Auf der Flucht

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Apophis
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Auf der Flucht

Beitrag von Apophis » 16.01.2022, 19:17

Apophis & Jolinar von Malkshur
Shengyu | Ruinen von Yu’s Palast

cf – war schon hier

Was ihn letzten Endes ausgerechnet hierher getrieben hatte, wusste er selbst nicht. Vielleicht konnte man es sehnsuchtskrank nennen oder ein insgeheimer Wunsch nach gewisser Nostalgie. Yu war einer der wenigen anderen Systemlords gewesen die er – ehrlich- gemocht hatte. Der Jade Kaiser war ja doch alles in allem immer ziemlich gemäßigt gewesen und …man hatte mit ihm reden können. Mit welchem Goa’uld konnte man das schon …? Meistens bekam man ja ein Ha’tak vor die Nase gesetzt.

Was er hier zu finden gehofft hatte, wusste er genauso wenig. Es war irgendwann rumort worden, dass Yu doch arg senil wurde. Etwas, was Apophis sehr bedauert hatte, denn der Chinese war der Älteste der Systemlords gewesen. Schon insofern war seine Position unanfechtbar gewesen – und …er hatte es auch gar nicht versucht – nicht bei Yu. Dafür hatte er ihre Diskussionen fiel zu sehr gemocht …und der Goa’uld schloss kurz die Augen. Noch jemand, den er vermisste. Vor den Ruinen seines Palastes zu stehen tat weh.

Aber offenbar musste diese Ori jedes Symbol für Macht, das nicht die ihre repräsentiere, dem Erdboden gleich machen. Insgeheim fragte er sich, was aus Xian geworden war ….Yu’s Königin und Tai San, seiner Tochter. Jemand, den er vielleicht hätte lieben können, hätte er nicht zuvor Amaunet erblickt. Er fand für all das keine Worte mehr, es…machte ihn einfach traurig. Obwohl er verwaiste Planeten gewohnt sein sollte, mitunter hatten die seinen auch solche hinterlassen. Aber es war nicht Regel – wenn man alles vernichtete, hatte man nichts mehr zum beherrschen – ganz einfach. Aber die Ori schienen andere Prinzipien zu haben.


Uhm…das ist dann wohl das Asche-zu-Asche-Prinzipließ sich Tariq vernehmen. In manchen Situationen wusste er auch nicht so recht, was er sagen konnte, um sein Würmchen aufzubauen, er wusste nur, dass Apophis das dringend brauchte – und nicht immer nur von ihm.

Der Goa’uld begann sich langsam zu fragen, ob er einer der Letzten war – gut, man hörte, dass Ba’al noch irgendwo rumlaborierte – jetzt sogar in mehrfacher Version. Leises Seufzen – dabei hatte man schon den einen nie brauchen können…
. „Vielleicht…vielleicht sollte ich mal was zum Feuer machen suchen… Meinte Holz, denn Shengyu war eine gebirgige Welt und am Abend wurde es früh kühl.

Also stromerte er etwas ziellos durch die Gegend – und ehrlich, wahrscheinlich wirkte Apophis nicht mehr halb so wie früher. Wahrscheinlich war von dem früheren „Glanz“ des einstigen Systemlords nicht mehr viel geblieben und die Kleidung die er momentan trug, erinnerte mehr an die, die er damals auf Netu getragen hatte. Ihm kam das alles selbst inzwischen fast wie in einer anderen Zeit vor…aber zugegeben, seit die Ori hier waren, hatte wohl auch eine solche begonnen.




Blau = Tariq
Grün = Apophis
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Jolinar von Malkshur
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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 17.01.2022, 01:36

ooc: Schöner Post. :)

Tut mir Leid, dass ich dein Bild deaktiviert habe. Aber wir akzeptieren hier keine Bilder, bei denen die Urheber nicht eindeutig festgelegt haben, dass das Bild weiterverbreitet werden darf. Wenn du also Bilder für deine Posts nutzen möchtest, dann bitte ich darum Bilder mit Creative Commons Lizenz, Bilder aus der Public Domain oder eigene Fotos zu verwenden. Sollte das bei dem Bild, das du verwenden möchtest, nicht der Fall sein, darfst du gerne zu dem Bild verlinken, aber es nicht direkt im Forum einbinden.

IC:

Seit Jolinars Gefangennahme hatte sich die Welt sehr verändert. Nach ihrer Flucht aus Ba’als Mine hatte sie keinerlei Hinweise mehr auf Tok’ra-Aktivitäten finden können. Es war fast so, als wäre ihr Volk vom Erdboden verschollen. Stattdessen hatte sich eine neue Macht ausgebreitet. Bisher hatte sie Glück gehabt und war noch keinem Ori oder einem ihrer Priore begegnet, aber in nur wenigen Monaten hatten sie die Machtverhältnisse in der Milchstraße vollkommen verändert. Die Goa’uld waren fort, Jaffa gab es auch fast keine mehr und selbst die Tau’ri schienen nicht mehr ihre Teams quer durch die Milchstraße zu schicken. Selbst Ba’als Gefängniswärter schienen die Suche nach ihr langsam aufzugeben. Seit ein paar Tagen hatte sie nicht mehr das Gefühl gehabt verfolgt zu werden und doch konnte sie nicht zur Ruhe kommen. Sie musste einen Weg finden, um die Tok’ra zu kontaktieren und da sie gehört hatte, dass Yu vor zwei Jahren von den Replikatoren umgebracht worden war, hatte sie sich dazu entschieden seine früheren Stützpunkte nach Technologie zu durchsuchen.

Immer wieder sah sich Jolinar nervös um, während sie die Toradresse von Shengyu in das DHD eingab und hielt den Atem an, während sie darauf wartete, dass das Wurmloch sich aufbaute. Die Verbindung konnte tatsächlich hergestellt werden und mit einem unsicheren Gefühl passierte sie das Sternentor. Zum Teil befürchtete sie auf der anderen Seite doch von Jaffa empfangen zu werden. Mit jeder Reise durch das Stargate riskierte sie es Jaffa, den Ori oder irgendeinem von Ba’als Jägern in die Hände zu fallen, doch der Bereich um Shengyus Stargate war verlassen.

“Glück gehabt.”, flüsterte Rosha in ihren Gedanken und Jolinar konnte ihr nur zustimmen.

Yus Palast war zu Fuß fast eine Stunde vom Stargate entfernt und in ihrem geschwächten Zustand würde sie wahrscheinlich noch deutlich länger brauchen. Schuhe trug sie schon lange nicht mehr. Ihre Haare waren verfilzt und ihre Kleidung war immer noch von Naquadah-Staub und Schmutz bedeckt. So schlimm hatte sie wahrscheinlich noch nicht einmal auf Netu ausgesehen. Aber aktuell zählte nur das Überleben. Ihr Aussehen war Nebensache. Wenn sie erst einmal wieder bei den Tok’ra war, dann könnte sie sich ausruhen und dann konnten auch endlich die vielen Wunden an ihrem Körper heilen. Obwohl sie sich anstrengte, war sie inzwischen zu schwach, um Rosha gesund zu halten. Manche der Wunden hatten sich sogar schon entzündet und es quälte Jolinar furchtbar, dass sie nichts tun konnte, um ihrer einzigen verbliebenen Freundin zu helfen.

“Wir müssen uns ausruhen.”, meinte Rosha leise. Jolinar wusste, dass sie Recht hatte, aber alleine war es kaum möglich Ruhe zu finden. Sie könnten zwar abwechselnd Wache halten, doch das Problem war, dass auch Roshas Körper und nicht nur ihr Verstand schlafen musste und in dieser Zeit waren sie verwundbar.

“Lass uns erst noch den Palast erkunden, dann können wir eine Pause machen.”, schlug Jolinar vor und Rosha stimmte zähneknirschend zu.

Müde und erschöpft schleppten die beiden sich weiter, bis Jolinar Rosha innehalten ließ. Sie hatte ein Geräusch gehört. Irgendjemand war hier und dieser jemand war entweder ein Jaffa oder ein Goa’uld. Deutlich spürte sie die Präsenz des anderen Symbionten und Jolinar ging so schnell sie nur konnte in Deckung. Das würde sie zwar nicht davor schützen, dass der andere Symbiont auch sie spürte, aber so hatte sie hoffentlich wenigstens das Überraschungsmoment auf ihrer Seite und konnte den anderen entweder überwältigen oder vor ihm fliehen.

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Apophis
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Beitrag von Apophis » 18.01.2022, 19:33

(^^ Uhh sry, also gilt das allgemein und nicht nur für die Avas xd. :o Alles klor.)


Der Goa’uld hatte sich jetzt leidlich genug durchs Unterholz gewühlt. Und das nur um ein paar trockene Äste zu finden. Wenn es ein paar Tage zuvor geregnet hatte, war das immer so eine Sache. Aber schließlich hatte er doch genug gefunden und machte sich auf den Weg, zurück zu seinem kleinen Lager in der Nähe des Palastes – bis…

Ähhhh, ich glaub, wir kriegen Besuch. Und damit hatte sein Wirt offenbar sowas von Recht, so sehr, dass Apophis erstmal vollkommen erstarrte. Wie lange war es her, dass er einen anderen Symbionten wahrgenommen hatte…?? Und im Gegensatz zu eben jenem...Ich…ich muss da hin… Dann machte es einmal Plopp und das Feuerholz blieb auch prompt liegen.

Wieder wurde sich durchs Unterholz gewühlt und an dem Platz angekommen, wo die Präsenz des Artgenossen am Stärksten war, er also irgendwo sein musste, klaubte sich der ehemalige Systemlord erstmal etliche Blätter aus seinen kleinen Löckchen. Andererseits, ja er wusste schon, dass man bei Goa’uld theoretisch auch mit Angriff rechnen musste, also hatte er seine ZAT durchaus parat.

Allerdings… fühlte er sich recht hilflos, es war nicht das, was er eigentlich wollte. Andererseits stand er hier wie auf dem Präsentierteller, mitten auf dieser kleinen Lichtung. Der andere hatte Tauchstation offenbar vorgezogen, er bezweifelte keine Sekunde, dass er beobachtet wurde. Und entgegen dem, was man jetzt vermutet hätte, steckte Apophis seine ZAT allen Ernstes zurück an seinen Gürtel. Stattdessen hob er nur beschwichtigend seine Hände und ließ sie bewusst dort, wo man sie auch sehen konnte.
„Bitte …wartet…“ Das Warten schloss wohl so ziemlich alles mögliche mit ein – Angreifen, Abhauen, was auch immer. Und Tariq glubschte innerlich grade blöd, weil Würmchen ihn offenbar doch noch überraschen konnte. Alsooo, das..ist neu.


Blau = Tariq
Grün = Apophis

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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 23.01.2022, 04:03

Nervös saß Jolinar in ihrem Versteck und beobachtete, wie sich eine vertraut wirkende Gestalt immer mehr näherte. Unzählige Male spielte sie mit dem Gedanken zu fliehen, doch als sie die Zat in der Hand des Fremden sah, verwarf sie diesen Plan wieder. Ohne Schuhe und mit den Wunden an ihren Füßen konnte sie nicht allzu schnell laufen. Der andere Goa’uld konnte sie dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit im Nu einholen und dann würde sie gewiss schon bald wieder in Ketten liegen. Sie brauchte irgendeinen anderen Plan. Sie wusste nur noch nicht welchen.

