Untere Ebenen

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Samantha Carter
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Untere Ebenen

Beitrag von Samantha Carter » 25.04.2022, 00:19

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Julie Winters
Beiträge: 1
Registriert: 24.04.2022, 23:45

Beitrag von Julie Winters » 25.04.2022, 00:19

Dieser Flug war eine dämliche Idee gewesen, eine verdammt dämliche Idee. Wenn sie einfach durch das Stargate gegangen wären, dann wären sie jetzt schon in Sicherheit und sie würde nicht hier in den unteren Ebenen von Atlantis sitzen, umringt von verängstigten Kindern, Athosianern, Flüchtlingen von der Erde, Tieren und Expeditionsmitgliedern, die bei dem Flug nicht benötigt wurden. Schon bei den ersten Anzeichen von Problemen hatten die ersten Kinder angefangen zu weinen und nachdem Doktor Weir eine Durchsage gemacht hatte, dass alle, die sich bisher noch nicht im zentralen Turm aufhielten, dringend dorthin gehen mussten, da sie gezwungen waren den Schild auf den zentralen Turm zu beschränken, war die Angst in den düsteren Räumen auf den unteren Ebenen fast greifbar geworden. Wenn es doch nur etwas gäbe, was sie tun könnte. Tatenlos herumzusitzen lag weder Julie noch ihrem Symbionten Kel’rak. Wie immer reagierte Kel’rak viel ruhiger als sie, aber sie spürte deutlich, dass auch seine Nerven angespannt waren. Seit vier Jahren waren sie nun schon miteinander verschmolzen und waren in dieser Zeit zu einem immer besseren Team geworden. Nach dem Tod von Jacob Carter waren sie und ihre “beste” Freundin Finja sowie ihren Symbionten Rak’kel sogar als Verbindungsoffiziere zwischen dem SGC und den Tok’ra eingesetzt worden, wodurch sie die Gelegenheit bekommen hatten, wieder häufiger ihre alte Heimatwelt, die Erde, zu besuchen.

Mürrisch versuchte Julie sich von der Situation abzulenken, indem sie eine Geschichte las, die sie von Fucora mitgebracht hatte, doch durch den Lärm konnte sie sich einfach nicht konzentrieren. Wütend legte sie das Datentablet zur Seite und seufzte genervt.
“Ich wünschte hier unten gäbe es irgendeinen ruhigen Ort.”, grummelte sie vor sich hin und merkte sofort wie Kel’rak versuchte sie zu beruhigen. Wie konnte er in dieser Situation nur so ruhig bleiben? Sie waren hier unten eingesperrt, hatten keine Ahnung, was im Kontrollraum oder im Rest von Atlantis passierte und mussten einfach hoffen, dass jemand, der schon einmal mit einem Fuß im Gefängnis gestanden und danach von der Air Force in die Antarktis verbannt worden war, sie sicher zu diesem neuen Planeten bringen würde. Wenn Julie ehrlich war, dann rechnete sie eigentlich schon damit, dass diese Mission kolossal schief gehen würde. Immerhin waren sie im Moment doch geradezu vom Pech verfolgt. Sie waren gerade dann auf die Erde geschickt worden, als ihr ehemaliger Heimatplanet von den Ori angegriffen worden war, dann war es ihnen nicht erlaubt worden nach Fucora zu reisen, weil man kontinuierlich versuchte das Wurmloch zur Alpha Site offen zu halten und als sie dann auf der Alpha Site waren, hatte man ihnen aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt nach Hause zurückzukehren. Wenigstens war wieder einmal SG-1 aufgetaucht, um den Tag zu retten und hatte sie nach Atlantis verfrachtet und, oh wunder, hier waren sie natürlich auch direkt wieder in Gefahr geraten. Es wäre für sie also gar keine Überraschung, wenn sie jetzt auch noch während des Fluges in die Luft fliegen würden. So wie die Struktur von Atlantis knackte und stöhnte, waren sie wohl nicht mehr weit davon entfernt.

‘Kannst du jetzt endlich aufhören so zynisch zu sein?’, fragte Kel’rak und Julie verdrehte genervt die Augen.

‘Du musst doch zugeben, dass diese Mission die reinste Selbstmordmission ist, oder?’, konterte sie, doch Kel’rak, der immer versuchte das beste in Menschen und allen anderen Dingen und Situationen zu sehen, wollte nichts davon hören.

‘Wenn die Leitung der Expedition nicht davon überzeugt wäre, dass der Flug gelingen kann, hätten sie sich nicht dafür entschieden.’, erwiderte er sanft.

“Das war wahrscheinlich bevor sie auf irgendwelche Probleme gestoßen sind, die die Verkleinerung des Schildes notwendig gemacht haben.” Ihre Worte trieften vor Zynismus und Julie merkte erst nachdem sie sie ausgesprochen hatte, dass sie laut geredet hatte. Selbst nach vier Jahren als Wirt passierte ihr das immer noch und Kel’rak amüsierte sich jedes Mal köstlich darüber.

‘Das passiert eben, wenn du wütend bist.’, stichelte er lachend.

