dass der General feststellen konnte, wie sehr ihre eiskalten Finger am Zittern waren.

Teyla hatte die teils scharfkantige Öffnung noch nicht vollständig durchquert, als sie bereits Skargs Worte für den General wiederholte:


„Colonel Carter bittet uns schnellstmöglich zu den Transportern vor der Brücke zu gehen! Ein akutes Problem in Atlantis erfordert möglicherweise Ihren Einsatz als Pilot der Stadt.“

Die junge Frau hatte Mühe ein Zittern in ihrer Stimme zu unterdrücken. Sie spürte das leichte Beben ihres Kiefers unter der Haut, sowie die zunehmende Verkrampfung der Muskeln in ihren Wangen und an den Halsseiten. Sie kämpfte innerlich wirklich darum jeglichen aufkommenden Gedanken zu John Sheppard beiseite zu drängen. Zumindest für den Moment.
Von ihrer inneren Unruhe ebenso angetrieben, wie von der Dringlichkeit der Situation beeilte Teyla sich dabei durch die Öffnung zu klettern und nahm wenig Rücksicht darauf, ob ihre Uniformteile hierbei in Mitleidenschaft gezogen wurden oder sie erneut mit ihrer Schulter irgendwo anstieß.
Auch als sie auf der anderen Seite angekommen war und direkt neben dem General stand, erlaubte sie sich nicht anzuhalten oder langsamer zu werden. Stattdessen setzte sie ihren Weg direkt in Richtung der von O’Neill bereits geöffneten Tür fort.

Erst in diesem Augenblick wurde der jungen Frau bewusst, dass sie Skarg noch keinerlei Rückmeldung gegeben hatte. Die Stirn der Athosianerin kräuselte sich und ein Zucken ergriff ihre Mundwinkel. Wie gerne hätte sie ihm wie vorhin statt Worten einfach eine Gefühlsabfolge übermittelt. Aber ihre Gefühlswelt befand sich momentan in solch einem Aufruhr, dass es bereits eine Schwierigkeit darstellte irgendeine Emotion innerhalb dieses Chaos zielgerichtet auszuwählen, geschweige denn diese auch noch zu verstärken und ihm zugänglich zu machen. Nicht, wenn sie parallel so sehr darum bemüht war, all die unangemessenen Emotionen unter Kontrolle zu halten, die zu diesem denkbar schlechten Zeitpunkt aus ihr hervorzubrechen drohten.
Würde es ihr überhaupt gelingen irgendetwas von ihren derzeitigen Empfindungen zu verbergen, wenn sie jetzt die Verbindung zu Skarg weiter öffnete? Teyla wusste es nicht. Sie hatte zu wenig Erfahrung und keine Ahnung, wie sie etwas Dergleichen anstellen konnte. Sie wusste ja noch nicht mal wie man eine bestehende Verbindung wieder vollständig trennen konnte, nachdem ein Kontakt des Geistes auf dieser Ebene stattgefunden hatte. Und der bisherige Austausch mit Skarg war weiß Gott etwas anderes, als die kurzen Verbindungen mit irgendwelchen fremden Wraith auf meilenweit entfernten Raumschiffen um Informationen abzuschöpfen. Bei diesen hatte sie sich immer bedeckt gehalten und einen Zugriff auf ihre Empfindungen abgeblockt, auch wenn das im Endeffekt trotzdem nicht verhindert hatte dass sie einer Art Fremdkontrolle durch die Wraith unterlag. Niemals zuvor hatte sie sich bewusst für eine solche Verbindung des Geistes ernsthaft geöffnet und den Wunsch gehabt im gleichen Maß zu teilen, wie sie erhielt.

Teyla erreichte die ehemals versteckte und nun bereits offen stehende Zugangstür zum Gang und blieb an dieser stehen.


