Gänge und Transporter

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Janet Fraiser
Chefärztin Rapiditas
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Gänge und Transporter

Beitrag von Janet Fraiser » 06.08.2021, 23:29

CF: Krankenstation

Die Stadt wirkte geradezu unheimlich still, als Janet mit den beiden Pflegern durch die Korridore von Atlantis eilte. Die meisten Expeditionsmitglieder hatten irgendwelche Aufgaben zugewiesen bekommen und kümmerten sich intensiv darum, dass Atlantis die Energie benötigte, die die Stadt benötigte, um zu ihrem Ziel zu gelangen oder dass die Systeme so funktionierten, wie sie sollten. Alle anderen befanden sich in geschützten Bereichen oder unterstützten die Athosianer. Dadurch waren die Korridore der Stadt wie ausgestorben. Janet glaubte sogar ein leichtes Echo in dem Korridor zu hören und es lief ihr ein kalter Schauer den Rücken herunter. Sie glaubte nicht unbedingt an Geister, aber während sie durch die Stadt lief, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr im Hyperraum zu befinden schien, hatte sie mehrfach das Gefühl einen kalten Lufthauch zu spüren. Daher war Janet auch äußerst froh, als sie endlich den Transporter erreichten. Eilig ließ sie ihre Hand über den Türsensor gleiten, doch seltsamerweise öffnete sich die Tür nicht.

“Verdammt.”, fluchte sie und versuchte es erneut. Aber die Tür blieb weiterhin geschlossen.

“Darf ich es probieren, Colonel?”, fragte einer der Pfleger und Janet nickte sofort. Sie wusste, dass er das ATA-Gen hatte und wenn die Stadt schon nicht auf eine Ärztin ohne das ATA-Gen reagierte, dann doch hoffentlich auf einen Pfleger mit ATA-Gen. Doch auch bei dem jungen Mann blieben die Türen des Transporters verschlossen.

“Fraiser an Kontrollraum. Die Transporter scheinen ausgefallen zu sein.”, meldete sie an Doktor Weir und sah sich dann um. Sie wusste, dass sich der Kontrollstuhlraum vier Ebenen unter ihnen befand, aber noch kannte sie sich nicht gut genug in der Stadt aus, um zu wissen, wie sie ohne die Transporter so schnell wie möglich dorthin gelangen konnte.

“Max, wissen sie, wie wir ohne die Transporter zum Kontrollstuhlraum gelangen können?”, fragte sie den Pfleger, der versucht hatte die Tür zum Transporter zu öffnen und der junge Mann nickte sofort.

“Natürlich, Ma’am. Folgen Sie mir.”, meinte er und eilte dann zusammen mit seinem Kollegen voran. Janet folgte ihm mit eiligen Schritten und hoffte sehr, dass sie noch rechtzeitig im Kontrollstuhlraum ankommen würden.

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Elizabeth Weir
Expeditionsleiterin Atlantis
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Beitrag von Elizabeth Weir » 07.09.2021, 21:45

Funkspruch aus dem Kontrollraum

„Hier Dr. Weir. Ich werde es weiter geben. Die beiden Sanitäter kennen sich gut in Atlantis aus. Sie werden ihnen den Weg zeigen. Weir Ende.“

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Janet Fraiser
Chefärztin Rapiditas
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Beitrag von Janet Fraiser » 26.09.2021, 02:52

"Fraiser an Weir. Danke, wir befinden uns bereits auf dem Weg.”, teilte sie der Expeditionsleiterin mit und eilte dann zusammen mit ihren beiden Begleiternn weiter so schnell sie nur konnten durch die Korridore von Atlantis.

Es fiel ihnen zwar nicht leicht die Liege die vielen Treppenstufen nach unten zu tragen, doch schließlich erreichten sie die Ebene, wo sich der Kontrollstuhlraum befand. Erschöpft wischte sich Max den Schweiß von der Stirn und auch Janet hielt einen Augenblick inne, um durchzuatmen. Sie war überglücklich, dass sie hier in Atlantis die Pumps, die sie im SGC getragen hatte, gegen die Standardschuhe der Expedition getauscht hatte. In hohen Absätzen hätte sie es niemals geschafft die Treppen so schnell nach unten zu eilen und dabei auch noch die beiden Pfleger beim Tragen der Liege zu unterstützen.

“Jetzt ist es nicht mehr weit, Ma’am.”, erklärte Max und Janet wollte gerade weiterlaufen, als Doktor Weir eine Durchsage machte. Angespannt lauschte sie der Durchsage und sah dann zu ihren beiden Kollegen. Offensichtlich waren sie in Schwierigkeiten geraten, die es nun sogar notwendig machten den Schild zu verkleinern und dadurch die äußeren Bereiche der Stadt ungeschützt dem Vakuum auszusetzen. Sie hoffte nur, dass der Schild der Rapiditas halten würde. Denn ohne den Schild war das beschädigte Raumschiff ähnlich wenig weltraumtauglich wie Atlantis.