‘Ach, halt doch den Mund.’, fuhr sie ihn an und Kel’rak zog sich immer noch lachend aus ihren Gedanken zurück. Manchmal würde sie dem kleinen Kerl in ihrem Kopf am liebsten den Hals umdrehen und er wahrscheinlich auch ihr, aber irgendwie gehörten sie inzwischen zusammen. Eine weitere Erschütterung ging durch die Stadt und irgendein Tier, das entfernte Ähnlichkeit mit einer Mischung aus einer Kuh und einem Zebra hatte, zerstörte das Gatter, in dem es untergebracht war. Bockend raste es los und befreite dabei auch einige andere Kuhzebras, bevor es in Julies und Finjas Richtung stürmte.
“Na klasse.”, murmelte sie, während sie hastig zur Seite sprang und dann zu Finja blickte. “Ich glaube, jetzt dürfen wir auch noch Cowboy spielen.”

Thomas Winston
Beiträge: 1
Registriert: 05.06.2022, 20:14

Beitrag von Thomas Winston » 18.09.2022, 20:24

Thomas fragte sich gespannt, wann er wieder einmal zur Ruhe kommen würde. Nachdem feststand, dass die Stadt auf ihrem momentanen Planeten unweigerlich durch einen Gammablitz zerstört werden würde, war klar, dass sie alles versuchen würden, sich auf einen anderen Planten zu retten. Die Chance dafür waren sehr gering, denn einfach mal eine Stadt umziehen, auch wenn sich dabei um ein gigantisches Schiff handelte, das war doch eine Herausforderung, die dann vielleicht doch etwas zu groß war. Thomas konnte nichts dazu beitragen, ihr Energieproblem zu lösen, einen neuen Planeten zu finden, aber er konnte dazu beitragen, dass hoffentlich ihre Versorgung an einem neuen Standort gesichert war. Und so war er in den letzten Tagen beinahe nonstop unterwegs gewesen, hatte auch nur am Rande mitbekommen, dass ein Ori-Schiff von der Erde, vollgeladen mit Menschen, in der Stadt gelandet war. Natürlich hatte er über die Zeit davor mitbekommen, dass die Erde nicht mehr erreichbar war und nun wussten sie auch den Grund dafür. Das war aber ausnahmsweise etwas, dass ihn persönlich nicht so sehr belastetet, wenn man mal davon absah, dass er auch von der Erde kam. Aber er hatte sich ja bewusst der Atlantis-Expedition angeschlossen, weil ihn familiär auf der Erde nichts mehr hielt. So hatte er nun, anders als viele andere, niemanden, um den er Angst haben musste.

Sie hatten ja schon seit ihrer Ankunft hier die hydroponischen Gärten der Stadt gepflegt und von vielen Pflanzen auch Setzlinge dort. Aber diese würden nicht ausreichen, um die Expedition zu versorgen. Schon länger hatten sie auch begonnen auf dem Festland Ackerbau zu betreiben, um eine langfristige Versorgung zu sichern. Und diese Pflanzen sowie auch einige kleiner Bäume und Büsche, die nahrhafte Beeren hervorbrachten, sollten sie auf keinen Fall auf dem Planten zurücklassen, wenn es möglich war. Der Planet würde sowieso zerstört werden, und sie kannten die Umweltbedingungen des neuen Standorts -sollten sie es dorthin schaffen- noch nicht. Also war es notwendig, möglichst viele der Planzen zu retten. Aber nicht nur die Planzen mussten gerettet werden, sondern auch die Tiere, die die Athosianer auf dem Festland hielten. Mit den Athosianern hatte Thomas immer enger zusammen gearbeitet, je mehr sie die Anbautätigkeiten auf dem Festland ausgebaut hatten. Und so war er in den letzten Tagen fast rund um die Uhr in einem Jumper gesessen und zwischen Atlantis und dem Festland hin und her geflogen. Längst war er so geübt im Steuern eines Jumpers, dass es für ihn völlig normal geworden war. Zusammen mit ihm waren viele der Wissenschaftler an der Aktion beteiligt gewesen, die gerade zu den anderen Problemen der Stadt nicht so viel beitragen konnten. Sie steuerten die Jumper, gruben Planzen aus, brachten diese Planzen auf Atlantis unter und halfen beim Transport der Tiere. Es war doch recht interessant, wieviele Tiere in einen Jumper passten, wenn es darauf ankam. Und dank ihrer guten Koordination konnten sie sowohl alle Athosianer, Tiere und ihre Habseligkeiten als auch fast alle Pflanzen, die mitgenommen werden sollten, nach Atlantis bringen und dort hoffentlich sicher genug für den Flug unterbringen, auch wenn das bedeutete, dass einige Labore vorübergehend als Biologielabore dienten. Ein besonderes Projekt, das sie vor kurzem gestartet hatten, hatte Thomas in seinem Quartier in Sicherheit gebracht. Eine Art Hopfen, der vielleicht einmal dazu dienen sollte, dass Atlantis ein eigenes Bier brauchen konnte. Noch waren sie nicht soweit, aber wer wusste schon, was die Zukunft bringen würde.