„Wissen Sie in welcher Richtung die Brücke liegt, General?“

Die Stimme der Athosianerin nahm einen festeren Klang an, aber ihre Kiefer- und Wangenmuskulatur war weiterhin von Anspannung gezeichnet. Da sie es sich nicht erlauben konnte eine Rückmeldung an den Maschinenraum weiter hinauszuzögern, richtete sie anschließend gedankliche Worte an den befreundeten Wraith: <Wir werden versuchen den Transporter schnellstmöglich zu erreichen>

Ihre eigene Stimme klang in ihrem Kopf irgendwie seltsam... unnatürlich? Aber das war alles, was Teyla in diesem Moment leisten konnte.
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"

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Skarg
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Beitrag von Skarg » 03.06.2023, 20:22

Emotionale, nonverbale telepathische Reaktion aus dem Maschinenraum:

[...] Der friedliche Wraith hatte gerade nichts, was er Teyla in Worten antworten konnte, doch auch er hielt sich nicht zurück und übertrug auch seine Gefühlslage zurück an die Athosianerin. Sicher: Man konnte ebenfalls bemerken, dass Skarg ziemlich angespannt war und sich auch Sorgen machte, ob sie und die anderen überleben würden. Doch Skarg übertrug auch noch etwas anderes: Er sendete das Gefühl, dass er Teyla vertraute und von ihren Fähigkeiten uneingeschränkt überzeugt war. Er stärkte ihren Mut und sendete auch, dass er die Gewissheit hatte, dass die Mission insgesamt in guten Händen war. Dass man Vertrauen haben konnte, dass alles gut werden würde. Dass er optimistisch war. Er hoffte, dass dies Teyla eine Portion mehr Selbstvertrauen und ein etwas beruhigendes Gefühl vermitteln konnte. Und dass sie wusste, dass zumindest im Maschinenraum die Lage unter Kontrolle war. [...]
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Jack ONeill
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Beitrag von Jack ONeill » 11.07.2023, 22:17

Auch wenn Teyla ihn ganz genau dabei beobachtete als er ihr die provisorische Armschlinge umlegte, schien sie mit dem Ergebnis ganz zufrieden zu sein. Sie bedankte sich und dann wurden sie auch schon vom Ereignishorizont des Wurmloches überrollt, Glücklicherweise überstanden sie beide die Reise gut, sodass er mit seiner Arbeit an dem Loch in der Wand fort fahren konnte.

Wie erhofft fand er in dem Raum den Ausgang, der es ihnen ermöglichen würde zurück zur Brücke zu kommen. Erleichtert über seinen Erfolg, kehrte Jack zu der Öffnung zurück und blickte zu Teyla. Doch als er sah wie bleich sie inzwischen geworden war erschrak er. Und dann bemerkte er auch noch, dass sie sich mit der rechten Hand an die Brust fasste. Außerdem schien sie sich auf ihre Atmung zu konzentrieren. Sie hatte doch nicht durch die ganze Aufregung Probleme mit dem Herzen bekommen. Teyla war zwar noch recht jung, aber auch jungen Menschen konnte so etwas treffen. Kurz darauf atmete sie jedoch noch einmal tief durch und kam ui ihm.

Beim durchklettern des Loches wollte sie jetzt allerdings keine Hilfe. Das bedeutete wohl, dass es ihr doch nicht so schlecht ging, wie er zunächst vermutet hatte. Zum Glück. Allerdings musste irgendetwas passiert sein. Nur wusste er nicht was. Gut möglich das sie irgendwelche beunruhigenden Funksprüche mitgehört hatte, denn ihr Gerät funktionierte ja noch. Jack wollte schon fragen was los war, als die Athosianerin ihm erklärte, dass sie so schnell wie möglich zu den Transportern vor der Brücke gehen sollten, da es ein akutes Problem in Atlantis zu geben schien und das er möglicherweise als Pilot für die Stadt gebraucht werden würde. Das hieß wohl, dass es Shepppard nicht gut ging. Hoffentlich war er nur durch Schwäche nicht mehr in der Lage die Stadt zu fliegen und nicht bewusstlos oder sogar….. tot. Nein, daran wollte er im Moment noch nicht denken. Dieser Mann hatte bereits so viel für die Expedition getan, dass es ein herber Verlust wäre ihn zu verlieren. Fragte sich nur warum Dr. Bekett den Stuhl nicht übernahm. Er hielt sich im Kontrollstuhlraum auf und könnte dadurch am schnellsten alles übernahmen. Wobei bekannt war wie sehr er sich dagegen wehrte sich in den Stuhl zu setzen. Aber sobald er dort war, würde er alles weitere erfahren. Nur war ihm jetzt klar, warum Teyla so angespannt war. Er hatte schon gehört wie sehr sie John mochte. Was ja auch nicht schlimm war. Schließlich gehörte sie nicht dem Militär an. Und damit würde es auch niemals Probleme geben. Nicht so wie bei Carter und ihm. Aber jetzt hatten sie keine Zeit darüber zu reden.