Schon kurz nach Doktor Weirs Durchsage ging ein Krachen und Ächzen durch Atlantis, während die Luft aus den Bereichen entwich, die nicht mehr von dem Schutzschild vor dem Vakuum geschützt wurden. Wenig später kehrte wieder Ruhe in den Gängen ein und Janet spornte ihre beiden Kollegen zu noch größerer Eile an. Sie mussten nun so schnell wie möglich den Kontrollstuhlraum erreichen, denn die Tatsache, dass Atlantis mehrfach starken Erschütterungen ausgesetzt gewesen war und es nun auch noch notwendig war den Schild zu verkleinern, ließ sie vermuten, dass der Colonel sich momentan um so viele Dinge gleichzeitig kümmern musste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis er zusammenbrechen würde und Carson den Kontrollstuhl übernehmen musste.

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Janet Fraiser
Chefärztin Rapiditas
Beiträge: 38
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Beitrag von Janet Fraiser » 30.01.2023, 01:02

Sie hatten fast den Kontrollstuhlraum erreicht, als die Erschütterungen so stark wurden, dass Janet das Gleichgewicht verlor und stürzte. Sofort half Max ihr wieder auf die Beine und sie wollte schon weiterrennen, als sie bemerkte, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmte. Die Lichter im Korridor flackerten und ein Kribbeln wie vor einem Gewitter lag in der Luft. Verwirrt bemerkte Janet, dass sich ihre Haare aufstellten, als hätte sie in eine Steckdose gegriffen. Während sie noch zu verstehen versuchte, was hier gerade geschah, schien Max schon zu wissen, was hier vor sich ging.

“Bleiben Sie in der Mitte des Korridors und fassen Sie bloß nicht die Wände an.”, wies er sie an und Janet runzelte die Stirn. Wieso sollte sie die Wände nicht anfassen? Was war hier los? “Die Wände bestehen aus supraleitendem Material und aus irgendeinem Grund stehen sie unter Spannung.”, erklärte Max ihr.

Also das war der Grund, warum ihr die Haare zu Berge standen. Janet konnte sich zwar nicht vorstellen, dass es geplant gewesen war, die Wände zu verwenden, um Atlantis die Energie zuzuführen, die sie brauchten, aber inzwischen war bei diesem Flug schon so viel schief gegangen, dass sie sich durchaus vorstellen konnte, dass sie selbst bei der Energieversorgung inzwischen mindestens bei Plan M angekommen waren.

“Ich verstehe. Können wir weitergehen?”, fragte sie drängend. Es war durchaus möglich, dass Colonel Sheppard inzwischen ihre Hilfe brauchte und Carson die Kontrolle über die Stadt hatte übernehmen müssen.

“Es wäre eigentlich besser, wenn wir in einem der anliegenden Räume Schutz suchen würden, bis die Korridore nicht mehr unter Spannung stehen.”, erklärte Max, doch Janet schüttelte sofort vehement den Kopf. “So viel Zeit haben wir nicht. Wir werden im Kontrollstuhlraum benötigt und…”, begann sie Max zu widersprechen, als sie einen Schrei von einer vertrauten Stimme hörte. Nun ließ sie sich nicht mehr zurückhalten. Trotz all der Erschütterungen, denen sie ausgesetzt waren, rannte sie weiter und versuchte den Geräuschen zu folgen.

Ihr Weg führte sie zwar weiter vom Kontrollstuhlraum fort. Aber auch wenn sie wusste, dass sie dort eigentlich erwartet wurde, musste sie dem Hilferuf nachgehen. Einige Korridore weiter schlug ihr plötzlich ein Geruch entgegen, den sie nur zu gut kannte. Es roch nach verschmorter Kleidung, angesengten Haaren und verbrannter Haut und noch bevor sie die Quelle des Hilferufs erreicht hatte, ahnte sie bereits, was geschehen war. Eilig brachte Janet eine weitere Abzweigung hinter sich und stand plötzlich vor Sergeant Siler, der mit etwas, das aussah wie ein hölzerner Trainingsstab, versuchte einen anderen Techniker von der Wand fortzuziehen. Der Körper des Technikers, Sergeant Riley, war seltsam gekrümmt und lag mit dem Rücken an der Wand. Ein Teil von ihr drängte sie dazu sofort nach dem Sergeant zu sehen, doch ihre Erfahrungen im SGC hielten sie zurück. Der Körper des Sergeants stand wahrscheinlich unter Spannung genauso wie die Wände des Korridors. Etwas weiter hinten konnte Janet auch den Grund dafür entdecken. Die beiden Sergeants hatten eine Wandverkleidung entfernt und vermutlich die Energie über den Korridor umgeleitet.

