Kontrollstuhlraum
- John Sheppard
- Militärischer Leiter Atlantis, Teamleiter SGA-1
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- Registriert: 19.06.2010, 16:55
48 Stunden kein Bier oder ein anderes alkoholisches Getränk? Das würde er wohl überleben, solange die Medikamente, die Carson ihm gegeben hatte, ihm halfen weiterhin die Stadt unter Kontrolle zu halten und sie alle aus diesem Schlamassel zu befreien. “Na gut, also 48 Stunden kein Bier, aber danach stoßen wir gemeinsam auf den erfolgreichen Flug an.”, gab sich John siegessicher und blickte dabei nicht nur zu Carson sondern auch kurz zu Lieutenant Nelson. Zwar schwanden seine Biervorräte aktuell ziemlich schnell, aber wenn sie diesen Flug wirklich erfolgreich beenden sollten, dann opferte er gerne drei oder noch ein paar mehr Flaschen. Vielleicht fanden sie auf dem neuen Planeten ja irgendeine Pflanze, die sich zur Herstellung von Bier eignete. John schmunzelte kurz bei diesem Gedanken, doch Berichte der Stadt, dass an der Stelle, wo die Rapiditas gelandet war, starke Erschütterungen durch die Decks gingen, ließen sein Lächeln sofort wieder verschwinden.
Es gab doch nicht etwa Probleme bei den Vorbereitungen? Dabei hatten sie nur noch wenig Zeit, wenn sie ihren Plan wirklich umsetzen wollten. Die Verkleinerung des Schildes hatte ihnen Zeit verschafft, doch auch diese Zeit lief zügig ab. Die Subraumblase kollabierte immer schneller und wenn sie wirklich zwei Hyperraumfenster öffnen wollten, dann musste das in einiger Entfernung von der Stadt geschehen, andernfalls würden sie von den beiden unterschiedlich gepolten Hyperraumfenstern zerrissen werden. Endlich ließen die Vibrationen nach und nur wenig später traf ein Funkspruch von Colonel Carter ein. Nun war es also soweit. Sie konnten mit ihrem waghalsigen Plan beginnen und versuchen Atlantis endlich aus der Subraumblase zu befreien. John wunderte sich zwar kurz, warum Carter Lorne ansprach und nicht den General, aber er hatte nun wirklich keine Zeit, um sich Gedanken darüber zu machen, was auf der Rapiditas geschehen sein könnte.
Angespannt lauschte John dem Countdown des Colonels und bereitete die Stadt und sich auf das Öffnen des Hyperraumfensters vor. In dem Moment, als sie den Startbefehl gab, erteilte er der Stadt sofort die Anweisung loszulegen. Genau wie der Colonel und Skarg es geplant hatten, öffneten sich zwei Hyperraumfenster in der Subraumblase. Nur zu gerne hätte Atlantis das Standardprotokoll befolgt und wäre in die Richtung des Fensters geflogen, doch John hielt sie auf und ließ sie zwischen den beiden Portalen in den Hyperraum verharren. Zuerst wirkte es so, als würde gar nichts geschehen, bis er einen immer stärkeren Sog spürte. Das Hyperraumfenster mit umgekehrter Polarität stieß die Stadt ab, während das Fenster, das die Stadt selbst geschaffen hatte, sie zu sich zog. Mit den Sublichttriebwerken steuerte John entgegen, während die Stadt ihn immer stärker davor warnte, dass die Triebwerke nicht dafür ausgelegt waren, ein Hyperraumfenster so lange offen zu halten. Bereits jetzt spürte er, wie einige Emitter heiß zu laufen drohten. Schnell leitete er Kühlmittel von Systemen, die aktuell nicht dringend benötigt wurden, um und schaffte es die Emitter zumindest noch etwas länger kühl zu halten. Wie lange das ausreichen würde, wusste er jedoch nicht. Aber vielleicht war das auch gar nicht notwendig, denn plötzlich erschien das auf den Sensoren, worauf er gewartet hatte. Die beiden Hyperraumfenster hatten es wirklich geschafft einen Riss in die Subraumblase zu reißen.
Unbewusst begann John zu lächeln, während er die Sensordaten beobachtete. Der Riss wurde immer größer. Nicht mehr lange und Atlantis würde hindurchpassen. Er begann bereits die Sublichttriebwerke vorzubereiten und einen Kurs zu setzen, als die Sensordaten immer beunruhigender wurden. Durch den Spalt drangen Partikel in die Subraumblase ein. Die Blase dehnte sich dadurch zwar aus, aber mit den Partikeln stimmte etwas nicht. Johns Verstand wurde mit Daten geflutet, die er nur ansatzweise verstand. Immer wieder tauchte der Begriff Nicht-Baryonische Materie in seinem Verstand auf. Nach einer Abfrage in der Datenbank der Stadt gelang es John schließlich die Warnungen als Hinweis auf dunkle Materie zu übersetzen. Das alleine war zumindest in seinen Augen erst einmal nicht bedrohlich, bis schließlich die Warnung vor der Bildung einer Dunkle-Materie-Anomalie in seinem Verstand auftauchte. Schon jetzt schien Atlantis von leichten, kaum spürbaren Gravitationswellen getroffen zu werden. Doch so schnell die Warnung vor einer Anomalie gekommen war, genauso schnell verschwand sie auch wieder und wurde durch eine viel dringendere Warnmeldung ersetzt. Durch den Spalt drang nicht nur dunkle Materie in die Subraumblase ein, sondern auch Antimaterie. Überall wo Atlantis von den Partikeln getroffen wurde, glaubte er winzige Nadelstiche zu spüren. Die Stadt hatte Schmerzen und John spürte sie, als wären sie seine eigenen. Erneut bildete sich kalter Schweiß auf seiner Stirn, während er um jeden Atemzug zu kämpfen schien. Immer mehr Antimaterie flutete die Blase, dehnte sie aus und in den ungeschützten Bereichen der Stadt kam es zu ersten, kleineren Explosionen. Sie würden das nicht mehr lange aushalten. Die Gravitationswellen, die von der dunklen Materie ausgingen, schleuderten die Antimaterie geradezu auf die Stadt und mit jeder Welle durchfuhren unglaubliche Schmerzen Johns Körper. Sein Verstand sagte ihm, dass er sich von der Stadt lösen musste, wenn er sich nicht selbst schaden wollte, doch das war keine Option. Er musste die Kontrolle behalten, wenn die Expedition eine Zukunft haben sollte.
Angestrengt suchte er nach einer Lösung. Vielleicht sollten sie die Hyperraumfenster schließen und noch einmal öffnen. Zumindest bei Windows half so ein Reset doch meistens. Aber das war nicht Windows und der Spalt würde sich wahrscheinlich auch nicht schließen, wenn sie die Hyperraumfenster schließen würden. Dafür war er inzwischen viel zu groß. Hindurchzufliegen war jedoch auch ausgeschlossen. Immerhin drang so viel dunkle Materie und Antimaterie in die Subraumblase ein, dass John vermutete, dass sie einen Spalt in ein Universum geöffnet hatten, das aus Antimaterie bestand. Sie brauchten eine andere Lösung und das schnell. Verzweifelt suchte er eine Alternative, bis auf einmal Atlantis selbst wieder auf den Wurmlochantrieb hinwies. Vermutlich war das wirklich ihre einzige Rettung.
“Rapiditas, Hyperraumfenster deaktivieren.”, murmelte er geistesabwesend, denn würde er nur das von der Stadt geöffnete Fenster schließen, würden sie im schlimmsten Fall in das Fenster mit negativer Polarität gezogen werden und John konnte sich vorstellen, dass sie das nicht überstehen würden.
“Elizabeth, ich muss Wurmlochantrieb aktivieren. Einzige Chance…”, fügte er seinen Worten noch hinzu, ohne zu wissen, ob er verständlich genug gesprochen hatte, damit ihn Carson verstand, oder ob er eine Antwort erhielt.
Seine Sinne waren inzwischen nur noch auf die Stadt gerichtet. Immer tiefer tauchte er in die Systeme der Stadt ab, während sein Leib ein fernes, kaum spürbares Anhängsel seines Verstands wurde. Die Informationsflut quälte sein Gehirn, das nach immer größeren Mengen Sauerstoff verlangte. Sein Herz strengte sich an die geforderten Mengen zu liefern, doch selbst sein gut trainierter Herzmuskel, der große Anstrengungen gewöhnt war, konnte dem nicht auf Dauer standhalten. In immer kürzeren Intervallen zog der Muskel sich zusammen und expandierte wieder. Schon bald tauchten die ersten Rhythmusstörungen auf, die schnell häufiger wurden. Alarmzeichen seines Körpers, dass er diesen Anstrengungen nicht gewachsen war, bekam John nicht mehr mit. Seine einzigen Gedanken galten Atlantis, dem Überleben der Expeditionsmitglieder und all der anderen Menschen und Tiere an Bord sowie dem Starten des Wurmlochantriebs.
Der Wurmlochantrieb fühlte sich anders an als alle Antikerantriebe, die er jemals gesteuert hatte. Für einen kurzen Moment hatte er das Gefühl als wollte Atlantis ihn noch ein letztes Mal vor dem Einsatz des Antriebes warnen, doch dann ließ sie ihn gewähren. Ohne den Widerstand der Stadt fand er schon bald die Informationen, die er brauchte, um den Antrieb zu steuern. Innerhalb von Sekundenbruchteilen verarbeitete sein Verstand die relevanten Informationen über die gescheiterten Testflüge und suchte nach einem Weg es besser zu machen. Konnte ein einfacher Mensch es überhaupt besser machen als ein Pilot der Antiker, der für die Testflüge ausgebildet worden war? Ihm kamen erste Zweifel in den Sinn, aber er musste erfolgreich sein. Eine andere Lösung gab es nicht. Doch noch während er versuchte Atlantis optimal auf den Flug vorzubereiten, hatte er das Gefühl eine Stimme zu hören. “Ikarus, mein Junge, befolge den Flugplan. Nur so kannst du es schaffen.” Flugpläne. Für die Testflüge musste es Flugpläne gegeben haben. Wenn er sich richtig an die Geschichte erinnerte, dann hatte Ikarus nicht auf die Worte seines Vaters gehört. Er hatte den Flugplan nicht befolgt und war dadurch ums Leben gekommen. Aber wenn er den für Ikarus erarbeiteten Flugplan befolgen würde, dann würde ihnen das vielleicht helfen. Immerhin hätte Daedalus seinem eigenen Sohn nur erlaubt einen Testflug anzutreten, von dem er sich hundertprozentig sicher war, dass er auch gelingen konnte. Er rief den Plan auf, den Daedalus für seinen Sohn erarbeitet hatte und begann die Daten in den Flugcomputer zu laden. “Intro locum desideratum: secundam sedem Atlanticae.” John merkte nicht, dass er in der Sprache der Antiker darüber sprach, welche Zielkoordinaten er eingegeben hatte. Ihm war noch nicht einmal bewusst, dass er laut darüber gesprochen hatte.
Zum ersten Mal in seinem Leben befolgte er haarklein jeden Schritt, den die Antiker für die Bedienung dieses Antriebs vorgesehen hatten. Für Eigensinn war nun kein Platz und dennoch verlangten die Berechnungen alles von ihm ab, was er jemals über das Fliegen gelernt hatte. Endlich hatte er alle Berechnungen durchgeführt und die fehlenden Daten ergänzt, als eine Explosion auf dem Südpier ihn erschaudern ließ. Sie mussten fort von hier und obwohl die beiden Hyperraumfenster noch aktiv waren, gab John den Befehl das Wurmloch zu öffnen. Mehrere schreckliche Sekunden lang schien es als würde nichts geschehen, doch dann öffnete sich mitten in der dunkle Materiewolke der bläulich schimmernde Ereignishorizont eines Wurmlochs. Der Sog der Hyperraumfenster hielt Atlantis noch zurück, doch sobald die Fenster geschlossen waren, war er bereit die Stadt in Sicherheit zu bringen.
Es gab doch nicht etwa Probleme bei den Vorbereitungen? Dabei hatten sie nur noch wenig Zeit, wenn sie ihren Plan wirklich umsetzen wollten. Die Verkleinerung des Schildes hatte ihnen Zeit verschafft, doch auch diese Zeit lief zügig ab. Die Subraumblase kollabierte immer schneller und wenn sie wirklich zwei Hyperraumfenster öffnen wollten, dann musste das in einiger Entfernung von der Stadt geschehen, andernfalls würden sie von den beiden unterschiedlich gepolten Hyperraumfenstern zerrissen werden. Endlich ließen die Vibrationen nach und nur wenig später traf ein Funkspruch von Colonel Carter ein. Nun war es also soweit. Sie konnten mit ihrem waghalsigen Plan beginnen und versuchen Atlantis endlich aus der Subraumblase zu befreien. John wunderte sich zwar kurz, warum Carter Lorne ansprach und nicht den General, aber er hatte nun wirklich keine Zeit, um sich Gedanken darüber zu machen, was auf der Rapiditas geschehen sein könnte.
Angespannt lauschte John dem Countdown des Colonels und bereitete die Stadt und sich auf das Öffnen des Hyperraumfensters vor. In dem Moment, als sie den Startbefehl gab, erteilte er der Stadt sofort die Anweisung loszulegen. Genau wie der Colonel und Skarg es geplant hatten, öffneten sich zwei Hyperraumfenster in der Subraumblase. Nur zu gerne hätte Atlantis das Standardprotokoll befolgt und wäre in die Richtung des Fensters geflogen, doch John hielt sie auf und ließ sie zwischen den beiden Portalen in den Hyperraum verharren. Zuerst wirkte es so, als würde gar nichts geschehen, bis er einen immer stärkeren Sog spürte. Das Hyperraumfenster mit umgekehrter Polarität stieß die Stadt ab, während das Fenster, das die Stadt selbst geschaffen hatte, sie zu sich zog. Mit den Sublichttriebwerken steuerte John entgegen, während die Stadt ihn immer stärker davor warnte, dass die Triebwerke nicht dafür ausgelegt waren, ein Hyperraumfenster so lange offen zu halten. Bereits jetzt spürte er, wie einige Emitter heiß zu laufen drohten. Schnell leitete er Kühlmittel von Systemen, die aktuell nicht dringend benötigt wurden, um und schaffte es die Emitter zumindest noch etwas länger kühl zu halten. Wie lange das ausreichen würde, wusste er jedoch nicht. Aber vielleicht war das auch gar nicht notwendig, denn plötzlich erschien das auf den Sensoren, worauf er gewartet hatte. Die beiden Hyperraumfenster hatten es wirklich geschafft einen Riss in die Subraumblase zu reißen.
Unbewusst begann John zu lächeln, während er die Sensordaten beobachtete. Der Riss wurde immer größer. Nicht mehr lange und Atlantis würde hindurchpassen. Er begann bereits die Sublichttriebwerke vorzubereiten und einen Kurs zu setzen, als die Sensordaten immer beunruhigender wurden. Durch den Spalt drangen Partikel in die Subraumblase ein. Die Blase dehnte sich dadurch zwar aus, aber mit den Partikeln stimmte etwas nicht. Johns Verstand wurde mit Daten geflutet, die er nur ansatzweise verstand. Immer wieder tauchte der Begriff Nicht-Baryonische Materie in seinem Verstand auf. Nach einer Abfrage in der Datenbank der Stadt gelang es John schließlich die Warnungen als Hinweis auf dunkle Materie zu übersetzen. Das alleine war zumindest in seinen Augen erst einmal nicht bedrohlich, bis schließlich die Warnung vor der Bildung einer Dunkle-Materie-Anomalie in seinem Verstand auftauchte. Schon jetzt schien Atlantis von leichten, kaum spürbaren Gravitationswellen getroffen zu werden. Doch so schnell die Warnung vor einer Anomalie gekommen war, genauso schnell verschwand sie auch wieder und wurde durch eine viel dringendere Warnmeldung ersetzt. Durch den Spalt drang nicht nur dunkle Materie in die Subraumblase ein, sondern auch Antimaterie. Überall wo Atlantis von den Partikeln getroffen wurde, glaubte er winzige Nadelstiche zu spüren. Die Stadt hatte Schmerzen und John spürte sie, als wären sie seine eigenen. Erneut bildete sich kalter Schweiß auf seiner Stirn, während er um jeden Atemzug zu kämpfen schien. Immer mehr Antimaterie flutete die Blase, dehnte sie aus und in den ungeschützten Bereichen der Stadt kam es zu ersten, kleineren Explosionen. Sie würden das nicht mehr lange aushalten. Die Gravitationswellen, die von der dunklen Materie ausgingen, schleuderten die Antimaterie geradezu auf die Stadt und mit jeder Welle durchfuhren unglaubliche Schmerzen Johns Körper. Sein Verstand sagte ihm, dass er sich von der Stadt lösen musste, wenn er sich nicht selbst schaden wollte, doch das war keine Option. Er musste die Kontrolle behalten, wenn die Expedition eine Zukunft haben sollte.
Angestrengt suchte er nach einer Lösung. Vielleicht sollten sie die Hyperraumfenster schließen und noch einmal öffnen. Zumindest bei Windows half so ein Reset doch meistens. Aber das war nicht Windows und der Spalt würde sich wahrscheinlich auch nicht schließen, wenn sie die Hyperraumfenster schließen würden. Dafür war er inzwischen viel zu groß. Hindurchzufliegen war jedoch auch ausgeschlossen. Immerhin drang so viel dunkle Materie und Antimaterie in die Subraumblase ein, dass John vermutete, dass sie einen Spalt in ein Universum geöffnet hatten, das aus Antimaterie bestand. Sie brauchten eine andere Lösung und das schnell. Verzweifelt suchte er eine Alternative, bis auf einmal Atlantis selbst wieder auf den Wurmlochantrieb hinwies. Vermutlich war das wirklich ihre einzige Rettung.
“Rapiditas, Hyperraumfenster deaktivieren.”, murmelte er geistesabwesend, denn würde er nur das von der Stadt geöffnete Fenster schließen, würden sie im schlimmsten Fall in das Fenster mit negativer Polarität gezogen werden und John konnte sich vorstellen, dass sie das nicht überstehen würden.
“Elizabeth, ich muss Wurmlochantrieb aktivieren. Einzige Chance…”, fügte er seinen Worten noch hinzu, ohne zu wissen, ob er verständlich genug gesprochen hatte, damit ihn Carson verstand, oder ob er eine Antwort erhielt.
Seine Sinne waren inzwischen nur noch auf die Stadt gerichtet. Immer tiefer tauchte er in die Systeme der Stadt ab, während sein Leib ein fernes, kaum spürbares Anhängsel seines Verstands wurde. Die Informationsflut quälte sein Gehirn, das nach immer größeren Mengen Sauerstoff verlangte. Sein Herz strengte sich an die geforderten Mengen zu liefern, doch selbst sein gut trainierter Herzmuskel, der große Anstrengungen gewöhnt war, konnte dem nicht auf Dauer standhalten. In immer kürzeren Intervallen zog der Muskel sich zusammen und expandierte wieder. Schon bald tauchten die ersten Rhythmusstörungen auf, die schnell häufiger wurden. Alarmzeichen seines Körpers, dass er diesen Anstrengungen nicht gewachsen war, bekam John nicht mehr mit. Seine einzigen Gedanken galten Atlantis, dem Überleben der Expeditionsmitglieder und all der anderen Menschen und Tiere an Bord sowie dem Starten des Wurmlochantriebs.
Der Wurmlochantrieb fühlte sich anders an als alle Antikerantriebe, die er jemals gesteuert hatte. Für einen kurzen Moment hatte er das Gefühl als wollte Atlantis ihn noch ein letztes Mal vor dem Einsatz des Antriebes warnen, doch dann ließ sie ihn gewähren. Ohne den Widerstand der Stadt fand er schon bald die Informationen, die er brauchte, um den Antrieb zu steuern. Innerhalb von Sekundenbruchteilen verarbeitete sein Verstand die relevanten Informationen über die gescheiterten Testflüge und suchte nach einem Weg es besser zu machen. Konnte ein einfacher Mensch es überhaupt besser machen als ein Pilot der Antiker, der für die Testflüge ausgebildet worden war? Ihm kamen erste Zweifel in den Sinn, aber er musste erfolgreich sein. Eine andere Lösung gab es nicht. Doch noch während er versuchte Atlantis optimal auf den Flug vorzubereiten, hatte er das Gefühl eine Stimme zu hören. “Ikarus, mein Junge, befolge den Flugplan. Nur so kannst du es schaffen.” Flugpläne. Für die Testflüge musste es Flugpläne gegeben haben. Wenn er sich richtig an die Geschichte erinnerte, dann hatte Ikarus nicht auf die Worte seines Vaters gehört. Er hatte den Flugplan nicht befolgt und war dadurch ums Leben gekommen. Aber wenn er den für Ikarus erarbeiteten Flugplan befolgen würde, dann würde ihnen das vielleicht helfen. Immerhin hätte Daedalus seinem eigenen Sohn nur erlaubt einen Testflug anzutreten, von dem er sich hundertprozentig sicher war, dass er auch gelingen konnte. Er rief den Plan auf, den Daedalus für seinen Sohn erarbeitet hatte und begann die Daten in den Flugcomputer zu laden. “Intro locum desideratum: secundam sedem Atlanticae.” John merkte nicht, dass er in der Sprache der Antiker darüber sprach, welche Zielkoordinaten er eingegeben hatte. Ihm war noch nicht einmal bewusst, dass er laut darüber gesprochen hatte.
Zum ersten Mal in seinem Leben befolgte er haarklein jeden Schritt, den die Antiker für die Bedienung dieses Antriebs vorgesehen hatten. Für Eigensinn war nun kein Platz und dennoch verlangten die Berechnungen alles von ihm ab, was er jemals über das Fliegen gelernt hatte. Endlich hatte er alle Berechnungen durchgeführt und die fehlenden Daten ergänzt, als eine Explosion auf dem Südpier ihn erschaudern ließ. Sie mussten fort von hier und obwohl die beiden Hyperraumfenster noch aktiv waren, gab John den Befehl das Wurmloch zu öffnen. Mehrere schreckliche Sekunden lang schien es als würde nichts geschehen, doch dann öffnete sich mitten in der dunkle Materiewolke der bläulich schimmernde Ereignishorizont eines Wurmlochs. Der Sog der Hyperraumfenster hielt Atlantis noch zurück, doch sobald die Fenster geschlossen waren, war er bereit die Stadt in Sicherheit zu bringen.
- Sandra Nelson
- Air Force Offizier
- Beiträge: 66
- Registriert: 30.05.2009, 16:55
Sandy zuckte erschrocken zusammen, als sie bemerkte, dass Colonel Sheppard nicht nur Doktor Beckett sondern auch sie zu einem Bier eingeladen hatte, sobald sie diesen Flug überstanden hatten. “Danke, Sir.”, erwiderte sie zögerlich, musste dann aber sofort daran denken, dass sie diesen Flug noch lange nicht überlebt hatten. Der Plan von dem Wraith und Colonel Carter klang vielversprechend, aber genauso vielversprechend hatte auch ihr Plan mit Atlantis nach X-54672 zu fliegen und die Stadt dabei mit Energie von der Rapiditas zu versorgen geklungen. Die Energieversorgung war zwar bisher geglückt, aber ihr Flug war gründlich schief gegangen. Doch noch hatten sie sogar zwei Eisen im Feuer und Sandy hoffte sehr, dass bereits der erste Plan die Rettung bringen würde.
Angespannt überprüfte sie immer wieder die auf ihrer Konsole angezeigten Daten, während der Colonel offenbar alles für das Öffnen des Hyperraumfensters vorbereitete und dabei trotzdem seine Umgebung soweit im Blick behielt, dass er sofort reagieren konnte, als er einen Funkspruch von Colonel Carter erhielt. Offenbar waren die Vorbereitungen auf der Rapiditas beendet und der Colonel gab nach einem kurzen Countdown den Befehl die Hyperraumfenster zu öffnen. Voller Neugierde beobachtete Sandy die Sensordaten und für einen kurzen Augenblick hatte sie das Gefühl, dass der Plan wirklich funktionieren könnte. Doch fast augenblicklich schlug ihre Freude in Sorge um. Es hatte sich zwar ein Spalt geöffnet, doch die großen Mengen an dunkler Materie und Antimaterie, die durch den Spalt in die Subraumblase eindrangen, sprachen dafür, dass sie entweder einen Spalt in ein Universum geöffnet hatten, das noch sehr jung war und in dem noch nicht ein Großteil der Antimaterie annihiliert worden war oder in eines, in dem Antimaterie vorherrschte. Wieso musste Murphys Law nur immer dafür sorgen, dass all das, was schief gehen konnte, auch schief ging? Es war zwar positiv, dass die dunkle Materie dafür sorgte, dass die Subraumblase sich ausdehnte, aber dafür schlugen immer wieder Antimateriapartikel auf den Piers der Stadt ein.
“Das ist gar nicht gut.”, redete Sandy mit sich selbst und überlegte angestrengt, wie sie den Spalt wieder schließen konnte, doch ihr fiel keine Lösung ein. Selbst wenn Atlantis und die Rapiditas die Rollen tauschen würden, würde der Spalt vermutlich nur noch größer werden und noch mehr Antimaterie würde die Subraumblase fluten. Sie durften nicht hierbleiben und die einzige Art und Weise, wie sie von hier verschwinden konnte, war vermutlich der Wurmlochantrieb. Colonel Sheppard schien dies auch zu realisieren. Sandy konnte zwar nicht genau verstehen, was er sagte, doch sie glaubte den Begriff Wurmloch herausgehört zu haben. Von einem Augenblick auf den anderen schienen sich die Daten auf ihrer Konsole zu überschlagen. Mit einer fast unmenschlichen Geschwindigkeit konfigurierte der Colonel Systeme um oder vielleicht lud er auch nur bereits existierende Einstellungen, trug Daten ein und versuchte Atlantis in Sicherheit zu bringen.
Dass dies sich nicht gerade positiv auf den Zustand des Colonel auswirkte, zeigte ihr der Alarm, den sie plötzlich von den Überwachungsgeräten hörte. Besorgt versuchte Sandy den Alarm auszublenden und sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Der Colonel würde es schaffen, Doktor Beckett würde sich um ihn kümmern und Doktor Beckett, der Colonel und sie würden in 48 Stunden gemeinsam ein Bier trinken. Sandy klammerte sich an diesen Gedanken wie an eine Rettungsleine und behielt weiterhin die Energieversorgung des Kontrollstuhls im Blick. Erst als die Daten einen deutlichen Anstieg des Energieverbrauchs anzeigten, sah Sandy kurz zu dem Colonel und blickte in das Gesicht eines Mannes, der so wirkte, als würde er all seine Kraft einsetzen, um die Stadt zu retten. Er murmelte irgendetwas, was wie Latein klang, dann verstummte er wieder und zuckte kurz darauf so zusammen, als hätte man ihn angeschossen. Irgendwo in der Ferne hörte sie ein Grollen und ein Blick auf ihre Daten zeigte ihr, dass es eine Antimaterieexplosion auf dem Südpier gegeben hatte. Atlantis Zeit lief ab und die ihres Piloten ebenso, denn als Sandy wieder zu ihm blickte sah sie, dass seine Nase zu bluten begonnen hatte. Ein zittriges “Doktor Beckett.” kam ihr über die Lippen, während sie ungläubig beobachtete, wie möglicherweise das letzte Stündlein der Expedition schlug.
