Maschinenraum

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Samantha Carter
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Beitrag von Samantha Carter » 10.12.2021, 23:15

Sam konnte sich ein kurzes Lachen nicht verkneifen, als Skarg sie verwirrt ansah und nachfragte, was ein James Bond war. Es war kein Wunder, dass General O’Neill den Wraith mit seinem Vergleich irritiert hatte. In der kurzen Zeit, die sich Skarg bisher in Atlantis befand, hatte er sicher noch keine Gelegenheit bekommen sich mit Film- und Fernsehproduktionen zu beschäftigen. Aber mit der Zeit würde sich das gewiss ändern. Immerhin hatte sie schon gehört, dass in Atlantis regelmäßig Filmabende veranstaltet wurde.

“James Bond ist eine fiktive Gestalt von der Erde, die zahlreiche Abenteuer erlebt und häufig in scheinbar ausweglose Situationen gerät, aus denen er sich aber in der Regel befreien kann und dann trotzdem irgendwie seine Mission erfolgreich abschließen kann.”, erklärte Sam und beobachtete beeindruckt mit welcher Leichtigkeit Skarg den schweren Naquadahreaktor hochhob, um den Lüfter für ihr improvisiertes Kühlsystem zu holen. Es war eindeutig, dass der Wraith deutlich stärker war als sie, denn sie hätte sich mehr anstrengen müssen, um den Reaktor hochzuheben, besonders da es sich um die schwerste, aber auch leistungsfähigste Variante der Naquadahreaktoren handelte.

Als Skarg ihren Plan lobte, aber auch auf die Schwierigkeiten hinwies, bedankte sie sich kurz und nickte dann. Ihr gefiel es auch nicht so viel Stickstoff im Maschinenraum freizusetzen, doch sie hatten keine andere Wahl. Sie durften auf keinen Fall den Verteiler verlieren, sonst würde die Energieverbindung zu Atlantis nur noch eingeschränkt funktionieren oder im schlimmsten Fall sogar zusammenbrechen.

“Werde ich machen.”, versprach sie Skarg, denn genauso wie er problemlos Gewichte heben konnte, die sie kaum bewegen konnte, würde er wahrscheinlich auch mit deutlich weniger Luft zurechtkommen als sie. “Es ist aber davon auszugehen, dass sich der kalte Stickstoff erst einmal in Bodennähe sammeln wird. Wenn wir uns nicht zu viel bewegen, dann sollten wir zumindest vorerst keine Probleme bekommen.”, meinte sie und hoffte sehr, dass ihnen die Lüftung des Maschinenraums keinen Strich durch die Rechnung machen würde. Denn alleine die Luftströmungen der Lüfter könnten ausreichen, um für eine deutlich stärkere Durchmischung zwischen dem kalten Stickstoffgas und ihrer Atemluft zu sorgen.

“Schalten sie den Kühlmittelfluss in D39 ab, sobald das Behältnis mit flüssigem Stickstoff gefüllt ist und aktivieren sie ihn erst wieder, wenn der Behälter zur Hälfte leer ist. So können wir vielleicht verhindern, dass sich zu viel Stickstoff hier sammelt.”, schlug Sam vor, denn sie wollte auf keinen Fall, dass der Stickstoffgehalt im Maschinenraum zu hoch wurde. Nicht umsonst wurde flüssiger Stickstoff im Labor der stille Killer genannt. In der Regel bemerkte man erst viel zu spät, dass der Sauerstoff vom Stickstoff verdrängt worden war. Noch bevor man reagieren konnte, wurde man auch schon ohnmächtig und stürzte dadurch in den Bereich, wo sich bereits keinerlei atembarer Sauerstoff mehr befand. Dort erstickte man, obwohl der Körper die Lungen mit Gas füllen konnte. In jedem Labor, in dem sie bisher gearbeitet hatte, gab es Horrorgeschichten, dass irgendeinem Labortechniker schon einmal dieses Schicksal widerfahren war. Aber wahrscheinlich waren das alles nur Märchen, um die jüngeren Mitarbeiter vor zu viel Sorglosigkeit im Umgang mit der blubbernden, eisig kalten Flüssigkeit zu machen. Immerhin wurde flüssiger Stickstoff nur zu gerne für lustige Experimente oder die Zubereitung von extrem kaltem Eis verwendet.

“Vielen Dank, Skarg.”, bedankte sich Sam dafür, dass er sich weiterhin um die Technik kümmern würde, während sie die Koordination des Plans übernahm. “Ich bin froh, dass sie mir zugeteilt worden sind.”, meinte sie ehrlich, bevor sie sich wieder auf ihre Arbeit konzentrierte.