“Wir müssen ihn von der Wand wegbringen.”, entschied Janet, obwohl sie bereits ahnte, dass sie nichts mehr für Riley tun konnte. Durch diese Wände floß so viel Strom, dass er wahrscheinlich auf der Stelle tot gewesen war. Aber sie mussten ihn zumindest aus dem Griff der Spannung befreien und dann versuchen ihn wiederzubeleben. Vielleicht hatten sie ja doch eine Chance.

Nachdenklich ließ Janet ihren Blick durch den Korridor schweifen. Sie war kein Techniker und es war sicherlich unmöglich die Spannung abzuschalten, ohne die Mission zu gefährden, also mussten sie eine andere Lösung finden. Siler war jedoch schneller als sie und rief Max zu:
“Geben Sie mir den Befestigungsgurt von der Liege.”

Ohne zu zögern kam Max Sergeant Silers Aufforderung nach und warf ihm den Gurt zu. Mit geübten Handgriffen formte Siler eine Schlaufe aus dem Gurt und ging dann vorsichtig näher an Riley heran. Janet hielt den Atem an und hoffte sehr, dass sie heute nicht auch noch ihren langjährigen Kollegen verlieren würde. In all den Jahren hatte sich Siler so viele Verletzungen zugezogen und sich immer wieder auf die Beine gekämpft, also würde sie ihn auch heute nicht an eine unter Hochspannung stehende Wand verlieren. Ohne die Wand oder Riley zu berühren schlang Siler den aus nicht-leitendem Material bestehenden Gurt um den in einem seltsamen Winkel gekrümmten Arm des anderen Sergeants und begann dann zu ziehen.

“Helfen sie mir!”, meinte er mit zusammengebissenen Zähnen und sofort eilte ihm Darien zur Hilfe.

Gemeinsam zogen sie Riley von der Wand weg und sofort entspannte sich der Körper des Sergeants. Erst als er sicher in der Mitte des Korridors lag, hörten Siler und Darien auf zu ziehen und Janet kniete sich neben Riley. Vergeblich suchte sie nach einem Puls, aber das hielt sie nicht davon ab mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Sie spritzte dem Sergeant Adrenalin, versuchte es mit einer Herzdruckmassage und obwohl schon kein Kammerflimmern mehr zu hören war, verwendete sie auch den Defibrilator, aber nichts davon zeigte Wirkung.

Als sie die ersten Leichenflecken am Hals des Sergeants bemerkte, ließ sie den Kopf hängen und fuhr sich durch die kurz geschnittenen braunen Haare.

“Es tut mir Leid.”, murmelte sie, während sie noch einmal den Arm des Sergeants berührte.

Er war nicht lange im SGC gewesen, bevor er nach Atlantis gegangen war, aber sie hatte ihn als charmanten und freundlichen Arbeitskollegen kennengelernt. Siler, der den jungen Mann angelernt hatte, stand deutlich betroffen neben dem Leichnam seines Kameraden.
“Er ist gestolpert und gegen die Wand gekommen.”, meinte er nur kurz und Janet konnte erkennen, dass er mit der Fassung rang.

Langsam stand sie auf und legte ihm die Hand auf die Schulter. Nachdem sie fast zehn Jahre gemeinsam im SGC gedient hatten, genügte diese kurze Geste und ein sanfter Blick, um alles zu sagen, was gesagt werden musste. Siler nickte und strafften dann die Schultern.
“Ich aktuell keine weiteren Aufgaben. Ich bringe ihn auf die Krankenstation.”, entschied er und Janet nickte ihm kurz zu. Sie beide wussten, dass er mit Krankenstation die Leichenkammer meinte, aber keiner von ihnen wollte dieses Wort in den Mund nehmen.

“Ich schicke Ihnen Unterstützung.”, schlug sie ihm vor, doch er schüttelte den Kopf.

“Nein, aktuell brauchen sie jeden Mann für die Verletzten und nicht…” Siler stockte, doch Janet verstand ihn.

“Passen sie auf sich auf, Sergeant.”, meinte sie zu ihm und nickte dann Darien und Max zu. Sie mussten sich wieder auf den Weg machen. Zu gerne hätte sie Siler einen der Pfleger oder zumindest die Trage oder auch einen ihrer Begleiter da gelassen, aber sie wusste nicht, was sie im Kontrollstuhlraum erwartete und sie hatten inzwischen sehr viel wertvolle Zeit verloren.

TBC: Kontrollstuhlraum

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