‘Vielleicht sollten wir uns einfach stellen.’, schlug Rosha in ihren Gedanken vor. Sie war es leid ständig fliehen zu müssen und wünschte sich nichts sehnlicher als endlich Ruhe zu finden. Egal wie diese Ruhe aussah. In einem gewissen Maß teilte auch Jolinar diesen Wunsch, aber irgendwie hatte sie sich gewünscht, dass sie, wenn sie schon sterben musste, zumindest noch den ein oder anderen Goa’uld mitnehmen konnte. Unbewaffnet und verletzt würde sie jedoch keine Chance dazu bekommen. Stattdessen musste sie tatenlos in ihrem Versteck zusehen, wie sich der Goa’uld immer weiter näherte. Inzwischen war er nahe genug, dass Jolinar sein Gesicht erkennen konnte und der Anblick verschlug ihr den Atem. Der Mann, der vor ihr stand, war Apophis. Aber dieser Systemlord war schon vor einigen Jahren gestorben. Wie kam er nun auf diesen verlassenen Planeten? Und wieso sah er auch so aus, als hätte er einiges durchgemacht?

Skeptisch beäugte Jolinar den Systemlord und konnte es kaum fassen, als der Bruder von Ra seine Zat wegsteckte und die Hände hob. Das passte überhaupt nicht zu dem typischen Verhalten eines Systemlords. Konnte es vielleicht sein, dass der Symbiont gestorben und seinem Wirt das Leben geschenkt hatte? Aber das würde auch nicht zu einem Goa’uld passen. Tok’ra waren durchaus so selbstlos und würden ihr Leben für ihren Wirt geben, doch ein Goa’uld war in der Regel der Meinung, dass der Wirt mit der Verschmelzung zu einer bloßen Hülle wurde, die keinerlei eigene Gefühle mehr hatte.

Als Apophis meinte, dass sie warten solle, musste sie auch die These verwerfen, dass es sich nur noch um den Wirt handelte, denn der Tonfall des Goa’ulds war sehr deutlich von der des Wirtes zu unterscheiden. Das konnte nur eine Falle sein. Wahrscheinlich lauerten irgendwo noch unzählige Jaffa oder zumindest noch ein paar niedere Goa’uld. Wobei sie diese eigentlich spüren müsste.

‘Was sollen wir tun?’, fragte Rosha skeptisch. Vielleicht sollte sie einfach in ihrem Versteck bleiben und hoffen, dass der Systemlord wieder verschwand, aber sie konnte sich nicht vorstellen, dass er das tun würde. Goa’uld waren in der Regel sehr beharrlich.

‘Ich habe eine Idee.’, erwiderte Jolinar schließlich, bevor sie sich an den Systemlord wandte.

“Leg zuerst die Zat und die Handspange weg.”, wies sie ihn an. Sie konnte sich zwar nicht vorstellen, dass er darauf eingehen würde. Aber wenn sie sich ihn ansah, dann überkam sie das Gefühl, dass er wohl auch schon lange nicht mehr der Systemlor war, der er einmal gewesen war. Das Schicksal hatte es mit ihm möglicherweise sogar ähnlich schlecht gemeint wie mit ihr. Aber er war trotzdem noch ein Systemlord und damit ein Feind der Tok’ra. Doch vielleicht sorgte diese seltsame neue Welt, die während ihrer Gefangenschaft entstanden war, auch dafür, dass die Grenzen zwischen Freunden und Feinden verschwammen.

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Apophis
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Beitrag von Apophis » 23.01.2022, 17:12

Die Tok’ra war keineswegs die Einzige, die hier nervös war. Womöglich war es der Goa’uld sogar mehr, als sie vermuten mochten. Apophis wusste gerade weder vor, noch zurück. Unbehaglich rieb er sich mit der einen Hand immer wieder am gegenüber liegenden Arm rauf und runter und blickte etwas betröppelt zu Boden. Er hatte keine Ahnung, ob das hier funktionierten würde bzw. wie das rüberkam. Schließlich stand da nur der ehemalige Superior Systemlord, der zum Kaffeekränzchen einlud – oder so. Selbstbewusster Gott sah jedenfalls arg anders aus. Dabei, er…er wolle doch überhaupt nichts böses. Er war bloß…so schrecklich allein, das war alles.

Und obwohl er nicht wusste, was, fühlte er sich trotzdem genötigt, einfach…irgendwas zu sagen.
Ich…ich will nicht kämpfen, oder streiten. Ich…ich wollte bloß… und dann merkte er, dass seine Stimme kippte und sein Blick verschwamm… „r…reden (?) Tariq hatte auch sofort gemerkt, was los war. Ist ja gut, Kleiner. Er sagte zu seinem Würmchen in solchen Situationen oft Kleiner, weil schließlich…sehr groß war sein Untermieter ja halt auch nicht.

Und als dieses Statement kam, zuckte es in seinem Nacken einmal ordentlich. Ja – auch ein Symbiont konnte verschreckt zusammenzucken. Dem Ägypter wurde klar, dass er das Ganze hier wahrscheinlich managen musste, wenn er nicht wollte, dass das Würmchen Vollpanik bekam. Denn es war deutlich, dass dessen Gedanken rasten. Er hatte Angst, war aber auch so unglaublich traurig. Denn diese Forderung hieß umgekehrt nichts anderes, als dass er sich ausliefern bzw. ergeben sollte. Möglich, dass es die Tok’ra gar nicht so krass meinte, aber Apophis fasste es unweigerlich so auf.

Es war ja nicht so, als hätte er nicht genug Leichen im Keller. Mit seinem Sohn – also dem Harsiesis- war er bei den Systemlords unten durch gewesen und die Tok’ra waren wahrscheinlich arg pissig, weil er eben deren Reihen mittels Tanith unterwandert und ihren Stützpunkt auf Vorash weggebombt hatte.

Zumal sein jetziges Verhalten wahrscheinlich auch mehr irritierte, womöglich blamierte er sich auch nur vollkommen damit…
Ja klar, die Arschloch-Version ist ne gaaanz tolle Alternative… Und bei Apophis knallte es dann doch mal durch – warum musste Tariq manchmal SO drauf sein ??Mai’tak, Tariq !!! Schließlich gab es auf Goa’uld auch das kleine Wort mit Sch, bis sich ein Stimmchen meldete… Das hast du grade laut gesagt…. Und Apophis unweigerlich erstarrte, merkte dass er rot wurde und ein ‚Facepalm' nicht unterdrücken konnte. Das passierte dann wohl, wenn man zu lange allein war.

Aber hinsichtlich ihrer Aufforderung wusste er immer noch nicht weiter. Tariq spürte, wie schrecklich unsicher sein Symbiont war.
Na komm, du weißt doch: was auch immer das hier ist, wir stecken zusammen drin – und wir machen auch alles zusammen. Es ist verrückt aber – mach es. Vielleicht will sie einfach nur einen Beweis, dass du es Ernst meinst und das…geht fast gar nicht anders. Das Reden kann ich dann immer noch übernehmen, hm ? Der ehemalige Systemlord sann kurz darüber danach und musste sich eingestehen, dass sein Wirt recht hatte. So ironisch Tariq auch oft rüberkam, er …hatte oft Recht.

Womit dann allen Ernstes das passierte, womit die Tok’ra wohl niemals gerechnet hatte. Etwas fahrig legte der Goa’uld zuerst die ZAT auf den Boden und frimelte sich dann unbeholfen das Kara’kesh vom Arm bzw. der Hand. Dann trat er ein ganzes Stück zurück, kniete nieder und senkte den Blick.
T…tut, was Ihr wollt vernahm man leise und er bemerkte überhaupt nicht, dass ihm dabei eine Träne über die Wange kullerte. Tariq hatte es längst bemerkt, ließ es aber unkommentiert in jeglicher Form. Für ihn waren Tränen kein Zeichen von Schwäche – nur von Gefühlen. Und womöglich sagte so eine Geste mehr, als irgendwelche Worte, die sein Würmchen gerade ja doch nicht fand. Denn wenn die Andere einmal kurz darüber nachdächte: ein Systemlord würde sich niemals NIEMALS nicht, eine solche Blöße geben. Auch sicher nicht für irgendeinen….komischen Plan, oder was sie vermuten mochte.


Blau = Tariq
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Jolinar von Malkshur
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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 24.01.2022, 02:43

Ein Systemlord, der weder streiten noch kämpfen, sondern reden wollte? Jolinar verstand die Welt nicht mehr und Rosha war genauso entsetzt. In all den Jahren, die sie schon die Goa’uld infiltriert und unzählige ihrer Schlachtpläne sabotiert hatte, hatte sie noch nie einen Goa’uld und schon gar keinen Systemlord getroffen, der einfach nur reden wollte. Systemlords gaben Anweisungen und das Fußvolk hatte sie zu befolgen. Lediglich zu ihrer Familie waren die meisten hochrangigen Goa’uld etwas freundlicher. Aber sie gehörte nicht zu Apophis Familie. Amaunet war tot und Klorel ebenso. Sie hatten den Symbionten, nachdem er aus seinem Wirt entfernt worden war, zwar, genauso wie er es gewünscht hatte, zu Zipacna geschickt, doch, soweit sie wusste, hatte Zipacna kurzen Prozess mit Klorel gemacht, um die wenigen verbliebenen Territorien, über die Klorel regierte, an sich zu reißen.

Irgendetwas stimmte an dieser Situation überhaupt nicht. Am meisten verwirrte sie jedoch, dass Apophis auf einmal seinen Wirt beschimpfte. Ein Goa’uld sprach nicht mit seinem Wirt. Was war nur mit Apophis geschehen?
‘Er hat den Verstand verloren.’, spekulierte Rosha und zum Teil gab Jolinar ihr sogar Recht, aber da schien noch etwas anderes zu sein. Apophis verhielt sich so untypisch, dass es schon keine Falle oder ein Trick mehr sein konnte. Es gab keinen Goa’uld und besonders keinen früheren Systemlord, der mit seinem Wirt sprach, freiwillig seine Waffen ablegte und sich dann auch noch vor einer Person, die sich im Gebüsch versteckt hielt, hinkniete. Jolinar spürte, wie Rosha sogar Mitleid mit Apophis bekam. Jolinar dagegen dachte nur darüber nach, ob es nicht vielleicht sinnvoll war sich seine Zat zu schnappen und seinem Leid ein Ende zu bereiten.

‘Und was dann? Wir haben dann zwar Waffen, aber wir wissen immer noch nicht, wo die Tok’ra sind und wo wir vielleicht Zuflucht finden können. Wenn wir so weitermachen wie bisher, überlebe ich das nicht mehr lange. Schau uns doch nur an.’ Rosha hatte mit allem, was sie sagte Recht. Sie waren alleine, geschwächt und hier war jemand, der vielleicht aktuellere Informationen über den Zustand der Milchstraße hatte und den sie wahrscheinlich sogar problemlos davon überzeugen konnte mit ihr zu sprechen.