Angespannt überprüfte sie immer wieder die auf ihrer Konsole angezeigten Daten, während der Colonel offenbar alles für das Öffnen des Hyperraumfensters vorbereitete und dabei trotzdem seine Umgebung soweit im Blick behielt, dass er sofort reagieren konnte, als er einen Funkspruch von Colonel Carter erhielt. Offenbar waren die Vorbereitungen auf der Rapiditas beendet und der Colonel gab nach einem kurzen Countdown den Befehl die Hyperraumfenster zu öffnen. Voller Neugierde beobachtete Sandy die Sensordaten und für einen kurzen Augenblick hatte sie das Gefühl, dass der Plan wirklich funktionieren könnte. Doch fast augenblicklich schlug ihre Freude in Sorge um. Es hatte sich zwar ein Spalt geöffnet, doch die großen Mengen an dunkler Materie und Antimaterie, die durch den Spalt in die Subraumblase eindrangen, sprachen dafür, dass sie entweder einen Spalt in ein Universum geöffnet hatten, das noch sehr jung war und in dem noch nicht ein Großteil der Antimaterie annihiliert worden war oder in eines, in dem Antimaterie vorherrschte. Wieso musste Murphys Law nur immer dafür sorgen, dass all das, was schief gehen konnte, auch schief ging? Es war zwar positiv, dass die dunkle Materie dafür sorgte, dass die Subraumblase sich ausdehnte, aber dafür schlugen immer wieder Antimateriapartikel auf den Piers der Stadt ein.
“Das ist gar nicht gut.”, redete Sandy mit sich selbst und überlegte angestrengt, wie sie den Spalt wieder schließen konnte, doch ihr fiel keine Lösung ein. Selbst wenn Atlantis und die Rapiditas die Rollen tauschen würden, würde der Spalt vermutlich nur noch größer werden und noch mehr Antimaterie würde die Subraumblase fluten. Sie durften nicht hierbleiben und die einzige Art und Weise, wie sie von hier verschwinden konnte, war vermutlich der Wurmlochantrieb. Colonel Sheppard schien dies auch zu realisieren. Sandy konnte zwar nicht genau verstehen, was er sagte, doch sie glaubte den Begriff Wurmloch herausgehört zu haben. Von einem Augenblick auf den anderen schienen sich die Daten auf ihrer Konsole zu überschlagen. Mit einer fast unmenschlichen Geschwindigkeit konfigurierte der Colonel Systeme um oder vielleicht lud er auch nur bereits existierende Einstellungen, trug Daten ein und versuchte Atlantis in Sicherheit zu bringen.
Dass dies sich nicht gerade positiv auf den Zustand des Colonel auswirkte, zeigte ihr der Alarm, den sie plötzlich von den Überwachungsgeräten hörte. Besorgt versuchte Sandy den Alarm auszublenden und sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Der Colonel würde es schaffen, Doktor Beckett würde sich um ihn kümmern und Doktor Beckett, der Colonel und sie würden in 48 Stunden gemeinsam ein Bier trinken. Sandy klammerte sich an diesen Gedanken wie an eine Rettungsleine und behielt weiterhin die Energieversorgung des Kontrollstuhls im Blick. Erst als die Daten einen deutlichen Anstieg des Energieverbrauchs anzeigten, sah Sandy kurz zu dem Colonel und blickte in das Gesicht eines Mannes, der so wirkte, als würde er all seine Kraft einsetzen, um die Stadt zu retten. Er murmelte irgendetwas, was wie Latein klang, dann verstummte er wieder und zuckte kurz darauf so zusammen, als hätte man ihn angeschossen. Irgendwo in der Ferne hörte sie ein Grollen und ein Blick auf ihre Daten zeigte ihr, dass es eine Antimaterieexplosion auf dem Südpier gegeben hatte. Atlantis Zeit lief ab und die ihres Piloten ebenso, denn als Sandy wieder zu ihm blickte sah sie, dass seine Nase zu bluten begonnen hatte. Ein zittriges “Doktor Beckett.” kam ihr über die Lippen, während sie ungläubig beobachtete, wie möglicherweise das letzte Stündlein der Expedition schlug.
- Carson Beckett
- Chefarzt Atlantis
- Beiträge: 74
- Registriert: 10.10.2015, 10:12
Carson ließ seine Augen in einem regelmäßigen Rhythmus über die Daten auf dem EEG Monitor, aber ebenso auch zu dem Colonel selbst hinüber gleiten. Er beobachtete die Körperspannung des Piloten, seine Mimik und Hautfärbung, einfach alles was ihm in irgendeiner Form etwas Aufschluss darüber geben konnte, wie es ihm ging. Jetzt wo es in die heiße Phase ging investierte er seine vollständige Konzentration. Nur kurz löste er sich von seinem Vorgehen, um einen prüfenden Blick zu Lieutenant Nelson zu werfen. Aber die junge Offizierin hielt sich dafür, dass sie noch nicht so Pegasus-erfahren war, wie die Mitglieder der Ursprungsexpedition, sehr gut. Er hatte die höchste Achtung vor diesen jungen Menschen, die es schafften sich so hervorragend an neue Gegebenheiten anzupassen. Selbst dann, wenn sie auf den ersten Blick so „absurd“ wirkten, wie der Besuch einer anderen Galaxie. Tja, die Beteiligung am Stargate Programm oder der Atlantis Expedition war für sie alle sicher durchaus augenöffnend gewesen. Und herausfordernd.
Der Mediziner blickte wieder zu seinem Monitor und begann einige Markierungen vorzunehmen. Bisher war noch alles im… nun ja sagen wir „gelben“-Bereich. Grün konnte man es wohl kaum nennen, wenn man bedachte welche Medikamente er John bereits zur Unterstützung seines Kreislaufs und seiner Belastungsfähigkeit gegeben hatte. Vielleicht war sogar „gelb“ noch zu gelinde ausgedrückt und „orange“ treffender, aber er wollte auch nicht zu sehr der Schwarzseher sein. Der Colonel machte hier schließlich seine Arbeit, eine für die er extra für diese Expedition ausgewählt wurde. Und er machte sie gut, daran hatte Carson nicht die geringsten Zweifel. Gewisse Risiken musste man nun mal bei diesem Job hier in Kauf nehmen… das war jedem von ihnen bewusst gewesen, als sie die entsprechenden Verträge unterzeichnet hatten. Er hoffte nur weiterhin inständig, dass aus den Risiken kein Worst Case Szenario wurde.
Carson hatte nicht wirklich eine Ahnung, was mit der Stadt selbst gerade geschah, also an welchem Punkt der Umsetzung dieses Hyperraum-basierten Planes sie sich befanden. Aber er war es gewohnt nicht über alles im Detail im Bilde zu sein. Vielleicht war es auch besser so, da er eh vieles, was die Wissenschaftler von sich gaben, nicht wirklich verstand. Egal wie häufig Rodney versuchte ihm gewisse Thematiken näher zu bringen, die der Ansicht des Physikers nach so verdammt "einfach" waren. Er war nun mal ein Arzt, spezialisiert darauf den menschlichen Körper (und gelegentlich auch den anderer Arten) zu verstehen und Verletzungen sowie Krankheiten zu behandeln. Mit außerirdischer Technik kam er in der Regel klar, wenn es sich um Diagnoseprogramme handelte, die ihn bei seiner Arbeit unterstützten. Aber das hieß nicht, dass er verstand, was sich in einem Raumschiff abspielte… Oder wie man ein Raumschiff flog. Wobei er immerhin in den vergangenen Monaten auf Elizabeths Anordnung einige Zwangstrainingseinheiten absolviert hatte.
Der Schotte konzentrierte sich daher weiter auf seine eigentliche Aufgabe, die Überwachung der Vitalfunktionen und Hinströme ihres Piloten. Es war nicht zu verkennen, dass der Stresslevel bei John stieg. Zunächst in überschaubarem Rahmen, doch dann änderte sich das schlagartig und die Werte des Colonels schossen deutlich über das hinaus, was der Arzt zuvor noch als „orangenen“ Bereich definiert hatte. Carson ließ seinen Blick zu John schnellen, achtete aber schnell wieder auf die Datenausleitung des EEG. Verdammt… das sah echt beunruhigend aus.
Nebenher entgingen ihm nicht die Erschütterungen, die durch die Tiefenstruktur der Stadt übertragen zu werden schienen. Und auch nicht Lieutenant Nelsons Feststellung, dass die Anzeigen auf ihren Systemen nicht gut aussahen. Auch wenn er wenig Ahnung von der physikalischen Seite dieser Reise hatte, reichte seine Beobachtungen und die allgemein umschlagende Stimmung vollkommen aus, um ihm mitzuteilen, dass etwas nicht so lief, wie es sollte. Oder wie sie es erwartet hatten. Auch die nun strickt eingehaltene Funkdisziplin auf dem Führungskanal sprach Bände…
Carson schluckte hörbar und begann unbewusst auf der Innenseite seiner Unterlippe zu kauen. In Gedanken ging er sämtliche Medikamente durch, die er noch bei sich hatte. Er suchte nach etwas, womit er John helfen konnte, ohne seine Leistungsfähigkeit einzuschränken. Aber dieser Spagat war beinahe ein Ding der Unmöglichkeit… Er wandte erneut den Blick zu dem Piloten und ließ seine Augen über die Statur des jungen Mannes schweifen. Der Mediziner hasste es sich so nutzlos zu fühlen, aber es gab einfach nichts, was er im Moment tun konnte… außer verdammt nochmal vorbereitet zu sein. Der Schotte warf erneut einen Blick auf die EEG Daten und griff dann kraftvoll nach der Tasche mit seiner Ausrüstung. Gezielt überflog er die verschiedenen Ampullen und ihre Beschriftungen, ehe er mit der linken Hand nach zwei, nein sogar drei der Substanzen griff. Parallel beschaffte er sich mit der rechten Hand drei dazugehörige Spritzen. Mit routinierten schnellen Bewegungen begann er anschließend diese nach und nach mit unterschiedlichen Mengen der Medikamente aufzuziehen. Sein Blick wanderte dabei regelmäßig auf die EEG Ausleitungen. Unbewusste leise gemurmelte Flüche in seiner Muttersprache kamen ihm bei diesem Anblick über die Lippen. In was für eine Katastrophe hatten sie sich hier nur hinein manövriert?
Nachdem die Spritzen in Rekordzeit befüllt waren, wandte der Mediziner sich wieder von seiner Ausrüstung hab. Mit einem halben Schritt war er an Johns Seite. Himmel war er froh, dass er dem Offizier bereits einen Zugang gelegt hatte, denn bei der aktuellen Muskelspannung in dessen Arm wäre es wahrscheinlich eine Tortur die Medikamente ohne diesen ordentlich zu injizieren. Gerade als Carson seinen Kopf wieder in Richtung Monitor drehte, hörte er John etwas flüstern. Ohne zu zögern oder auch nur darüber nachzudenken, aktivierte er sein Funkgerät:
„Rapiditas für Kontrollstuhlraum, Hyperraum deaktivieren! Ich wiederhole, Hyperraum deaktivieren!“
Gerade als Carson seine Nachricht beendet hatte, murmelte der Pilot erneut leise vor sich hin. Der Schotte verkniff sich nur mit Mühe einen Fluch und aktivierte erneut direkt sein Funkgerät:
„Carson an Dr. Weir! Colonel Sheppard wird den Wurmlochantrieb nutzen.“
Carson unterließ es diese Mitteilung in irgendeiner Form weiter zu kommentieren. Sheppard‘s Worte waren eindeutig… es war in seinen Augen die einzige Chance. Und wenn er sich Lieutenant Nelson und das wahnsinnige Blinken von Warnmeldungen auf ihrem Bildschirm ansah, dann hatte er keine Zweifel daran, dass die Einschätzung des Colonels verlässlich war. Zweifelsfrei hatte Elizabeth durch Dr. Zelenka sicher bereits ähnliche Informationen bekommen, genau deswegen hatte sie ja auch einen der führenden Wissenschaftler gerade als Berater an ihrer Seite.
Die Augen des Chefarztes flogen noch einmal ganz kurz zu den EEG Ausleitungen, aber es hatte nun keinen Sinn mehr sich auf die tatsächlichen Werte zu konzentrieren. Die Daten waren weit jenseits von allem, was er bisher in seiner medizinischen Laufbahn gesehen hatte. Und ebenso fernab von allem, was man noch als gesund bezeichnen konnte. Der Griff des Arztes um die drei befüllten Spritzen festigte sich kurzzeitig, ehe er begann sie mit seinen Fingern zu separieren. Aus Mangel an genug Händen, nahm er eine zwischen die Zähne. Die Zweite hielt er lediglich eingeklemmt zwischen Mittel- und Ringfinger der linken Hand. Mit den dadurch noch nutzbaren Daumen und Zeigefinger der gleichen Hand hielt er den Anschluss des kurzen Schlauchs am Unterarmvenenzugang des Piloten, um im richtigen Moment direkt die dritte, in seiner rechten Hand liegende, Spritze mit diesem verbinden zu können. Es konnten gerade Mal wenige Sekunden verstrichen sein, seit er Dr. Weir angefunkt hatte, und doch kam es Carson wie eine Ewigkeit vor, die er schon tatenlos hier neben dem Piloten stand, während dessen Vitalfunktionen zu einem lebensgefährlichen Chaos mutierten.
Der Mediziner blickte wieder zu seinem Monitor und begann einige Markierungen vorzunehmen. Bisher war noch alles im… nun ja sagen wir „gelben“-Bereich. Grün konnte man es wohl kaum nennen, wenn man bedachte welche Medikamente er John bereits zur Unterstützung seines Kreislaufs und seiner Belastungsfähigkeit gegeben hatte. Vielleicht war sogar „gelb“ noch zu gelinde ausgedrückt und „orange“ treffender, aber er wollte auch nicht zu sehr der Schwarzseher sein. Der Colonel machte hier schließlich seine Arbeit, eine für die er extra für diese Expedition ausgewählt wurde. Und er machte sie gut, daran hatte Carson nicht die geringsten Zweifel. Gewisse Risiken musste man nun mal bei diesem Job hier in Kauf nehmen… das war jedem von ihnen bewusst gewesen, als sie die entsprechenden Verträge unterzeichnet hatten. Er hoffte nur weiterhin inständig, dass aus den Risiken kein Worst Case Szenario wurde.
Carson hatte nicht wirklich eine Ahnung, was mit der Stadt selbst gerade geschah, also an welchem Punkt der Umsetzung dieses Hyperraum-basierten Planes sie sich befanden. Aber er war es gewohnt nicht über alles im Detail im Bilde zu sein. Vielleicht war es auch besser so, da er eh vieles, was die Wissenschaftler von sich gaben, nicht wirklich verstand. Egal wie häufig Rodney versuchte ihm gewisse Thematiken näher zu bringen, die der Ansicht des Physikers nach so verdammt "einfach" waren. Er war nun mal ein Arzt, spezialisiert darauf den menschlichen Körper (und gelegentlich auch den anderer Arten) zu verstehen und Verletzungen sowie Krankheiten zu behandeln. Mit außerirdischer Technik kam er in der Regel klar, wenn es sich um Diagnoseprogramme handelte, die ihn bei seiner Arbeit unterstützten. Aber das hieß nicht, dass er verstand, was sich in einem Raumschiff abspielte… Oder wie man ein Raumschiff flog. Wobei er immerhin in den vergangenen Monaten auf Elizabeths Anordnung einige Zwangstrainingseinheiten absolviert hatte.
Der Schotte konzentrierte sich daher weiter auf seine eigentliche Aufgabe, die Überwachung der Vitalfunktionen und Hinströme ihres Piloten. Es war nicht zu verkennen, dass der Stresslevel bei John stieg. Zunächst in überschaubarem Rahmen, doch dann änderte sich das schlagartig und die Werte des Colonels schossen deutlich über das hinaus, was der Arzt zuvor noch als „orangenen“ Bereich definiert hatte. Carson ließ seinen Blick zu John schnellen, achtete aber schnell wieder auf die Datenausleitung des EEG. Verdammt… das sah echt beunruhigend aus.
Nebenher entgingen ihm nicht die Erschütterungen, die durch die Tiefenstruktur der Stadt übertragen zu werden schienen. Und auch nicht Lieutenant Nelsons Feststellung, dass die Anzeigen auf ihren Systemen nicht gut aussahen. Auch wenn er wenig Ahnung von der physikalischen Seite dieser Reise hatte, reichte seine Beobachtungen und die allgemein umschlagende Stimmung vollkommen aus, um ihm mitzuteilen, dass etwas nicht so lief, wie es sollte. Oder wie sie es erwartet hatten. Auch die nun strickt eingehaltene Funkdisziplin auf dem Führungskanal sprach Bände…
Carson schluckte hörbar und begann unbewusst auf der Innenseite seiner Unterlippe zu kauen. In Gedanken ging er sämtliche Medikamente durch, die er noch bei sich hatte. Er suchte nach etwas, womit er John helfen konnte, ohne seine Leistungsfähigkeit einzuschränken. Aber dieser Spagat war beinahe ein Ding der Unmöglichkeit… Er wandte erneut den Blick zu dem Piloten und ließ seine Augen über die Statur des jungen Mannes schweifen. Der Mediziner hasste es sich so nutzlos zu fühlen, aber es gab einfach nichts, was er im Moment tun konnte… außer verdammt nochmal vorbereitet zu sein. Der Schotte warf erneut einen Blick auf die EEG Daten und griff dann kraftvoll nach der Tasche mit seiner Ausrüstung. Gezielt überflog er die verschiedenen Ampullen und ihre Beschriftungen, ehe er mit der linken Hand nach zwei, nein sogar drei der Substanzen griff. Parallel beschaffte er sich mit der rechten Hand drei dazugehörige Spritzen. Mit routinierten schnellen Bewegungen begann er anschließend diese nach und nach mit unterschiedlichen Mengen der Medikamente aufzuziehen. Sein Blick wanderte dabei regelmäßig auf die EEG Ausleitungen. Unbewusste leise gemurmelte Flüche in seiner Muttersprache kamen ihm bei diesem Anblick über die Lippen. In was für eine Katastrophe hatten sie sich hier nur hinein manövriert?
Nachdem die Spritzen in Rekordzeit befüllt waren, wandte der Mediziner sich wieder von seiner Ausrüstung hab. Mit einem halben Schritt war er an Johns Seite. Himmel war er froh, dass er dem Offizier bereits einen Zugang gelegt hatte, denn bei der aktuellen Muskelspannung in dessen Arm wäre es wahrscheinlich eine Tortur die Medikamente ohne diesen ordentlich zu injizieren. Gerade als Carson seinen Kopf wieder in Richtung Monitor drehte, hörte er John etwas flüstern. Ohne zu zögern oder auch nur darüber nachzudenken, aktivierte er sein Funkgerät:
„Rapiditas für Kontrollstuhlraum, Hyperraum deaktivieren! Ich wiederhole, Hyperraum deaktivieren!“
Gerade als Carson seine Nachricht beendet hatte, murmelte der Pilot erneut leise vor sich hin. Der Schotte verkniff sich nur mit Mühe einen Fluch und aktivierte erneut direkt sein Funkgerät:
„Carson an Dr. Weir! Colonel Sheppard wird den Wurmlochantrieb nutzen.“
Carson unterließ es diese Mitteilung in irgendeiner Form weiter zu kommentieren. Sheppard‘s Worte waren eindeutig… es war in seinen Augen die einzige Chance. Und wenn er sich Lieutenant Nelson und das wahnsinnige Blinken von Warnmeldungen auf ihrem Bildschirm ansah, dann hatte er keine Zweifel daran, dass die Einschätzung des Colonels verlässlich war. Zweifelsfrei hatte Elizabeth durch Dr. Zelenka sicher bereits ähnliche Informationen bekommen, genau deswegen hatte sie ja auch einen der führenden Wissenschaftler gerade als Berater an ihrer Seite.
Die Augen des Chefarztes flogen noch einmal ganz kurz zu den EEG Ausleitungen, aber es hatte nun keinen Sinn mehr sich auf die tatsächlichen Werte zu konzentrieren. Die Daten waren weit jenseits von allem, was er bisher in seiner medizinischen Laufbahn gesehen hatte. Und ebenso fernab von allem, was man noch als gesund bezeichnen konnte. Der Griff des Arztes um die drei befüllten Spritzen festigte sich kurzzeitig, ehe er begann sie mit seinen Fingern zu separieren. Aus Mangel an genug Händen, nahm er eine zwischen die Zähne. Die Zweite hielt er lediglich eingeklemmt zwischen Mittel- und Ringfinger der linken Hand. Mit den dadurch noch nutzbaren Daumen und Zeigefinger der gleichen Hand hielt er den Anschluss des kurzen Schlauchs am Unterarmvenenzugang des Piloten, um im richtigen Moment direkt die dritte, in seiner rechten Hand liegende, Spritze mit diesem verbinden zu können. Es konnten gerade Mal wenige Sekunden verstrichen sein, seit er Dr. Weir angefunkt hatte, und doch kam es Carson wie eine Ewigkeit vor, die er schon tatenlos hier neben dem Piloten stand, während dessen Vitalfunktionen zu einem lebensgefährlichen Chaos mutierten.
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
Das nebenstehende Avatarbild basiert auf dem Bild "Paul McGillion" aus der Mediendatenbank Flickr und wurde unter der Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)-Lizenz veröffentlicht. Der Urheber des Bildes ist fc.nz.
- Elizabeth Weir
- Expeditionsleiterin Atlantis
- Beiträge: 133
- Registriert: 23.07.2010, 16:55
Funkspruch aus dem Tor- und Kontrollraum
„Hier Weir. In Ordnung Carson. John soll es versuchen. Teyla hat mir gerade mitgeteilt, dass sie im Maschinenraum der Rapiditas festgestellt haben, dass sich durch den Spalt wahrscheinlich Mikrowurmlöcher bilden, die dabei helfen können mit dem Wurmlochantrieb ein stabiles, großes Wurmloch zu bilden. Wenn John noch in der Lage ist sie zu verstehen, dann teilen sie ihm das bitte mit.“
„Und passen sie bitte gut auf ihn auf. Weir Ende“
„Hier Weir. In Ordnung Carson. John soll es versuchen. Teyla hat mir gerade mitgeteilt, dass sie im Maschinenraum der Rapiditas festgestellt haben, dass sich durch den Spalt wahrscheinlich Mikrowurmlöcher bilden, die dabei helfen können mit dem Wurmlochantrieb ein stabiles, großes Wurmloch zu bilden. Wenn John noch in der Lage ist sie zu verstehen, dann teilen sie ihm das bitte mit.“
„Und passen sie bitte gut auf ihn auf. Weir Ende“
-
Evan Lorne
- Teamleiter SGA-2
- Beiträge: 18
- Registriert: 29.07.2017, 22:26
Funkspruch von der Brücke der Rapiditas:
"Lorne an Atlantis, Hyperraumfenster ist ge..[Husten] Das Hyperraumfenster ist geschlossen."
"Lorne an Atlantis, Hyperraumfenster ist ge..[Husten] Das Hyperraumfenster ist geschlossen."
- John Sheppard
- Militärischer Leiter Atlantis, Teamleiter SGA-1
- Beiträge: 305
- Registriert: 19.06.2010, 16:55
Es war unglaublich, dass der Wurmlochantrieb wirklich funktionierte. Zwar konnte John das Wurmloch nicht direkt sehen, aber durch die Sensoren der Stadt war es fast so, als hätte er das Wurmloch unmittelbar vor den Augen. Bläulich schimmernd und wunderschön drehte es sich langsam mitten in der Wolke aus dunkler Materie und es schien, als würde ähnlich wie bei einem schwarzen Loch Materie in das Wurmloch gesaugt werden. Im Gegensatz zu dem Wurmloch eines Stargates schien dieses eine starke Anziehungskraft zu besitzen, die langsam auch Atlantis zu spüren bekam. Oder handelte es sich nur um die Auswirkungen der immer größer werdenden Menge an dunkler Materie in der Subraumblase? Sie würden es wahrscheinlich schon bald herausfinden, denn endlich verschwand das Hyperraumfenster, das die Rapiditas geöffnet hatte und John reagierte sofort. Eilig schloss er auch das Hyperraumfenster von Atlantis und stellte auch die Emitter, die das Hyperraumfeld erzeugten, ab. Die Subraumblase hatte sich inzwischen durch die dunkle Materie so weit ausgedehnt, dass es nicht mehr notwendig war sie durch das Hyperraumfeld am Kollabieren zu hindern. Dennoch beobachtete John für einen Moment angespannt die Sensordaten und als er sich sicher war, dass die Deaktivierung des Hyperraumfeldes keine negativen Auswirkungen hatte, richtete er seine gesamte Aufmerksamkeit auf das Wurmloch.
Er wusste, dass er nun so schnell wie möglich zu dem Wurmloch fliegen sollte. Die tausend Nadelstiche, die die Antimaterieeinschläge erzeugten, trieben ihn geradezu dazu loszufliegen, doch irgendetwas hielt ihn noch zurück. Etwas stimmte nicht mit dem Wurmloch. Es war zu klein. Die Wurmlochgeneratoren hatten zu wenig Energie. Augenblicklich leitete John die Energie, die sie gerade noch für den Hyperraumantrieb gebraucht hatten, in den Wurmlochantrieb um. Doch das schien nicht genug zu sein. Das Wurmloch war immer noch zu klein für Atlantis. Er brauchte dringend noch mehr Energie. Sollte der Flug durch das Wurmloch ähnlich verlaufen wie die Reise durch das Stargate würden sie zwar nicht lange so viel Energie in den Wurmlochantrieb leiten müssen, aber zumindest für einige Augenblicke benötigten sie jedes Stück Energie, das sie bekommen konnten. Aber aus welchen Systemen konnte er noch Energie umleiten? Der Schild war schon auf ein Minimum verkleinert. Würde er die künstliche Gravitation abschalten, würde es unzählige Verletzte, vielleicht sogar Tote geben und das durfte er nicht riskieren. Die Computersysteme wurden dringend benötigt und in den meisten Bereichen war auch die Beleuchtung schon auf ein Minimum reduziert. Das einzige System, das ihm einfiel, war die Lebenserhaltung. Er würde sie nur für einen kurzen Augenblick deaktivieren müssen, bis sie das Wurmloch passiert hatten. Danach konnte er sie wieder einschalten. In dieser Zeit dürfte in keinem Bereich der Sauerstoff knapp werden und auch keiner der Bewohner von Atlantis in Gefahr geraten. Zufrieden mit der Idee schaltete er die Lebenserhaltung ab und leitete die gesamte dadurch verfügbar gewordene Energie in den Wurmlochantrieb um. Doch es schien immer noch nicht auszureichen. Wenn er nun durch das Wurmloch fliegen würde, dann würde er entweder die oberen Bereiche des zentralen Turms in Gefahr bringen oder die unteren Ebenen. Ihm musste noch etwas einfallen, doch langsam gingen ihm die Ideen aus. Egal wie sehr er nachdachte, es gab nichts mehr, woher er Energie nehmen konnte und selbst Atlantis hatte keine Vorschläge mehr für ihn. Aber sie mussten doch irgendetwas tun. Sollte er vielleicht doch die künstliche Schwerkraft abschalten? Die künstliche Gravitation verbrauchte eine große Menge an Energie. Würde er sie nur einen Moment abschalten, hätte er wahrscheinlich genügend Energie. Aber welchen Preis würden die Bewohner von Atlantis dafür bezahlen müssen?