Aufmerksam beobachtete er wie die junge Frau durch das Loch kletterte. Wie vorhin schon stellte er sich so, dass er sie, falls sie zu stürzen drohte, jederzeit auffangen konnte. Aber obwohl sie sich beeilte, kam sie sicher auf der anderen Seite an. In ihrem Gesicht war jedoch immer noch zu sehen das etwas sie sehr bewegte. Allerdings überspielte sie es damit, dass sie schnell zur Tür marschierte, die nach draußen auf den Flur führte. Dort blieb sie stehen und wollte von ihm wissen, ob er wusste in welcher Richtung die Brücke lag. Ganz sicher war Jack sich nicht, aber er glaubte sich wage daran zu erinnern wohin sie gehen mussten.
„Ich denke wir müssen nach rechts und dem Flur folgen. Wenn ich richtig liege, sollten wir schon nach kurzem den Transporter und die Tür zur Brücke erreichen.“

Inzwischen hatte der General die Athosanerin erreicht, die plötzlich für einen Augenblick, wie auch vorhin schon einmal, völlig abwesend wirkte. Vermutlich hatte sie wieder Kontakt mit dem Wraith aufgenommen. Eine Sache mit der Jack sich irgendwie noch nicht so ganz anfreunden konnte. Aber gut, im Moment schien es die einzige Möglichkeit zu sein mit dem Maschinenraum Kontakt aufzunehmen und deshalb musste er es akzeptierien.
„Na, gibt es etwas Neues?“, fragte er leicht keck, als sie fertig war. Danach legte er der immer noch sehr angespannt wirkenden Frau die Hand auf die Schulter. „Sie sind beunruhigt wegen Sheppard. Oder? Auch wenn es ihm im Moment vielleicht nicht so gut geht, wird er sich wieder erholen. Da bin ich mir ganz sicher. Er ist ein Kämpfer. Ich vermute mal das Fraiser inzwischen bei ihm ist und sie schafft das schon. Was glauben sie was sie bei uns schon alles geheilt hat.“, versuchte er ihr ein wenig Mut zu machen. Auch wenn ihm schon klar war das der Machtzwerg nicht allmächtig war und das sie in der Zeit im SGC auch einige Menschen verloren hatte. Doch sie war gut. Das musste man ihr schon lassen.

Er schenkte der jungen Frau noch ein kurzes, aufmunterndes lächeln, als ihm plötzlich ein komischer Duft in die Nase stieg. Es roch als ob irgendwo etwas schmorren oder sogar brennen würde. Das wäre nicht gut. Aber bei der enormen Belastung der alle Systeme der Rapiditas zur Zeit ausgesetzt waren gut möglich.
„Riechen sie das auch?“, fragte er die Athosianerin, während er seine Hand zurück zog und sich umdrehte. Noch einmal atmete er tief ein, doch der Geruch blieb. Aber in der näheren Umgebung konnte er nichts entdecken woher der Brandgeruch kommen könnte. Blieb nur zu hoffen, dass er nicht von der Brücke kam, die nicht mehr weit entfernt war. „Wir müssen los. Konnen sie?“, meinte er zu Teyla und ging schon einmal mit großen Schritten weiter.