Zähneknirschend stimmte Jolinar zu, dass sie Apophis nicht sofort umbringen würde und erhob sich mit einer Schnelligkeit, die sie ihrem geschundenen Körper eigentlich gar nicht mehr zugetraut hatte, aus ihrem Versteck. Blitzschnell schnappte sie sich die Zat und stieß die Handspange so weit zur Seite, dass sie niemand von ihnen schnell erreichen konnte. Dann aktivierte sie die Waffe und richtete auf Apophis.
“Gib mir einen guten Grund, warum ich dich nicht auf der Stelle erschießen soll.”, fauchte Jolinar ihn an, als sie bemerkte, dass sogar eine Träne über Apophis Wange lief. Sie hatte noch nie einen Systemlord weinen gesehen und doch kniete hier ein Goa’uld, der einstmals zu mächtigsten gehört hatte, vor ihr und weinte. In der gutherzigen Rosha regte sich nur noch mehr Mitleid, doch Jolinar blieb standhaft und ignorierte Apophis Tränen.

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Apophis
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Beitrag von Apophis » 24.01.2022, 17:40

Der Tok’ra blicken bloß 2 dunkle, todtraurige Augen entgegen. Da war keine Arroganz oder Hass mehr. Da war bloß noch eine uferlose Verzweiflung und diese stille Art von Einsamkeit, die fast schon unerträglich laut war. Als sie dann doch mal hinter ihrem Busch raus kam, runzelte der Goa’uld doch mal die Stirn. Sie sah nicht wirklich fit aus, dagegen war er noch gut dran. Sie war verletzt und verdreckt, humpelte und hatte sicher einen Mordshunger, so abgemagert wie sie aussah.

Als sie dann jedoch auf einmal zu der Waffe griff, zuckte der Goa’uld unweigerlich zusammen und krabbelte instinktiv ein bisschen rückwärts. Warum...warum tat sie das ?. Er...er hatte doch gemacht, was sie wollte. Er hatte das gemacht, damit genau DAS nicht passierte. Dieses kleine, hilflose
„B..bitte…“ kam über seine Lippen, ehe er es überhaupt realisiert hatte.

Er wollte das alles nicht mehr – irgendwann hatte man einfach zu viel Tod gesehen – und in seinem Fall; wohl auch gebracht. Er wollte bloß noch, dass es aufhörte, aber…nicht so. Aus ihrer Frage hörte man so viel Wut heraus und unweigerlich senkte Apophis den Kopf. Er hatte selbst alles verloren – aber…andere durch ihn eben auch. Es war nicht so, als wüsste er das nicht. Und so kam ein leises:
Es…es gibt keinen..“ Und da machte auch Tariq jetzt innerlich mal ‚ufff‘, weil diese Antwort, was er seinem Würmchen lassen musste, eine verdammt ehrliche war.

Aber in Apophis mischte sich ihre Frage mit Ares Statement
" Es ist ja nun nicht so, als ob du etwas besonders wertvolles wärst bzw...jemals gewesen bist." und diesem Satz damals von Ra – damals…als…als er auch geweint hatte… und sein Bruder ihn bloß ausgelacht hatte.“Oh Bruder – Mitleid ist kostenlos, Neid muss man sich verdienen.“ Und vielleicht hatten sie ja Recht - er taugte zu nichts. Was hatte er in 6000 Jahren denn schon geschafft..? Er brachte bloß allen, die ihm nahe standen, den Tod… Womit endgültig ein Aufschluchzen folgte, er sein Gesicht in den Händen verbarg und man die Schultern deutlich zucken sah.Es…es tut mir leid, es tut mir alles so leid.." Über das Gesicht des Goa’uld huschte etwas, was man dort wohl auch noch nie gesehen hatte: Reue. B…bitte, h…hab Erbarmen." Er hatte gehofft, dass die Tok’ra zumindest nicht einfach einen Feind erschossen, der sich ergeben hatte.

Womit sich der Goa’uld auch zurückzog, einfach schon deswegen, weil er nicht mehr konnte. Zugegeben, die 2 waren im Switchen naturgemäß nicht sehr geübt… und Tariq sah sich erstmal mit einem total verheulten Gesicht konfrontiert, über das er sich erstmal unbeholfen mit dem Ärmel fuhr. Und dann…dann erklang da auf einmal ein unbekanntes Stimmchen.
Sieh es mal so, wenn du ihn….uns… abknallst, beantwortet auch keiner deine Fragen, oder ?. Die ZAT wurde jetzt vielleicht irritierender Weise recht unbeeindruckt angeblickt.Also, ich verstehe deinen Standpunkt schon , nur…ist das wirklich nötig ?. Zugegeben er ist diplomatisch nicht gerade …sonderlich veranlagt, aber immerhin hat er’s versucht. Als er reden gesagt hat, hat er auch reden gemeint. Er ist schon fertig genug, du musst echt nicht auch noch nachtreten. Bin übrigens Tariq- Tec’ma’te auch und so. Zumindest konnte Apophis Wort definitiv von sich behaupten, den Überraschungseffekt auf seiner Seite zu haben. Und das musste ja zu irgendwas gut sein.


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Jolinar von Malkshur
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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 30.01.2022, 02:39

Apophis war durch irgendetwas gebrochen worden. So viel stand inzwischen fest. Die Augen, die Jolinar ansahen, schienen mehr Leid gesehen zu haben, als sie sich jemals vorstellen konnte und das obwohl sie selbst schon sehr furchtbare Dinge gesehen hatte. Sie hatte ansehen müssen, wie ihre beste Freundin einen grausamen Tod starb und ihr Geliebter Selbstmord beging. Im Prinzip war sie lange Zeit genauso gebrochen gewesen wie der ehemalige Systemlord. Nur ihre Freundschaft mit Rosha hatte sie am Leben gehalten und irgendwie bekam sie immer mehr das Gefühl, dass es bei Apophis ähnlich war. Sollte er nun endlich verstanden haben, dass eine wahre Symbiose zwischen Wirt und Symbiont viel gewinnbringender war als die vollständige Unterdrückung des Wirtes? Der ehemalige Systemlord jammerte und wimmerte und Jolinar konnte regelrecht fühlen wie Roshas sanftes Herz brach. Das war ein Goa’uld, ihr größter Feind, und dennoch hatte Rosha so viel Mitleid, dass selbst Jolinar davon angesteckt wurde und ihre Gesichtszüge weicher wurden.

Sie war schon kurz davor die Zat zu senken, als etwas geschah, das sie niemals erwartet hatte. Der Symbiont schien sich zurückgezogen zu haben und plötzlich ergriff der Wirt das Wort. Obwohl er, soweit sie wusste, schon seit ewigen Zeiten Apophis Wirt war, wirkten seine Worte keck und deutlich mutiger als die seines Symbionten. Eigentlich hätte sie bei einem Lebewesen, das schon seit Jahrtausenden unterdrückt worden war, das genaue Gegenteil erwartet. Jolinar würde es zwar nicht als Nachtreten bezeichnen, wenn sie dem Goa’uld nun den Gnadenschuss geben würde, aber wenn der Wirt zum Teil sogar die Kontrolle über seinen Körper hatte, konnte sie es unmöglich tun. Immerhin war Tariq im Gegensatz zu seinem Symbionten unschuldig.

Jolinar spürte, wie Rosha immer mehr in den Vordergrund drängte und dieses Mal ließ sie sie gewähren. Um sich nicht zu gefährden, senkte sie weder den Kopf, noch schloss sie kurz ihre Augen, sie vollzogen den Wechsel einfach ohne jedes äußere Zeichen. Lediglich an Roshas Körperhaltung konnte man den Wechsel erkennen. In dem Moment, in dem sie die Kontrolle über ihren Körper übernahm, kamen auch all die Schmerzen zurück, vor denen Jolinar sie bisher beschützt hatte. Kurz verzog Rosha das Gesicht, biss dann jedoch die Zähne zusammen und sah Tariq mit klaren und sanften Augen an. Die Zat deaktivierte sie und senkte sie. Gerne hätte sie sie weggesteckt, aber da sie keinen Gürtel hatte, blieb ihr nichts anderes übrig als die Zat in der Hand zu behalten. Hinkend näherte sie sich Tariq und lächelte ihn an.

“Bitte erhebe dich.”, meinte sie freundlich und bot Tariq die Hand, in der sie nicht die Zat hielt, an, um ihm beim Aufstehen zu helfen. “Ich entschuldige mich für Jolinars Verhalten, für sie sind alle Goa’uld böse und am liebsten würde sie jeden Einzelnen von ihnen umbringen. Mein Name ist Rosha Nadora und meine Symbiontin heißt Jolinar von Malkshur. Ich freue mich sehr dich kennen zu lernen, Tariq von Tau’ri.”, begrüßte sie ihn.

Sie hatte irgendwann einmal gehört, dass Apophis seinen Wirt zu der Zeit gewählt hatte, als er mit seinem Bruder noch auf der Erde gelebt hatte, daher hielt sie es für sehr wahrscheinlich, dass Tariq ein Mensch von der Erde war. Vermutlich stammte er aus dem alten Ägypten. Dieser Mann hatte also wahrscheinlich die Pyramiden in der Wüste von Tau’ri in ihrer vollen Pracht gesehen und in einer Kultur gelebt, die ausgestorben war. Genauso wie sie. Auch ihr Volk lebte nicht mehr. Viele Jahre, nachdem sie Jolinars Wirtin geworden war, war sie noch einmal in ihre Heimat zurückgekehrt und hatte dort feststellen müssen, dass die Rebellen es geschafft hatten, das fragile Ökosystem in den Höhlen zu zerstören, wodurch ihr Volk seine Lebensgrundlage verloren hatte. Innerhalb einer Generation waren alle gestorben. Sie war die einzige Überlebende.

“Wir haben zwar wirklich einige Fragen, aber ich glaube, wir sollten uns erst einmal einen Unterschlupf suchen. Wenn ich mir den Himmel betrachte, dann vermute ich, dass es schon bald regnen wird.”, schlug Rosha vor und blickte in Richtung des alten Palastes. Vielleicht würden sie dort einen trockenen Platz finden.

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Beitrag von Apophis » 30.01.2022, 16:54

Im Prinzip hätte sie damit nicht Unrecht. Der Goa’uld hatte auf dem Zenit seiner Macht ALLES besessen – immerhin war seine Flotte die mächtigste jemals gewesen … (jedenfalls bis Anubis kam…) – und am Ende hatte er genauso ALLES verloren. Aber unterm Strich glücklich gemacht hatte es ihn nicht. Zumal immer noch der Druck seiner „Gottnummer“ da gewesen war, schließlich…war ein Gott über solche Gefühle erhaben. Resultat: Tariq hatte damals – noch zum Schweigen verdammt – mitansehen müssen, wie sich Würmchen Nacht für Nacht in den Schlaf weinte… und bloß seine Königin und seinen Kleinen zurück wollte ..mehr nicht. Spätestens da hatte er verstanden, dass sein Symbiont nicht „böse“ war – fehlgeleitet vielleicht, was aber vor allem an seinem Bruder gelegen hatte.