Verzweifelt kämpfte John mit sich, bis er auf einmal etwas spürte, dass ihn wieder zuversichtlicher stimmte. Colonel Carter oder auch General O’Neill waren wohl zu dem Schluss gekommen, dass Atlantis für die Reise durch das Wurmloch unglaubliche Mengen von Energie benötigte und schickten der Stadt alles, was sie liefern konnten. Die Energie in den Leitungen fühlte sich fast berauschend an. Nun konnten sie es wirklich schaffen. Dankbar nahm John die Energie an und führte sie dem Wurmlochantrieb zu. Deutlich merkte er, wie das Wurmloch auf sein Kommando auf eine beachtliche Größe anwuchs und schließlich genug Platz für Atlantis bot. Sie konnten endlich starten. Froh darüber, dass es losgehen und er Atlantis in Sicherheit bringen konnte, startete er die Sublichttriebwerke. Gewissenhaft arbeitete er einen Schritt nach dem anderen in Daedalus Flugplan ab und verlor sich dabei endgültig in den Systemen von Atlantis. Er spürte die Stadt, als wäre sie sein Körper, während sein eigener Körper für ihn fast nicht mehr existierte.
Er bereitete gerade die Wurmlochemitter auf den Eintritt in das Wurmloch vor, als er plötzlich wieder dieses unglaublich starke, anziehende Gefühl verspürte, das ihm schon beim ersten Mal, als seine Gedanken sich mit dem Wurmlochantrieb beschäftigt hatten, gespürt hatte. Es war so verlockend, so warm und versuchte ihn dazu zu bringen vom Flugplan abzuweichen. Sensordaten fluteten seinen Verstand, die ihm ein deutlich größeres, noch stabileres Wurmloch vorgaukelten. Es war wunderschön und hatte eine Anziehungskraft auf John, der er kaum widerstehen konnte. Seine von den Sensordaten vollkommen überlasteten Nerven sagten ihm, dass er diesem Ruf des Wurmlochs folgen sollte. Es würde sie in Sicherheit bringen. Er musste nur eine kleine Änderung an der Flugbahn vornehmen. Dann würde alles funktionieren. Die Anziehungskraft der falschen Sensordaten wurde immer stärker, während John fast bereit war dem Sirenengesang zu folgen.
“Halte dich an den Flugplan!”, hörte er noch einmal die eindringliche Stimme, die schon einmal in seinem Verstand aufgetaucht war und riss John für einen Moment aus dem Griff der Daten. Doch dieser Augenblick genügte um ihn realisieren zu lassen, was geschah. Das Wurmlochantriebprojekt der Antiker war nicht geglückt, weil es sabotiert worden war. Irgendjemand hatte einen Virus eingeschleust, der mit aller Macht verhindern sollte, dass der Pilot den richtigen Eintrittswinkel in das Wurmloch fand. Den aufgeheizten Rand des Wurmlochs zu streifen würde ihren sicheren Tod bedeuten und genau das wollte der Virus erreichen. Schon einen Augenblick nachdem er die Stimme gehört hatte, zog ihn der Virus wieder in seinen Bann. Doch dieses Mal war er vorbereitet. Mit aller Macht kämpfte er gegen den Sirenengesang und bot alles an Willenskraft auf, das er noch zur Verfügung hatte. Er würde nicht wie seine Vorgänger enden! Er würde es schaffen. Doch in einem kurzen Moment spürte er auch Sensordaten, die ihn selbst betrafen. Sein Körper hielt der Belastung nicht mehr stand, aber das war egal, solange Atlantis und die Expedition überleben würde.
“Das Wohl vieler wiegt schwerer als das Wohl des Einzelnen.”, ging es ihm durch den Kopf und er merkte gar nicht, dass er die Worte leise, mit fast brechender Stimme in der Sprache der Antiker geflüstert hatte.
Während seine Atmung unregelmäßig wurde, sah er Elizabeth, Teyla, Rodney, Ronon, Carson, Thomas, ja sogar Sandy vor seinem inneren Auge und er hielt sich an diesen Bildern fest. Er kämpfte für diese Leute und die vielen anderen und er würde für sie gewinnen. Seine Atmung setzte aus, doch er kehrte zu dem Flugplan zurück. Der Computervirus, den der Saboteur zurückgelassen hatte, verstärkte seine Bemühungen noch mehr, doch obwohl John kein Antiker war, war er ein würdiger Gegner für das Biest, das sich ihm in den Weg stellte, denn im Gegensatz zu den anderen Testpiloten war er nicht nur Pilot. Er war ein Soldat, ein Krieger und nichts würde ihn von seiner Mission abbringen. Mit einer Kraftanstrengung, die ihn seiner letzten Reserven beraubte, kämpfte er den Virus nieder. John sackte im Kontrollstuhl zusammen, während die beschädigte Spitze des Südpiers in das Wurmloch eintauchte. Ein letztes verzweifeltes Aufbäumen seines ausgelaugten Körpers erlaubte es ihm noch einmal seine Lungen mit Sauerstoff zu füllen und auch die letzten Schritte des Flugplan zu befolgen. Der zentrale Turm verschwand im Wurmloch, ihm folgte schon bald die Rapiditas und schließlich auch das nördliche Pier.
Wenige Augenblicke später verließ Atlantis das Wurmloch schon wieder in einem Planetensystem, in dem sich ein blauer Planet und vier weitere Planeten um eine rote Sonne bewegten. Sie hatten ihr Ziel erreicht. Der Wurmlochantrieb schaltete sich ab und Johns Herz blieb fast in demselben Moment stehen. Seine Gedanken erfassten noch, dass sie sich viel zu schnell dem blauen Planeten näherten und in seiner Atmosphäre verglühen würden, wenn sie nicht die Schilde aktivierten und abbremsten, aber er war nicht mehr in der Lage Atlantis unter Kontrolle zu halten. Er bat sie darum zu bremsen, aber seine Gedanken wurden nicht mehr erhört. Obwohl er immer noch kämpfte, um die Kontrolle über Atlantis wieder zu erlangen, wurde seine Welt immer dunkler, bis alles in der Dunkelheit verschwand und auch die Lichter am Kontrollstuhl erloschen. Atlantis lebte. John war tot.
Er wusste, dass er nun so schnell wie möglich zu dem Wurmloch fliegen sollte. Die tausend Nadelstiche, die die Antimaterieeinschläge erzeugten, trieben ihn geradezu dazu loszufliegen, doch irgendetwas hielt ihn noch zurück. Etwas stimmte nicht mit dem Wurmloch. Es war zu klein. Die Wurmlochgeneratoren hatten zu wenig Energie. Augenblicklich leitete John die Energie, die sie gerade noch für den Hyperraumantrieb gebraucht hatten, in den Wurmlochantrieb um. Doch das schien nicht genug zu sein. Das Wurmloch war immer noch zu klein für Atlantis. Er brauchte dringend noch mehr Energie. Sollte der Flug durch das Wurmloch ähnlich verlaufen wie die Reise durch das Stargate würden sie zwar nicht lange so viel Energie in den Wurmlochantrieb leiten müssen, aber zumindest für einige Augenblicke benötigten sie jedes Stück Energie, das sie bekommen konnten. Aber aus welchen Systemen konnte er noch Energie umleiten? Der Schild war schon auf ein Minimum verkleinert. Würde er die künstliche Gravitation abschalten, würde es unzählige Verletzte, vielleicht sogar Tote geben und das durfte er nicht riskieren. Die Computersysteme wurden dringend benötigt und in den meisten Bereichen war auch die Beleuchtung schon auf ein Minimum reduziert. Das einzige System, das ihm einfiel, war die Lebenserhaltung. Er würde sie nur für einen kurzen Augenblick deaktivieren müssen, bis sie das Wurmloch passiert hatten. Danach konnte er sie wieder einschalten. In dieser Zeit dürfte in keinem Bereich der Sauerstoff knapp werden und auch keiner der Bewohner von Atlantis in Gefahr geraten. Zufrieden mit der Idee schaltete er die Lebenserhaltung ab und leitete die gesamte dadurch verfügbar gewordene Energie in den Wurmlochantrieb um. Doch es schien immer noch nicht auszureichen. Wenn er nun durch das Wurmloch fliegen würde, dann würde er entweder die oberen Bereiche des zentralen Turms in Gefahr bringen oder die unteren Ebenen. Ihm musste noch etwas einfallen, doch langsam gingen ihm die Ideen aus. Egal wie sehr er nachdachte, es gab nichts mehr, woher er Energie nehmen konnte und selbst Atlantis hatte keine Vorschläge mehr für ihn. Aber sie mussten doch irgendetwas tun. Sollte er vielleicht doch die künstliche Schwerkraft abschalten? Die künstliche Gravitation verbrauchte eine große Menge an Energie. Würde er sie nur einen Moment abschalten, hätte er wahrscheinlich genügend Energie. Aber welchen Preis würden die Bewohner von Atlantis dafür bezahlen müssen?
Verzweifelt kämpfte John mit sich, bis er auf einmal etwas spürte, dass ihn wieder zuversichtlicher stimmte. Colonel Carter oder auch General O’Neill waren wohl zu dem Schluss gekommen, dass Atlantis für die Reise durch das Wurmloch unglaubliche Mengen von Energie benötigte und schickten der Stadt alles, was sie liefern konnten. Die Energie in den Leitungen fühlte sich fast berauschend an. Nun konnten sie es wirklich schaffen. Dankbar nahm John die Energie an und führte sie dem Wurmlochantrieb zu. Deutlich merkte er, wie das Wurmloch auf sein Kommando auf eine beachtliche Größe anwuchs und schließlich genug Platz für Atlantis bot. Sie konnten endlich starten. Froh darüber, dass es losgehen und er Atlantis in Sicherheit bringen konnte, startete er die Sublichttriebwerke. Gewissenhaft arbeitete er einen Schritt nach dem anderen in Daedalus Flugplan ab und verlor sich dabei endgültig in den Systemen von Atlantis. Er spürte die Stadt, als wäre sie sein Körper, während sein eigener Körper für ihn fast nicht mehr existierte.
Er bereitete gerade die Wurmlochemitter auf den Eintritt in das Wurmloch vor, als er plötzlich wieder dieses unglaublich starke, anziehende Gefühl verspürte, das ihm schon beim ersten Mal, als seine Gedanken sich mit dem Wurmlochantrieb beschäftigt hatten, gespürt hatte. Es war so verlockend, so warm und versuchte ihn dazu zu bringen vom Flugplan abzuweichen. Sensordaten fluteten seinen Verstand, die ihm ein deutlich größeres, noch stabileres Wurmloch vorgaukelten. Es war wunderschön und hatte eine Anziehungskraft auf John, der er kaum widerstehen konnte. Seine von den Sensordaten vollkommen überlasteten Nerven sagten ihm, dass er diesem Ruf des Wurmlochs folgen sollte. Es würde sie in Sicherheit bringen. Er musste nur eine kleine Änderung an der Flugbahn vornehmen. Dann würde alles funktionieren. Die Anziehungskraft der falschen Sensordaten wurde immer stärker, während John fast bereit war dem Sirenengesang zu folgen.
“Halte dich an den Flugplan!”, hörte er noch einmal die eindringliche Stimme, die schon einmal in seinem Verstand aufgetaucht war und riss John für einen Moment aus dem Griff der Daten. Doch dieser Augenblick genügte um ihn realisieren zu lassen, was geschah. Das Wurmlochantriebprojekt der Antiker war nicht geglückt, weil es sabotiert worden war. Irgendjemand hatte einen Virus eingeschleust, der mit aller Macht verhindern sollte, dass der Pilot den richtigen Eintrittswinkel in das Wurmloch fand. Den aufgeheizten Rand des Wurmlochs zu streifen würde ihren sicheren Tod bedeuten und genau das wollte der Virus erreichen. Schon einen Augenblick nachdem er die Stimme gehört hatte, zog ihn der Virus wieder in seinen Bann. Doch dieses Mal war er vorbereitet. Mit aller Macht kämpfte er gegen den Sirenengesang und bot alles an Willenskraft auf, das er noch zur Verfügung hatte. Er würde nicht wie seine Vorgänger enden! Er würde es schaffen. Doch in einem kurzen Moment spürte er auch Sensordaten, die ihn selbst betrafen. Sein Körper hielt der Belastung nicht mehr stand, aber das war egal, solange Atlantis und die Expedition überleben würde.
“Das Wohl vieler wiegt schwerer als das Wohl des Einzelnen.”, ging es ihm durch den Kopf und er merkte gar nicht, dass er die Worte leise, mit fast brechender Stimme in der Sprache der Antiker geflüstert hatte.
Während seine Atmung unregelmäßig wurde, sah er Elizabeth, Teyla, Rodney, Ronon, Carson, Thomas, ja sogar Sandy vor seinem inneren Auge und er hielt sich an diesen Bildern fest. Er kämpfte für diese Leute und die vielen anderen und er würde für sie gewinnen. Seine Atmung setzte aus, doch er kehrte zu dem Flugplan zurück. Der Computervirus, den der Saboteur zurückgelassen hatte, verstärkte seine Bemühungen noch mehr, doch obwohl John kein Antiker war, war er ein würdiger Gegner für das Biest, das sich ihm in den Weg stellte, denn im Gegensatz zu den anderen Testpiloten war er nicht nur Pilot. Er war ein Soldat, ein Krieger und nichts würde ihn von seiner Mission abbringen. Mit einer Kraftanstrengung, die ihn seiner letzten Reserven beraubte, kämpfte er den Virus nieder. John sackte im Kontrollstuhl zusammen, während die beschädigte Spitze des Südpiers in das Wurmloch eintauchte. Ein letztes verzweifeltes Aufbäumen seines ausgelaugten Körpers erlaubte es ihm noch einmal seine Lungen mit Sauerstoff zu füllen und auch die letzten Schritte des Flugplan zu befolgen. Der zentrale Turm verschwand im Wurmloch, ihm folgte schon bald die Rapiditas und schließlich auch das nördliche Pier.
Wenige Augenblicke später verließ Atlantis das Wurmloch schon wieder in einem Planetensystem, in dem sich ein blauer Planet und vier weitere Planeten um eine rote Sonne bewegten. Sie hatten ihr Ziel erreicht. Der Wurmlochantrieb schaltete sich ab und Johns Herz blieb fast in demselben Moment stehen. Seine Gedanken erfassten noch, dass sie sich viel zu schnell dem blauen Planeten näherten und in seiner Atmosphäre verglühen würden, wenn sie nicht die Schilde aktivierten und abbremsten, aber er war nicht mehr in der Lage Atlantis unter Kontrolle zu halten. Er bat sie darum zu bremsen, aber seine Gedanken wurden nicht mehr erhört. Obwohl er immer noch kämpfte, um die Kontrolle über Atlantis wieder zu erlangen, wurde seine Welt immer dunkler, bis alles in der Dunkelheit verschwand und auch die Lichter am Kontrollstuhl erloschen. Atlantis lebte. John war tot.
- Sandra Nelson
- Air Force Offizier
- Beiträge: 66
- Registriert: 30.05.2009, 16:55
Dieses Ding, das hier inmitten des Kontrollstuhlraums stand, war doch der elektrische Stuhl. Etwas anderes fiel Sandy nicht dazu ein, als sie sah, wie sich der Zustand ihres Piloten zusammen mit dem Zustand der gesamten Stadt zusehends verschlechterte. Wo sie vor Beginn des Fluges noch darüber gewitzelt hatten, dass der Flug sicher nicht tödlich sein würde, sah es nun so aus, als würde es für den Colonel nicht gut ausgehen. Es fiel Sandy schwer zu verstehen, warum Doktor Becket nicht den Platz des Colonels einnahm. Aber vermutlich würde in der aktuellen Situation die Übergabe an einen anderen Piloten viel zu lange dauern und so wie sie den Colonel inzwischen einschätzte, würde er den Stuhl auch nicht verlassen, bis er nicht mehr anders konnte.
Obwohl sie sich spätestens als Doktor Beckett erneut nach seiner Tasche griff, kaum noch auf ihre eigene Arbeit konzentrieren konnte, wandte sich Sandy wieder von der Szene, die sich im Zentrum des Raumes abspielte, ab und versuchte hauptsächlich auf ihre Daten zu achten. Dabei entgingen ihr jedoch die schottischen Flüche nicht, die der Arzt vor sich hin murmelte und sie konnte diesen Flüchen nur zustimmen. Ein leises “Aye” kam ihr über die Lippen, doch sie weigerte sich erneut zu Doktor Beckett und Colonel Sheppard zu blicken. Krampfhaft betrachtete sie sich die auf ihrer Konsole angezeigten Daten und beobachtete geschockt wie die Schäden auf dem Südpier weiterzunahmen. Der Colonel hatte scheinbar bewusst dafür gesorgt, dass das Pier weiterhin in Richtung der Antimaterieanomalie zeigte, um den zentralen Turm und die anderen Piers zu schützen. Es war schon schlimm genug, dass sie einen Turm verloren hatten und sie mussten nun nicht auch noch die strukturelle Integrität eines weiteren Piers riskieren, nur um ein schon beschädigtes zu schützen.
Der Funkspruch, dass die Rapiditas unverzüglich den Hyperraumantrieb deaktivieren sollte und schließlich die Ankündigung, dass Sheppard den Wurmlochantrieb aktivieren würde, ließen Sandy zusammenzucken. Das war gar nicht gut, aber im Endeffekt war es wahrscheinlich ihre letzte Hoffnung. Würden sie nichts machen, würde Atlantis schon bald zerstört werden und wenn sie den Wurmlochantrieb benutzten, dann war es auch gut möglich, dass sie vernichtet werden würden. Aber sie hatten zumindest eine Chance. Angespannt beobachtete Sandy, wie der Energiebedarf für einen Augenblick sank, als der Colonel den Hyperraumantrieb der Stadt und auch das Feld, das bisher die Subraumblase am kollabieren gehindert hatte, deaktivierte. Doch schon wenig später schoss der Energieverbrauch in die Höhe. Eine unglaubliche Menge Energie floss in den Wurmlochantrieb und wenn Sandy sich nicht täuschte, dann hatte sich wirklich ein Wurmloch geöffnet. Eigentlich rechnete sie schon fast damit, dass sie nun durch das Wurmloch fliegen würden, doch stattdessen stieg lediglich der Energieverbrauch weiter an.
“Der Colonel leitet die gesamte verfügbare Energie in den Wurmlochantrieb.”, meldete sie, während auch die von der Rapiditas gelieferte Energiemenge anstieg.
Doktor Weirs Funkspruch, dass Beckett gut auf den Colonel aufpassen sollte, bekam Sandy nur am Rande mit. Aber sie war sich sicher, dass der Arzt alles tun würde, was in seiner Macht stand. Aber würde das genug sein? Hatten sie überhaupt genügend Energie, um den Wurmlochantrieb stabil zu betreiben? Ein unangenehmes Gefühl machte sich in Sandy breit und sie hielt sich so sehr an ihrer Konsole fest, dass die Knöchel ihrer rechten Hand weiß hervortraten. Plötzlich wurden die Sublichttriebwerke gestartet und Sandy begann unwillkürlich den Atem anzuhalten. Nun würde sich also zeigen, ob sie Erfolg haben oder zerstört werden würden.
Plötzlich erhielt sie keine Sensordaten vom Südpier mehr und durch die Anspannung brauchte Sandy einen Augenblick, bis sie realisierte, was das bedeutete. Das Südpier musste schon in das Wurmloch eingedrungen sein. Immer mehr Sensordaten verschwanden und plötzlich tauchte ein blaues Funkeln im Kontrollstuhlraum auf. Der Ereignishorizont hatte den Kontrollstuhlraum erreicht. Sprachlos beobachtete sie die vom Stargate vertrauten Fluktuationen, dann wurde sie auch schon von dem Wurmloch erfasst und sie verspürte denselben achterbahnartigen Transit, den sie von den Reisen durch das Sternentor kannte. Genauso schnell wie die Reise durch das Wurmloch begonnen hatte, endete sie auch schon und Sandy stolperte nach vorne. Um nicht vollkommen das Gleichgewicht zu verlieren, klammerte sie sich an ihrer Konsole fest, während die Luftfeuchtigkeit auf ihrer eiskalten Haut kondensierte. Selbst auf der Konsole und auf den Wände des Raumes schlugen sich Eiskristalle nieder, die aber fast so schnell verschwanden, wie sie gekommen waren. Das einzige, was blieb, war ein Geräusch von den Überwachungsgeräten, das ihr einen Schauer über den Rücken jagte. Hatte der Colonel wirklich einen Herzstillstand? Der Energieverbrauch hatte sich mit der Deaktivierung des Wurmlochantriebs wieder normalisiert und zumindest im Moment schienen sie auch keiner Antimaterie mehr ausgesetzt zu sein. Atlantis hatte es geschafft und des Colonel musste es auch schaffen.
Obwohl es Sandy übel war und sie das Gefühl hatte, dass sie sich dringend hinsetzen sollte, drehte sie sich zu Doktor Beckett um und fragte mit brüchiger Stimme. “Was soll ich tun?” Während Atlantis keinen Piloten hatte, musste sie auch nicht die Kontrollstuhlsysteme überwachen, aber sie konnte sich gut vorstellen, dass der Arzt nun jede Hilfe gebrauchen konnte, bevor er selbst die Kontrolle über die Stadt übernehmen musste.
Obwohl sie sich spätestens als Doktor Beckett erneut nach seiner Tasche griff, kaum noch auf ihre eigene Arbeit konzentrieren konnte, wandte sich Sandy wieder von der Szene, die sich im Zentrum des Raumes abspielte, ab und versuchte hauptsächlich auf ihre Daten zu achten. Dabei entgingen ihr jedoch die schottischen Flüche nicht, die der Arzt vor sich hin murmelte und sie konnte diesen Flüchen nur zustimmen. Ein leises “Aye” kam ihr über die Lippen, doch sie weigerte sich erneut zu Doktor Beckett und Colonel Sheppard zu blicken. Krampfhaft betrachtete sie sich die auf ihrer Konsole angezeigten Daten und beobachtete geschockt wie die Schäden auf dem Südpier weiterzunahmen. Der Colonel hatte scheinbar bewusst dafür gesorgt, dass das Pier weiterhin in Richtung der Antimaterieanomalie zeigte, um den zentralen Turm und die anderen Piers zu schützen. Es war schon schlimm genug, dass sie einen Turm verloren hatten und sie mussten nun nicht auch noch die strukturelle Integrität eines weiteren Piers riskieren, nur um ein schon beschädigtes zu schützen.
Der Funkspruch, dass die Rapiditas unverzüglich den Hyperraumantrieb deaktivieren sollte und schließlich die Ankündigung, dass Sheppard den Wurmlochantrieb aktivieren würde, ließen Sandy zusammenzucken. Das war gar nicht gut, aber im Endeffekt war es wahrscheinlich ihre letzte Hoffnung. Würden sie nichts machen, würde Atlantis schon bald zerstört werden und wenn sie den Wurmlochantrieb benutzten, dann war es auch gut möglich, dass sie vernichtet werden würden. Aber sie hatten zumindest eine Chance. Angespannt beobachtete Sandy, wie der Energiebedarf für einen Augenblick sank, als der Colonel den Hyperraumantrieb der Stadt und auch das Feld, das bisher die Subraumblase am kollabieren gehindert hatte, deaktivierte. Doch schon wenig später schoss der Energieverbrauch in die Höhe. Eine unglaubliche Menge Energie floss in den Wurmlochantrieb und wenn Sandy sich nicht täuschte, dann hatte sich wirklich ein Wurmloch geöffnet. Eigentlich rechnete sie schon fast damit, dass sie nun durch das Wurmloch fliegen würden, doch stattdessen stieg lediglich der Energieverbrauch weiter an.
“Der Colonel leitet die gesamte verfügbare Energie in den Wurmlochantrieb.”, meldete sie, während auch die von der Rapiditas gelieferte Energiemenge anstieg.
Doktor Weirs Funkspruch, dass Beckett gut auf den Colonel aufpassen sollte, bekam Sandy nur am Rande mit. Aber sie war sich sicher, dass der Arzt alles tun würde, was in seiner Macht stand. Aber würde das genug sein? Hatten sie überhaupt genügend Energie, um den Wurmlochantrieb stabil zu betreiben? Ein unangenehmes Gefühl machte sich in Sandy breit und sie hielt sich so sehr an ihrer Konsole fest, dass die Knöchel ihrer rechten Hand weiß hervortraten. Plötzlich wurden die Sublichttriebwerke gestartet und Sandy begann unwillkürlich den Atem anzuhalten. Nun würde sich also zeigen, ob sie Erfolg haben oder zerstört werden würden.
Plötzlich erhielt sie keine Sensordaten vom Südpier mehr und durch die Anspannung brauchte Sandy einen Augenblick, bis sie realisierte, was das bedeutete. Das Südpier musste schon in das Wurmloch eingedrungen sein. Immer mehr Sensordaten verschwanden und plötzlich tauchte ein blaues Funkeln im Kontrollstuhlraum auf. Der Ereignishorizont hatte den Kontrollstuhlraum erreicht. Sprachlos beobachtete sie die vom Stargate vertrauten Fluktuationen, dann wurde sie auch schon von dem Wurmloch erfasst und sie verspürte denselben achterbahnartigen Transit, den sie von den Reisen durch das Sternentor kannte. Genauso schnell wie die Reise durch das Wurmloch begonnen hatte, endete sie auch schon und Sandy stolperte nach vorne. Um nicht vollkommen das Gleichgewicht zu verlieren, klammerte sie sich an ihrer Konsole fest, während die Luftfeuchtigkeit auf ihrer eiskalten Haut kondensierte. Selbst auf der Konsole und auf den Wände des Raumes schlugen sich Eiskristalle nieder, die aber fast so schnell verschwanden, wie sie gekommen waren. Das einzige, was blieb, war ein Geräusch von den Überwachungsgeräten, das ihr einen Schauer über den Rücken jagte. Hatte der Colonel wirklich einen Herzstillstand? Der Energieverbrauch hatte sich mit der Deaktivierung des Wurmlochantriebs wieder normalisiert und zumindest im Moment schienen sie auch keiner Antimaterie mehr ausgesetzt zu sein. Atlantis hatte es geschafft und des Colonel musste es auch schaffen.