Colonel Sheppard meldete schon kurz darauf zurück, dass er bereit war und auf ihre Anweisungen wartete. Doch seltsamerweise erhielt sie keine Antwort von General O’Neill. Verwirrt runzelte Sam die Stirn.
“General O’Neill, bitte kommen. Haben Sie meinen vorhergehenden Funkspruch verstanden?”, fragte sie und lauschte dann angespannt, ob sie irgendeine Antwort erhalten würde. Doch erneut geschah nichts. Sie hörte nur einen kurzen Scherz von Skarg, doch zum Scherzen war ihr aktuell gar nicht zumute. Irgendetwas stimmte nicht. Wenn der General sie hören könnte, dann hätte er schon längst geantwortet. Aber vielleicht befand er sich auch nur in einem Bereich des Schiffes, der nicht von den Funkverstärkern abgedeckt wurde oder in dem die Verstärker ausgefallen war.

Obwohl ihr Bauchgefühl immer schlechter wurde, zwang sie sich dazu ruhig zu bleiben und zu hoffen, dass der General ihr bald antworten würde. Doch als sie stattdessen einen Funkspruch von Major Lorne erhielt, blieb ihr Herz stehen. Es hatte einen Hüllenbruch gegeben. Aktuell hatten sie nicht genügend Energie, um ein Eindämmungsfeld zu errichten und die automatischen Schutzsysteme waren außer Betrieb. Wenn sich Jack in diesem Bereich aufgehalten haben sollte, dann bedeutete das… Nein, daran durfte sie gar nicht denken. Er würde sich sicher in Kürze melden.
“Maschinenraum an Brücke. Verstanden, General O’Neill hat den Maschinenraum bereits verlassen und befindet sich auf dem Weg zu ihnen.”, erwiderte sie auf Lornes Funkspruch, während ihre Finger über die Tasten der Konsole flogen.

Eigentlich war die Konsole nicht dafür gedacht, um auf die Lebenszeichendetektoren zuzugreifen, aber sie zwang die Rapiditas förmlich dazu ihr die Daten anzuzeigen. Doch das, was sie dort sah, gefiel ihr gar nicht. Sie konnte kein Lebenszeichen in den Korridoren entdecken. Das musste zwar nichts bedeuten, immerhin waren die internen Sensoren in manchen Bereichen ausgefallen. Aber wie hoch war schon die Wahrscheinlichkeit, dass der General sich gerade in einem Bereich befand, in dem die Verstärker und die Sensoren defekt waren? Irgendetwas stimmte nicht und ihre Vermutung wurde nur noch mehr bestätigt, als sich Lorne erneut meldete und fragte, ob der General in Sicherheit war, da er die Brücke abriegeln musste.

“Carter an Brücke, negativ, der General ist bisher nicht in den Maschinenraum zurückgekehrt.”, meldete sie, während sich ein Kloß in ihrem Hals bildete.

Alles schien darauf hinzudeuten, dass der General sich im Bereich des Hüllenbruchs aufgehalten hatte. Doch dann wäre Jack, ihr Jack… Sam wagte es nicht diesen Gedanken zu vollenden. Sie hatten schon so viele Abenteuer gemeinsam überlebt. Da würde doch so ein Hüllenbruch nicht ihren langjährigen Teamleiter und Freund umbringen. Das konnte einfach nicht wahr sein. Verzweifelt öffnete sie noch einmal einen Funkkanal.
“Carter an O’Neill, können Sie mich hören?”, fragte sie. “Jack, bitte antworte mir!”, flehte sie regelrecht und lauschte so angestrengt wie möglich. Doch erneut konnte sie noch nicht einmal ein leichtes Kratzen hören, das darauf hindeutete, dass der General versuchte den Funkspruch anzunehmen. Das durfte einfach nicht wahr sein.

“Verdammt.”, fluchte sie, während alles in ihr sie dazu drängte nach dem General suchen zu gehen. Aber sie durfte ihren Posten nicht verlassen. Immerhin hatte sie hier eine Aufgabe zu erledigen und nun, wo Jack nicht erreichbar war, war die Aufgabe noch einmal deutlich schwerer geworden. Als ranghöchste Offizierin hatte sie nun das Kommando über die Rapiditas. Solange Jack nicht erreichbar war, musste sie nicht nur ihre Flucht aus der Subraumblase koordinieren, sondern sich auch um die Aufgabenverteilung auf dem Schiff kümmern.