Aber es stimmte schon, Tariq war momentan der aktivere Part von ihnen – einfach weil er wusste, dass er es musste. Es machte ihm nichts aus, weil Apophis Zeit brauchte…sehr viel Zeit. Wenn man in 6000 Jahre so viel Scheiße gesehen hatte, war das eben so. Und ja, er befürchtete selbst, dass Würmchen ohne ihn ..also…schon gar nicht mehr da wäre, meinte, etwas ganz dummes gemacht hätte. Es musste nämlich schon verdammt viel passieren, dass ein Goa’uld glaubte, er wäre nichts wert… Weil die normal bekanntlich ein sehr, seeeehr gesundes Ego hatten – im negativen Sinn mitunter.

Wenn Tariqs Art erstmal überraschte – war so, meinte, er war so. Immer so ein kleiner Zyniker und hey, Würmchen hatte das ja auch irgendwo verdient, da musste er jetzt eben durch. Außerdem musste die Tok’ra jetzt auch nicht auf inkognito machen, dass da ein Symbiont war, war schon hinreichend angekommen – musste er jetzt nicht kapieren, vielleicht gewisser Reflex oder so. Außerdem hob sich dann doch mal eine Augenbraue, als …die Andere… so angehumpelt kam. Sie meinte es ja wohl nur nett, aber… kurz gesagt – er stand schon.
Hey, alles gut. Nur ich glaub… bei euch nicht so wirklich. Man sollte sich das mal ansehen und…überhaupt. Stimmte ja wohl auch, schien sie bisher sträflich außer Acht gelassen zu haben, ihren Zustand. Na ja, vielleicht wars auch nicht anders gegangen.

Dann zuckte Tariq mit den Schultern und musste lachen.
Schon gut, mir war klar, dass er es ganz „diplomatisch“…verkackt. Aber mal ehrlich, wie definiert ihr böse ??. Die Welt ist am Ende bloß, wie man sie sieht – nicht mehr, nicht weniger. Und wenn man ihr nen Rat geben darf: sie sollte Würmchen als den kennenlernen, der der ist – nicht als den, den er darstellt.“ Weil das sehr wohl ein Unterschied war. Und ja, man mochte sich ja doch erstmal am Kopf kratzen. Da nannte er seinen „Gott“ wirklich Würmchen, aber es klang ja doch irgendwie gutmütig.

Ja Tau’ri – wieder ein schiefes Grinsen. Man merkte bei dem Ägypter schon, im Gegensatz zu Jolinars Vermutung – viel Lethargie war da nicht. Vielleicht war das auch gut so, denn eigentlich war es genau das, was Apophis auch brauchte. Tariq hatte ihn schon oft mit seiner Art zum Schmunzeln gebracht.
Ist ja auch nur soooo 6000 Jahre her, also… einen unfreiwilligen…unschönen Zwischenstopp ausgenommen. Womit er etwas das Gesicht verzog. Musste wohl nicht erklärt werden, die Tok’ra waren ja auch vor Ort gewesen.


Auf die Nachfragte kam bloß ein Deut – durchaus auch in Richtung Palast.
Gibt’s schon als Provisorium da hinten. Ich muss nur nochmal kurz unser Feuerholz von eben suchen… Etwas fragend huschte sein Blick übers Unterholz, begleitet von ein bisschen Gemotze.Maaaan, wo hast du das jetzt wieder hingeschmissen…? Ist echt sinnvoll Gestrüpp in Gestrüpp zu schmeißen...Bis schließlich ein kleiner, kompakter Haufen auftauchte und der Ägypter es mit einem kleinen Seufzen aufhob und sich wieder Rosha zuwandte.Weißt du, Götter versagen bei alltäglichem Kleinkram …komplett. Herrgott spielen, aber nicht wissen, wie’n Toaster funktioniert... Weil das im Prinzip genau SO stimmte, Punkt. Weil ehrlich: wie man hier draußen überlebte – da durfte man auch dreimal raten, WER das Würmchen hatte beibringen müssen. Genau: Tariq goes Survival Guide. Aber was sollte die Göttlichkeit auch machen, wenn sie bloß stets von vorne bis hinten bedient worden war…?


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Jolinar von Malkshur
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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 07.02.2022, 02:41

Rosha lachte herzlich, als Tariq auf ihre Wunden anspielte. Ihr ging es wirklich nicht gut, aber sobald Jolinar erst einmal wieder bei Kräften war, dann war keine ihrer Verletzungen so schwer, dass ihre Symbiontin sie nicht heilen konnte. “Keine Sorge. Das wird schon bald verheilen. Jolinar ist aktuell nicht die kräftigste und braucht etwas mehr Zeit, um mir zu helfen.”, erwiderte Rosha freundlich und spürte sofort den stillen Protest ihrer Symbiontin. Jolinar hasste es als schwach bezeichnet zu werden. Aber leider entsprach dies aktuell der Wahrheit. Nachdem sie Monate, vermutlich sogar Jahre in Ba’als Gefangenschaft verbracht hatte, war es jedoch auch kein Wunder, dass es ihr nicht gut ging.

Es erstaunte Rosha jedoch sehr wie schlagfertig Tariq nach 6000 Jahren Unterdrückung noch war. Damit hätte sie niemals gerechnet. Doch nicht nur das. Er verteidigte seinen Symbionten auch noch. Dieser Goa’uld hatte ihm sein Leben genommen, ihn seiner Familie entrissen und ihm das Recht eigene Entscheidungen zu treffen gestohlen und trotzdem nannte er ihn liebevoll Würmchen. ‘Die Tau’ri nennen das, soweit ich weiß, Stockholm-Syndrom.’, spekulierte Jolinar und möglicherweise hatte sie Recht. Nach sechstausend Jahren Gefangenschaft war es nicht unwahrscheinlich, dass Tariq angefangen hatte, sich selbst als Teil von Apophis zu betrachten.

Rosha wollte zwar versuchen möglichst diplomatisch und ruhig zu bleiben, doch Jolinar drängte sie zu einer Antwort und drohte damit, dass sie andernfalls wieder die Kontrolle übernehmen würde. Andererseits wollte sie ja selbst auch etwas dazu sagen.
“Ich glaube, dein so genanntes Würmchen ist die Definition von Böse.”, erwiderte Rosha sanft. “Oder hat er dich gefragt, ob du sein Wirt werden und deinen Heimatplaneten verlassen möchtest? Und du bist nicht der einzige, den er von seiner Heimatwelt entführt hat. Vielleicht hast du nicht alles mitbekommen, was er angestellt hat. Aber er hat unzählige Unschuldige auf dem Gewissen.”, meinte Rosha und konnte sich kaum vorstellen, dass Apophis nur so getan hatte, als wäre er Böse. Jolinars Mutter, Egeria, hatte Apophis gekannt, als Ra noch der Herrscher über die Goa’uld gewesen war und sie hatte nie den Eindruck gehabt, dass Apophis ähnlich dachte wie sie.

Tariq gefiel ihr jedoch. Er war direkt und nahm offenbar kein Blatt vor den Mund. Angespannt beobachtete Rosha, wie Tariq nach einem Bündel Feuerholz suchte und ihr dann erklärte, dass sein Symbiont noch nicht einmal einen Toaster bedienen konnte. Dafür, dass Tariq nie auf der modernen Erde gelebt hatte, hatte er einige Begriffe der Tau’ri aufgeschnappt.
“Das liegt wohl daran, dass Apophis für solche Arbeiten unzählige Diener und Sklaven hatte.”, meinte Rosha kühl und zuckte mit den Schultern. Während sie das Feuerholz argwöhnisch betrachtete. Sie glaubte kaum, dass dieser Haufen die gesamte Nacht reichen würde.

“Ich glaube, wir werden noch mehr Holz benötigen.”, sagte sie schließlich und lauschte dann angestrengt, ob sie irgendwo einen Bach oder Wasser hörte. Doch ihr fiel nichts auf. “Hast du dich schon umgesehen? Gibt es hier irgendwo Wasser?”, fragte Rosha. “Außerdem können wir etwas zu essen gebrauchen.”, fügte sie noch hinzu, während ihre Symbiontin langsam rasend wurde. Für Jolinar war es ein Sakrileg mit Apophis zusammenzuarbeiten. Lieber wollte sie sich alleine durch den Wald schlagen und irgendwo verstecken, anstatt die gesamte Nacht in der Nähe ihres Feindes zu verbringen.

‘Muss ich dich daran erinnern, dass unser eigentlicher Feind aktuell diese Ori sind? Und wie heißt es so schön? Der Feind meines Feindes ist mein Freund.’, brachte Rosha ihre Symbiontin zum Schweigen, bevor sie wieder Tariq ansah.
“Ich hoffe, es ist für dich in Ordnung, wenn wir dich zu eurem Unterschlupf begleiten.”, meinte sie freundlich, obwohl Jolinar sie immer wieder darauf hinwies, dass sie sich auch selbst ein Versteck bauen oder besser noch, so schnell wie möglich von diesem Planeten verschwinden konnten. Doch Rosha weigerte sich auf Jolinar zu hören. Hier war ein weiterer Wirt, der ihnen zumindest aktuell nicht feindlich gesinnt war und auch wenn Jolinar es wohl niemals zugeben würde, konnten sie durchaus ein wenig Unterstützung gebrauchen.

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Apophis
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Beitrag von Apophis » 07.02.2022, 18:54

War bei Tariq nicht mal so unähnlich. Er hatte Würmchen auch irgendwann klar machen müssen, dass er nicht den Starken markieren musste – auch bezüglich Gott sein und so. Vor allem dann, wenn es ihm schon beschissen ging, wie jetzt. Sein Symbiont war sensibler – und auch momentan labiler – als die meisten dachten bzw. er ihnen weiß gemacht hatte. Aber für Tariq musste er sich nicht verbiegen und dass das Apophis unheimlich erleichtert hatte, hatte er sehr, sehr schnell gemerkt. „Eben…(?). Es wächst hier einiges an antiseptischen Sachen, die vielleicht …geholfen hätten…“Schulterzucken. Nur dafür müsste sie sich wohl eben – irgendwie – auch anfassen lassen und er glaubte, spätestens dann drehte die Tok’ra am Rad.