Obwohl es Sandy übel war und sie das Gefühl hatte, dass sie sich dringend hinsetzen sollte, drehte sie sich zu Doktor Beckett um und fragte mit brüchiger Stimme. “Was soll ich tun?” Während Atlantis keinen Piloten hatte, musste sie auch nicht die Kontrollstuhlsysteme überwachen, aber sie konnte sich gut vorstellen, dass der Arzt nun jede Hilfe gebrauchen konnte, bevor er selbst die Kontrolle über die Stadt übernehmen musste.
- Carson Beckett
- Chefarzt Atlantis
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- Registriert: 10.10.2015, 10:12
Carson hatte den Drang kraftvoll die Zähne zusammen zu beißen, nachdem er Dr. Weirs Bitte gut auf Sheppard aufzupassen vernommen hatte. Doch er kämpfte dagegen an, denn er hatte gerade eine der frisch aufgezogenen Kanülen zwischen seinen Schneidezähnen positioniert. Die Muskulatur seines Kiefers begann unangenehm zu zucken. Der Schotte wusste auch nicht, was er darauf erwidern sollte. Elizabeth war über die Daten, die sie von ihren Beratern mitgeteilt bekam, sicher besser darüber informiert, was gerade mit der Stadt geschah als er. Ebenso würden die Sensoren ihr Daten über den medizinischen Zustand des Colonels zur Verfügung stellen. Und letztendlich war seine Aufgabe hier die Versorgung ihres Piloten, soweit ihn seine medizinischen Kenntnisse brachten. Letztendlich entschied er sich daher einfach gar nichts zu erwidern.
Das Zeitgefühl des Mediziners war völlig hinüber und sein Fokus noch immer auf den Vitalfunktionen ihres Piloten, als Lieutenant Nelson mitteilte, dass der Colonel sämtliche Energie der Rapiditas in den Wurmlochantrieb leitete. Erneut glitt sein Blick zu dem Monitor mit den EEG Ausleitungen. Die Wellen und Linien, die ihm die Sensoren darstellten, waren zugleich das faszinierendste und grauenvollste, was er bisher zu sehen bekommen hatte. Das Gehirn des Offiziers schoss deutlich über den Rand der ihm bekannten Belastungsgrenzen hinaus. Die Schwankungen, die die Sensoren in einigen Bereichen verzeichneten waren enorm. Carson hatte wirklich schon vieles gesehen, aber darunter war kein lebendes Wesen, dessen Gehirn und Körper einer solchen Achterbahnfahrt standhalten konnte.
Sein Blick ging wieder zu John und erneut arbeitete er alles ab, was er an Hinweisen auf die körperliche Verfassung so bekommen konnte. Die Haut des jungen Mannes war inzwischen von einem kalten Schweißfilm überzogen, ihre Farbe bekam einen wachsartigen Schimmer. Das kräftige blau des Venennetzes trat immer deutlicher hervor und Carson wusste noch bevor es zu John’s erstem Atemaussetzer kam, dass das Herzkreislaufsystem des Colonels kurz vor dem Stillstand war. Er zögerte nicht mehr, sondern induzierte die Flüssigkeit der ersten Spritze in den Zugang. Die leere Kanüle ließ er in die Tasche seines Kittels fallen, um mit seiner Hand prüfend an die Halsschlagader des Piloten zu fassen. Die Pulsfrequenz war ein einziges Chaos, zu schnelle Schläge, stolpernde Abfolgen…
Der Arzt spürte wie ihm selbst der Schweiß auf die Stirn stieg. Die Finger seiner rechten Hand zuckten und zum ersten Mal verspürte er tatsächlich den Wunsch in diesen verdammten Stuhl zu steigen, einfach nur um den Colonel aus dessen Fängen zu holen. Aber er konnte nicht riskieren John jetzt gewaltsam aus dem Kontrollstuhl zu reißen. Er hatte keine Ahnung, was eine so abrupte Trennung seines Geistes von den Schiffssystemen an Schäden bei dem Piloten anrichten konnte... Und Carson brauchte sich und anderen auch nichts vormachen, er war schlicht und einfach selbst kein Pilot. Ja, er hatte das Fliegen von Jumpern geübt und auch Zeit in diesem Stuhl verbracht, um sich mit den Hauptsystemen für den Ernstfall vertraut zu machen. Sicher würde er Atlantis in einer halbwegs normalen Situation irgendwie steuern können. Aber die Nutzung eines experimentellen Antriebs? Unter solchem Zeitdruck und mit dieser immensen Masse an Daten, die die Stadt in sein Gehirn schicken würde? Himmel, vermutlich würde er es schaffen diese Stadt selbst in die Luft zu jagen, bevor sie auch nur die Chance hatten einen Wurmlochtransit durchzuführen oder die Antimaterie diesen Job erledigen konnte…
Aber Carson riss sich am Riemen, denn abschweifende Gedanken waren das Letzte, was er nun brauchen konnte. Aufmerksam zählte er gedanklich weiter, seine Finger noch immer sicher am Puls des Piloten liegend. Die Spritze hatte ihren Job vermutlich getan, die Unregelmäßigkeiten wurden weniger und auch ein, zwei etwas kräftigere Atemzüge konnte er nun von Sheppard hören. Doch dem folgte plötzlich ein leises Murmeln. Carson beugte sich sofort vor in dem Versuch zu hören was John sagte. Aber verstehen tat er leider nur, dass der Colonel definitiv nicht seine eigene Sprache sprach. Carons Gedanken schossen sofort zu den Antikern und ein flaues Gefühl breitete sich in seiner Magengrube aus. Wenn John so tief in den Systemen der Stadt war, dass die Verbindung sein Sprachzentrum beeinflusste…
Doch der Mediziner kam nicht dazu den Gedanken fortzusetzen, denn es folgte der erste vollständige Atemaussetzer ihres Piloten.
„Verdammt!“, brummte Carson deutlich lauter als beabsichtigt durch seine fest an der Kanüle liegenden Zähne. Seine Hände arbeiteten schnell und routiniert. Die Flüssigkeit der zweiten Spritze fand ihren Weg über den Zugang in die Venen des Colonels und sobald auch diese leere Kanüle in seiner Tasche gelandet war, zögerte er nicht mit einer Herzdruckmassage zu beginnen, auch wenn das in der aktuellen Position des Stuhles nicht unbedingt einfach war. Er gab vier, fünf kraftvolle Impulse und hörte, wie sich die Lunge des Colonels erneut mit Luft füllte. Ein Anflug von Erleichterung machte sich in dem Arzt breit und seine Hand wollte bereits wieder in Richtung der Halsschlagader wandern, doch dann wich sämtliche Spannung aus der Muskulatur des Piloten. Carson riss die ersten Verbindungskabel der EEG-Elektroden los, denn jetzt war es definitiv sein erklärtes Ziel Sheppard aus diesem verdammten Stuhl zu bekommen! Plötzlich erfüllte ein blaues Schimmern den Raum und als der Arzt von seinem Patienten aufblickte, sah er wie der Raum immer weiter in einen endlosen Ereignishorizont eintauchte. Geistesgegenwärtig griff Carson mit der linken Hand nach der letzten vorbereiten Spritze zwischen seinen Zähnen und vergrub das Kunststoffgefäß mit der enthaltenden Flüssigkeit in seinen Händen, um diese soweit es ging vor der eisigen Kälte zu schützen, der sie nun ausgesetzt werden würden. Der Schotte hielt unbewusst die Luft an, als das schimmernde Wabern des Wurmlochs seinen Körper erfasste.
Der Transit fühlte sich kurz und ewig zugleich an. Ein unglaubliches und durchaus unangenehmes Gefühl des Fallens ohne jegliche Kontrolle darüber wohin es ging erfüllte Carson. Doch ehe sein Gehirn wirklich verarbeiten konnte, welchen Reizen sein Körper ausgesetzt war, fühlte er wieder festen Boden unter sich und schwankte leicht zur Seite. Die Lehne des Kontrollstuhls half ihm sicher auf den Füßen zu bleiben und das durchgängige Piepen des Monitors in seinem Rücken, der eigentlich einen gleichmäßiges Pulsieren darstellen sollte, rissen ihn sofort in die Realität ihrer Lage zurück. Mit wenigen Griffen waren die letzten Verbindungskabel gelöst und das Angebot von Lieutenant Nelson ihm zu helfen kam keine Sekunde zu spät.
„Auf den Boden mit ihm!“, antworte der Arzt, lagerte die letzte Kanüle erneut zwischen seinen Zähnen, um beide Hände frei zu haben und begann dann bereits den leblosen Körper des Colonel aus dem Stuhl zu zerren. Jahrelange Arbeit in diesem Bereich sorgten dafür, dass er genug Kraft aufbringen konnte um den muskulösen Offizier zu bewegen und dank der Unterstützung von Sandra Nelson lag Sheppard im Nu auf den kühlen Bodenplatten.
„Holen Sie die Beatmungsmaske aus meiner Tasche!“ wies er die junge Frau erneut an, während er die letzte Kanüle in seinen Fingern drehte.
Ohne Zögern stieß er die Nadel der Spritze, die er mengentechnisch nicht gerade zurückhaltend mit Adrenalin befüllt hatte, direkt durch die Oberbekleidung des Colonels in dessen Herzmuskel. Sobald der Inhalt geleert war, warf er die leere Spritze neben sich und begann erneut mit einer Herzmassage. Dieses Mal richtig und mit genau dem Kraftlevel, dass er sich eingeprägt hatte.
Sobald der Lieutenant die Beatmungsmaske mit Beutel geholt hatte, wies er sie darin an, sie richtig anzulegen und gab ihr den Rhythmus vor, in dem sie Sheppards noch immer leblosem Körper Sauerstoff zuführen sollte.
Das Zeitgefühl des Mediziners war völlig hinüber und sein Fokus noch immer auf den Vitalfunktionen ihres Piloten, als Lieutenant Nelson mitteilte, dass der Colonel sämtliche Energie der Rapiditas in den Wurmlochantrieb leitete. Erneut glitt sein Blick zu dem Monitor mit den EEG Ausleitungen. Die Wellen und Linien, die ihm die Sensoren darstellten, waren zugleich das faszinierendste und grauenvollste, was er bisher zu sehen bekommen hatte. Das Gehirn des Offiziers schoss deutlich über den Rand der ihm bekannten Belastungsgrenzen hinaus. Die Schwankungen, die die Sensoren in einigen Bereichen verzeichneten waren enorm. Carson hatte wirklich schon vieles gesehen, aber darunter war kein lebendes Wesen, dessen Gehirn und Körper einer solchen Achterbahnfahrt standhalten konnte.
Sein Blick ging wieder zu John und erneut arbeitete er alles ab, was er an Hinweisen auf die körperliche Verfassung so bekommen konnte. Die Haut des jungen Mannes war inzwischen von einem kalten Schweißfilm überzogen, ihre Farbe bekam einen wachsartigen Schimmer. Das kräftige blau des Venennetzes trat immer deutlicher hervor und Carson wusste noch bevor es zu John’s erstem Atemaussetzer kam, dass das Herzkreislaufsystem des Colonels kurz vor dem Stillstand war. Er zögerte nicht mehr, sondern induzierte die Flüssigkeit der ersten Spritze in den Zugang. Die leere Kanüle ließ er in die Tasche seines Kittels fallen, um mit seiner Hand prüfend an die Halsschlagader des Piloten zu fassen. Die Pulsfrequenz war ein einziges Chaos, zu schnelle Schläge, stolpernde Abfolgen…
Der Arzt spürte wie ihm selbst der Schweiß auf die Stirn stieg. Die Finger seiner rechten Hand zuckten und zum ersten Mal verspürte er tatsächlich den Wunsch in diesen verdammten Stuhl zu steigen, einfach nur um den Colonel aus dessen Fängen zu holen. Aber er konnte nicht riskieren John jetzt gewaltsam aus dem Kontrollstuhl zu reißen. Er hatte keine Ahnung, was eine so abrupte Trennung seines Geistes von den Schiffssystemen an Schäden bei dem Piloten anrichten konnte... Und Carson brauchte sich und anderen auch nichts vormachen, er war schlicht und einfach selbst kein Pilot. Ja, er hatte das Fliegen von Jumpern geübt und auch Zeit in diesem Stuhl verbracht, um sich mit den Hauptsystemen für den Ernstfall vertraut zu machen. Sicher würde er Atlantis in einer halbwegs normalen Situation irgendwie steuern können. Aber die Nutzung eines experimentellen Antriebs? Unter solchem Zeitdruck und mit dieser immensen Masse an Daten, die die Stadt in sein Gehirn schicken würde? Himmel, vermutlich würde er es schaffen diese Stadt selbst in die Luft zu jagen, bevor sie auch nur die Chance hatten einen Wurmlochtransit durchzuführen oder die Antimaterie diesen Job erledigen konnte…
Aber Carson riss sich am Riemen, denn abschweifende Gedanken waren das Letzte, was er nun brauchen konnte. Aufmerksam zählte er gedanklich weiter, seine Finger noch immer sicher am Puls des Piloten liegend. Die Spritze hatte ihren Job vermutlich getan, die Unregelmäßigkeiten wurden weniger und auch ein, zwei etwas kräftigere Atemzüge konnte er nun von Sheppard hören. Doch dem folgte plötzlich ein leises Murmeln. Carson beugte sich sofort vor in dem Versuch zu hören was John sagte. Aber verstehen tat er leider nur, dass der Colonel definitiv nicht seine eigene Sprache sprach. Carons Gedanken schossen sofort zu den Antikern und ein flaues Gefühl breitete sich in seiner Magengrube aus. Wenn John so tief in den Systemen der Stadt war, dass die Verbindung sein Sprachzentrum beeinflusste…
Doch der Mediziner kam nicht dazu den Gedanken fortzusetzen, denn es folgte der erste vollständige Atemaussetzer ihres Piloten.
„Verdammt!“, brummte Carson deutlich lauter als beabsichtigt durch seine fest an der Kanüle liegenden Zähne. Seine Hände arbeiteten schnell und routiniert. Die Flüssigkeit der zweiten Spritze fand ihren Weg über den Zugang in die Venen des Colonels und sobald auch diese leere Kanüle in seiner Tasche gelandet war, zögerte er nicht mit einer Herzdruckmassage zu beginnen, auch wenn das in der aktuellen Position des Stuhles nicht unbedingt einfach war. Er gab vier, fünf kraftvolle Impulse und hörte, wie sich die Lunge des Colonels erneut mit Luft füllte. Ein Anflug von Erleichterung machte sich in dem Arzt breit und seine Hand wollte bereits wieder in Richtung der Halsschlagader wandern, doch dann wich sämtliche Spannung aus der Muskulatur des Piloten. Carson riss die ersten Verbindungskabel der EEG-Elektroden los, denn jetzt war es definitiv sein erklärtes Ziel Sheppard aus diesem verdammten Stuhl zu bekommen! Plötzlich erfüllte ein blaues Schimmern den Raum und als der Arzt von seinem Patienten aufblickte, sah er wie der Raum immer weiter in einen endlosen Ereignishorizont eintauchte. Geistesgegenwärtig griff Carson mit der linken Hand nach der letzten vorbereiten Spritze zwischen seinen Zähnen und vergrub das Kunststoffgefäß mit der enthaltenden Flüssigkeit in seinen Händen, um diese soweit es ging vor der eisigen Kälte zu schützen, der sie nun ausgesetzt werden würden. Der Schotte hielt unbewusst die Luft an, als das schimmernde Wabern des Wurmlochs seinen Körper erfasste.
Der Transit fühlte sich kurz und ewig zugleich an. Ein unglaubliches und durchaus unangenehmes Gefühl des Fallens ohne jegliche Kontrolle darüber wohin es ging erfüllte Carson. Doch ehe sein Gehirn wirklich verarbeiten konnte, welchen Reizen sein Körper ausgesetzt war, fühlte er wieder festen Boden unter sich und schwankte leicht zur Seite. Die Lehne des Kontrollstuhls half ihm sicher auf den Füßen zu bleiben und das durchgängige Piepen des Monitors in seinem Rücken, der eigentlich einen gleichmäßiges Pulsieren darstellen sollte, rissen ihn sofort in die Realität ihrer Lage zurück. Mit wenigen Griffen waren die letzten Verbindungskabel gelöst und das Angebot von Lieutenant Nelson ihm zu helfen kam keine Sekunde zu spät.
„Auf den Boden mit ihm!“, antworte der Arzt, lagerte die letzte Kanüle erneut zwischen seinen Zähnen, um beide Hände frei zu haben und begann dann bereits den leblosen Körper des Colonel aus dem Stuhl zu zerren. Jahrelange Arbeit in diesem Bereich sorgten dafür, dass er genug Kraft aufbringen konnte um den muskulösen Offizier zu bewegen und dank der Unterstützung von Sandra Nelson lag Sheppard im Nu auf den kühlen Bodenplatten.
„Holen Sie die Beatmungsmaske aus meiner Tasche!“ wies er die junge Frau erneut an, während er die letzte Kanüle in seinen Fingern drehte.
Ohne Zögern stieß er die Nadel der Spritze, die er mengentechnisch nicht gerade zurückhaltend mit Adrenalin befüllt hatte, direkt durch die Oberbekleidung des Colonels in dessen Herzmuskel. Sobald der Inhalt geleert war, warf er die leere Spritze neben sich und begann erneut mit einer Herzmassage. Dieses Mal richtig und mit genau dem Kraftlevel, dass er sich eingeprägt hatte.
Sobald der Lieutenant die Beatmungsmaske mit Beutel geholt hatte, wies er sie darin an, sie richtig anzulegen und gab ihr den Rhythmus vor, in dem sie Sheppards noch immer leblosem Körper Sauerstoff zuführen sollte.
Zuletzt geändert von Carson Beckett am 11.12.2022, 22:36, insgesamt 1-mal geändert.
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
Das nebenstehende Avatarbild basiert auf dem Bild "Paul McGillion" aus der Mediendatenbank Flickr und wurde unter der Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)-Lizenz veröffentlicht. Der Urheber des Bildes ist fc.nz.
- Elizabeth Weir
- Expeditionsleiterin Atlantis
- Beiträge: 133
- Registriert: 23.07.2010, 16:55
Funkspruch aus dem Kontrollraum
„Dr. Beckett. Hier Weir. So wie Dr. Zelenka festgestellt hat, hat Colonel Sheppard keine Kontrolle mehr über die Stadt. Egal was auch geschehen ist, sie müssen sofort den Kontrollstuhl übernehmen. Wir rasen unkontrolliert auf einen Planeten zu und werden in ein paar Minuten in seine Atmosphäre eintreten. Das bedeutet das wir verglühen werden, wenn nicht sofort eine Kurskorrektur vorgenommen wird.“
„Dr. Beckett. Hier Weir. So wie Dr. Zelenka festgestellt hat, hat Colonel Sheppard keine Kontrolle mehr über die Stadt. Egal was auch geschehen ist, sie müssen sofort den Kontrollstuhl übernehmen. Wir rasen unkontrolliert auf einen Planeten zu und werden in ein paar Minuten in seine Atmosphäre eintreten. Das bedeutet das wir verglühen werden, wenn nicht sofort eine Kurskorrektur vorgenommen wird.“
- Sandra Nelson
- Air Force Offizier
- Beiträge: 66
- Registriert: 30.05.2009, 16:55
Carsons Fluchen riss Sandy endgültig aus ihrer Konzentration und sie blickte nach hinten zu dem leitenden Arzt der Expedition und ihrem Piloten. Sie war zwar keine Ärztin, aber was sie sah, wollte ihr gar nicht gefallen. Dem Colonel standen Schweißperlen auf der Stirn und seine Haut hatte eine Farbe angenommen, die sie bisher nur einmal in ihrem Leben gesehen hatte. Sandy schluckte hart, als Gedanken an ihren sterbenden Onkel ihre Gedanken fluteten und sie versuchte sie eilig zur Seite zu drängen. Sie musste sich weiter konzentrieren. Sheppard würde nicht sterben und die Expedition würde es schaffen sich in Sicherheit zu bringen. In Kürze würden sie auf dem Pier stehen, die frische Luft genießen und sich den Sonnenaufgang betrachten. Sie versuchte sich an diesem Bild festzuklammern, doch als Doktor Beckett anfing bei dem Colonel eine Herzdruckmassage durchzuführen, begann die Kontrolle über ihre Emotionen zu bröckeln.
Wie erstarrt beobachtete sie das Schauspiel, das sich im Kontrollstuhlraum abspielte. Sie hörte wie der Colonel wieder einen Atemzug nahm und wagte es schon ein wenig zu hoffen, doch bereits nach wenigen Augenblicken fiel der Kopf des Piloten zur Seite. Der Kontrollstuhl leuchtete noch, offenbar gab es noch eine mentale Verbindung zwischen der Stadt und ihm, aber es war wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch diese zusammenbrechen würde. Die Signale, die auf dem EEG zu sehen waren, wurden bereits schwächer, bis sie völlig verschwanden. Ob es daran lag, dass Doktor Beckett die Elektroden entfernt hatte oder ob die Signale schon vorher verschwunden waren, konnte Sandy nicht sagen. Sie wusste nur, dass es der grauenvollste Anblick war, den sie seit dem Tod ihres Onkels gesehen hatte.
Bevor sie ins SGC gekommen war, hatte sie noch nie an der Front gedient. Ihre Karriere hatte sie nach der Akademie direkt nach Area 51 geführt, bis sie dort auf Colonel Carter getroffen war, die der Meinung gewesen war, dass sie sich perfekt für die Arbeit im SGC eignete. Wenig später war sie dann auch schon versetzt worden. Doch auch dort hatte sie noch nie miterleben müssen, wie ein Mensch aus eigenem Willen den Tod wählte nur um andere zu schützen. Sheppard hatte wahrscheinlich ganz genau gewusst, was er seinem Körper zumutete und dass er es nicht schaffen konnte. Wahrscheinlich hatte er in seiner kurzen wachen Phase, bevor er wieder in den Systemen der Stadt verschwunden war, auch etwas in der Art zu Carson sagen wollen, wenn er nicht unterbrochen worden wäre.
Eine Träne rann Sandys Wange herunter, während die Kälte des Wurmlochs sich mit der eisigen Kälte in ihrem Inneren vermischte. Doch der durchgängige Ton des EKGs riss sie wieder aus ihrer Starre. Verdammt, sie war eine Air Force Offizierin. Selbst wenn sie ohne Colonel Carter und das SGC wahrscheinlich nie einem Kampfverband zugeteilt worden wäre, war sie dafür trainiert in solchen Situationen die Nerven zu behalten. Also war es wirklich an der Zeit sich zusammenzureißen! Wenigstens gab es jetzt auch endlich etwas, was sie tun konnte. Es wäre ihr zwar deutlich lieber, wenn sie es nicht tun müsste, aber es war immerhin besser als herumzustehen und abzuwarten, ob die Reanimationsversuche des Arztes funktionierten und das Herz des Colonels wieder anfing zu schlagen.
“Verstanden.”, erwiderte Sandy und war mit einem schnellen Schritt an der Seite des Arztes. Mit vereinten Kräften zogen sie den leblosen Körper des Colonels aus dem Kontrollstuhl und legten ihn vorsichtig auf den Boden. Eilig räumte Sandy noch ein paar Kabel des EEGs zur Seite, bevor sie Doktor Becketts Anweisung nachkam und die Beatmungsmaske aus der Tasche holte. Reflexartig wollte sie sie zuerst dem Arzt geben, bis sie realisierte, dass er von ihr wollte, dass sie die Beatmung des Colonel übernahm.
“In Ordnung.”, bestätigte sie seine Anweisungen ein wenig zögerlicher als zuvor, bevor sie anfing in dem Rhythmus, den Doktor Beckett ihr beschrieben hatte, die Lungen des Colonels mit Sauerstoff zu füllen. Konzentriert drückte sie immer wieder den Beutel der Beatmungsmaske zusammen und blickte gelegentlich in Richtung des EEGs in der Hoffnung, dass sie dort irgendetwas sehen würde, aber es tat sich nichts. Wie viel Zeit war inzwischen vergangen? Gab es überhaupt noch Hoffnung? Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren, aber sie war bereit solange um den Colonel zu kämpfen, wie es auch nur eine geringe Chance gab ihn zurückzuholen.
Nur der Funkspruch, der plötzlich eintraf, riss sie aus ihrem Rhythmus und ließ ihren Atem stocken. Durch den Kampf um den Colonel hatten sie vollkommen vergessen sich um den Status von Atlantis zu kümmern und das schien sich nun zu rächen. Wenn sie nicht in den nächsten Minuten die Stadt wieder unter Kontrolle brachten, dann war Sheppards Opfer vergebens und sie würden im Endeffekt doch alle sterben. Obwohl sie eigentlich dem Colonel wieder Sauerstoff zuführen musste, hielt Sandy kurz inne und blickte zu Doktor Beckett. Er sah so verbissen aus, dass sie bezweifelte, dass Doktor Weirs Funkspruch alleine ausreichen würde, um ihn davon abzuhalten sich weiter um Sheppard zu kümmern. Vermutlich hoffte er immer noch, dass Doktor Fraiser jeden Moment eintreffen würde. Aber nachdem sie schon so lange auf die Ärztin warteten, befürchtete Sandy, dass sie unterwegs aufgehalten oder sogar selbst verletzt worden war. Sie waren auf sich alleine gestellt und es gab nur einen, der die gesamte Situation retten konnte, selbst wenn es das Leben des Colonels kosten sollte.
“Doktor Beckett…”, begann Sandy und griff nach der Hand des Arztes. “Carson… Doktor Weir hat Recht. Sie müssen in den Stuhl. Es hängt jetzt alles an Ihnen. Bringen Sie uns in einen sicheren Orbit, damit der Kontrollraum überprüfen kann, wo wir uns befinden. Ich werde mich um den Colonel kümmern.” Zuversichtlich lächelte sie ihm zu, obwohl sie sich innerlich gar nicht so fühlte. Aber wenn sie den Arzt richtig einschätzte, dann konnte er sich nur auf die Aufgabe, die vor ihm lag, konzentrieren, wenn er das Gefühl hatte, dass er nicht das Leben seines Patienten für das Leben der gesamten Expedition opferte. Sie sah Carson nochmals tief in die Augen, bevor sie wieder zur Beatmungsmaske griff und Sheppard den Sauerstoff zuführte, den er zum Überleben brauchte.