Nach der nächsten Ecke sah er die Tür, die zur Brücke führte. Und wenn er sich niht täuschte, drang unter ihr leichter Qualm heraus. Jack beschleunigte seine Schritte sofort noch ein wenig mehr und als er die Tür erreicht hatte, betätigte er schnell den Türöffner. Nur Sekunden später hörte man ein leises Summen und die Türflügel glitten auseinander. Glücklicherweise war in dem Raum nur ein wenig Rauch zu sehen, doch er musste ja irgendwoher kommen.

Der General sah sich um und entdeckte unter einer der Konsolen eine Stelle aus der immer wieder Funken und Rauch heraus kamen. Das musste der Brandherd sein. In diesem Moment hörte er auch wie Lorne heftig husten musste. Aber er schien immer noch die Kontrolle über das Schiff zu haben, was gut war. Trotzdem musste sich jeamand um den Major kümmern.
„Teyla, sehen sie bitte nach Major Lorne. Ich werde versuchen den Brand zu löschen.“, bat er die junge Frau, bevor er zu einer anderen Konsole ging, wo er auf dem langen Flug nach Atlantis irgendwann einmal eine Art Feuerlöscher gesehen hatte. Er zog das Ding heraus und nachdem er sich das Gerät kurz angesehen hatte, gelang es ihm den Feuerlöscher einzuschaltn. Er richtete das heraustretende Pulver auf die brennende Konsole und bereits nach kurzem waren keine Funken mehr zu sehen. Sofort legte er das Gerät zur Seite und eilte zum Kontrollstuhl. „Wie geht es ihm?“, erkundigte er sich bei Teyla.

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Teyla Emmagan
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Beitrag von Teyla Emmagan » 09.06.2024, 01:10

Im Gegenzug zu dem leichten Zeitverzug, den es beim Funkverkehr zwischen einzelnen Nachrichten gab, erreichte Skargs Antwort die Athosianerin prompt. Der Tumult in ihrer Gefühlswelt schien dem Wraith nicht verborgen geblieben zu sein und dennoch fühlte sie Zuspruch und Optimismus. Sein Vertrauen in den Erfolg dieser Mission, in die Menschen der Erde wie auch die Bewohner dieser Galaxie, die an dieser beteiligt waren. Sein Vertrauen ins sie.
Teylas Brust hob sich als Reaktion zu einem tieferen Atemzug und auch ihre Schultern strafften sich wieder etwas, wodurch ihre gesamte Haltung aufrechter wurde. Der jungen Frau war zuvor gar nicht bewusst gewesen, wie sehr ihre Körperhaltung unter ihren düsteren Gedanken gelitten hatte. Aber das konnte sie nicht länger zulassen. Auch sie musste ihr Möglichstes dazu beitragen, um diese Mission zum Erfolg zu führen. Und das hieß momentan, dass sie den General so zügig wie möglich zu einem Transporter bringen musste.

Für einen Sekundenbruchteil sah Teyla vor ihrem inneren Auge, was ihr in den vergangenen Jahren immer wieder von den Mitgliedern der Atlantis-Expedition gezeigt worden war: Der Wille ohne jegliches Zögern das eigene Wohl zurückzustellen, wenn dies dem Schutz der Freunde, Kollegen und Stadt diente. Selbst Rodney war diesbezüglich immer wieder über sich hinausgewachsen. Es imponierte Teyla wie selbstlos sich diese Menschen in den Jahren ihrer Zusammenarbeit immer wieder gezeigt hatten. Und das galt insbesondere für John.
Sein Verdienst war es gewesen, dass so viele ihres Volkes nach dem Angriff auf Athos gerettet werden konnten. Sein Verdienst war es ebenso, dass sie der Belagerung der Wraith auf Lantea lange genug standhalten konnten, bis die Deadalus das ersehnte ZPM brachte. Und es gab noch so viel mehr. Seinetwegen war sie von Dr. Weir und den (meisten) weiteren Expeditionsteilnehmern so schnell als Freund und Teammitglied akzeptiert worden. Und genauso auch Ronon. Die Athosianerin hegte keine Zweifel, dass auch Skarg zeitnah als weiterer „Außenseiter“ vollständig in das Leben dieser Stadt integriert sein würde. Denn John war bereit jedem von ihnen den notwendigen Vertrauensvorschuss zu geben, der es ihnen ermöglichte ihren Wert für die Expedition unter Beweis zu stellen. Genau das hatte Skarg mit seiner Unterstützung von Colonel Carter im Maschinenraum bereits getan. Und damit bewiesen, dass die Wraith viel sein konnten, als der seit Jahrtausende geführtete Feind.