Und das zwischen ihnen, war ihre Sache. Es passte für sie beide, andere mussten das nicht verstehen. Sie waren wohl beide in einem gewissen Grad chaotisch, wahrscheinlich passte es deswegen. Aber wenn man halt auch den Chaosgott mimte… blieb wohl anhaften oder so. Dann ein kleines Stirnrunzeln – sie fing jetzt nicht wirklich mit Zeugs an, das vor Jahrtausenden passiert war, oder..? Denn so war Tariq eigentlich nicht mal drauf – im Gegensatz zu seinem Symbionten übrigens auch. Der Ägypter war eher so – alles auf Anfang, immer nach vorn. Hielt sie ihn für gaga bloß, weil er manchmal ein bisschen flapsig war ??.
Keine Sorge, das alles…haben wir – zumindest für uns – schon vor Jahren geklärt. Ich denke, wir sind quitt, was…das angeht. Ja – Tariq hatte durch ihn seine Familie und Heimat verloren …. Und Apophis später genauso durch andere. Manchmal musste man gewisse Dinge eben irgendwann auch mal gut sein lassen. Wahrscheinlich war ausgerechnet Tariq derjenige, der seinen Symbionten am meisten hassen sollte – stattdessen hatte er sich entschieden es ganz, ganz anders zu versuchen: mit Verständnis. Und das ganz bewusst. Dass man damit bei Apophis deutlich weiter kam, als nur mit der üblichen Ablehnung und Hass, das wusste er inzwischen nur allzu gut. Er öffnete sich, wenn man ihn erstmal so annahm, wie er war - und nicht, wenn man ihn weiter mit Vorwürfen überhäufte…weil davon machte er sich genug. Insofern blieb Tariq nur ungewohnt ruhig und sagte nur eines:Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ Und er spürte, dass Würmchen ihn jetzt gern umarmt hätte, wäre das gegangen. Deswegen konnte er sich ein Schmunzeln auch nicht verkneifen, weil: es war eben doch so: Würmchen konnte nett sein, wenn er wollte.

Dann grinste er aber auch schon wieder.
„Eben – ist ungefähr so, als wenn man einem Kleinkind die Welt erklären muss. Aber…irgendwie geht’s. Weil – es immer irgendwie ging. Mit ein bisschen Optimismus und Lebensgekünstels und so. Außerdem wollte er gerade eines bezüglich Würmchen, der sich eben so total verschreckt zurückgezogen hatte, als sie ihn angeblafft hatte. Hör mal, es bringt nichts, wenn du VERSUCHST mit ihr zu reden – REDE mit ihr. Genau das hatte bei ihnen 2 schließlich auch funktioniert. Aber…aber sie will doch überhaupt nicht… Zumindest hatte er diesen Eindruck sofort von Jolinar gehabt. Bööööser Goa’uld – igitt – Klappe dicht, so ungefähr. Tariq fand die Würmchen in der Beziehung sowieso alle recht kindisch. Wenn sie eingeschnappt waren, war’s das – schmollen konnten sie echt gut. Und deswegen: Kleiner, du redest jetzt mit ihr…. Ob Rosha oder Mitbewohnerin war ihm dabei sogar egal. Er wollte nur verhindern, dass sich Würmchen jetzt total im Hinterzimmer verkroch. Und dann tja: kein Anschluss unter dieser Nummer quasi und Apophis wurde ins kalte Wasser gestoßen, wenn man so wollte. Tariq hatte sich einfach mal ausgeklinkt. Auch weil er wusste, dass Würmchen diesbezüglich oft einen ordentlichen Schups brauchte. Apophis Selbstbewusstsein hatte – was keiner so recht glauben würde – doch arg gelitten und er war ECHT schüchtern geworden. Vielleicht auch weil er niemanden mehr fand – oder niemals so recht gefunden hatte – dem er vertrauen konnte.

Gut, sein „Gestrüpp“ war echt etwas mickrig. Also schaute man sich verlegen nach weiterem um.
Tut mir leid. Ich…ich bin echt unbrauchbar, was so was angeht… murmelte es dann – bzw. plötzlich wieder der Goa’uld und er merkte, dass er ein bisschen rosa wurde.Oben am Palast gibt es eine Quelle und…und wir haben ein bisschen Brot und Zeugs da oben…" Fladenbrot – hatte der ganze Orient gegessen und tat es heute noch.Hat…hat mir Tariq beigebracht…“.Und wahrscheinlich hoffnungslos, inzwischen dürfte er vollends wie eine Tomate aussehen. Tariq indes schmunzelte innerlich bloß – Würmchen war niedlich, wenn er so unbeholfen und verlegen war. Es zeigte so viel Unsicherheit, aber…nichts böses.


Blau = Tariq
Grün = Apophis

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Jolinar von Malkshur
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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 21.02.2022, 01:25

“Vielleicht komme ich auf das Angebot zurück, falls es notwendig werden sollte.”, erwiderte Rosha höflich. Antiseptische Pflanzen klangen wirklich nicht schlecht. Auf jeden Fall wäre es besser als manche der Wunden eitern zu lassen, bis Jolinar irgendwann in der Lage sein würde ihr zu helfen.

‘Hey, ich brauche nur ein wenig Ruhe und dann kann ich mich darum kümmern.’, beschwerte ihre Symbiontin sich, doch Rosha ignorierte sie. Genau das hatte Jolinar schon mehrfach behauptet und langsam fiel es Rosha schwer daran zu glauben, dass sich Jolinar nur ein wenig ausschlafen musste und dann wieder all ihre Kräfte zurückerlangen würde. Wahrscheinlich würden sie beide einige Zeit benötigen, um vollständig zu genesen.

Was Tariqs Geisteszustand betraf, war sie sich jedoch nicht sicher, ob es für ihn noch eine Hoffnung gab. Hatte er sich wirklich mit dem abgefunden, was man ihm angetan hatte und hegte er tatsächlich keinen Groll auf den Symbionten, der ihm alles genommen hatte? Rosha konnte es kaum glauben. Natürlich konnte er nichts daran ändern und der Vergangenheit nachzuhängen war häufig schmerzhafter als nach vorne zu blicken. Aber sie konnte es sich nicht vorstellen, dass es ihr so leicht fallen würde Jolinar zu vergeben, wenn sie ihren Körper übernommen hätte ohne sie zu fragen. Aber im Endeffekt musste Tariq mit seinem Leben zurechtkommen und nicht sie. Apophis mit einem Kleinkind zu vergleichen, wäre weder Rosha noch Jolinar jemals in den Sinn gekommen, aber in gewisser Hinsicht war es passend.

Der Systemlord hatte in seinem gesamten Leben wahrscheinlich nie niedere Arbeit verrichtet und nun musste er auf einmal Feuer machen, Nahrung suchen und im schlimmsten Fall sogar einen Unterschlupf bauen. Das waren alles Dinge, die ein Systemlord niemals lernte. Wahrscheinlich war dieses Wissen noch nicht einmal in den Tiefen ihres genetischen Wissens vergraben. Im Prinzip war es kein Wunder, dass Tariq angefangen hatte sich um Apophis zu kümmern. Andernfalls wären die beiden wahrscheinlich schon längst verhungert.

Als Apophis plötzlich wieder die Kontrolle übernahm, wich Rosha einen Schritt zurück und spürte deutlich, wie Jolinar voller Wut nur zu gerne auch die Kontrolle übernommen hätte, aber das ließ Rosha nicht zu. ‘Ich rede mit ihm. Bitte halte dich zurück.’, bat sie ihre Symbiontin und Jolinar stimmte zähneknirschend zu.

‘Falls er aber irgendetwas tun sollte, was dich in Gefahr bringen könnte, bringe ich ihn um.’, erwiderte Jolinar hart und zog sich anschließend wieder zurück.

Apophis unsichere Worte und besonders die Schamröte in seinem Gesicht führten immer mehr dazu, dass Rosha Mitleid mit Apophis bekam. Bei der Erwähnung von Fladenbrot begann Roshas Magen zu knurren und sie hoffte sehr, dass Apophis dieses verräterische Geräusch nicht gehört hatte. Aber der Gedanke an ein wenig Brot ließ ihr das Wasser im Mund zusammenlaufen. Sie fand es nur erstaunlich, dass Apophis es geschafft hatte, das Getreide für das Brot zu beschaffen, es zu mahlen und anschließend sogar zu backen. Tariq war offenbar ein sehr guter Lehrer.

Unsicher blickte Rosha einen Augenblick zu Boden und sah dann zu Apophis. Der hohe Rat der Tok’ra würde sie für den Vorschlag, den sie nun machen wollte, gewiss von den Tok’ra ausschließen. Aber möglicherweise gab es gar keinen hohen Rat mehr. Im Moment zählte daher nur ihr eigenes Überleben und so seltsam es wahrscheinlich klingen mochte, ihre Überlebenswahrscheinlichkeit würde sich vermutlich deutlich erhöhen, wenn sie mit Apophis zusammenarbeitete.
“Ich weiß, dass unsere beiden Völker eigentlich verfeindet sind, aber ich schlage vor, dass wir uns zusammentun. Wahrscheinlich können wir dir auch noch das ein oder andere beibringen.”, schlug Rosha vor und bot Apophis ihre Hand an. Dabei handelte es sich zwar auch um eine Geste der Tau’ri, aber im Laufe der Zeit hatte sie diese Geste sehr zu schätzen gelernt. Immerhin drückte sie deutlicher als jedes Wort aus, dass man zusammenarbeiten wollte und sich zumindest für den Moment nicht feindlich gesonnen war.

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Apophis
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Beitrag von Apophis » 21.02.2022, 17:02

Eigentlich seufzten in dem Moment Tariq und Apophis bloß unisono. Hilfe anzunehmen hatte doch nichts mit Schwäche zu tun… Aber gut, sollten sich die Lady eben melden, wenn sie mit ihrem Kompetenzgerangel fertig waren. Kennen wir ja irgendwo her…Tja – stimmte. Insofern zuckte – eben nun der Goa’uld – bloß etwas hilflos mit den Schultern.

Zudem würden die 2 da ihre „internen“ Gespräche mitbekommen, tja, würde das Ganze ja schon wieder etwas anders aussehen. Tariq foppte sein Würmchen ja oft genug, was…vielleicht seine Art von Rache war. Was Apophis indes hinnahm, einfach, weil er glaubte, es verdient zu haben. Auch wenn er arg nervte, er brachte es einfach nicht über sich Tariq quasi wieder auszuknipsen. Dafür hatte er ihm in den vergangenen Jahren auch viel zu sehr geholfen….TROTZ all dem. Der Goa’uld war keine Güte gewohnt, aber… dass sie gut tat, leugnete er nicht.

Und was sie sich mit dem praktischen Teil von wegen wie man draußen überlebte zusammendachte, stimmte bezüglich Tariq. Aber…da war noch ein ganz anderer: Tariq wusste nicht, wie oft er seinem Symbionten davon hatte abhalten müssen über Suizid nachzudenken. Was ihnen wohl so sowieso keiner geglaubt hätte. Aber wenn es also um „ihre“ geistige Gesundheit ging, war Tariq – im Gegensatz zu dem, was die Ladys gerade dachten – sicher der bedeutend stabilere Part. Eben weil er auch ganz genau wusste, WARUM sein Würmchen Vergebung gebraucht hatte. (Mal ganz abgesehen davon, dass da natürlich ein gewisses Eigeninteresse bestand, weil er nicht unbedingt mit hätte draufgehen wollen.)