Wie erstarrt beobachtete sie das Schauspiel, das sich im Kontrollstuhlraum abspielte. Sie hörte wie der Colonel wieder einen Atemzug nahm und wagte es schon ein wenig zu hoffen, doch bereits nach wenigen Augenblicken fiel der Kopf des Piloten zur Seite. Der Kontrollstuhl leuchtete noch, offenbar gab es noch eine mentale Verbindung zwischen der Stadt und ihm, aber es war wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch diese zusammenbrechen würde. Die Signale, die auf dem EEG zu sehen waren, wurden bereits schwächer, bis sie völlig verschwanden. Ob es daran lag, dass Doktor Beckett die Elektroden entfernt hatte oder ob die Signale schon vorher verschwunden waren, konnte Sandy nicht sagen. Sie wusste nur, dass es der grauenvollste Anblick war, den sie seit dem Tod ihres Onkels gesehen hatte.
Bevor sie ins SGC gekommen war, hatte sie noch nie an der Front gedient. Ihre Karriere hatte sie nach der Akademie direkt nach Area 51 geführt, bis sie dort auf Colonel Carter getroffen war, die der Meinung gewesen war, dass sie sich perfekt für die Arbeit im SGC eignete. Wenig später war sie dann auch schon versetzt worden. Doch auch dort hatte sie noch nie miterleben müssen, wie ein Mensch aus eigenem Willen den Tod wählte nur um andere zu schützen. Sheppard hatte wahrscheinlich ganz genau gewusst, was er seinem Körper zumutete und dass er es nicht schaffen konnte. Wahrscheinlich hatte er in seiner kurzen wachen Phase, bevor er wieder in den Systemen der Stadt verschwunden war, auch etwas in der Art zu Carson sagen wollen, wenn er nicht unterbrochen worden wäre.
Eine Träne rann Sandys Wange herunter, während die Kälte des Wurmlochs sich mit der eisigen Kälte in ihrem Inneren vermischte. Doch der durchgängige Ton des EKGs riss sie wieder aus ihrer Starre. Verdammt, sie war eine Air Force Offizierin. Selbst wenn sie ohne Colonel Carter und das SGC wahrscheinlich nie einem Kampfverband zugeteilt worden wäre, war sie dafür trainiert in solchen Situationen die Nerven zu behalten. Also war es wirklich an der Zeit sich zusammenzureißen! Wenigstens gab es jetzt auch endlich etwas, was sie tun konnte. Es wäre ihr zwar deutlich lieber, wenn sie es nicht tun müsste, aber es war immerhin besser als herumzustehen und abzuwarten, ob die Reanimationsversuche des Arztes funktionierten und das Herz des Colonels wieder anfing zu schlagen.
“Verstanden.”, erwiderte Sandy und war mit einem schnellen Schritt an der Seite des Arztes. Mit vereinten Kräften zogen sie den leblosen Körper des Colonels aus dem Kontrollstuhl und legten ihn vorsichtig auf den Boden. Eilig räumte Sandy noch ein paar Kabel des EEGs zur Seite, bevor sie Doktor Becketts Anweisung nachkam und die Beatmungsmaske aus der Tasche holte. Reflexartig wollte sie sie zuerst dem Arzt geben, bis sie realisierte, dass er von ihr wollte, dass sie die Beatmung des Colonel übernahm.
“In Ordnung.”, bestätigte sie seine Anweisungen ein wenig zögerlicher als zuvor, bevor sie anfing in dem Rhythmus, den Doktor Beckett ihr beschrieben hatte, die Lungen des Colonels mit Sauerstoff zu füllen. Konzentriert drückte sie immer wieder den Beutel der Beatmungsmaske zusammen und blickte gelegentlich in Richtung des EEGs in der Hoffnung, dass sie dort irgendetwas sehen würde, aber es tat sich nichts. Wie viel Zeit war inzwischen vergangen? Gab es überhaupt noch Hoffnung? Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren, aber sie war bereit solange um den Colonel zu kämpfen, wie es auch nur eine geringe Chance gab ihn zurückzuholen.
Nur der Funkspruch, der plötzlich eintraf, riss sie aus ihrem Rhythmus und ließ ihren Atem stocken. Durch den Kampf um den Colonel hatten sie vollkommen vergessen sich um den Status von Atlantis zu kümmern und das schien sich nun zu rächen. Wenn sie nicht in den nächsten Minuten die Stadt wieder unter Kontrolle brachten, dann war Sheppards Opfer vergebens und sie würden im Endeffekt doch alle sterben. Obwohl sie eigentlich dem Colonel wieder Sauerstoff zuführen musste, hielt Sandy kurz inne und blickte zu Doktor Beckett. Er sah so verbissen aus, dass sie bezweifelte, dass Doktor Weirs Funkspruch alleine ausreichen würde, um ihn davon abzuhalten sich weiter um Sheppard zu kümmern. Vermutlich hoffte er immer noch, dass Doktor Fraiser jeden Moment eintreffen würde. Aber nachdem sie schon so lange auf die Ärztin warteten, befürchtete Sandy, dass sie unterwegs aufgehalten oder sogar selbst verletzt worden war. Sie waren auf sich alleine gestellt und es gab nur einen, der die gesamte Situation retten konnte, selbst wenn es das Leben des Colonels kosten sollte.
“Doktor Beckett…”, begann Sandy und griff nach der Hand des Arztes. “Carson… Doktor Weir hat Recht. Sie müssen in den Stuhl. Es hängt jetzt alles an Ihnen. Bringen Sie uns in einen sicheren Orbit, damit der Kontrollraum überprüfen kann, wo wir uns befinden. Ich werde mich um den Colonel kümmern.” Zuversichtlich lächelte sie ihm zu, obwohl sie sich innerlich gar nicht so fühlte. Aber wenn sie den Arzt richtig einschätzte, dann konnte er sich nur auf die Aufgabe, die vor ihm lag, konzentrieren, wenn er das Gefühl hatte, dass er nicht das Leben seines Patienten für das Leben der gesamten Expedition opferte. Sie sah Carson nochmals tief in die Augen, bevor sie wieder zur Beatmungsmaske griff und Sheppard den Sauerstoff zuführte, den er zum Überleben brauchte.
- Janet Fraiser
- Chefärztin Rapiditas
- Beiträge: 38
- Registriert: 04.08.2018, 20:45
CF: Gänge und Transporter
Als sie endlich in die Nähe des Kontrollstuhlraums kamen, hörte Janet das Geräusch, das sie bei ihrer Arbeit am meisten fürchtete. Ein EKG pfiff ununterbrochen, obwohl es eigentlich in einem konstanten Rhythmus piepsen sollte und ein Beatmungsbeutel füllte und entleerte sich zischend. “Verdammt.”, fluchte Janet und obwohl sie schon schnell gelaufen war, begann sie nun endgültig zu rennen. Durch die Wiederbelebungsmaßnahmen bei Sergeant Riley hatten sie sehr viel Zeit verloren und obwohl sie die Situation im Kontrollstuhlraum noch nicht einschätzen konnte, ging sie davon aus, dass sie nun auch dort versuchen musste das Leben eines Expeditionsmitglieds zu retten.
Fast instinktiv griff sie an ihr Headset und baute eine Funkverbindung zum Kontrollraum auf. “Fraiser an Kontrollraum, wir haben einen Code Blau im Kontrollstuhlraum und benötigen so schnell wie möglich die Transporter.”, teilte sie den Technikern im Kontrollraum mit, denn wenn sie es schaffen sollten, den Patienten, wahrscheinlich Colonel Sheppard, wiederzubeleben, musste er so schnell wie möglich zur Krankenstation. Ihn diesen ewig langen Weg durch die Gänge zu schieben und teilweise auch zu tragen, würde wahrscheinlich seinen Tod bedeuten.
Als sie endlich in die Nähe des Kontrollstuhlraums kamen, hörte Janet das Geräusch, das sie bei ihrer Arbeit am meisten fürchtete. Ein EKG pfiff ununterbrochen, obwohl es eigentlich in einem konstanten Rhythmus piepsen sollte und ein Beatmungsbeutel füllte und entleerte sich zischend. “Verdammt.”, fluchte Janet und obwohl sie schon schnell gelaufen war, begann sie nun endgültig zu rennen. Durch die Wiederbelebungsmaßnahmen bei Sergeant Riley hatten sie sehr viel Zeit verloren und obwohl sie die Situation im Kontrollstuhlraum noch nicht einschätzen konnte, ging sie davon aus, dass sie nun auch dort versuchen musste das Leben eines Expeditionsmitglieds zu retten.
Fast instinktiv griff sie an ihr Headset und baute eine Funkverbindung zum Kontrollraum auf. “Fraiser an Kontrollraum, wir haben einen Code Blau im Kontrollstuhlraum und benötigen so schnell wie möglich die Transporter.”, teilte sie den Technikern im Kontrollraum mit, denn wenn sie es schaffen sollten, den Patienten, wahrscheinlich Colonel Sheppard, wiederzubeleben, musste er so schnell wie möglich zur Krankenstation. Ihn diesen ewig langen Weg durch die Gänge zu schieben und teilweise auch zu tragen, würde wahrscheinlich seinen Tod bedeuten.
- Carson Beckett
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- Registriert: 10.10.2015, 10:12
Carsons Konzentration lag ab dem Augenblick, in dem sie Colonel Sheppard auf den Boden verfrachtet hatten, zu 100 Prozent auf dem expeditionsleitenden Offizier. In Gedanken zählte er unnachgiebig mit um auch ja im richtigen Rhythmus zu bleiben. Die Geschwindigkeit der Herzdruckmassage war entscheidend, er musste zwischen 100 und 120 Herzschläge simulieren, wenn er dafür sorgen wollte, dass der Körper und insbesondere das Gehirn von John mit ausreichend Sauerstoff versorgt wurden. Nach dreißigmal drücken folgte die Aufforderung an Lieutenant Nelson eine zweifache Beatmung durchzuführen, dann wiederholten sie das ganze Spiel wieder von vorne.
Der Mediziner fühlte die Bewegung der Rippen des Colonels unter seinen Händen. Seine jahrelangen Erfahrungen verhinderten, dass er beim Aufbau des Drucks zu nachlässig war oder es übertrieb. Er wusste wie fest und wie tief er drücken musste. Und dennoch war es nicht ausgeschlossen, dass die eine oder andere Rippe durch diese Krafteinwirkungen von außen Schäden davontragen würde. Aber das war im derzeitigen Moment absolut zweitranging. Und wenn er Sheppard fünf Rippen brechen würde, das alles war völlig uninteressant, wenn er es nicht schaffte das Herz des jungen Mannes wieder zum Schlagen zu bringen.
Carsons Gedanken rasten auf Hochtouren. Sie brauchten einen weiteren Arzt hier und das schnell. Sie mussten John intubieren, damit die Sauerstoffversorgung einfacher und auch zuverlässiger war. Und um die Nutzung eines Defibrillators kamen sie auch nicht herum, nicht wenn immer weiter Sekunde um Sekunde verstrich, ohne dass sich an dem Zustand des Offiziers vor ihren Knien etwas änderte.
Der Schotte wollte gerade über sein Funkgerät nach Dr. Fraiser rufen, die eigentlich schon längst hätte hier sein müssen. Er betete innerlich, dass ihr und anderen Expeditionsteilnehmern nichts zugestoßen war. Aber vermutlich war allein ein solcher Gedankengang absolutes Wunschdenken voller Naivität. Sie hatten sich immerhin in einer Subraumblase befunden und waren mit schwarzer Materie beschossen worden… Er wollte sich nicht ausmalen, welche Schäden hierdurch an der Stadt entstanden sein konnten. Und schon gar nicht, wie viele Leben sie ein Einschlag an der falschen Stelle kosten konnte… oder möglicherweise sogar gekostet hatte.
Doch ehe Carson dazu kam sein eigenes Funkgerät zu aktivieren, ertönte die Stimme von Dr. Elizabeth Weir über den kleinen Ohrstöpsel und durchdrang direkt seine Gedankenkarussell. Der Schotte horchte auf und folgte ihren Worten. Ihrer Stimme war Hektik zu entnehmen, ebenso wie die für sie übliche Autorität in ihrer Anweisung. Und dennoch schaffte Carson es nicht, sein Handeln zu unterbrechen. 5…6…7… Seine Hände arbeiten weiter daran Herz und Lunge des bisherigen Piloten in ihren sonst natürlichen Rhythmus zu zwingen. 12…13…14… Erst allmählich sickerte die vollständige Bedeutung von Dr. Weirs Worten in seine Gedankenwelt ein. Der Kontrollstuhl… er war unbesetzt. Unkontrolliert… niemand steuerte derzeit diese verdammte fliegende Stadt. Atmosphäre… wo auch immer sie nach dem Wurmlochtransit gelandet waren, es musste im intergalaktischen Vergleich wahnsinnig nah an einem Planeten sein, wenn er nun diese Informationen mitgeteilt bekam. Verdammt...
Carson war innerlich hin und her gerissen. Wenn er jetzt hier abbrechen würde, könnte dass das Ende für Colonel Sheppard sein… Dazu drängten sich innerlich die im vertrauten Zweifel in seine Gedanken. War er überhaupt dafür geeignet diese Stadt zu steuern? Konnte er das hinbekommen, was John aufgrund seines sich rapide verschlechternden Zustands nicht mehr gelungen war? Die Hände des Arztes begannen zu zittern, als sich immer weiter die Realisation in den Vordergrund drängte, dass hier mit Sicherheit keiner von ihnen Lebens rauskommen würde, wenn er es nicht zumindest versuchte!
Mit einem Male spürte der Schotte die Berührung einer Hand auf der seinen. Vor Überraschung hielt er mit der Herzdruckmassage inne und blickte auf. Und dabei genau in das Gesicht von der jungen Lieutenant Sandra Nelson.
Carson presste seine Lippen fest aufeinander und biss auf die fleischige Innenseite der Unterlippe, während der den Worten der jungen Frau folgte. Alles in ihm sträubte sich davor die Seite eines Patienten zu verlassen, was durch das zunehmende Zittern seiner Hände auch nach außen deutlich wurde. Aber diese junge Frau hatte Recht. Er musste in diesen Stuhl und er musste es jetzt tun. Sofort!
Der Schotte schluckte schwer und griff dann mit seiner freien Hand an die warmen Finger von der jungen Offizierin, die noch immer auf den seinen lagen. Nach einer kurzen Berührung, hob er seine Finger wieder und klopfte dann einige Male locker auf die Hand der jungen Frau, als Zeichen dafür, dass er verstanden hatte.
„Der Rhythmus ist 100 bis 120 Schläge pro Minute, das ist wichtig!“ , kam es Carson über die Lippen, während er nun regelrecht aus seiner knienden Position heraus aufsprang.
„Der Brustkorb muss dabei etwa 6cm nach unten gedrückt werden.“, setzte er seine Erklärung fort, während er eilig seinen weißen Kittel von den Schultern streifte. Das Teil würde nur stören. Und er hatte zudem keinerlei Interesse daran sich nachher in die genutzten Kanülen zu setzten, weil er eben aufgrund der bestehenden Hektik die Schutzkappen nicht angebracht hatte.
„Alle 30 Mal kurz aussetzen und zweimal beatmen! Dann von vorn!“
Die rechte Hand des Arztes ging zu seinem Funkgerät und aktivierten es mit einem routinierten Klick.
"Carson an Weir, ich übernehme den Stuhl!"
Mit diesen letzten Worten sprang Carson regelrecht in den inzwischen wieder aufrecht stehenden Kontrollstuhl. Sein Hintern hatte noch nicht ganz die Sitzfläche erreicht, als seine Hände bereits auf den Gelpads landeten und diese, zur Überraschung des Arztes, direkt anfingen aufzuleuchten. Die Rückenlehne des Stuhles senkte sich ab und ehe der Schotte sich versah, befand er sich in einer halbwegs liegenden Position mit einer äußert ungeduldigen Stadt, die bereits regelrecht an seinem Bewusstsein klopfte.
Carson bemühte sich seinen Kopf frei zu bekommen und offen für die ganzen Informationen zu sein, die Atlantis ihm zuspielen wollte. Doch das erste, was er zu spüren bekam, war keine Überflut an Daten, sondern ein… wie sollte man es beschreiben? Aufatmen? Er war nicht wirklich jemand, der Maschinen bereitwillig ein Bewusstsein zuschrieb, aber jetzt, in dieser einen Nanosekunde, könnte er darauf schwören, dass diese Stadt genau das besaß. Und damit meinte er nicht eine einfache künstliche Intelligenz, die für ihn die Temperatur der Dusche bereitwillig regelte.
Der Schotte schloss die Augen und biss parallel die Zähne zusammen. Jetzt tauchten diverse Mitteilungen der Stadt vor seinem inneren Auge auf und das in einer Schlagzahl, die den Mediziner schnell zu überfordern drohte. Aber dann plötzlich änderte sich das Meldeverhalten, als passe sich Atlantis daran an, dass er nun mal nicht ganz so schnell mitkam wie sein Vorgänger. Viele Informationen wurden nun eher im Hintergrund gehalten, aber das wirklich Wichtige tauchte mit absoluter Klarheit in Carons Kopf auf.
Er realisierte, dass die Stadt deutliche Beschädigungen davongetragen hatte, aber die Detailsinfos hierzu hielt Atlantis zurück. Dafür ploppte die Mitteilung auf, dass die Lebenserhaltung wieder in Betrieb gegangen war. Carson sah wie Energieströme plötzlich umgeleitet wurden und dann veränderten sich auch die Daten zu ihren Schilden.
Ohne wirklich das gesamte Ausmaß der zur Verfügung stehenden Daten erfassen zu können, wurde Carson schmerzlich bewusst, wie sehr John die Stadt mit seinen Befehlen in mehreren Bereichen an die absolute Belastungsgrenze gebracht haben musste… Ebenso wie seinen eigenen Körper und Geist.
Der Mediziner wollte sich gerade den Flugdaten widmen, als er eine Art Anklopfen von einer Randinfo wahrnahm. Von einer Meldung, die zwar nicht zu den Hauptsystemen gehörte, aber von Atlantis für ihn als überaus relevant eingestuft wurde. Carson wandte sich dieser Meldung zu und nun war er es, der wortwörtlich vor Erleichterung aufatmete.
Ein schwerer Atemzug entwich Carsons Lungen und zeitgleich wich einiges an gedanklichem Stress von dem Schotten ab. Die Meldung, die ihm von Atlantis zugespielt worden war, waren Sensordaten, die ihm die Ankunft von Dr. Janet Fraiser mitteilten. Er erkannte die Ärztin, als würde er auf das Bild einer Überwachungskamera blickten, direkt vor der Tür zum Kontrollstuhlraum und der Befehl in seinem Kopf war eindeutig. Tür öffnen!
Die Zugangstür glitt beinahe Geräuschlos vor der Ärztin auseinander. Und Carson beeilte sich sofort wieder zu den Flugdaten zurück zu kommen.
Von Atlantis kamen bereits die ersten… wie sollte man es nennen, Schmerzensrufe? Irgendwie fiel ihm nichts Besseres ein, denn die Stadt litt bereits unter der starken Schwerkraft des Planeten und dem Umstand, dass sie bereits den äußersten Rand der Atmosphäre erreicht hatten.
Carson war weiß Gott kein Fachmann für Fliegerei, weder bei einem normalen Flugzeug, noch einem Raumschiff oder besser einer „Raumstadt“. Aber Atlantis lieferte ihm genau das, was er jetzt brauchte. Er sah vor seinem inneren Auge in einer schematischen Darstellung den Eintrittswinkel und die vielen Warnungen, die damit zusammenhingen. Der erste Gedanke, der ihm kam, war auf die Bremse zu treten. Und prompt aktivierte die Stadt die Trägheitsdämpfer, um genau das zu tun. Wie bei einem Auto mit ABS entstand in Carsons Kopf eine ruckelnde und sich abwechselnde Abfolge von den aufflammenden Trägheitsdämpfern und minimalen Kursanpassungen. Die Reibungshitze begann bereits zuzunehmen und Carson versuchte die Stadt etwas anders auszurichten, damit der untere und widerstandsfähigste Teil der Stadt die größten Hitzeentwicklungen abfangen konnte.
Irgendwie versuchte er nebenher auch noch zu verstehen, um was für einen Planeten es sich hier handelte. Es war keine gute Vorstellung nachher auf einem Gesteinsplaneten zu zerschellen oder von einem Gasriesen wortwörtlich verschluckt zu werden. Aber zu diesem einen Thema lieferte ihm Atlantis keine Meldungen über Bedenken. Er konnte nicht ausschließen, dass für die Stadt der Eintrittswinkel momentan einfach wichtiger war als das, was sie innerhalb der Atmosphäre erwarten würde. Aber irgendwie ging sein Gefühl eher in eine andere Richtung und zwar die, dass Atlantis sehr wohl wusste, was sie auf diesem Planeten erwartete.
Der Mediziner fühlte die Bewegung der Rippen des Colonels unter seinen Händen. Seine jahrelangen Erfahrungen verhinderten, dass er beim Aufbau des Drucks zu nachlässig war oder es übertrieb. Er wusste wie fest und wie tief er drücken musste. Und dennoch war es nicht ausgeschlossen, dass die eine oder andere Rippe durch diese Krafteinwirkungen von außen Schäden davontragen würde. Aber das war im derzeitigen Moment absolut zweitranging. Und wenn er Sheppard fünf Rippen brechen würde, das alles war völlig uninteressant, wenn er es nicht schaffte das Herz des jungen Mannes wieder zum Schlagen zu bringen.
Carsons Gedanken rasten auf Hochtouren. Sie brauchten einen weiteren Arzt hier und das schnell. Sie mussten John intubieren, damit die Sauerstoffversorgung einfacher und auch zuverlässiger war. Und um die Nutzung eines Defibrillators kamen sie auch nicht herum, nicht wenn immer weiter Sekunde um Sekunde verstrich, ohne dass sich an dem Zustand des Offiziers vor ihren Knien etwas änderte.
Der Schotte wollte gerade über sein Funkgerät nach Dr. Fraiser rufen, die eigentlich schon längst hätte hier sein müssen. Er betete innerlich, dass ihr und anderen Expeditionsteilnehmern nichts zugestoßen war. Aber vermutlich war allein ein solcher Gedankengang absolutes Wunschdenken voller Naivität. Sie hatten sich immerhin in einer Subraumblase befunden und waren mit schwarzer Materie beschossen worden… Er wollte sich nicht ausmalen, welche Schäden hierdurch an der Stadt entstanden sein konnten. Und schon gar nicht, wie viele Leben sie ein Einschlag an der falschen Stelle kosten konnte… oder möglicherweise sogar gekostet hatte.
Doch ehe Carson dazu kam sein eigenes Funkgerät zu aktivieren, ertönte die Stimme von Dr. Elizabeth Weir über den kleinen Ohrstöpsel und durchdrang direkt seine Gedankenkarussell. Der Schotte horchte auf und folgte ihren Worten. Ihrer Stimme war Hektik zu entnehmen, ebenso wie die für sie übliche Autorität in ihrer Anweisung. Und dennoch schaffte Carson es nicht, sein Handeln zu unterbrechen. 5…6…7… Seine Hände arbeiten weiter daran Herz und Lunge des bisherigen Piloten in ihren sonst natürlichen Rhythmus zu zwingen. 12…13…14… Erst allmählich sickerte die vollständige Bedeutung von Dr. Weirs Worten in seine Gedankenwelt ein. Der Kontrollstuhl… er war unbesetzt. Unkontrolliert… niemand steuerte derzeit diese verdammte fliegende Stadt. Atmosphäre… wo auch immer sie nach dem Wurmlochtransit gelandet waren, es musste im intergalaktischen Vergleich wahnsinnig nah an einem Planeten sein, wenn er nun diese Informationen mitgeteilt bekam. Verdammt...
Carson war innerlich hin und her gerissen. Wenn er jetzt hier abbrechen würde, könnte dass das Ende für Colonel Sheppard sein… Dazu drängten sich innerlich die im vertrauten Zweifel in seine Gedanken. War er überhaupt dafür geeignet diese Stadt zu steuern? Konnte er das hinbekommen, was John aufgrund seines sich rapide verschlechternden Zustands nicht mehr gelungen war? Die Hände des Arztes begannen zu zittern, als sich immer weiter die Realisation in den Vordergrund drängte, dass hier mit Sicherheit keiner von ihnen Lebens rauskommen würde, wenn er es nicht zumindest versuchte!
Mit einem Male spürte der Schotte die Berührung einer Hand auf der seinen. Vor Überraschung hielt er mit der Herzdruckmassage inne und blickte auf. Und dabei genau in das Gesicht von der jungen Lieutenant Sandra Nelson.
Carson presste seine Lippen fest aufeinander und biss auf die fleischige Innenseite der Unterlippe, während der den Worten der jungen Frau folgte. Alles in ihm sträubte sich davor die Seite eines Patienten zu verlassen, was durch das zunehmende Zittern seiner Hände auch nach außen deutlich wurde. Aber diese junge Frau hatte Recht. Er musste in diesen Stuhl und er musste es jetzt tun. Sofort!
Der Schotte schluckte schwer und griff dann mit seiner freien Hand an die warmen Finger von der jungen Offizierin, die noch immer auf den seinen lagen. Nach einer kurzen Berührung, hob er seine Finger wieder und klopfte dann einige Male locker auf die Hand der jungen Frau, als Zeichen dafür, dass er verstanden hatte.
„Der Rhythmus ist 100 bis 120 Schläge pro Minute, das ist wichtig!“ , kam es Carson über die Lippen, während er nun regelrecht aus seiner knienden Position heraus aufsprang.
„Der Brustkorb muss dabei etwa 6cm nach unten gedrückt werden.“, setzte er seine Erklärung fort, während er eilig seinen weißen Kittel von den Schultern streifte. Das Teil würde nur stören. Und er hatte zudem keinerlei Interesse daran sich nachher in die genutzten Kanülen zu setzten, weil er eben aufgrund der bestehenden Hektik die Schutzkappen nicht angebracht hatte.
„Alle 30 Mal kurz aussetzen und zweimal beatmen! Dann von vorn!“
Die rechte Hand des Arztes ging zu seinem Funkgerät und aktivierten es mit einem routinierten Klick.
"Carson an Weir, ich übernehme den Stuhl!"
Mit diesen letzten Worten sprang Carson regelrecht in den inzwischen wieder aufrecht stehenden Kontrollstuhl. Sein Hintern hatte noch nicht ganz die Sitzfläche erreicht, als seine Hände bereits auf den Gelpads landeten und diese, zur Überraschung des Arztes, direkt anfingen aufzuleuchten. Die Rückenlehne des Stuhles senkte sich ab und ehe der Schotte sich versah, befand er sich in einer halbwegs liegenden Position mit einer äußert ungeduldigen Stadt, die bereits regelrecht an seinem Bewusstsein klopfte.