Die Athosianerin nahm sich die Zeit um Skarg eine kurze Nachricht ihrer Dankbarkeit zu übermitteln. Für all jene, die diese Fähigkeit nicht teilten und somit keinerlei Zugang zu der telepathischen Verbindung der Wraith besaßen, war das was Teyla durch seine Nachricht empfand, die Wertigkeit die der Zuspruch von Skarg für sie hatte, wahrscheinlich schwer nachvollziehbar. Aber bei Teyla löste dieses vergleichbare Gefühl aus, wie eine Umarmung ihres Vaters als sie noch ein Kind war. Oder wie sie durch Charins aufmunternde Worte und Unterstützung erfahren hatte, nachdem ihr Vater einem Angriff der Wraith zum Opfer gefallen war. Es war ein seltsames Gefühl und stand so völlig im Gegensatz zu der eisigen Kälte, die sie in ihrem Geist empfunden hatte, jedes Mal wenn die Wraith über ihre alte Heimat hergefallen waren. Oder der unterschwelligen Panik, die sie bis in ihre Traumwelt verfolgt hatte, als es Wraith Kriegern kurz vor der Belagerung gelungen war in diese Stadt einzudringen. Vor kurzem hatte sie es noch nicht für möglich gehalten ein so positives Gefühl durch die Verbindung mit einem Wraith überhaupt erfahren zu können.

Die junge Frau kehrte mit ihrer Aufmerksamkeit wieder vollends in die Realität zurück. Der Kontakt mit Skarg hatte nur Sekunden gedauert und der Blick der jungen Athosianerin wanderte direkt den Gang entlang in die Richtung, die der General in seiner Antwort benannte. Der vor ihnen liegende Flur sah für sie nach beiden Seiten nahezu identisch aus, von einigen Beschädigungen und geöffneten Wartungs- oder Kabelschächten abgesehen. Sie war daher dankbar für die Gesellschaft des hochrangigen Offiziers, der die vergangenen Monate auf diesem so befremdlich wirkenden Raumschiff verbracht hatte. Aber ihr Blick kehrte sofort zu ihrem Begleiter zurück, als sie von O’Neill danach gefragt wurde, ob es etwas Neues gebe.


„Die Situation bei Colonel Carter und Skarg im Maschinenraum ist stabil wie es scheint.“

Teyla hatte kaum ausgesprochen, da legte ihr der General eine Hand auf die unverletzte aber mit Spannung aufrechterhaltene Schulter. Und traf parallel mit seinen Worten, wie ein vielverwendetes Sprichwort der Erdenmenschen besagte, den Nagel auf den Kopf.
Teylas Lippen öffneten und schlossen sich als Reaktion, aber ohne einen Ton hervor zu bringen. Sie wusste nicht, was sie auf diese Worte antworten sollte. Sollte sie wiedergeben, was sie über die Funksprüche erfahren hatte? Nein, denn es spielte im Moment nicht wirklich eine Rolle. Es hatte keinen Sinn zu wiederholen, was sie anhand der mitgehörten Funksprüche zu wissen glaubte. Oder befürchtete. Medizinisches Fachpersonal befand sich vor Ort und würde tun, was möglich war. Und General O'Neill hatte Recht, John war ein Kämpfer, das hatte er wieder und wieder bewiesen. Und auch wenn Teyla Dr. Fraiser bisher nur flüchtig aus dem SGC kannte, so wusste sie dennoch, dass sie eine Spezialistin ihres Faches war. Ebenso wie Carson und sein Team hier auf Atlantis.