Kaum, dass er bloß 1, 2 Sätze gesagt hatte – und nicht mal was schlimmes – war prompt schon wieder Anspannung da. Apophis seufzte bloß leise und rieb sich verlegen den Nacken. So …so funktionierte das doch nicht. Außerdem war das ja gerade falsch rum - er hatte nicht die Kontrolle übernommen…Tariq hatte ihn…also…irgendwie freiwillig dazu gezwungen - genau das. Und im Hinterstübchen giggelte es echt ein bisschen.
Wenn die 2 uns hören könnten, hätten wir wohl offiziell eins an der Klatsche… Was dem Goa’uld ein kleines Schmunzeln abrang. Er und Tariq verstanden sich…auf ihre Art. Alles andere war erstmal egal.

Aber doch, das Gegrummels war laut genug gewesen, was aber irgendwie auch keine Überraschung war, so wie die Ladys aussahen. Und da Essen nunmal ein Grundbedürfnis war – wahrscheinlich hätte es Apophis auch nur wieder mit einem Schulterzucken kommentiert. Zudem wo die 2 ihre Vorräte herbekamen fragte man auch besser nicht, das konnte auch schon mal ein bisschen illlegal-scheißegal sein. Aber beim Überleben war man erstmal selbst der nächste, das war eben so. Zumal viele Planeten durch die Ori verwaist zurückblieben und gewisses, durchaus brauchbares Zeug damit quasi herrenlos wurde. Konnte man sich auch bedienen, oder ?.

Als Roshas Ansprache jedoch so unsicher ausfiel, musste der Goa’uld doch leise seufzen. So kompliziert wie die Ladys es machten, war es eigentlich gar nicht.
Ist das denn noch wichtig ? Hier und jetzt..? Es ist mir vollkommen egal – schon lange, weißt du. Es…es war mir auch egal, als ich vorhin dort oben gestanden hab. Hätte ich irgendwen erschießen wollen, hätte ich es wohl in dem Moment getan, oder ??. A…aber ich wollte nicht dem ersten Artverwandten, den ich seit Jahren sehe, als Begrüßung eine Waffe ins Gesicht halten… Apophis hatte den Blick gesenkt.Auch wenn sie das jetzt wahrscheinlich nicht versteht.“Meinte Jolinar.Ich weiß schon, was sie mir vorwirft und ich….ich hab dem nichts entgegenzusetzen. Wenn sie mir die Meinung sagen will, soll sie es eben tun. Ich werde nicht wütend deswegen – ich…schäme mich bloß, das ist alles. Ich weiß nicht, ob es noch von irgendeiner Bedeutung ist, wenn ich mich entschuldige. Ich…hasse euch nicht. Ich hab die Tok’ra immer als lästig empfunden, das ja…Und was lästig war, machte man eben weg….war so.“A…aber ich habe euch nicht gehasst. E….es tut mir leid…Er merkte, dass sein Blick schon wieder verschwammVorash…Tanith…es tut mir leid. Im Grunde hatte ich einen Bruder der schlimmer war als es die Tok’ra jemals hätten sein können, also…Womit er jedoch erschrocken abbrach, zusammen zuckte und nach Luft rang. Was hatte ihn geritten ?. Er hatte gerade schon viel zu viel gesagt. Als er Roshas Hand ergriff, zitterte seine.W…Waffenstillstand – bitte. Ich bitte Euch.So gesehen ging der Goa’uld wohl gerade sogar einen Schritt weiter. Er sagte bewusst Waffenstillstand – nicht Frieden. Das wäre für die jetzige Situation zu viel verlangt. Aber das mussten hier gerade 4 Leute wollen …und nicht nur 3 ½.


Blau = Tariq
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Jolinar von Malkshur
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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 07.03.2022, 01:09

Nein, eigentlich war es im Moment wirklich nicht mehr wichtig, auf welcher Seite man früher einmal gestanden hatte. Die alten Zeiten waren eindeutig vorbei. Es gab keine großen Reiche der Systemlords mehr und auch die Tage der Tok’ra schienen gezählt zu sein. Es musste nur noch sehr wenige von ihnen geben, denn sonst hätte sie doch inzwischen einen ihrer Artgenossen treffen müssen. Aber sie war immer noch alleine und auch wenn sie es niemals zugeben würde, machte ihr die Einsamkeit inzwischen auch sehr zu schaffen. Einsam und gejagt würde sie wohl irgendwann wieder Ba’al in die Hände fallen oder auf eine andere Art zu Tode kommen. Ihre einzige Möglichkeit zu überleben war wohl oder übel der Goa’uld, der vor ihr stand.

‘Wir schaffen das auch alleine.’, grummelte Jolinar.

‘Nein, das schaffen wir nicht und das weißt du genauso gut wie ich.’, erwiderte Rosha hart. Wieso war Jolinar nur so sturköpfig? Aber so wurde man wahrscheinlich, wenn man schon über tausend Jahre alt und bisher immer auf der Jagd nach den Goa’uld gewesen war.

‘Danke, aber du bist auch nicht mehr die Jüngste.”, murmelte Jolinar weiter und Rosha musste ihr Recht geben. Wäre sie nicht schon so lange die Wirtin eines Tok’ra Symbionten, dann würde sie wahrscheinlich schon deutlich anders aussehen und viel mehr Falten haben. Aber durch Jolinar sah sie immer noch aus als wäre sie erst vor Kurzem zwanzig geworden. Dabei war sie schon über sechzig Jahre alt.

“Vielleicht sollten wir die Aussprache auf später verschieben. Ich glaube, Jolinar ist noch nicht bereit für ein Gespräch.”, erwiderte Rosha schließlich sanft. Die Erwähnung von Tanith traf Jolinar und Rosha jedoch wie ein Schlag in die Magengegend und ein Schmerz, den nur jemand verstehen konnte, der selbst die liebste Person in seinem Leben verloren hatte, zeigte sich kurz auf ihrem Gesicht, bevor sie ihre Mimik wieder unter Kontrolle brachte. Tanith trug die Schuld an Lantashs Tod. Und auch wenn sie Martouf schon vorher verloren hatte, war mit Lantash endgültig ihr Gefährte von ihr gegangen. Sie hatte nur nicht gewusst, dass in dieser Realität Tanith von Apophis geschickt worden war. Dort, wo sie herkam, trug Heru’ur die Schuld an Lantashs Tod. Aber hier war das Ganze wohl anders abgelaufen. Wäre Apophis für den Tod ihres Lantashs verantwortlich gewesen, hätte sie wohl anders reagiert, doch so nahm sie einfach als eine weitere Information über diese Parallelwelt hin, in der sie nun wohl für den Rest ihres Lebens gestrandet war.

“Es steht mir leider nicht zu dir für das zu vergeben, was auf Vorash geschehen ist.”, antwortete Rosha sachlich, denn da sie nicht aus dieser Realität stammte, konnte sie auch nicht für die Tok’ra aus dieser Welt sprechen. Dann begann sie aber leicht zu lächeln und sah Apophis schon fast ein wenig frech an. “Wenn sogar dein Bruder schlimmer ist als wir, dann hättest du dich vielleicht uns anschließen sollen. So wie ich das sehe, bist du doch schon auf dem besten Weg ein Tok’ra zu werden.”, scherzte Rosha. Die Tatsache, dass Apophis seinen Wirt nicht mehr unterdrückte und ihm sogar die Möglichkeit gab frei zu sprechen passte einfach nicht zu einem Goa’uld. Den Tok’ra lag es dagegen im Blut mit ihren Wirten so umzugehen, wie es angemessen war.

Freundlich erwiderte Rosha Apophis Händedruck und nickte dann. Mit einem Waffenstillstand konnte sie eindeutig leben und auch Jolinar war einverstanden. Sie würde dem ehemaligen Systemlord zwar wahrscheinlich nie vertrauen, aber vielleicht konnte er sich ja irgendwann ihr Vertrauen verdienen. Der erste Schritt wäre wahrscheinlich, dass er sie endlich zu seinem Versteck brachte. Immerhin zogen immer dickere Wolken auf und Rosha war der Meinung, dass es schon bald anfangen würde zu regnen.
“Ich glaube, wir sollten nun aber wirklich zu Yus altem Palast gehen, sonst werden wir in kürze völlig nass.” Irgendwo in der Ferne war ein Donner zu hören und ein kalter Wind kam auf. In ihrer dünnen Kleidung begann Rosha sofort zu frieren und schlang die Arme um den Körper, um sich zumindest ein wenig zu wärmen. Sie wusste gar nicht, was sie für ordentliche, wetterfeste Kleidung geben würde. Aber der einzige Ort, an dem sie vielleicht noch irgendetwas finden konnte, was Yus Gefolgschaft zurückgelassen hatte, als sie von diesem Planeten geflohen waren, war sein Schloss. Außerdem würden die Mauern sie ein wenig vor diesem eisigen Wind schützen.

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Beitrag von Apophis » 11.03.2022, 17:30

Bei dem Goa’uld war das eben auch etwas anders. Er war nicht erst seit dem Schwinden der Systemlords und dem Aufstieg der Ori einsam. Wenn man es genau nahm und mal brutal ausdrücken wollte: er war es wahrscheinlich schon sein ganzes Leben lang. Die wenigen, die jemals für einige Zeit an seiner Seite gewesen waren, hatten das nicht lange überlebt. Natürlich konnte man das durchaus allgemein auf den Lebensstil eines Systemlords schieben – was bis zu einem gewissen Grad auch stimmte. Aber Apophis nahm das persönlicher. Er glaubte, dass es seine Schuld war. Dass er nicht da gewesen war, als er seine Familie hätte beschützen müssen. Nun hatte er das objektiv gesehen von Netu aus ja auch schlecht gekonnt – dennoch. In dieser Beziehung kam man bei Logik nicht weit bei ihm. Schuld daran war wohl jenes extreme Schlüsselerlebnis, das Ra seinem jungen, damals fast noch naiv unschuldigen Bruder „vorgesetzt“ hatte. Damit war jede andere Richtung, die einmal in ihm hätte erwachsen können, von Grund auf zunichte gemacht worden. Apophis hatte Hass viel zu früh kennengelernt. Dass Hass zu nur noch mehr Hass führte, ja, das wusste er. Aber wenn man sich erst einmal in so einer Gewaltspirale befand kam man nicht mal eben so wieder heraus. Die Welt der Goa’uld war auf ihre Weise durchaus kompliziert.

Bezüglich Roshas Antwort gab es irgendwie auch nicht viel zu sagen. Außer, dass es die Tok’ra unnötig zickig und komplizierter machte, als es hätte sein müssen. Aber vielleicht musste sie sich auch erst sammeln oder…was auch immer. Der Goa’uld zuckte bloß mit den Schultern.
Läuft auch nicht weg…“ murmelte es insoweit bloß unbeholfen. Jedenfalls bis er diesen Gesichtsausdruck sah und durchaus zu deuten wusste. Denn bekanntlich war genau DAS der Fall bei ihm – er hatte sein Herzblut verloren – sowohl in Amaunet als auch Klorel. Also zuckte er auch prompt zusammen.Ich…ich gerade das komplett falsche gesagt, oder.. ??“. Es schien irgendwas mit Tanith zu tun zu haben. Schön, man musste nicht begeistert von ihm sein, immerhin hatte er die Reihen der Tok’ra unterwandert. Aber irgendwie sagte ihm sein Gefühl, da war mehr – viel mehr.