Carson bemühte sich seinen Kopf frei zu bekommen und offen für die ganzen Informationen zu sein, die Atlantis ihm zuspielen wollte. Doch das erste, was er zu spüren bekam, war keine Überflut an Daten, sondern ein… wie sollte man es beschreiben? Aufatmen? Er war nicht wirklich jemand, der Maschinen bereitwillig ein Bewusstsein zuschrieb, aber jetzt, in dieser einen Nanosekunde, könnte er darauf schwören, dass diese Stadt genau das besaß. Und damit meinte er nicht eine einfache künstliche Intelligenz, die für ihn die Temperatur der Dusche bereitwillig regelte.
Der Schotte schloss die Augen und biss parallel die Zähne zusammen. Jetzt tauchten diverse Mitteilungen der Stadt vor seinem inneren Auge auf und das in einer Schlagzahl, die den Mediziner schnell zu überfordern drohte. Aber dann plötzlich änderte sich das Meldeverhalten, als passe sich Atlantis daran an, dass er nun mal nicht ganz so schnell mitkam wie sein Vorgänger. Viele Informationen wurden nun eher im Hintergrund gehalten, aber das wirklich Wichtige tauchte mit absoluter Klarheit in Carons Kopf auf.
Er realisierte, dass die Stadt deutliche Beschädigungen davongetragen hatte, aber die Detailsinfos hierzu hielt Atlantis zurück. Dafür ploppte die Mitteilung auf, dass die Lebenserhaltung wieder in Betrieb gegangen war. Carson sah wie Energieströme plötzlich umgeleitet wurden und dann veränderten sich auch die Daten zu ihren Schilden.
Ohne wirklich das gesamte Ausmaß der zur Verfügung stehenden Daten erfassen zu können, wurde Carson schmerzlich bewusst, wie sehr John die Stadt mit seinen Befehlen in mehreren Bereichen an die absolute Belastungsgrenze gebracht haben musste… Ebenso wie seinen eigenen Körper und Geist.
Der Mediziner wollte sich gerade den Flugdaten widmen, als er eine Art Anklopfen von einer Randinfo wahrnahm. Von einer Meldung, die zwar nicht zu den Hauptsystemen gehörte, aber von Atlantis für ihn als überaus relevant eingestuft wurde. Carson wandte sich dieser Meldung zu und nun war er es, der wortwörtlich vor Erleichterung aufatmete.
Ein schwerer Atemzug entwich Carsons Lungen und zeitgleich wich einiges an gedanklichem Stress von dem Schotten ab. Die Meldung, die ihm von Atlantis zugespielt worden war, waren Sensordaten, die ihm die Ankunft von Dr. Janet Fraiser mitteilten. Er erkannte die Ärztin, als würde er auf das Bild einer Überwachungskamera blickten, direkt vor der Tür zum Kontrollstuhlraum und der Befehl in seinem Kopf war eindeutig. Tür öffnen!
Die Zugangstür glitt beinahe Geräuschlos vor der Ärztin auseinander. Und Carson beeilte sich sofort wieder zu den Flugdaten zurück zu kommen.
Von Atlantis kamen bereits die ersten… wie sollte man es nennen, Schmerzensrufe? Irgendwie fiel ihm nichts Besseres ein, denn die Stadt litt bereits unter der starken Schwerkraft des Planeten und dem Umstand, dass sie bereits den äußersten Rand der Atmosphäre erreicht hatten.
Carson war weiß Gott kein Fachmann für Fliegerei, weder bei einem normalen Flugzeug, noch einem Raumschiff oder besser einer „Raumstadt“. Aber Atlantis lieferte ihm genau das, was er jetzt brauchte. Er sah vor seinem inneren Auge in einer schematischen Darstellung den Eintrittswinkel und die vielen Warnungen, die damit zusammenhingen. Der erste Gedanke, der ihm kam, war auf die Bremse zu treten. Und prompt aktivierte die Stadt die Trägheitsdämpfer, um genau das zu tun. Wie bei einem Auto mit ABS entstand in Carsons Kopf eine ruckelnde und sich abwechselnde Abfolge von den aufflammenden Trägheitsdämpfern und minimalen Kursanpassungen. Die Reibungshitze begann bereits zuzunehmen und Carson versuchte die Stadt etwas anders auszurichten, damit der untere und widerstandsfähigste Teil der Stadt die größten Hitzeentwicklungen abfangen konnte.
Irgendwie versuchte er nebenher auch noch zu verstehen, um was für einen Planeten es sich hier handelte. Es war keine gute Vorstellung nachher auf einem Gesteinsplaneten zu zerschellen oder von einem Gasriesen wortwörtlich verschluckt zu werden. Aber zu diesem einen Thema lieferte ihm Atlantis keine Meldungen über Bedenken. Er konnte nicht ausschließen, dass für die Stadt der Eintrittswinkel momentan einfach wichtiger war als das, was sie innerhalb der Atmosphäre erwarten würde. Aber irgendwie ging sein Gefühl eher in eine andere Richtung und zwar die, dass Atlantis sehr wohl wusste, was sie auf diesem Planeten erwartete.
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
Das nebenstehende Avatarbild basiert auf dem Bild "Paul McGillion" aus der Mediendatenbank Flickr und wurde unter der Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)-Lizenz veröffentlicht. Der Urheber des Bildes ist fc.nz.
- Elizabeth Weir
- Expeditionsleiterin Atlantis
- Beiträge: 133
- Registriert: 23.07.2010, 16:55
Funkspruch aus dem Kontrollraum
„Gut Carson. Sie schaffen es. Da bin ich mir ganz sicher.“
„Gut Carson. Sie schaffen es. Da bin ich mir ganz sicher.“
- Sandra Nelson
- Air Force Offizier
- Beiträge: 66
- Registriert: 30.05.2009, 16:55
Das Zittern in Doktor Becketts Händen war nicht zu übersehen und wenn sie ehrlich war, dann wollte sie aktuell nicht in seiner Haut stecken. Alle anderen möglichen Piloten befanden sich an einem anderen Ort und würden es nicht schaffen in den nächsten Minuten in den Kontrollstuhlraum zu kommen. Immerhin hatte Doktor Fraiser schon eine halbe Ewigkeit gebraucht und langsam begann Sandy daran zu zweifeln, dass die Ärztin überhaupt noch eintreffen würde. Dem Chefarzt der Expedition gingen wahrscheinlich ähnliche Gedanken durch den Kopf und Sandy konnte es ihm noch nicht einmal verdenken, wenn er zögerte. Sollte er sich nun in den Kontrollstuhl setzen und die Versorgung von Colonel Sheppard ihr überlassen, dann war die Wahrscheinlichkeit, dass der Offizier überlebte, verschwindend gering. Sie würde zwar ihr bestes geben, aber Sandy machte sich nichts vor. Sie war kein Arzt und würde die Herzlungenmassage sicher nicht so durchführen können, wie jemand, der dies bereits während seiner Ausbildung unzählige Male geübt hatte. Mitfühlend blickte Sandy Carson an und konnte in seinem Gesicht deutlich sehen, was ihm gerade durch Kopf ging. Doch dann schien er eine Entscheidung zu treffen und sie hörte ihm aufmerksam zu, während er ihr erklärte, wie sie die Herzdruckmassage durchzuführen hatte. 100 bis 120 Schläge pro Minuten, der Rythmus von Staying Alive, daran konnte sie sich noch aus dem Training erinnern. Ob sie die Drucktiefe von 6 cm genau erreichen würde, wusste sie nicht, aber sie würde es versuchen.
“In Ordnung. Ich schaffe das.”, erwiderte sie und sah Doktor Beckett mit einer Entschlossenheit an, die sie selbst immer noch nicht spürte. Aber sie konnte es schaffen. Sie würde es schaffen.
Von dem Augenblick an, als Carson sich von seinem Patienten abwendete, seinen weißen Kittel abstreifte und sich in den Kontrollstuhl setzte, konzentrierte sich Sandy auf nichts mehr als den Colonel. Kurz stellte sie sich wirklich das beliebte Lied der Bee Gees vor, um den richtigen Rythmus zu finden, dann fixierte sie sich aber vollkommen darauf nach genau dreißig Kompressionen zweimal zu beatmen und dann wieder von vorne anzufangen. Sie spürte einen Ruck im Brustkorb des Colonel. Wahrscheinlich hatte sie ihm gerade eine Rippe gebrochen. Doch Sandy schob die Schuldgefühle, die sich in ihr aufbauten sofort zur Seite. Später hatte sie immer noch Zeit sich in einer Ecke zu verkriechen. Nun musste sie weitermachen. Herzdruckmassage, beatmen, Herzdruckmassage, be…
Was war das für ein Geräusch? Erschrocken sah Sandy auf und musste feststellen, dass Doktor Beckett gerade seltsam eingeatmet hatte. Ihm erging es doch nicht etwa gerade wie Colonel Sheppard? Seine nächsten Atemzüge schienen normal zu sein, doch eine immer größere Angst machte sich in Sandy breit. Sie musste schwer mit sich kämpfen, um ihre Aufmerksamkeit wieder auf Colonel Sheppard zu lenken. Aber sie hatte Carson ein Versprechen gegeben und daran würde sie sich halten. “Feel the city breakin' and everybody shakin', And you're stayin' alive, stayin' alive.”, summte sie leise, um wieder den passenden Rythmus zu finden und bemerkte erst später die Ironie in dieser Textzeile. Die Zündung der Trägheitsdämpfer ließ die Stadt wirklich erschaudern, aber sie würden am Leben bleiben. Doktor Beckett würde das schon schaffen.
Aber der Colonel… Ein Tropfen fiel auf die Wangen des halbtoten Mannes und Sandy konnte nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob es sich um eine Träne oder Schweiß handelte. Wenn er doch bloß wieder anfangen würde zu atmen. Er musste doch atmen. “Colonel… Bitte… You’re stayin alive…” Sandys Hände begannen zu zittern, als sich immer mehr das Gefühl in ihr breit machte, dass alles, was sie tat, doch eh vergebens war. Nun war sie sich sicher, dass es Tränen waren, die auf den Beatmungsbeutel tropften. Aber sie machte weiter. Aufgeben war keine Option. In ihrer Verbissenheit merkte sie erst, dass Doktor Fraiser und zwei Sanitäter den Raum betreten hatte, als sie eine sanfte Berührung an der Schulter spürte.
“Das haben Sie gut gemacht, Lieutenant. Wir übernehmen jetzt.” Wie in Trance nickte Sandy und ließ sich von einem der Sanitäter von dem Colonel wegbringen. Er forderte sie auf sich hinzusetzen und unfähig sich zu widersetzen kam Sandy der Aufforderung nach. Nun, wo sie ihrer Aufgabe beraubt worden war, fühlte sie auf einmal die gesamte Last der Situation über sich einbrechen. Sie zitterte und die Tatsache, dass der Sanitäter noch einen Augenblick neben ihr stehen blieb, bedeutete wohl, dass er sich auch Sorgen um sie machte. Aber sie wollte, nein, sie durfte niemand zur Last fallen. Und sie war ja noch nicht einmal ihrer Aufgabe beraubt worden. Sie hatte nun nur wieder Zeit sich um die Aufgabe zu kümmern, für die sie eingeteilt worden war. Sandy wusste selbst nicht, woher sie noch die Kraft nahm, aber sie stand auf, nickte dem Sanitäter zu und kehrte zu ihrer Konsole zurück. Doktor Fraiser hatte den Colonel inzwischen intubiert und mit Handgriffen, die der Ärztin sicher inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen waren, sorgte sie dafür, dass der Colonel hoffentlich am Leben bleiben würde.
“In Ordnung. Ich schaffe das.”, erwiderte sie und sah Doktor Beckett mit einer Entschlossenheit an, die sie selbst immer noch nicht spürte. Aber sie konnte es schaffen. Sie würde es schaffen.
Von dem Augenblick an, als Carson sich von seinem Patienten abwendete, seinen weißen Kittel abstreifte und sich in den Kontrollstuhl setzte, konzentrierte sich Sandy auf nichts mehr als den Colonel. Kurz stellte sie sich wirklich das beliebte Lied der Bee Gees vor, um den richtigen Rythmus zu finden, dann fixierte sie sich aber vollkommen darauf nach genau dreißig Kompressionen zweimal zu beatmen und dann wieder von vorne anzufangen. Sie spürte einen Ruck im Brustkorb des Colonel. Wahrscheinlich hatte sie ihm gerade eine Rippe gebrochen. Doch Sandy schob die Schuldgefühle, die sich in ihr aufbauten sofort zur Seite. Später hatte sie immer noch Zeit sich in einer Ecke zu verkriechen. Nun musste sie weitermachen. Herzdruckmassage, beatmen, Herzdruckmassage, be…
Was war das für ein Geräusch? Erschrocken sah Sandy auf und musste feststellen, dass Doktor Beckett gerade seltsam eingeatmet hatte. Ihm erging es doch nicht etwa gerade wie Colonel Sheppard? Seine nächsten Atemzüge schienen normal zu sein, doch eine immer größere Angst machte sich in Sandy breit. Sie musste schwer mit sich kämpfen, um ihre Aufmerksamkeit wieder auf Colonel Sheppard zu lenken. Aber sie hatte Carson ein Versprechen gegeben und daran würde sie sich halten. “Feel the city breakin' and everybody shakin', And you're stayin' alive, stayin' alive.”, summte sie leise, um wieder den passenden Rythmus zu finden und bemerkte erst später die Ironie in dieser Textzeile. Die Zündung der Trägheitsdämpfer ließ die Stadt wirklich erschaudern, aber sie würden am Leben bleiben. Doktor Beckett würde das schon schaffen.
Aber der Colonel… Ein Tropfen fiel auf die Wangen des halbtoten Mannes und Sandy konnte nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob es sich um eine Träne oder Schweiß handelte. Wenn er doch bloß wieder anfangen würde zu atmen. Er musste doch atmen. “Colonel… Bitte… You’re stayin alive…” Sandys Hände begannen zu zittern, als sich immer mehr das Gefühl in ihr breit machte, dass alles, was sie tat, doch eh vergebens war. Nun war sie sich sicher, dass es Tränen waren, die auf den Beatmungsbeutel tropften. Aber sie machte weiter. Aufgeben war keine Option. In ihrer Verbissenheit merkte sie erst, dass Doktor Fraiser und zwei Sanitäter den Raum betreten hatte, als sie eine sanfte Berührung an der Schulter spürte.
“Das haben Sie gut gemacht, Lieutenant. Wir übernehmen jetzt.” Wie in Trance nickte Sandy und ließ sich von einem der Sanitäter von dem Colonel wegbringen. Er forderte sie auf sich hinzusetzen und unfähig sich zu widersetzen kam Sandy der Aufforderung nach. Nun, wo sie ihrer Aufgabe beraubt worden war, fühlte sie auf einmal die gesamte Last der Situation über sich einbrechen. Sie zitterte und die Tatsache, dass der Sanitäter noch einen Augenblick neben ihr stehen blieb, bedeutete wohl, dass er sich auch Sorgen um sie machte. Aber sie wollte, nein, sie durfte niemand zur Last fallen. Und sie war ja noch nicht einmal ihrer Aufgabe beraubt worden. Sie hatte nun nur wieder Zeit sich um die Aufgabe zu kümmern, für die sie eingeteilt worden war. Sandy wusste selbst nicht, woher sie noch die Kraft nahm, aber sie stand auf, nickte dem Sanitäter zu und kehrte zu ihrer Konsole zurück. Doktor Fraiser hatte den Colonel inzwischen intubiert und mit Handgriffen, die der Ärztin sicher inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen waren, sorgte sie dafür, dass der Colonel hoffentlich am Leben bleiben würde.
- Janet Fraiser
- Chefärztin Rapiditas
- Beiträge: 38
- Registriert: 04.08.2018, 20:45
Ohne dass sie etwas tun musste, glitt die Tür des Kontrollstuhlraums vor ihr auf und offenbarte eine chaotische Szene vor Janet. Lieutenant Nelson versuchte angestrengt Colonel Sheppard am Leben zu halten, während Doktor Beckett im Kontrollstuhl saß und um ihrer aller Leben kämpfte. Janet wusste immer noch nicht in welchem Zustand sie sich aktuell befanden. Sie hatten ein Wurmloch durchquert und nun scheinbar wieder die Sublichttriebwerke aktiviert, aber mehr war ihr nicht bekannt und mehr war aktuell auch nicht für sie wichtig. Da der Raum mit sechs Personen schon fast überfüllt sein würde, ließen sie die Liege draußen stehen. Mit einem kurzen Blick teilte Janet Max mit, dass er das Intubationsbesteck holen sollte. Darien wies sie an in ihrer Nähe zu bleiben, während sie zu Lieutenant Nelson ging. Die junge Frau schien so sehr auf ihre Arbeit konzentriert zu sein, dass sie noch nicht einmal mitbekommen hatte, dass sie den Raum betreten hatten.
“Lieutenant…” Sanft legte Janet der jungen Frau die Hand auf die Schulter. “Das haben Sie gut gemacht, Lieutenant. Wir übernehmen jetzt.” Als wäre das sein Stichwort gewesen, half Darien der immer noch abwesend wirkenden Lieutenant auf die Beine und führte sie von dem Colonel fort.
Nachdem Max sich um das Intubationsbesteck gekümmert hatte, hatte er bereits die Beatmung des Colonels übernommen und nun, wo Lieutenant Nelson mit ihrer Herzdruckmassage aufgehört hatte, kümmerte er sich auch um diese Aufgabe. Darien blieb noch einen Augenblick bei Nelson, denn die junge Frau wirkte so mitgenommen von der Situation, dass weder er noch Janet sich sicher waren, ob sie nicht bald noch einen zweiten Notfall bekommen würden. Erst als die Lieutenant zu ihrer Arbeit zurückkehrte, begann auch Darien Janet und Max zu unterstützen und sie begannen gemeinsam den Colonel zu intubieren. Die Atemwege waren schon am Kollabieren und es fiel Janet äußerst schwer den Tubus zu setzen. Wertvolle Sekunden verstrichen, bis der Beatmungsschlauch endlich an Ort und Stelle saß und sie sich auf die Herzdruckmassage konzentrieren konnte. Die Frage, wie lange sich der Colonel schon in diesem Zustand befand, lag ihr auf den Lippen, aber da sie davon ausging, dass Lieutenant Nelson jedes Zeitgefühl verloren hatte, sprach sie sie nicht aus. Es gab Berichte von Personen, die eine halbe Stunde lang ohne Puls gewesen waren, aber dank einer durchgängigen Behandlung noch nicht einmal Hirnschäden davongetragen hatten. Noch war also nicht jede Hoffnung verloren.
Ohne weitere Absprachen zu treffen, bereitete Darien den Defibrilator vor, Janet zerschnitt die Uniform des Colonels, um besseren Zugriff auf seinen Brustkorb zu haben und ihn defibrillieren zu können, falls es nötig sein sollte. Dabei stellte sie fest, dass zumindest noch eine Elektrode des EKGs an Ort und Stelle war. Die Nulllinie stammte also wirklich von dem Colonel und entstand nicht dadurch, dass das EKG einfach nicht mehr angeschlossen war. Aus den Augenwinkeln bemerkte Janet, dass Spritzen neben sie gelegt wurden. Adrenalin. “Doktor Beckett hat noch 4 mg Adrenalin und 6 mg Epinephrin in seiner Tasche.”, teilte Darien ihr mit und Janet nickte leicht. Da sie davon ausging, dass die Fläschchen in Doktor Becketts Notfalltasche vorher voll gewesen waren, konnte sie dadurch errechnen, welche Medikamente der Colonel bereits erhalten hatte. Lieutenant Nelson konnte es ihnen gewiss nicht sagen und Doktor Beckett durften sie nun unter keinen Umständen stören.
“Danke.”, bestätigte Janet kurz, dass sie Darien verstanden hatte und verabreichte dem Colonel eine weitere Dosis Adrenalin direkt ins Herz. Er hatte zwar schon mehr als die maximale Dosis erhalten, aber da sie ihn mit großer Wahrscheinlichkeit verlieren würden, wenn sie es nicht versuchten, zögerte Janet nicht die Dosis zu überschreiten.
“Doktor…”, machte Max sie kurz darauf auf einen blauen Fleck an Sheppards Hals aufmerksam.
Janet richtete nur kurz ihren Blick darauf. Wenn sich bereits Leichenflecke bildeten… “Wegdrückbar?”, fragte sie, während sie ohne zu zögern weiterhin die Herzdruckmassage durchführte.
“Negativ.”
“Blauer Fleck.”, entschied Janet. Also doch kein Leichenfleck. Es bestand noch Hoffnung.
“Zeit?”
“Drei Minuten seit Eintreffen.”, beantworte Darien Janets Frage und sie nickte nur leicht. Je länger sie brauchten, desto unsicherer wurde Janet, ob sie den Colonel retten konnten. Aber diese Worte würde sie nicht vor Lieutenant Nelson aussprechen. Selbst wenn jede Hoffnung verloren war, die Wahrheit würde sie ihr erst nach dieser Höllenmission mitteilen.
Plötzlich begann das EKG ein leises Piepsen von sich zu geben und Janet hielt sofort inne. Das Herz des Colonels hatte tatsächlich wieder angefangen zu schlagen.
“Sinusbradykardie…” Janet fing an wieder Hoffnung zu fassen, doch dann begannen auf einmal die Lichter im Kontrollstuhlraum zu flackern und der Puls wurde wieder schwächer. “Was zum…”, murmelte Janet, bis sie begriff, was geschah. Die Hand des Colonels berührte noch die Basis des Kontrollstuhls. Mit dem Einsetzen des Pulses musste er auch wieder einen bewussten Gedanken gehabt haben und so wie sie den Colonel kannte, musste er an die Kontrolle der Stadt gedacht haben. Aber er war nicht mehr der Pilot der Stadt und sie konnte sich gut vorstellen, dass seine vermutlich wirren, unklaren Gedanken wie Störsignale wirken mussten.
“Er muss weiter vom Kontrollstuhl weg.”, entschied Janet und Max packte den Colonel sofort unter den Armen und zog ihn zu der Tür des Kontrollstuhlraums. Durch die größere Entfernung hörte das Flackern der Lichter wieder auf, aber was auch immer in diesem kurzen Moment geschehen war, es hatte ausgereicht, um das Herz des Colonels wieder zum Stocken zu bringen.
“Kammerflimmern. Defibrillator laden.”, wies sie Darien an, während Max wieder die Beatmung des Colonels übernommen hatte. Während der Defibrillator aufgeladen wurde, platzierte Janet die Gelpads auf der Brust des Colonels und griff dann sofort nach den Paddeln.
“Abstand.”, befahl sie vor allem Max an und versuchte das Herz des Colonels durch den Stromschlag wieder zu einem normalen Rhythmus zu zwingen. Kurz konnte sie zwei normale Herzschläge auf der EKG-Anzeige des Defibrillators erkennen, doch das Herz geriet schon wieder ins Stocken und begann zu flimmern. “Noch einmal.” Der Körper des Colonels zuckte zusammen, als sie ihm einen zweiten, stärkeren Stromschlag gab, doch dieses Mal schien es Wirkung zu zeigen. Zwei schwachen Pulsschlägen folgten immer stärkere Auslenkungen, die schließlich zu einer akzeptablen Pulsfrequenz zurückkehrten. Der Brustkorb des Colonels hob und senkte sich leicht, als der Atemreflex wieder einsetzte und Janet seufzte erleichtert.
“Wir haben ihn wieder. Gut gemacht. Bringen wir ihn auf die Krankenstation.”, entschied sie und kümmerte sich um die Kabel des EKGs und den Beatmungsschlauch, während Darien und Max den Colonel vorsichtig auf die Liege legten und dort für den Transport fixierten. Mit geübten Handgriffen packte Darien wieder die Notfalltasche und wollte sich gemeinsam mit Max schon auf den Weg machen, als Janet ihn ansah und den Kopf schüttelte. Sie konnte unmöglich hierbleiben, aber nach dem, was Colonel Sheppard passiert war, und auch den Dingen, die Lieutenant Nelson hatte ansehen müssen, war es ihr lieber, wenn einer der Sanitäter im Kontrollstuhlraum blieb.
“Darien, Sie bleiben hier. Kontaktieren Sie mich sofort, wenn es Probleme geben sollte.”, wies sie ihn an und griff dann wieder zu ihrem Funkgerät.
“Fraiser an Kontrollraum, wir brauchen unverzüglich die Transporter!”, teilte sie dem Kontrollraum mit. Aktuell atmete der Colonel zwar selbstständig und auch sein Herz schlug beständig, aber das konnte sich im Nu ändern. Noch war er nicht über den Berg und nachdem es so lange gedauert hatte, bis sein Herz wieder angefangen hatte zu schlagen, befürchtete Janet, dass der Kampf um das Leben des Colonels noch nicht gewonnen war. Erst wenn in drei oder auch vier Tagen das Post-Reanimationssyndrom abklang und der Colonel wieder zu Bewusstsein kommen würde, würde sie endgültig aufatmen können.
Während Max und sie die Liege zum Transporter schoben, aktivierte Janet noch einmal ihr Funkgerät.
“Fraiser an Copeland. Kaitlin, ich möchte, dass sie alles für die Stabilisierung eines gerade reanimierten Patienten in einem freien Isolationsraum vorbereiten. Außerdem brauche ich den Scanner und die Ergebnisse von Colonel Sheppards letzten Scans, sobald ich auf der Krankenstation eintreffe.”, wies sie ihre Oberschwester aus dem SGC an. Je schneller sie den Colonel nun ins künstliche Koma legen, seine Körpertemperatur auf 35 °C absenken und auch die Sauerstoffsättigung seines Bluts reduzieren würden, desto größer waren seine Überlebenschancen. Außerdem mussten sie überprüfen, ob er durch die Wiederbelebungsmaßnahmen Rippenbrüche oder vielleicht sogar Hirnblutungen durch die Überbelastung im Kontrollstuhl erlitten hatte. Das Blut an seiner Nase konnte leider darauf hindeuten.
“Lieutenant…” Sanft legte Janet der jungen Frau die Hand auf die Schulter. “Das haben Sie gut gemacht, Lieutenant. Wir übernehmen jetzt.” Als wäre das sein Stichwort gewesen, half Darien der immer noch abwesend wirkenden Lieutenant auf die Beine und führte sie von dem Colonel fort.