Nun saß er also in den unteren Bereichen des zentralen Bereichs und betrachtete seine Umgebung, während die Stadt quasi aus allen Fugen ächzte. So ganz schienen die Pläne, die Stadt zu fliegen, nicht zu funktionieren, aber noch bestand eine Chance, dass sie gerettet wurden. es war schließlich nicht das erste Mal, dass sie kurz vor dem Untergang standen. Für Thomas war recht schnell festgestanden, dass er sich während des Fluges hier unten aufhalten würde. Er konnte für den Flug so gar nichts beitragen, und hier unten waren sehr viele Personanen, sowohl Athosianer, als auch Expeditionsmitglieder als auch Neuankömmlinge von der Erde untergebracht, weil es sich hier um einen der sichersten Bereiche der Stadt handelte. Auch die Tiere waren hier unten innerhalb provisorischer Rückhaltevorrichtungen untergebracht. Er versicherte sich, dass der Erste-Hilfe-Rucksack, den er vorhin noch auf der Krankenstation abgeholt hatte, sicher an einer Wand vertäut war, denn die Erschütterungen in der Stadt wurden immer stärker. Dementsprechend wuchs hier unten die Unruhe, es war fast ein Wunder, dass noch niemand großartig durchgedreht war, vor allem nachdem das Schutzschild verkleinert werden musste.

Einige Meter von Thomas entfernt sah Finja amüsiert auf, als Julie in einer Diskussion mit Kel'rak offenbar eine Entgegung laut herausrutschte. Das passierte ihr selbst auch noch des öfteren, auch wenn sie eher selten mit Rak'kel Diskussionen führte. In den Jahren seit ihrer Vereinigung hatten die beiden sich zu einem Team entwickelt, das meistens sowieso das gleiche dachte. Rak'kel ging öfters noch mehr aus sich heraus, als es Finja lieb war, aber dann gab sie die Kontrolle gerne ab. Sie musste vor allem dann aufpassen, dass sie nicht offen mit Rak'kel sprach, wenn sie sich auf der Erde außerhalb des Stargate Centers befand. Leider war Jacob Carter mittlerweile verstorben, und Finja vermisste ihn, denn er hatte ihnen am Anfang sehr geholfen. Aber sein Tod hatte auch dazu geführt, dass sie und Julie seine Nachfolge als Verbindungsoffiziere zur Erde angetreten hatten und so des öfteren die Erde besuchen konnten. So hatte sie auch die Gelegenheit gehabt, das eine oder andere Mal ihre Familie zu sehen, etwas, dass sie sehr genoss. Und da sie einer Militärfamilie entstammte, war es auch nicht das große Problem, dass sie nicht darüber sprechen konnte, wo sie eingesetzt war. Auch wenn sie das gerne mit ihrer Familie geteilt hätte, sie auch gerne Rak'kel vorgestellt hätte, aber das ging nun mal nicht, daher nutzte sie die Zeit mit ihrer Familie so gut wie möglich. Und versuchte sich momentan nicht allzu sehr auf die Frage zu konzentrieren, wie es ihrer Familie wohl nach der Invasion der Ori gehen würde. Sie musste sich eingestehen, dass sie hier in der Pegasus Galaxie nichts für sie tun konnte. Rak'kel versuchte sie ebenfalls so gut es ging abzulenken und fragte sich, wohin ihre ungeplante Reise nach Atlantis sie wohl letztendlich führen würde. Ihre engste Familie war mit Kel'rak ja an ihrer Seite. Und so wie Finja Kel'rak kannte, war er in einer ähnlichen Stimmung wie Rak'kel, während man Julie ihren Unmut darüber ansehen konnte, wo sie hier gelandet waren, insondere auch ihren jetzigen Aufenthaltsort.

Irgendwo unter ihnen nahmen die Erschütterungen nun wieder deutlich zu und einige der Tiere schienen genug von ihrer Umgebung zu haben und brachten aus ihrem Gatter aus. Finja sprang ebenfalls auf und entgegnete auf Julies Bemerkung
: "Dann brauchen wir nur noch ein Seil." Ein Wunder, dass die Tiere jetzt erst durchdrehten. Thomas und einige Athosianer waren auch in Windeseile auf den Beinen und die Athosianer hatten tatsächlich Seile in der Hand. Thomas rief laut: "Nicht in den Weg stellen. Wenn sie erstmal Geschwindigkeit aufgenommen haben..."Tatsächlich wirkten die Tiere eigentlich eher schwerfällig, waren aber richtig gefährlich, wenn sie erstmal in Bewegung waren, ganz ähnlich zu Nashörnern, die dadurch mit zu den gefährlichsten Landlebewesen auf der Erde wurden. Für Thomas war wichtig, dass sich keine Personen im Laufweg der Tiere befanden. Vermutlich würden sie die Türe zum Frachtraum erstmal aufhalten, so dass die Athosianer einen Möglichkeit haben würden, sie wieder einzufangen. Wenn nicht, gut, darüber wollte er noch nicht nachdenken....

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