Nun es ist auch nicht so, dass ich welche verdient hätte. Und Tariq blinzelte dabei innerlich und dachte gerade nur noch so ‚äääähhhh‘. Weil manchmal war das Würmchen selbst sein schärfster Richter. War vielleicht noch nicht aufgefallen – ihm natürlich schon. Zudem wollte dessen Untermieter jetzt nicht wirklich über sein und nicht sein diskutieren. Mir würde es schon reichen, einfach mal ich selbst sein zu dürfen…“ war die etwas überforderte Antwort. Weil – wann hatte er das jemals gedurft ?. Ra hatte ihn damals nicht gelassen und als er die Position eines Systemlords bzw. Gottes inne hatte, hatte er es niemals mehr wirklich gekonnt – zumindest nach außen hin nicht. Amaunet hatte andere Seiten von ihm gekannt .Und…und das mit Ra….verstehst du nicht…“. Klang nur noch überforderter, unsicherer und irgendwas in seiner Stimme klang belegt dabei. Das war kein Thema, dass man mal eben so anschneiden konnte.

Aber immerhin schien der Waffenstillstand bei den Ladys mal genehm, offenbar auch bei der einen, die es gern kompliziert hatte.
Ist nicht weit….da vorne. Viel mehr kam da als Antwort gerade nicht, weil er prompt wieder diesem einen, für ihn arg ungesundem Thema nachhing: seinem Bruder. Und Tariq musste innerlich fluchen, weil er genau wusste, dass das Würmchen spätestens heute Nacht wieder einholen würde… und WAS das hieß.


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Jolinar von Malkshur
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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 27.03.2022, 01:57

Obwohl ihre Augen deutlich widerspiegelten, welchen Kummer der Gedanke an Lantash ihr bereitete, schüttelte Rosha den Kopf. Apophis hatte unmöglich wissen können, dass sie an diesem Tag ihren besten Freund und Gefährten verloren hatte. Sie vermisste Martouf und Lantash immer noch sehr. Es verging fast kein Tag, an dem sie nicht an ihn dachte oder sich wünschte, dass sie noch einmal mit ihm sprechen konnte. Er hatte es stets geschafft sie zum Lachen zu bringen und seine Zärtlichkeit hatte jede Wunde heilen können, die sie sich auf einem Einsatz zugezogen hatte. Ohne ihn hätte sie die Schrecken von Netu sicher niemals so schnell hinter sich lassen und verdrängen können. Auch die Folter durch den Ashrak, ihre kurzzeitige Trennung von Rosha und der Überlebenskampf mit Sam Carter als ihrem unfreiwilligen Wirt, hatte sie nur mit seiner Hilfe so zügig verarbeiten können. Als eine der besten Agentinnen der Tok’ra hatte sie oftmals die schwersten Aufträge absolvieren müssen und nicht selten war sie aufgewühlt oder verstört nach Hause zurückgekehrt. Gegenüber dem hohen Rat hatte sie sich niemals etwas anmerken lassen. Nur Martouf hatte ihre verletzliche Seite gekannt und ihr geholfen alles zu überstehen.

“Nein, es ist schon in Ordnung.”, erwiderte Rosha und verfluchte sich dafür, dass ihre Stimme auf einmal so brüchig klang. In ihrem Hinterkopf grollte Jolinar über den Verlust von Lantash, während Rosha gegen die Tränen kämpfte, die in ihr aufstiegen. “Jolinar und ich haben an diesem Tag jemand verloren, der uns sehr viel bedeutet hat.”, meinte sie und seufzte leicht, bevor sie Apophis wieder ernst ansah. “Jeder hat sich Vergebung verdient, aber man muss sie sich erst einmal verdienen.”

‘Jetzt erzähl ihm bloß nicht, woher wir kommen!’, drohte Jolinar, doch Rosha hatte gar nicht vorgehabt, Apophis zu erklären, dass sie aus einer Parallelwelt stammte. Vor wenigen Stunden war er noch ihr Feind gewesen, daher kam es für sie gar nicht in Betracht ihm noch deutlich mehr über sich selbst und ihr Leben zu erzählen.
“Was hält dich davon ab du selbst zu sein? Ich sehe hier keine Jaffa oder andere Systemlords, die dich zu etwas zwingen könnten. Ich befürchte fast, dass wir zu den letzten Überlebenden unserer Spezies gehören.”, spekulierte Rosha und spürte wie ihr bei diesem Gedanken ein kalter Schauer den Rücken herunterlief. Es war geradezu Ironie des Schicksals, dass ein Goa’uld und eine Tok’ra zu den letzten Überlebenden ihrer Spezies gehören sollten und sie sich dann auch noch trafen.

“Bist du dir da so sicher?”, fauchte Jolinar, die schlagartig wieder die Kontrolle übernommen hatte.

‘Was soll das?’, schimpfte Rosha noch, doch Jolinar ignorierte sie.

“Bevor ich mich den Tok’ra angeschlossen habe, war ich auch eine Goa’uld. Ich habe lange Zeit Cronus gedient. Ra habe ich mehr als einmal getroffen und ich weiß, welch ein Biest er sein kann. Ra ist der Grund, warum ich zu den Tok’ra übergelaufen bin. Wegen ihm habe ich Nihmat verloren und wegen ihm bin ich auf Netu gelandet.”, fuhr Jolinar Apophis an, während Rosha verzweifelt versuchte sie wieder zu beruhigen. Sie wusste, dass der Verlust ihrer früheren Wirtin, Nihmat, immer noch schwer auf Jolinar lastete und besonders ihre Gefangenschaft auf Netu würde sie wohl für immer verfolgen, aber Apophis war so verwirrt und traumatisiert, dass es gar nichts brachte ihn anzuschreien.

‘Atme tief durch und überlass mir dann wieder die Kontrolle.’, bat Rosha, doch Jolinar war nicht bereit die Kontrolle abzugeben. Wenigstens beruhigte sie sich tatsächlich ein wenig. Doch für ihre Worte würde sie sich nie und nimmer bei Apophis entschuldigen. Sie war Jolinar von Malkshur und auch in diesem erbärmlichen Zustand würde sie sich, nachdem sie die Fesseln, die sie an Cronus banden, durchgeschnitten hatte, niemals einem anderen Goa’uld beugen. Erst als das Gespräch sich um den Unterschlupf bei den Palastruinen drehte, überließ Jolinar Rosha wieder die Kontrolle und zog sich grummelnd zurück.

“Es tut mir Leid, Jolinar ist manchmal etwas aufbrausend.”, entschuldigte Rosha sich sanft und zog dadurch schon wieder Jolinars Grollen auf sich, aber sie wusste, dass ihre Symbiontin es nicht ernst meinte.

“Na gut, gehen wir.”, meinte sie und hob die Handspange wieder auf, bevor sie sich auf den Weg zu dem alten Palast machte.

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Beitrag von Apophis » 05.04.2022, 15:57

Wie auch immer, irgendetwas war definitiv daneben gelaufen, da konnte sie noch so viel den Kopf schütteln. Andererseits nüchtern betrachtet: Krieg passierte, währen man mit anderem beschäftigt war. Mitunter hatte er da eine Art Multitasking entwickeln müssen. Und zu Netu musste man ihm auch nicht viel erzählen, weil …kannte man irgendwo her. Wobei Apophis diese Dinge eher tod schwieg und versuchte, es mit sich auszumachen – ja gut und Tariq – der das alles eben sowohl körperlich wie seelisch ja auch unfreiwillig mitbekommen hatte. Er hatte Amaunet wirklich nicht mit seinem…seelischen Restmüll aus dem Krieg belasten wollen. Obwohl sie es zweifelsohne gewusst hatte. Seine Königin war immer eine gute Beobachterin gewesen. Er hätte sich jederzeit bei ihr fallen lassen können, sich aber nicht getraut. Weil weder ein Systemlord noch Gott das durfte- schwächeln. Dass ausgerechnet Ra ihm das mit jener Aktion auf ewig eingetrichtert hatte… anyway.

Nichts ist in Ordnung sagte er dann nur nüchtern, weil es schlicht so war. Aha und dann kam der Grund. Ein unmerkliches Schlucken.Nun, andere verloren hab ich auch. Mehr als einmal. Der Krieg frisst am Ende seine eigenen Kinder, das…stimmt wohl.Das klang gerade erstaunlich gefasst, obwohl man eben an seiner Reaktion auch anderes hatte erahnen können. Aber ehrlich, er wusste nicht, ob er so etwas mit der …Gegenseite…diskutieren wollte. Jedoch eines musste noch.Was unterm Strich keine Rolle spielt, der Schmerz ist derselbe. O…obwohl ich wohl der Letzte bin, der so etwas sagen darf.

Woher sie kam hätte ihn auch überhaupt nicht interessiert. Wie gesagt, die Mädels machten es mitunter unnötig kompliziert.Ich meinte auch nicht hier…war allgemein gemeint gewesen. Zudem ja, dass das Imperium der Systemlords dahin war, war schon lange angekommen. Insofern:Das weiß ich… Und das kam wirklich erstaunlich ruhig. Er schien ja auch irgendwie das leidige Talent zu haben, alles zu überleben. Dass das manchmal auch eine Last sein konnte…. Kam mal wer darauf ?. Man hatte Schuldgefühle deswegen, aber nein, angeblich hatten Goa’uld die ja nicht, oder ?

Und als hätte er es nicht gewusst, musste Miss Eingeschnappt wieder übernehmen. Er seufzte bloß leise. Zudem Cronos und er eine ungünstige Konstellation gewesen war, also schnaubte er nur leise.
Biest…? Wie gesagt, du hast keine Ahnung. Und im Übrigen: nicht nur du hast andere verloren. GERADE durch meinen Bruder, die Tau’ri…es spielt doch keine Rolle mehr. Netu kenne ich auch hinreichend. Und jetzt hör endlich auf, so verflucht selbstgerecht zu sein. Ich…habe überhaupt nichts davon gesagt, weil es eine Tok’ra sowieso nicht interessiert.“ Womit er nur kurz resigniert die Augen schloss und weiterging.

Es ging ihm doch auch überhaupt nicht darum, dass sie sich unterwarf. Apophis hatte überhaupt keine Lust etwas aka ‚ich bin cooler als du‘ zu spielen. Also…so hätte es wohl ein O’Neill formuliert. Und auch das hatte er eben schon gesagt: der Schmerz war derselbe. Dem war gerade nichts hinzuzufügen.