Nachdem Max sich um das Intubationsbesteck gekümmert hatte, hatte er bereits die Beatmung des Colonels übernommen und nun, wo Lieutenant Nelson mit ihrer Herzdruckmassage aufgehört hatte, kümmerte er sich auch um diese Aufgabe. Darien blieb noch einen Augenblick bei Nelson, denn die junge Frau wirkte so mitgenommen von der Situation, dass weder er noch Janet sich sicher waren, ob sie nicht bald noch einen zweiten Notfall bekommen würden. Erst als die Lieutenant zu ihrer Arbeit zurückkehrte, begann auch Darien Janet und Max zu unterstützen und sie begannen gemeinsam den Colonel zu intubieren. Die Atemwege waren schon am Kollabieren und es fiel Janet äußerst schwer den Tubus zu setzen. Wertvolle Sekunden verstrichen, bis der Beatmungsschlauch endlich an Ort und Stelle saß und sie sich auf die Herzdruckmassage konzentrieren konnte. Die Frage, wie lange sich der Colonel schon in diesem Zustand befand, lag ihr auf den Lippen, aber da sie davon ausging, dass Lieutenant Nelson jedes Zeitgefühl verloren hatte, sprach sie sie nicht aus. Es gab Berichte von Personen, die eine halbe Stunde lang ohne Puls gewesen waren, aber dank einer durchgängigen Behandlung noch nicht einmal Hirnschäden davongetragen hatten. Noch war also nicht jede Hoffnung verloren.
Ohne weitere Absprachen zu treffen, bereitete Darien den Defibrilator vor, Janet zerschnitt die Uniform des Colonels, um besseren Zugriff auf seinen Brustkorb zu haben und ihn defibrillieren zu können, falls es nötig sein sollte. Dabei stellte sie fest, dass zumindest noch eine Elektrode des EKGs an Ort und Stelle war. Die Nulllinie stammte also wirklich von dem Colonel und entstand nicht dadurch, dass das EKG einfach nicht mehr angeschlossen war. Aus den Augenwinkeln bemerkte Janet, dass Spritzen neben sie gelegt wurden. Adrenalin. “Doktor Beckett hat noch 4 mg Adrenalin und 6 mg Epinephrin in seiner Tasche.”, teilte Darien ihr mit und Janet nickte leicht. Da sie davon ausging, dass die Fläschchen in Doktor Becketts Notfalltasche vorher voll gewesen waren, konnte sie dadurch errechnen, welche Medikamente der Colonel bereits erhalten hatte. Lieutenant Nelson konnte es ihnen gewiss nicht sagen und Doktor Beckett durften sie nun unter keinen Umständen stören.
“Danke.”, bestätigte Janet kurz, dass sie Darien verstanden hatte und verabreichte dem Colonel eine weitere Dosis Adrenalin direkt ins Herz. Er hatte zwar schon mehr als die maximale Dosis erhalten, aber da sie ihn mit großer Wahrscheinlichkeit verlieren würden, wenn sie es nicht versuchten, zögerte Janet nicht die Dosis zu überschreiten.
“Doktor…”, machte Max sie kurz darauf auf einen blauen Fleck an Sheppards Hals aufmerksam.
Janet richtete nur kurz ihren Blick darauf. Wenn sich bereits Leichenflecke bildeten… “Wegdrückbar?”, fragte sie, während sie ohne zu zögern weiterhin die Herzdruckmassage durchführte.
“Negativ.”
“Blauer Fleck.”, entschied Janet. Also doch kein Leichenfleck. Es bestand noch Hoffnung.
“Zeit?”
“Drei Minuten seit Eintreffen.”, beantworte Darien Janets Frage und sie nickte nur leicht. Je länger sie brauchten, desto unsicherer wurde Janet, ob sie den Colonel retten konnten. Aber diese Worte würde sie nicht vor Lieutenant Nelson aussprechen. Selbst wenn jede Hoffnung verloren war, die Wahrheit würde sie ihr erst nach dieser Höllenmission mitteilen.
Plötzlich begann das EKG ein leises Piepsen von sich zu geben und Janet hielt sofort inne. Das Herz des Colonels hatte tatsächlich wieder angefangen zu schlagen.
“Sinusbradykardie…” Janet fing an wieder Hoffnung zu fassen, doch dann begannen auf einmal die Lichter im Kontrollstuhlraum zu flackern und der Puls wurde wieder schwächer. “Was zum…”, murmelte Janet, bis sie begriff, was geschah. Die Hand des Colonels berührte noch die Basis des Kontrollstuhls. Mit dem Einsetzen des Pulses musste er auch wieder einen bewussten Gedanken gehabt haben und so wie sie den Colonel kannte, musste er an die Kontrolle der Stadt gedacht haben. Aber er war nicht mehr der Pilot der Stadt und sie konnte sich gut vorstellen, dass seine vermutlich wirren, unklaren Gedanken wie Störsignale wirken mussten.
“Er muss weiter vom Kontrollstuhl weg.”, entschied Janet und Max packte den Colonel sofort unter den Armen und zog ihn zu der Tür des Kontrollstuhlraums. Durch die größere Entfernung hörte das Flackern der Lichter wieder auf, aber was auch immer in diesem kurzen Moment geschehen war, es hatte ausgereicht, um das Herz des Colonels wieder zum Stocken zu bringen.
“Kammerflimmern. Defibrillator laden.”, wies sie Darien an, während Max wieder die Beatmung des Colonels übernommen hatte. Während der Defibrillator aufgeladen wurde, platzierte Janet die Gelpads auf der Brust des Colonels und griff dann sofort nach den Paddeln.
“Abstand.”, befahl sie vor allem Max an und versuchte das Herz des Colonels durch den Stromschlag wieder zu einem normalen Rhythmus zu zwingen. Kurz konnte sie zwei normale Herzschläge auf der EKG-Anzeige des Defibrillators erkennen, doch das Herz geriet schon wieder ins Stocken und begann zu flimmern. “Noch einmal.” Der Körper des Colonels zuckte zusammen, als sie ihm einen zweiten, stärkeren Stromschlag gab, doch dieses Mal schien es Wirkung zu zeigen. Zwei schwachen Pulsschlägen folgten immer stärkere Auslenkungen, die schließlich zu einer akzeptablen Pulsfrequenz zurückkehrten. Der Brustkorb des Colonels hob und senkte sich leicht, als der Atemreflex wieder einsetzte und Janet seufzte erleichtert.
“Wir haben ihn wieder. Gut gemacht. Bringen wir ihn auf die Krankenstation.”, entschied sie und kümmerte sich um die Kabel des EKGs und den Beatmungsschlauch, während Darien und Max den Colonel vorsichtig auf die Liege legten und dort für den Transport fixierten. Mit geübten Handgriffen packte Darien wieder die Notfalltasche und wollte sich gemeinsam mit Max schon auf den Weg machen, als Janet ihn ansah und den Kopf schüttelte. Sie konnte unmöglich hierbleiben, aber nach dem, was Colonel Sheppard passiert war, und auch den Dingen, die Lieutenant Nelson hatte ansehen müssen, war es ihr lieber, wenn einer der Sanitäter im Kontrollstuhlraum blieb.
“Darien, Sie bleiben hier. Kontaktieren Sie mich sofort, wenn es Probleme geben sollte.”, wies sie ihn an und griff dann wieder zu ihrem Funkgerät.
“Fraiser an Kontrollraum, wir brauchen unverzüglich die Transporter!”, teilte sie dem Kontrollraum mit. Aktuell atmete der Colonel zwar selbstständig und auch sein Herz schlug beständig, aber das konnte sich im Nu ändern. Noch war er nicht über den Berg und nachdem es so lange gedauert hatte, bis sein Herz wieder angefangen hatte zu schlagen, befürchtete Janet, dass der Kampf um das Leben des Colonels noch nicht gewonnen war. Erst wenn in drei oder auch vier Tagen das Post-Reanimationssyndrom abklang und der Colonel wieder zu Bewusstsein kommen würde, würde sie endgültig aufatmen können.
Während Max und sie die Liege zum Transporter schoben, aktivierte Janet noch einmal ihr Funkgerät.
“Fraiser an Copeland. Kaitlin, ich möchte, dass sie alles für die Stabilisierung eines gerade reanimierten Patienten in einem freien Isolationsraum vorbereiten. Außerdem brauche ich den Scanner und die Ergebnisse von Colonel Sheppards letzten Scans, sobald ich auf der Krankenstation eintreffe.”, wies sie ihre Oberschwester aus dem SGC an. Je schneller sie den Colonel nun ins künstliche Koma legen, seine Körpertemperatur auf 35 °C absenken und auch die Sauerstoffsättigung seines Bluts reduzieren würden, desto größer waren seine Überlebenschancen. Außerdem mussten sie überprüfen, ob er durch die Wiederbelebungsmaßnahmen Rippenbrüche oder vielleicht sogar Hirnblutungen durch die Überbelastung im Kontrollstuhl erlitten hatte. Das Blut an seiner Nase konnte leider darauf hindeuten.
- Carson Beckett
- Chefarzt Atlantis
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- Registriert: 10.10.2015, 10:12
Carsons Augen bewegten sich hastig unter seinen geschlossenen Lidern. Aber das, was auch der Hinweis auf einen lebhaften Traum sein konnte, war in diesem Fall seine körperliche Reaktion darauf, was sich vor seinem inneren Auge abspielte. Seine Gedanken waren vollständig auf die notwendigen Kursanpassungen ausgerichtet. Durch die Ungeduld der Stadt und Dringlichkeit ihrer Situation war er so schnell und tief in die Trance und Schiffssysteme eingetaucht, dass er die Antwort von Elizabeth Weir auf seinen eigenen Funkspruch gar nicht mehr wahrgenommen hatte.
Atlantis‘ Sensoren lieferten weiterhin zuverlässig diverse Daten und die Stadt präsentierte diese in Form von für ihn verständlichen Grafiken seinem Geist. Der Schotte bemühte sich nicht daran zu denken, wie beängstigend es doch war eine solche Verbindung mit einer Maschine einzugehen und welchen Risiken sein eigenes Gehirn und seinen Körper dadurch ausgesetzt waren. Auch wenn diese Tatsachen immer mal dezent in seinem Hinterkopf anzuklopfen schienen.
Carson betrachtete weiterhin die Darstellung ihrer Flugroute. Das Spiel aus Bremsung und Kursanpassung setzte sich fort und Stück für Stück schien es zu gelingen die Stadt aus dem rot markierten Bereich hinauszuziehen. Auch die Drehung von Atlantis war fast vollständig vollzogen und die Unterseite der Stadt damit nun im richtigen Winkel zur Atmosphäre des Planeten ausgerichtet.
Der Mediziner war schon innerlich im Begriff aufzuatmen, als die Daten und Grafiken um ihn herum plötzlich in ein absolutes Chaos umschlugen. Seine Sinne wurden schlagartig von einer Weller an Informationen überflutet, die schon beinahe in physischen Schmerz umschlugen. Gleichzeitig entglitt ihm die Verbindung zu Atlantis auf eine Art, die er noch nie erlebt hatte. Es war als würde sich eine andere Präsenz, eine erschreckend kraftvolle und durchsetzungsstarke, zwischen ihn und die Stadt drängen. Aber anstelle von Klarheit war diese Präsenz von Hektik und Chaos gezeichnet. Carson war völlig überrumpelt und überfordert. Und ebenso anscheinend auch Atlantis.
Diverse Warnmeldungen ploppten vor seinem inneren Auge auf, da Atlantis ihrerseits anscheinend unschlüssig war, wer nun die Kontrolle innehatte. Er spürte regelrecht wie die zuvor stabilen Energieflüsse innerhalb der Stadt ins Wanken gerieten. Über- und Unterspannungen sorgten für Stromausfälle in mehreren Bereichen, während Teilsysteme abstürzten oder einfach nicht mehr reagierten. Und nicht nur das, auch die eingeleiteten Maßnahmen zur Kurskorrektur entglitten der notwendigen Taktung. Der Schotte sah wie aus dem Augenwinkel weiterhin die grafische Darstellung der Flugbahn und realisierte, dass die Stadt erneut ins Kippen geriet. Panik stieg in ihm auf. Doch egal welche Befehle er gedanklich versuchte der Stadt zuzuspielen, er schien nicht durchzukommen. Oder sich zumindest nicht durchzusetzen.
Doch dann plötzlich, war die Präsenz weg und Carson fühlte sich, als würde er regelrecht wieder in die Tiefen der Schiffssysteme katapultiert. Erneut sorgte die schlagartige Veränderung für einen physischen Schmerz, der hinter den Augen durch seinen Schädel zog. Es kostete Kraft und mehrere Sekunden, bis seine Verbindung mit Atlantis wieder die vorherige Stabilität erreicht hatte. Die Stadt hörte wieder auf ihn. Gott sei Dank…
Carson lenkte erneut die notwendigen Korrekturen ein und das keine Sekunde zu spät. Die Hitzewerte auf den Schilden und weiteren Sensordaten bestätigten ihm, dass sie die obere Schicht bereits durchdrungen hatten nun endgültig dabei waren in die Atmosphäre ihres Zielplaneten einzutreten. Ein zunehmend stärker werdendes Vibrieren setzte ein und zog sich durch die gesamte Stadt.
Die Hitzeentwicklung auf den Schilden war massiv und ließ die Stadt für Außenstehende vermutlich als riesiger Feuerball am Himmel erscheinen. Carson hatte keine Ahnung, ob dieser Planet bewohnt war, er hatte nicht die geistigen Kapazitäten gehabt sich mit all den eigentlich offensichtlichen Fragen zu ihrem Zielort zu befassen. Das einzig entscheidende war, dass dieser Planet den richtigen Abstand zur Sonne dieses Systems besaß und über flüssiges Wasser verfügte. Und zugegeben hatte er sich vermutlich auch etwas von seinem Gefühl, dass Atlantis ihr Ziel durchaus bekannt war, beeinflussen lassen. Er konnte nicht einmal sagen, woher dieser Eindruck kam. Aber irgendwie war er sich sicher, dass Atlantis diesen Planeten als sicheren Hafen für sie einstufte. Er hoffte nur inständig, dass ihn sein Gefühl hier nicht täuschte… Andererseits hatte es bereits in dem Moment, in dem er in diesem Stuhl Platz genommen hatte, keinerlei Alternativen mehr zu diesem Landemanöver gegeben.
Das Vibrieren der Stadt verstärkte sich noch einen Moment und dann auf einmal verstummte es. Die Hitzewerte auf den Schilden gingen ebenso schlagartig zurück. Carson atmete auf, als Atlantis in eine ruhige und entspannte Flugbahn geleitete. Die Stadt blendete ihm bereits geeignete Koordinaten für ihre Landung ein. Der zeitliche Druck fiel ebenso ab, wie die Spannung in seinen Schultern.
Der Arzt wagte es sich etwas von der Stadt zu lösen und öffnete nur wenig später seine Augen. Er blinzelte einige Male und realisierte erst in diesem Augenblick den Schweißfilm, der seine Haut überzog und seine Augenlider klebrig wirken ließ. Seine linke Hand löste sich von dem Gelpad und Carson aktivierte sein Funkgerät:
„Carson an Dr. Weir, wir haben den Eintritt in die Atmosphäre geschafft! Atlantis schlägt bereits geeignete Koordinaten vor, mit Ihrer Erlaubnis würde ich die Stadt landen.“
Atlantis‘ Sensoren lieferten weiterhin zuverlässig diverse Daten und die Stadt präsentierte diese in Form von für ihn verständlichen Grafiken seinem Geist. Der Schotte bemühte sich nicht daran zu denken, wie beängstigend es doch war eine solche Verbindung mit einer Maschine einzugehen und welchen Risiken sein eigenes Gehirn und seinen Körper dadurch ausgesetzt waren. Auch wenn diese Tatsachen immer mal dezent in seinem Hinterkopf anzuklopfen schienen.
Carson betrachtete weiterhin die Darstellung ihrer Flugroute. Das Spiel aus Bremsung und Kursanpassung setzte sich fort und Stück für Stück schien es zu gelingen die Stadt aus dem rot markierten Bereich hinauszuziehen. Auch die Drehung von Atlantis war fast vollständig vollzogen und die Unterseite der Stadt damit nun im richtigen Winkel zur Atmosphäre des Planeten ausgerichtet.
Der Mediziner war schon innerlich im Begriff aufzuatmen, als die Daten und Grafiken um ihn herum plötzlich in ein absolutes Chaos umschlugen. Seine Sinne wurden schlagartig von einer Weller an Informationen überflutet, die schon beinahe in physischen Schmerz umschlugen. Gleichzeitig entglitt ihm die Verbindung zu Atlantis auf eine Art, die er noch nie erlebt hatte. Es war als würde sich eine andere Präsenz, eine erschreckend kraftvolle und durchsetzungsstarke, zwischen ihn und die Stadt drängen. Aber anstelle von Klarheit war diese Präsenz von Hektik und Chaos gezeichnet. Carson war völlig überrumpelt und überfordert. Und ebenso anscheinend auch Atlantis.
Diverse Warnmeldungen ploppten vor seinem inneren Auge auf, da Atlantis ihrerseits anscheinend unschlüssig war, wer nun die Kontrolle innehatte. Er spürte regelrecht wie die zuvor stabilen Energieflüsse innerhalb der Stadt ins Wanken gerieten. Über- und Unterspannungen sorgten für Stromausfälle in mehreren Bereichen, während Teilsysteme abstürzten oder einfach nicht mehr reagierten. Und nicht nur das, auch die eingeleiteten Maßnahmen zur Kurskorrektur entglitten der notwendigen Taktung. Der Schotte sah wie aus dem Augenwinkel weiterhin die grafische Darstellung der Flugbahn und realisierte, dass die Stadt erneut ins Kippen geriet. Panik stieg in ihm auf. Doch egal welche Befehle er gedanklich versuchte der Stadt zuzuspielen, er schien nicht durchzukommen. Oder sich zumindest nicht durchzusetzen.
Doch dann plötzlich, war die Präsenz weg und Carson fühlte sich, als würde er regelrecht wieder in die Tiefen der Schiffssysteme katapultiert. Erneut sorgte die schlagartige Veränderung für einen physischen Schmerz, der hinter den Augen durch seinen Schädel zog. Es kostete Kraft und mehrere Sekunden, bis seine Verbindung mit Atlantis wieder die vorherige Stabilität erreicht hatte. Die Stadt hörte wieder auf ihn. Gott sei Dank…
Carson lenkte erneut die notwendigen Korrekturen ein und das keine Sekunde zu spät. Die Hitzewerte auf den Schilden und weiteren Sensordaten bestätigten ihm, dass sie die obere Schicht bereits durchdrungen hatten nun endgültig dabei waren in die Atmosphäre ihres Zielplaneten einzutreten. Ein zunehmend stärker werdendes Vibrieren setzte ein und zog sich durch die gesamte Stadt.
Die Hitzeentwicklung auf den Schilden war massiv und ließ die Stadt für Außenstehende vermutlich als riesiger Feuerball am Himmel erscheinen. Carson hatte keine Ahnung, ob dieser Planet bewohnt war, er hatte nicht die geistigen Kapazitäten gehabt sich mit all den eigentlich offensichtlichen Fragen zu ihrem Zielort zu befassen. Das einzig entscheidende war, dass dieser Planet den richtigen Abstand zur Sonne dieses Systems besaß und über flüssiges Wasser verfügte. Und zugegeben hatte er sich vermutlich auch etwas von seinem Gefühl, dass Atlantis ihr Ziel durchaus bekannt war, beeinflussen lassen. Er konnte nicht einmal sagen, woher dieser Eindruck kam. Aber irgendwie war er sich sicher, dass Atlantis diesen Planeten als sicheren Hafen für sie einstufte. Er hoffte nur inständig, dass ihn sein Gefühl hier nicht täuschte… Andererseits hatte es bereits in dem Moment, in dem er in diesem Stuhl Platz genommen hatte, keinerlei Alternativen mehr zu diesem Landemanöver gegeben.
Das Vibrieren der Stadt verstärkte sich noch einen Moment und dann auf einmal verstummte es. Die Hitzewerte auf den Schilden gingen ebenso schlagartig zurück. Carson atmete auf, als Atlantis in eine ruhige und entspannte Flugbahn geleitete. Die Stadt blendete ihm bereits geeignete Koordinaten für ihre Landung ein. Der zeitliche Druck fiel ebenso ab, wie die Spannung in seinen Schultern.
Der Arzt wagte es sich etwas von der Stadt zu lösen und öffnete nur wenig später seine Augen. Er blinzelte einige Male und realisierte erst in diesem Augenblick den Schweißfilm, der seine Haut überzog und seine Augenlider klebrig wirken ließ. Seine linke Hand löste sich von dem Gelpad und Carson aktivierte sein Funkgerät:
„Carson an Dr. Weir, wir haben den Eintritt in die Atmosphäre geschafft! Atlantis schlägt bereits geeignete Koordinaten vor, mit Ihrer Erlaubnis würde ich die Stadt landen.“
Zuletzt geändert von Carson Beckett am 13.04.2024, 07:53, insgesamt 1-mal geändert.
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
Das nebenstehende Avatarbild basiert auf dem Bild "Paul McGillion" aus der Mediendatenbank Flickr und wurde unter der Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)-Lizenz veröffentlicht. Der Urheber des Bildes ist fc.nz.
- Elizabeth Weir
- Expeditionsleiterin Atlantis
- Beiträge: 133
- Registriert: 23.07.2010, 16:55
Funkspruch aus dem Kontrollraum
„Carson. Landen sie, aber bleiben sie so weit wie möglich vom Land weg. Wir wollen erst noch mehr Daten sammeln, bevor wir an Land gehen. Dr. Weir Ende.“
„Carson. Landen sie, aber bleiben sie so weit wie möglich vom Land weg. Wir wollen erst noch mehr Daten sammeln, bevor wir an Land gehen. Dr. Weir Ende.“
- Carson Beckett
- Chefarzt Atlantis
- Beiträge: 74
- Registriert: 10.10.2015, 10:12
Nachdem Carson seinen Funkspruch an den Kontrollraum abgesetzt hatte, atmete er hörbar tief durch und schloss dabei erneut seine Augen. Himmel war er erleichtert, dass sie es bis hierher geschafft hatten… Irgendwie konnte er noch gar nicht glauben, dass er es tatsächlich geschafft hatte diese monströse Stadt zu steuern, während sie in die Atmosphäre eines fremden Planeten eingetreten war. Aber das hatte er. Und auch noch erfolgreich. Himmel, was für ein Erlebnis…
Doch der Mediziner riss sich wieder am Riemen und hielt seine Gedanken beisammen, denn die Arbeit war für ihn noch längst nicht abgeschlossen. Auch wenn Atlantis momentan entspannt durch die Luftschichten dieses Planeten glitt und die ersten harmlosen Wolkenbänder durchstieß, war eine Landung einer solchen Stadt sicher auch nicht mit Leichtigkeit umzusetzen. Zumindest nicht für ihn als Laien. Bei John hätte das sicher anders ausgesehen. Und parallel zu diesem Gedankengang erlangte das Schicksal des Colonels wieder Einzug in Carsons Bewusstsein.
Der Schotte öffnete erneut seine Augen und hob den Kopf ein wenig, um sich umzusehen. Er konnte weder John noch Janet im Raum ausmachen, auch einer der Sanitäter fehlte. Wie war sein Name gleich? Maxim oder Max? Aber dafür erblickte Carson Lieutenant Nelson und den zweiten Sanitäter, Darien. Er war sich nicht sicher warum letzterer noch hier war, weder der junge Lieutenant noch er selbst hatten irgendwelche gravierenden Verletzungen davongetragen. Aber er vermutete mal, dass es sich um eine Art Sicherheitsvorkehrung handelte, die Dr. Fraiser umgesetzt hatte. Nun, diese Ärztin hatte zweifelsfrei einiges an Erfahrung aus ihren Jahren im SGC und stand den Kräften, die die letzten Jahre in dieser Antikerstadt verbracht hatten, eindeutig in nichts nach. Nach dem was mit Sheppard in diesem Stuhl geschehen war, hätte er sich auch dafür entschieden sich selbst vorsichthalber im Auge zu behalten.
Carson hatte unbewusst begonnen leicht auf seiner Unterlippe zu kauen, bemerkte dies nun aber und stoppte damit sofort. Da es vermutlich noch einen Augenblick dauern würde, bis Dr. Weir ihm mit ihrer Entscheidung antwortete, wandte sich der Mediziner an seine beiden Kompagnons in diesem Raum.
„Was ist mit Colonel Sheppard? Gibt es etwas Neues zu seinem Zustand?“
Nicht lange, nachdem er seine Frage ausgesprochen hatte, meldete sich Elizabeth auch schon per Funk. Carson lauschte aufmerksam dem von ihr erteilten Auftrag. Okay, weiter vom Land weg landen als vorgeschlagen, das dürfte ja eigentlich nicht so schwer umzusetzten sein.
Der Schotte griff an sein Funkgerät, um direkt eine Antwort zu übermitteln:
„Verstanden, Dr. Weir. Ich werde die notwendigen Korrekturen umsetzten. Carson, Ende.“
Nachdem das erledigt war, blickte Carson noch einmal zu Sandra und Damien und nickte den beiden kurz zu, als eine Art knappe Verabschiedung, da er sich jetzt erstmal wieder in die Tranceverbindung mit der Stadt begeben würde. Dann schloss er seine Augen und ließ die ganzen Informationen und Verlaufsdaten des bisherigen Fluges vom Rande seiner Wahrnehmung wieder in den Vordergrund rücken. Atlantis hatte nun wieder seine volle Aufmerksamkeit.
Schnell flogen die Augen des Arztes über all die Meldungen, die während seiner kurzen Abwesenheit neu dazugekommen waren. Aber bei keiner handelte es sich um eine kritische oder dringende Meldung. Wäre so etwas wichtiges aufgetreten, hätte die Stadt ihn das sicher direkt spüren lassen. Er hatte die Verbindung mit dem Kontrollstuhl schließlich nie komplett gelöst.
Nachdem Carson sich davon vergewissert hatte, dass gerade alles planmäßig verlief und keine für die Bewohner bedrohlichen Probleme in den Systemen der Stadt auftraten, konzentrierte er sich auf den von Atlantis eingeschlagenen Kurs und die zugehörigen Landekoordinaten. Er trug der Stadt auf ihm einen größeren Korridor um diese Koordinaten herum anzuzeigen und betrachtete aufmerksam die Bewegung in der schematisch dargestellten Plantenoberfläche. Der aktuelle Landepunkt lag mitten in einer Bucht. Eigentlich keine schlechte Wahl, so hatten sie ungehinderten Zugang zum Festland, was sowohl für die Athosianer als auch die Stadtbewohner eine Erleichterung darstellen würde. Und vielleicht gab es sogar einen hübschen Sandstrand für ein wenig Erholung? Aber da sie sich hier nicht im Urlaub befanden und momentan noch von unbekannten, aber dennoch wahrhscheinlich überaus realen Bedrohungen auf diesem Planeten ausgehen mussten, konnte er Elizabeths Anweisung sehr gut nachvollziehen.
Carson sah sich den Meerbereich vor der Bucht an und versuchte auch deutlich weiter draußen auf dem Wasser alle verfügbaren Daten abzurufen. Atlantis lieferte ihm diese ohne Zeitverzug und der Arzt entschied sich nach kurzer Betrachtung letztendlich für einen anderen Landeplatz auf dem offenen Meer in einem, hoffentlich, "sicheren" Abstand zum Festland. Sobald dieser Punkt festgelegt war, gab der Schotte Atlantis den Auftrag die Landekoordinaten entsprechend anzupassen und rief parallel wieder die Ansicht der aktuellen Flugroute auf.