Als Reaktion auf O'Neills aufmunternden Gesten und Worte, nickte Teyla schließlich zustimmend. Sie war bereits im Begriff sich dem nun vor ihnen liegenden Weg zuzuwenden, als O'Neill sie auf einen Geruch ansprach.
Die Athosianerin nahm darauf einen kräftigeren Atemzug und ließ ihre Augen zeitgleich über die direkte Umgebung wandern. Der General hatte Recht, es roch verschmort. Aber nicht mit dem vertrauten Arome von Holz, sondern vielmehr ähnlich zu dem, was Teyla sich im Rahmen ihrer bisherigen Erfahrungen als brennende Kunststoffe oder Kableverkleidungen eingeprägt hatte.

"Ja", bestätigte Teyla knapp die Frage des Generals, ob sie den Geruch auch wahrnahm. Auch in ihr kam die Befürchtung auf, dass der Brandort in der Nähe der Brücke liegen könnte. O'Neill hatte seine Aufforderung noch nicht vollends ausgesprochen, da rannte sie auch schon los um gemeinsam mit dem General schnellstmöglich die Brücke und Major Lorne zu erreichen.
Beinahe wie aus einem Automatismus hinaus, sandte sie parallel eine erneute MItteilung an Skarg, für den Fall der Fälle, dass, was auch immer in Brand geraten war, sich auf die schiffsweiten Systeme auswirken könnte.


>Wir haben auf unserem Weg Brandgeruch festgestellt. Die Quelle scheint womöglich nahe der Brücke zu liegen.<

Kurz darauf hatten sie die Zugangstür zur Brücke auch bereits erreicht und konnten tatsächlich den Austritt von gräulichem Qualm beobachten. Vor Ort trafen sie auf einen jungen Marine, einen der Soldaten, der sie auf die Rapiditas begleitet hatte, nicht zuletzt um für "Sicherheit" in Skargs direkter Umgebung zu sorgen. Der Soldat war dabei wiederholt an die Zugangstür zur Brücke zu klopfen, da der Öffnungsmechanismus auf ihn offensichtlich nicht reagierte.
Teyla fürchtete für einen Moment, dass sie aufgrund der Sicherheitsprotikolle noch immer ausgeschlossen waren, aber diese Sorge erwies sich als ungerechtfertigt. Sobald General O'Neill den Türöffner betätigte, glitten die Türflügel ergiebig auseinander.
Die Athosianerin zögerte nicht dem General mit schnellen Schritten auf die verrauchte Brücke zu folgen, der junge Marine ebenfalls dicht auf ihren Fersen.


tbc: Brücke
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Skarg
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Beitrag von Skarg » 02.07.2024, 22:05

Telepathische Nachricht an Teyla (von Maschinenraum):
"Teyla, die Beobachtung ist korrekt. Die Systeme der Rapiditas hatten bei ihrer Reaktivierung Luftschadstoffe auf der Brücke festgestellt. Zustand der Leute dort unbekannt. Inzwischen konnten die Lebenserhaltungssysteme jedoch reaktiviert werden, die Schadstoffe werden wieder gefiltert. Und ein aktueller Brandherd wird nicht registriert, aber seid Vorsichtig, bei den Schäden am Schiff ist ein Sensorfehler nicht auszuschließen.", reagierte der Wraith zunächst auf Teylas Beobachtung und richtete dann noch Sams Nachricht aus: "Ich soll Sie auch noch darüber informieren, dass wir von Atlantis angewiesen wurden, uns weiter darauf einzustellen, Energie zu liefern. Wir können die Systeme der Rapiditas daher noch nicht ganz auf StBy stellen. Aber im Maschinenraum sieht zumindest alles wieder gut aus."
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