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Jolinar von Malkshur
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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 17.04.2022, 03:11

Im Endeffekt war der Schmerz wirklich derselbe, egal wer derjenige war, der jemand verloren hatte. Der Verlust einer geliebten Person hinterließ eine Lücke, die geradezu unmöglich zu füllen war. Genau aus diesem Grund hatte Jolinar sich auch eigentlich auf die Selbstmordmission, die sie schließlich in diese Dimension geführt hatte, eingelassen. Ohne Martouf und Lantash war ihr Leben einfach nichts mehr lebenswert gewesen. Sie hatte ihren Kampfgeist verloren und war mehr als bereit gewesen zu sterben, um ihr Volk zu retten. Wenn sie ehrlich war, hatte sie den Tod sogar herbeigesehnt. Sie hatte nun schon so viele Jahrhunderte gelebt und so viele Freunde verloren, dass sie damals der Meinung gewesen war, dass ihre Zeit gekommen war. Selbst nun hatte sie manchmal das Gefühl, dass der Tod nach ihr rief, aber spätestens seit sie von den Ori erfahren hatte, war ihr Kampfgeist zurückgekehrt. Sie wollte versuchen in ihre Dimension zurückzukehren und ihr Volk dort vor den Ori zu retten, falls es nicht schon zu spät war. Aber dafür musste sie erst einmal eine Möglichkeit finden, um wieder zwischen den Dimensionen zu reisen und das könnte schwer werden.

“Natürlich, darfst du so etwas sagen. Du hast auch Personen verloren, die dir sehr nahe standen.”, erwiderte Rosha verständnisvoll, während Jolinar innerlich die Augen verdrehte. Rosha fand es dagegen nur erstaunlich, dass Apophis so ruhig darauf reagierte, dass sie vielleicht die letzten ihrer Art waren. Rosha und Jolinar fanden den Gedanken sehr bedrückend, aber im Endeffekt mussten sie es wohl oder übel hinnehmen. Als selbstgerecht empfand sich Jolinar jedoch nicht. Lediglich ihre Wut auf die Goa’uld war nahezu grenzenlos und sie würde wohl einige Zeit benötigen, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass sie nun erst einmal eine Weile mit Apophis zusammenarbeiten musste. Lediglich der Gedanke, dass Apophis auch Netu kannte, erstaunte sie. War er etwa auch dort gefangen gewesen? Doch Jolinar sagte nichts dazu, sondern zog sich so weit zurück, dass noch nicht einmal Rosha mehr ihre Gedanken hören konnte. ‘Jolinar…’, sprach sie ihre Symbiontin innerlich noch einmal an, doch das einsame Gefühl in ihrem Verstand blieb und Jolinar schwieg.

Seufzend nahm Rosha Jolinars Entscheidung hin und sah dann wieder zu Apophis.
“Es tut mir Leid, dass du ebenfalls auf Netu warst. Dieser Ort…”, sie hielt inne und dachte schaudernd an die Dinge, die sie hatte tun müssen, um zu überleben. “Es gibt nichts schlimmeres als dort eingesperrt zu sein.”, meinte sie, während sie langsam in Richtung des alten Palasts ging.

Inzwischen konnte sie schon ein paar der alten Ruinen erkennen. Es würde nicht mehr lange dauern und dann konnte sie sich endlich an einem Feuer wärmen und vielleicht auch irgendetwas anderes zum Anziehen in den Ruinen finden. Möglicherweise gab es ja sogar irgendwo einen Bach, an dem sie sich waschen konnte. In der Ferne donnerte es und die Temperatur war inzwischen so weit gefallen, dass Rosha anfing zu frieren. Automatisch ging sie ein wenig schneller, bis sie die Festungsruine erreicht hatte und blickte dann zu Apophis.
“Zeigst du mir, wo du dein Lager aufgeschlagen hast?”, fragte sie höflich und ließ ihm den Vortritt.

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Apophis
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Beitrag von Apophis » 22.04.2022, 16:43

Wahrscheinlich hatte jeder seine eigene Art mit Trauer umzugehen. Aber Apophis konnte das nicht gut, vielleicht auch, weil es über die Jahrtausende so viel geworden war. Er hatte seine erste Familie durch den eigenen Bruder – und die zweite durch die Tau’ri verloren. Den Tod herbeigesehnt indes – wenn man schon zweimal gestorben war – da war das anders. Es wurde nicht besser, je öfters man starb, es machte es eigentlich bloß schlimmer. Aber von solchen Dingen wusste die Tok’ra zumindest nichts und im Stillen dachte sich der Goa’uld, dass es besser so war.

Er versteifte sich etwas. Er durfte das sagen …zu gütig. Wie gesagt, es waren die Tau’ri gewesen, Verbündete der Tok’ra. Dass diese Trostbekundung – wenn von der Kleinen wohl auch einfach gut gemeint – einen schalen Beigeschmack hatte… Wer konnte es ihm übel nehmen ?.
Hör zu, ich weiß, dass du es gut meinst. Aber bitte….lass es einfach. Insgeheim hoffte er, dass es jetzt nicht allzu rüde rüber kam, weil Rosha wohl ein recht mitfühlendes Wesen hatte. Aber er konnte das jetzt gerade …echt nicht ab.

Ja, die Ori hatten die Machtverhältnisse neu zusammengewürfelt, das war schnell klar gewesen. Ironischerweise war jetzt im Endeffekt das passiert, was sich die meisten Systemlord immer gewünscht hatten. Nämlich, dass die lästige Konkurrenz verschwand – nur waren sie gleich mit entschwunden – ups. Ehrlich, ein zynisches Auflachen hatte er damals bei dem Gedanken nicht unterdrücken können. Man sah schon: bei dem Goa’uld lief das bezüglich arg anders. Bedrückung hatte es all sein Leben hindurch gegeben, mit so etwas konnte er umgehen. Nüchtern betrachtet war es eben so, wie es war.

Netu – eben. Einfach ohne Worte, passte schon.
Eben das…Wunderte ihn selbst, wie distanziert das bei ihm inzwischen klang. Aber vielleicht war das seine Art damit umzugehen. Vielleicht war sich distanzieren manchmal einfach nötig, um auch nur irgendwie weiter machen zu können. Manchmal wünschte man welche eben zu Sokar…und dann war man selbst dort – tja. Hätte er es jetzt taktisch kalkuliert – Ursache und Wirkung hieß das wohl. Aber Netu stellte für ihn nicht das schlimmste dar. Ra… Saqquara…damals…schon. Doch… murmelte es daher nur einsilbig und Apophis ging vor.

Ja, das Wetter schlug wohl um. Bei seiner neue „Residenz“ angekommen, wurde mal kurz rumgewühlt und Rosha eine, wenn auch schon etwas fadenscheinige, Decke um die Schultern gelegt, ohne viel Aufhebens oder ein Wort. Nach Reden war ihm gerade nicht. Auch wenn seine Bemerkungen womöglich nur Fragen aufwarfen, das wusste er schon.



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Jolinar von Malkshur
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Beitrag von Jolinar von Malkshur » 12.05.2022, 23:09

ooc: Bitte entschuldige, dass ich erst jetzt schreibe, aber ich hatte in den letzten Wochen sehr viele Termine.

ic:

Rosha nahm Apophis Abweisung mit einem leichten Nicken hin. Sie hatten erst vor wenigen Augenblicken einen Waffenstillstand geschlossen, daher erwartete sie aktuell nicht im Geringsten, dass er mit ihr über persönliche Dinge sprach. Aktuell stand ja noch nicht einmal fest, ob sich ihre Wege nicht morgen früh schon wieder trennen würden. Immerhin waren sie bis vor Kurzem Todfeinde gewesen und selbst nun erinnerte Jolinar sie immer wieder daran, dass Apophis auch weiterhin der Feind war. Während Rosha bereits akzeptiert hatte, dass es besser war, wenn sie zusammenarbeiten würden, wollte Jolinar sich wahrscheinlich lieber weiterhin alleine durchschlagen, als sich auf einen Goa’uld zu verlassen. Aber Rosha konnte ihr dieses Verhalten auch nicht verdenken. Jolinar war schon immer eine Einzelkämpferin gewesen, während sie selbst an einem Ort aufgewachsen war, an dem die Menschen nur überleben konnten, wenn sie zusammenarbeiteten. Auch wenn sie schon lange miteinander verschmolzen waren und sowohl Charakterzüge von ihr auf Jolinar abgefährt hatten als auch umgekehrt, waren sie doch zwei Individuen mit ihren eigenen Geschichten und Ansichten.

Dass Apophis offenbar noch einen schlimmeren Ort als Netu kannte, nahm Rosha ebenfalls mit einem leichten Nicken hin. Stattdessen folgte sie ihm schweigend zu seinem Versteck und sah sich dort angekommen aufmerksam um. Offenbar hatte sich Apophis noch nicht lange hier aufgehalten. Nichts an diesem Ort deutete darauf hin, dass hier schon einmal ein Lagerfeuer gebrannt hatte oder dass sich jemand ein Lager für die Nacht gebaut hatte. Auch Vorräte gab es so gut wie keine, genausowenig wie Schutzmaßnahmen, falls sie doch ungebetenen Besuch bekommen sollten. Das Versteck ließ sich eindeutig noch ausbauen. Aber für den Moment war Rosha einfach froh über die Decke, die Apophis ihr über die Schultern legte. Dankbar lächelte sie ihm zu und sah sich dann die Decke des Verstecks an. Ein Großteil der Decke schien noch dicht zu sein. Nur in einer Ecke schimmerte das Tageslicht hindurch.
“Darf ich?”, fragte sie schließlich und nahm ein wenig des Feuerholzes, das Apophis gesammelt hatte.

Zielstrebig brachte sie es in die Nähe der Ecke, wo es zwar nicht nass werden, aber der Rauch trotzdem gut abziehen konnte. Dort legte sie es auf den Boden und zog zwei kleine Steine aus ihrer Tasche. Zusammen mit einem alten Stück Stoff und ein wenig trockenem Moos schaffte sie es schon bald ein wenig Glut zu erzeugen, die sie vorsichtig zwischen die Zweige legte. Das frische Holz qualmte zuerst fürchterlich, doch schon bald tauchten die ersten Flammen auf und eine wohlige Wärme breitete sich aus, während es draußen regnete.
“Nun müssen wir nicht mehr frieren.”, meinte sie zufrieden und lächelte Apophis zu, während sie die beiden Feuersteine wieder in ihrer Kleidung verstaute. “Leg das restliche Holz in die Nähe des Feuers, dann wird es durch die Wärme ein wenig getrocknet und wir können es besser verbrennen.”, schlug sie vor, während sie sich bereits an das Feuer setzte und die Wärme genoss.

Sie konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, wann sie das letzte Mal vor einem warmen Feuer gesessen hatte. Die beiden Feuersteine hatte sie in Ba’als Mine gefunden und an sich genommen für den Fall, dass sie es irgendwann schaffen würde zu fliehen. Doch heute war der erste Tag, an dem sie sie wirklich hatte einsetzen können und sie war froh, dass sie sich nicht getäuscht hatte und wirklich zwei Feuersteine in ihren Besitz gebracht hatte. ‘Alles andere wäre dem gefallenen Lord gegenüber wohl auch etwas peinlich gewesen, oder?’, meinte Jolinar plötzlich zynisch und Rosha war einfach nur froh wieder die Stimme ihrer Symbiontin zu hören.

‘Du redest ja doch wieder mit mir.’, erwiderte sie frech und spürte, dass Jolinar amüsiert war, bevor sie sich schließlich dazu entschied wieder zu schweigen.

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