Doch dort änderte sich nichts.
Verdutzt betrachtete Carson die Koordinaten einen Augenblick in der Hoffnung, dass die Änderung doch noch übernommen wurde. Aber vergeblich. Er kramte daher erneut die gerade ermittelten Koordinaten hervor und widerholte seinen Auftrag an das Steuersystem der Stadt den Kurs entsprechend anzupassen. Doch passieren tat erneut nichts...
Der Schotte murmelte unbewusst einen leisen Fluch in seiner Muttersprache vor sich hin, während sein Geist ein drittes Mal den Auftrag der Kurskorrektur erteilte. Seine Finger verkrampften auf den Gel-Pads und seine Stirn war inzwischen von tiefen Falten gezeichnet. Warum übernahm die Stadt die neuen Koordinaten nicht? Machte er irgendetwas falsch? War es die falsche Reihenfolge der Daten oder hatte er etwas übersehen, was seinen ausgewählten Ort aus Sicht der Stadt als nicht geeignet erschienen ließ?
Um letzteres zu überprüfen, wählte Carson neue Koordinaten, die letztendlich zwischen seiner ersten Wahl und den von der Stadt derzeit in der Bucht vorgesehenen Landekoordinaten lagen. Erneut versuchte er diese in die Planung einzufügen und ihre Flugbahn entsprechend anzupassen, aber Atlantis reagierte nicht. Es fühlte sich beinahe so an, als würde die Stadt seine Befehle bewusst ignorieren. Aber das war unmöglich, es handelte sich hier schließlich um ein programmiertes System. Wieso sollte es einen eigenen Willen haben?
Während Carson diese Gedanken durch den Kopf schossen, nahm er plötzlich ganz sanfte Vibrationen wahr, die im Hintergrund am mitschwingen waren. Seltsam, das war ihm bishar gar nicht aufgefallen. Er hatte keine Ahnung wie lange diese Vibrationsmuster schon da waren und wusste ebenso wenig woher sie kamen. Doch als er sich gedanklich nun auf diese konzentrierte, lieferte die Stadt ihm plötzlich neue Daten, die wie eine Ergänzung zu dem bisherigen Flugplan zu verstehen waren.
„Oh nein…“, murmelte Carson noch halb in Trance, beeilte sich aber zeitgleich aus den Schiffssystemen aufzutauchen. Allerdings nur soweit, wie notwendig war, um ein Funkgerät zu bedienen. Denn jetzt im Moment wollte er definitiv ein wachsames Auge auf die Stadt haben. Der Mediziner hielt seine Augen geschlossen, um die schematischen Darstellungen weiterhin klar sichtbar vor sich zu behalten, während er mit der rechten Hand sein Funkgerät aktivierte.
„Carson an Kontrollraum. Dr. Weir, ich fürchte, wir haben möglicherweise ein Problem… Die Landekoordinaten lassen sich nicht ändern. Ich habe es mehrfach versucht, aber keine meiner Alternativen wurde vom System angenommen. Und da ist noch etwas… Ich habe zwar absolut keine Ahnung von diesen Dingen, aber es fühlt sich an als… naja, als stände Atlantis unter dem Einfluss von einem ‚Traktorstrahl‘. Wie diese Dinger bei StarTrek, mit denen sich Raumschiffe abschleppen oder festhalten lassen. Und wenn ich die Daten hier richtig interpretiere, zieht uns dieser Strahl genau in Richtung der Bucht.“
Doch der Mediziner riss sich wieder am Riemen und hielt seine Gedanken beisammen, denn die Arbeit war für ihn noch längst nicht abgeschlossen. Auch wenn Atlantis momentan entspannt durch die Luftschichten dieses Planeten glitt und die ersten harmlosen Wolkenbänder durchstieß, war eine Landung einer solchen Stadt sicher auch nicht mit Leichtigkeit umzusetzen. Zumindest nicht für ihn als Laien. Bei John hätte das sicher anders ausgesehen. Und parallel zu diesem Gedankengang erlangte das Schicksal des Colonels wieder Einzug in Carsons Bewusstsein.
Der Schotte öffnete erneut seine Augen und hob den Kopf ein wenig, um sich umzusehen. Er konnte weder John noch Janet im Raum ausmachen, auch einer der Sanitäter fehlte. Wie war sein Name gleich? Maxim oder Max? Aber dafür erblickte Carson Lieutenant Nelson und den zweiten Sanitäter, Darien. Er war sich nicht sicher warum letzterer noch hier war, weder der junge Lieutenant noch er selbst hatten irgendwelche gravierenden Verletzungen davongetragen. Aber er vermutete mal, dass es sich um eine Art Sicherheitsvorkehrung handelte, die Dr. Fraiser umgesetzt hatte. Nun, diese Ärztin hatte zweifelsfrei einiges an Erfahrung aus ihren Jahren im SGC und stand den Kräften, die die letzten Jahre in dieser Antikerstadt verbracht hatten, eindeutig in nichts nach. Nach dem was mit Sheppard in diesem Stuhl geschehen war, hätte er sich auch dafür entschieden sich selbst vorsichthalber im Auge zu behalten.
Carson hatte unbewusst begonnen leicht auf seiner Unterlippe zu kauen, bemerkte dies nun aber und stoppte damit sofort. Da es vermutlich noch einen Augenblick dauern würde, bis Dr. Weir ihm mit ihrer Entscheidung antwortete, wandte sich der Mediziner an seine beiden Kompagnons in diesem Raum.
„Was ist mit Colonel Sheppard? Gibt es etwas Neues zu seinem Zustand?“
Nicht lange, nachdem er seine Frage ausgesprochen hatte, meldete sich Elizabeth auch schon per Funk. Carson lauschte aufmerksam dem von ihr erteilten Auftrag. Okay, weiter vom Land weg landen als vorgeschlagen, das dürfte ja eigentlich nicht so schwer umzusetzten sein.
Der Schotte griff an sein Funkgerät, um direkt eine Antwort zu übermitteln:
„Verstanden, Dr. Weir. Ich werde die notwendigen Korrekturen umsetzten. Carson, Ende.“
Nachdem das erledigt war, blickte Carson noch einmal zu Sandra und Damien und nickte den beiden kurz zu, als eine Art knappe Verabschiedung, da er sich jetzt erstmal wieder in die Tranceverbindung mit der Stadt begeben würde. Dann schloss er seine Augen und ließ die ganzen Informationen und Verlaufsdaten des bisherigen Fluges vom Rande seiner Wahrnehmung wieder in den Vordergrund rücken. Atlantis hatte nun wieder seine volle Aufmerksamkeit.
Schnell flogen die Augen des Arztes über all die Meldungen, die während seiner kurzen Abwesenheit neu dazugekommen waren. Aber bei keiner handelte es sich um eine kritische oder dringende Meldung. Wäre so etwas wichtiges aufgetreten, hätte die Stadt ihn das sicher direkt spüren lassen. Er hatte die Verbindung mit dem Kontrollstuhl schließlich nie komplett gelöst.
Nachdem Carson sich davon vergewissert hatte, dass gerade alles planmäßig verlief und keine für die Bewohner bedrohlichen Probleme in den Systemen der Stadt auftraten, konzentrierte er sich auf den von Atlantis eingeschlagenen Kurs und die zugehörigen Landekoordinaten. Er trug der Stadt auf ihm einen größeren Korridor um diese Koordinaten herum anzuzeigen und betrachtete aufmerksam die Bewegung in der schematisch dargestellten Plantenoberfläche. Der aktuelle Landepunkt lag mitten in einer Bucht. Eigentlich keine schlechte Wahl, so hatten sie ungehinderten Zugang zum Festland, was sowohl für die Athosianer als auch die Stadtbewohner eine Erleichterung darstellen würde. Und vielleicht gab es sogar einen hübschen Sandstrand für ein wenig Erholung? Aber da sie sich hier nicht im Urlaub befanden und momentan noch von unbekannten, aber dennoch wahrhscheinlich überaus realen Bedrohungen auf diesem Planeten ausgehen mussten, konnte er Elizabeths Anweisung sehr gut nachvollziehen.
Carson sah sich den Meerbereich vor der Bucht an und versuchte auch deutlich weiter draußen auf dem Wasser alle verfügbaren Daten abzurufen. Atlantis lieferte ihm diese ohne Zeitverzug und der Arzt entschied sich nach kurzer Betrachtung letztendlich für einen anderen Landeplatz auf dem offenen Meer in einem, hoffentlich, "sicheren" Abstand zum Festland. Sobald dieser Punkt festgelegt war, gab der Schotte Atlantis den Auftrag die Landekoordinaten entsprechend anzupassen und rief parallel wieder die Ansicht der aktuellen Flugroute auf.
Doch dort änderte sich nichts.
Verdutzt betrachtete Carson die Koordinaten einen Augenblick in der Hoffnung, dass die Änderung doch noch übernommen wurde. Aber vergeblich. Er kramte daher erneut die gerade ermittelten Koordinaten hervor und widerholte seinen Auftrag an das Steuersystem der Stadt den Kurs entsprechend anzupassen. Doch passieren tat erneut nichts...
Der Schotte murmelte unbewusst einen leisen Fluch in seiner Muttersprache vor sich hin, während sein Geist ein drittes Mal den Auftrag der Kurskorrektur erteilte. Seine Finger verkrampften auf den Gel-Pads und seine Stirn war inzwischen von tiefen Falten gezeichnet. Warum übernahm die Stadt die neuen Koordinaten nicht? Machte er irgendetwas falsch? War es die falsche Reihenfolge der Daten oder hatte er etwas übersehen, was seinen ausgewählten Ort aus Sicht der Stadt als nicht geeignet erschienen ließ?
Um letzteres zu überprüfen, wählte Carson neue Koordinaten, die letztendlich zwischen seiner ersten Wahl und den von der Stadt derzeit in der Bucht vorgesehenen Landekoordinaten lagen. Erneut versuchte er diese in die Planung einzufügen und ihre Flugbahn entsprechend anzupassen, aber Atlantis reagierte nicht. Es fühlte sich beinahe so an, als würde die Stadt seine Befehle bewusst ignorieren. Aber das war unmöglich, es handelte sich hier schließlich um ein programmiertes System. Wieso sollte es einen eigenen Willen haben?
Während Carson diese Gedanken durch den Kopf schossen, nahm er plötzlich ganz sanfte Vibrationen wahr, die im Hintergrund am mitschwingen waren. Seltsam, das war ihm bishar gar nicht aufgefallen. Er hatte keine Ahnung wie lange diese Vibrationsmuster schon da waren und wusste ebenso wenig woher sie kamen. Doch als er sich gedanklich nun auf diese konzentrierte, lieferte die Stadt ihm plötzlich neue Daten, die wie eine Ergänzung zu dem bisherigen Flugplan zu verstehen waren.
„Oh nein…“, murmelte Carson noch halb in Trance, beeilte sich aber zeitgleich aus den Schiffssystemen aufzutauchen. Allerdings nur soweit, wie notwendig war, um ein Funkgerät zu bedienen. Denn jetzt im Moment wollte er definitiv ein wachsames Auge auf die Stadt haben. Der Mediziner hielt seine Augen geschlossen, um die schematischen Darstellungen weiterhin klar sichtbar vor sich zu behalten, während er mit der rechten Hand sein Funkgerät aktivierte.
„Carson an Kontrollraum. Dr. Weir, ich fürchte, wir haben möglicherweise ein Problem… Die Landekoordinaten lassen sich nicht ändern. Ich habe es mehrfach versucht, aber keine meiner Alternativen wurde vom System angenommen. Und da ist noch etwas… Ich habe zwar absolut keine Ahnung von diesen Dingen, aber es fühlt sich an als… naja, als stände Atlantis unter dem Einfluss von einem ‚Traktorstrahl‘. Wie diese Dinger bei StarTrek, mit denen sich Raumschiffe abschleppen oder festhalten lassen. Und wenn ich die Daten hier richtig interpretiere, zieht uns dieser Strahl genau in Richtung der Bucht.“
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
Das nebenstehende Avatarbild basiert auf dem Bild "Paul McGillion" aus der Mediendatenbank Flickr und wurde unter der Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)-Lizenz veröffentlicht. Der Urheber des Bildes ist fc.nz.
- Janet Fraiser
- Chefärztin Rapiditas
- Beiträge: 38
- Registriert: 04.08.2018, 20:45
Funkspruch von der Krankenstation:
“Fraiser an Kontrollstuhlraum, bitte teilen Sie Doktor Beckett mit, dass er sofort auf die Krankenstation kommen soll, wenn er den Kontrollstuhl verlassen hat.”
“Fraiser an Kontrollstuhlraum, bitte teilen Sie Doktor Beckett mit, dass er sofort auf die Krankenstation kommen soll, wenn er den Kontrollstuhl verlassen hat.”
- Sandra Nelson
- Air Force Offizier
- Beiträge: 66
- Registriert: 30.05.2009, 16:55
Sandy musste sich immer wieder geradezu dazu zwingen auf ihre Konsole zu schauen und sich nicht auf das Drama zu konzentrieren, das sich hinter ihr abspielte. Doktor Fraiser und ihr Team kämpften verzweifelt um das Leben von Colonel Sheppard und auch Doktor Beckett wirkte immer angespannter im Kontrollstuhl. Vor ihrem inneren Auge sah sie ihn bereits ähnlich auf dem Boden liegen wie der Colonel und Sandy wusste nicht, ob sie das verkraften konnte. Wenn doch dieser furchtbare Flug endlich vorbei wäre. Aber dafür mussten sie erst einmal landen und dafür brauchten sie einen Piloten. Egal wie sehr sie es sich wünschte, Doktor Beckett konnte aktuell nicht den Kontrollstuhl verlassen, sondern musste sich genau mit der Technologie beschäftigen, die Colonel Sheppard möglicherweise das Leben gekostet hatte.
Doktor Fraisers Frage nach der Zeit ließ Sandy wieder aufhorchen. Wie lange war der Colonel nun schon in diesem Zustand? Für sie fühlte es sich wie eine Ewigkeit an, aber sie war sich sicher, dass es sich nur um Minuten handelte. Oder war es vielleicht doch schon länger? War vielleicht schon jede Hoffnung verloren? Einer der Sanitäter schien etwas bei dem Colonel entdeckt zu haben und auf einmal stockte ihr der Atem. Der Colonel hatte doch nicht schon etwa Leichenflecke? Wenn sie doch nur mehr tun könnte. Die Überwachung des Energieflusses war kaum ausreichend, um sie abzulenken und so kreisten ihre Gedanken immer wieder darum, ob Doktor Beckett bald Colonel Sheppards Schicksal teilen würde und ob der militärische Leiter der Atlantis-Expedition überhaupt noch eine Überlebenschance hatte. Doch dann war plötzlich ein leises Piepsen zu hören. Auf das erste Piepsen folgte ein zweites und schließlich war sich Sandy sicher, dass sie einen ganz normalen Herzschlag hörte. Sie konnte es kaum glauben. Vielleicht gab es ja noch Hoffnung.
Doch auf die erste Erleichterung folgte schon bald ein weiterer Schock. Plötzlich begannen die Lichter im Kontrollstuhlraum zu flackern und auch die Energieanzeigen begannen zu fluktuieren. Irgendetwas stimmte mit den Systemen nicht und es schien sich negativ auf Doktor Beckett auszuwirken. “Nein.”, murmelte sie leise und wandte sich sofort ihrer Konsole zu. Verzweifelt versuchte sie die Energieströme zu stabilisieren und dadurch dem Chefarzt zu helfen, aber genauso schnell wie die Fluktuationen gekommen waren, waren sie auch wieder verschwunden. Doch genauso war auch das regelmäßige Piepsen nicht mehr zu hören. Stattdessen ließ Doktor Fraiser den Defibrillator aufladen und versuchte das Herz des Colonels mit Elektroschocks erneut zum Schlagen zu bringen.
Eine weitere gefühlte Ewigkeit verstrich, bis Doktor Fraiser den Colonel auf eine Liege legen ließ und ihn fortbrachte. Einem ihrer Sanitäter gab sie jedoch den Befehl im Kontrollstuhlraum zu bleiben, damit er sich im Notfall um Doktor Beckett kümmern konnte und Sandy war sehr dankbar dafür. Die Schweißperlen auf Doktor Becketts Stirn verhießen in ihren Augen nichts Gutes. Hatte Sheppard nicht genauso ausgesehen, bevor er zusammengebrochen war? Doch dann schlug der Arzt die Augen auf und teilte Doktor Weir mit, dass sie den Eintritt in die Atmosphäre überstanden hatten. “Gut gemacht.”, murmelte Sandy leise und trotz der Anspannung begann sie leicht zu lächeln.
Vielleicht waren die Schweißperlen auf der Stirn des Arztes doch kein Zeichen dafür, dass ihm auch ein furchtbares Schicksal drohte. Im Vergleich zu Colonel Sheppard schien seine Trance aber auch nicht so tief zu sein. Was Sandy jedoch auch für keineswegs verwunderlich hielt. Sheppard war gezwungen gewesen sie aus einer Subraumspalte zu befreien und dabei einen kaum erprobten Antrieb zu benutzen. Doktor Beckett konnte dagegen wahrscheinlich auf bereits existierende Protokolle und Unterstützungssysteme zurückgreifen.
Plötzlich öffnete der Arzt erneut die Augen und ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Wahrscheinlich suchte er nach dem Colonel. Da Sandy unmöglich genau sagen konnte, wie es dem ersten Piloten dieses verrückten Fluges ging, hielt sie sich im Hintergrund, während Darien ein paar Schritte näher zum Kontrollstuhl ging. “Colonel Sheppard hat wieder Puls und atmet selbstständig. Bisher ist er aber noch nicht bei Bewusstsein. Doktor Fraiser hat angeordnet, dass er auf die Krankenstation gebracht werden soll.”, erklärte Darien und trat wieder ein paar Schritte vom Kontrollstuhl zurück, als Doktor Beckett erneut seine Augen schloss und sich auf die Systeme der Stadt konzentrierte.
Auf ihrer Konsole konnte Sandy beobachten, dass Doktor Beckett eine Kurskorrektur vornahm, um Doktor Weirs Anweisungen umzusetzen. Doch seltsamerweise änderte sich ihr Kurs nicht. Es war fast so, als wäre der Befehl nicht richtig von der Stadt interpretiert worden. Hektisch flogen Sandys Finger über die Tasten der Konsole und sie konnte Carsons gälischen Fluch nur zu gut nachvollziehen. Das war gar nicht gut. Plötzlich begann auch noch der Boden deutlich zu vibrieren und die Sensordaten zeigten, dass sie tatsächlich von einer Art Energiestrahl zu ihrem Landeplatz geleitet wurden. Doktor Becketts Vergleich mit einem Traktorstrahl war noch nicht einmal unpassend. Der Energiestrahl zog sie geradezu in Richtung einer kleinen Bucht. Dabei hatten sie doch eigentlich geplant mitten auf dem Ozean zu landen. Irgendwie mussten sie sich von diesem Traktorstrahl befreien, aber das einzige, was Sandy einfiel war die Polarität des Schildes umzukehren und das würde dazu führen, dass sie für einen Augenblick die Schilde verlieren würden. Im Moment konnten sie es sich aber nicht erlauben die Schilde für die Umkonfiguration zu deaktivieren. Atlantis war absolut nicht aerodynamisch und der Luftwiderstand würde sie bei der aktuellen Geschwindigkeit auseinanderreißen. So wie es aussah, hatten sie keine andere Wahl als sich zu dem Landeplatz, den die Stadt für sie vorgesehen hatte, leiten zu lassen.
Unwillig aufzugeben begann Sandy trotzdem noch ein paar weitere Berechnungen durchzuführen, bis ein Funkspruch von der Krankenstation eintraf. Doktor Fraiser bat darum, dass Doktor Beckett nach dem Flug so schnell wie möglich auf die Krankenstation kommen sollte. Mehr sagte sie nicht und Sandys Blick wanderte sofort zu Darien, doch er schüttelte nur den Kopf. Offensichtlich wusste er auch nicht, was er von dieser Anweisung halten sollte und wollte nicht, dass sie jetzt darüber sprach, um Doktor Beckett nicht von seiner Aufgabe abzulenken. Möglicherweise hatte er den Funkspruch in der Pilotentrance nicht mitbekommen.
Doktor Fraisers Frage nach der Zeit ließ Sandy wieder aufhorchen. Wie lange war der Colonel nun schon in diesem Zustand? Für sie fühlte es sich wie eine Ewigkeit an, aber sie war sich sicher, dass es sich nur um Minuten handelte. Oder war es vielleicht doch schon länger? War vielleicht schon jede Hoffnung verloren? Einer der Sanitäter schien etwas bei dem Colonel entdeckt zu haben und auf einmal stockte ihr der Atem. Der Colonel hatte doch nicht schon etwa Leichenflecke? Wenn sie doch nur mehr tun könnte. Die Überwachung des Energieflusses war kaum ausreichend, um sie abzulenken und so kreisten ihre Gedanken immer wieder darum, ob Doktor Beckett bald Colonel Sheppards Schicksal teilen würde und ob der militärische Leiter der Atlantis-Expedition überhaupt noch eine Überlebenschance hatte. Doch dann war plötzlich ein leises Piepsen zu hören. Auf das erste Piepsen folgte ein zweites und schließlich war sich Sandy sicher, dass sie einen ganz normalen Herzschlag hörte. Sie konnte es kaum glauben. Vielleicht gab es ja noch Hoffnung.
Doch auf die erste Erleichterung folgte schon bald ein weiterer Schock. Plötzlich begannen die Lichter im Kontrollstuhlraum zu flackern und auch die Energieanzeigen begannen zu fluktuieren. Irgendetwas stimmte mit den Systemen nicht und es schien sich negativ auf Doktor Beckett auszuwirken. “Nein.”, murmelte sie leise und wandte sich sofort ihrer Konsole zu. Verzweifelt versuchte sie die Energieströme zu stabilisieren und dadurch dem Chefarzt zu helfen, aber genauso schnell wie die Fluktuationen gekommen waren, waren sie auch wieder verschwunden. Doch genauso war auch das regelmäßige Piepsen nicht mehr zu hören. Stattdessen ließ Doktor Fraiser den Defibrillator aufladen und versuchte das Herz des Colonels mit Elektroschocks erneut zum Schlagen zu bringen.
Eine weitere gefühlte Ewigkeit verstrich, bis Doktor Fraiser den Colonel auf eine Liege legen ließ und ihn fortbrachte. Einem ihrer Sanitäter gab sie jedoch den Befehl im Kontrollstuhlraum zu bleiben, damit er sich im Notfall um Doktor Beckett kümmern konnte und Sandy war sehr dankbar dafür. Die Schweißperlen auf Doktor Becketts Stirn verhießen in ihren Augen nichts Gutes. Hatte Sheppard nicht genauso ausgesehen, bevor er zusammengebrochen war? Doch dann schlug der Arzt die Augen auf und teilte Doktor Weir mit, dass sie den Eintritt in die Atmosphäre überstanden hatten. “Gut gemacht.”, murmelte Sandy leise und trotz der Anspannung begann sie leicht zu lächeln.
Vielleicht waren die Schweißperlen auf der Stirn des Arztes doch kein Zeichen dafür, dass ihm auch ein furchtbares Schicksal drohte. Im Vergleich zu Colonel Sheppard schien seine Trance aber auch nicht so tief zu sein. Was Sandy jedoch auch für keineswegs verwunderlich hielt. Sheppard war gezwungen gewesen sie aus einer Subraumspalte zu befreien und dabei einen kaum erprobten Antrieb zu benutzen. Doktor Beckett konnte dagegen wahrscheinlich auf bereits existierende Protokolle und Unterstützungssysteme zurückgreifen.
Plötzlich öffnete der Arzt erneut die Augen und ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Wahrscheinlich suchte er nach dem Colonel. Da Sandy unmöglich genau sagen konnte, wie es dem ersten Piloten dieses verrückten Fluges ging, hielt sie sich im Hintergrund, während Darien ein paar Schritte näher zum Kontrollstuhl ging. “Colonel Sheppard hat wieder Puls und atmet selbstständig. Bisher ist er aber noch nicht bei Bewusstsein. Doktor Fraiser hat angeordnet, dass er auf die Krankenstation gebracht werden soll.”, erklärte Darien und trat wieder ein paar Schritte vom Kontrollstuhl zurück, als Doktor Beckett erneut seine Augen schloss und sich auf die Systeme der Stadt konzentrierte.
Auf ihrer Konsole konnte Sandy beobachten, dass Doktor Beckett eine Kurskorrektur vornahm, um Doktor Weirs Anweisungen umzusetzen. Doch seltsamerweise änderte sich ihr Kurs nicht. Es war fast so, als wäre der Befehl nicht richtig von der Stadt interpretiert worden. Hektisch flogen Sandys Finger über die Tasten der Konsole und sie konnte Carsons gälischen Fluch nur zu gut nachvollziehen. Das war gar nicht gut. Plötzlich begann auch noch der Boden deutlich zu vibrieren und die Sensordaten zeigten, dass sie tatsächlich von einer Art Energiestrahl zu ihrem Landeplatz geleitet wurden. Doktor Becketts Vergleich mit einem Traktorstrahl war noch nicht einmal unpassend. Der Energiestrahl zog sie geradezu in Richtung einer kleinen Bucht. Dabei hatten sie doch eigentlich geplant mitten auf dem Ozean zu landen. Irgendwie mussten sie sich von diesem Traktorstrahl befreien, aber das einzige, was Sandy einfiel war die Polarität des Schildes umzukehren und das würde dazu führen, dass sie für einen Augenblick die Schilde verlieren würden. Im Moment konnten sie es sich aber nicht erlauben die Schilde für die Umkonfiguration zu deaktivieren. Atlantis war absolut nicht aerodynamisch und der Luftwiderstand würde sie bei der aktuellen Geschwindigkeit auseinanderreißen. So wie es aussah, hatten sie keine andere Wahl als sich zu dem Landeplatz, den die Stadt für sie vorgesehen hatte, leiten zu lassen.
Unwillig aufzugeben begann Sandy trotzdem noch ein paar weitere Berechnungen durchzuführen, bis ein Funkspruch von der Krankenstation eintraf. Doktor Fraiser bat darum, dass Doktor Beckett nach dem Flug so schnell wie möglich auf die Krankenstation kommen sollte. Mehr sagte sie nicht und Sandys Blick wanderte sofort zu Darien, doch er schüttelte nur den Kopf. Offensichtlich wusste er auch nicht, was er von dieser Anweisung halten sollte und wollte nicht, dass sie jetzt darüber sprach, um Doktor Beckett nicht von seiner Aufgabe abzulenken. Möglicherweise hatte er den Funkspruch in der Pilotentrance nicht mitbekommen.