Ein lautes Knarzen ging durch die Decke des Maschinenraums. Das Vakuum in der Nähe der Brücke belastete die strukturelle Integrität. Die Schotts würden wahrscheinlich nicht mehr lange halten. Sie mussten einen Weg finden, um ein Eindämmungsfeld zu errichten und den Korridor wieder unter Druck zu setzen. Für einen Augenblick schloss Sam die Augen, um ihre aufschäumenden Gefühle, ihre Angst und ihre Sorgen unter Kontrolle zu bringen, bevor sie die Schultern straffte und wieder ihr Funkgerät aktivierte.
“Carter an Brücke, wir haben bisher immer noch keine Rückmeldung von General O’Neill erhalten. Um zu verhindern, dass noch weitere Bereiche der Rapiditas beschädigt werden, müssen wir den Hüllenbruch abdichten. Teyla, können Sie das übernehmen? Im Lagerraum neben der Brücke dürften Sie einen Mark 3 Naquadahreaktor finden. Dieser sollte ausreichend sein, um die Eindämmungsfeldgeneratoren mit Strom zu versorgen. Sobald Sie den Bruch versiegelt haben…” Sam hielt einen Augenblick inne, als ihre Stimme vor Sorge zu brechen drohte. “Können Sie bitte nach General O’Neill suchen?”, bat sie die Athosianerin, bevor sie sich an Major Lorne wandte.

“Major, da der General nicht erreichbar ist, müssen Sie seine Aufgaben übernehmen. Wir wollen versuchen einen Riss in die Subraumblase zu reißen. Dafür müssen Sie die Hyperraumgeneratoren umpolen und ein Hyperraumfenster mit negativer Polarität öffnen. Das Hyperraumfenster sollte der Größe von Atlantis entsprechen. Bitte bereiten Sie alles vor und sagen mir Bescheid, sobald Sie bereit sind.”, wies sie ihn an und blickte dann zu Skarg.

Möglicherweise wäre es gut auch den Maschinenraum abzuriegeln, aber besonders in Anbetracht dessen, dass sie gerade große Mengen nicht atembares Gas in den Raum leiteten, wollte sie die Türen so lange wie möglich offen halten. Außerdem hoffte sie, dass der General vielleicht doch in Kürze in den Maschinenraum zurückkommen würde. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür mit jedem Augenblick, der verging, geringer wurde.

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Skarg
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Beitrag von Skarg » 25.12.2021, 20:32

Als Sam zunächst über die Frage nach James Bond lachen musste, blickte Skarg sie für einen Moment etwas verwirrt an, doch sein verwunderter Gesichtsausdruck wich ebenfalls schnell einem grinsen, als Sam schließlich die Erklärung lieferte. "Oh!", meinte der Außerirdische als ihm ein Licht aufging. "Ich verstehe!", meinte der Wraith dann schmunzelnd und widmete sich dann wieder ganz der Arbeit. Was die Kultur der Menschen anging, hatte er wohl ebenfalls noch Aufholbedarf. Doch er wollte auf jeden Fall auch die Kultur der 'Erdlinge' kennenlernen. Diese neuen Informationen interessierten ihn sehr. Und waren schließlich auch ein Grund, warum er sich überhaupt der Atlantis Mission angeschlossen hatte. Sein etwas abgekapseltes Leben auf seiner Heimatwelt war immerhin im Laufe der Jahrhunderte zugegeben ein wenig eintönig geworden.


Was den Stickstoff anging, war es wohl tatsächlich so, dass Skarg im Ernstfall dank seiner Wraith Physiologie länger durchhalten würde, als ein Mensch. Wraith hatten in derartigen Situationen nämlich zusätzlich einen anderen Vorteil, etwas rechtzeitig zu bemerken, dass schädlich war. Sie spürten, wenn ihre regenerativen Fähigkeiten ansprangen und mehr Reserven an Lebensenergie verbrauchten als das üblich war. Dies gab ihnen mehr Zeit, herauszufinden, was ihrem Körper schadete. In Situationen wie diesen war der Fall dann schnell klar: Wenn Skarg diese Beobachtung machte, dann war vermutlich der Stickstoff schuld. Bei einem Menschen war das aber wohl nicht so. Einem üblichen Wraith wäre diese Tatsache wohl egal gewesen. Doch Skarg war anders. Aufgrund dessen, wie er aufwuchs. Und aufgrund dessen, wie er selbst zu Menschen stand. Zusätzlich fand er, dass Carter auch sehr sympathisch war und ihn eben sehr aufgeschlossen behandelte. War es da ein Wunder, dass er sich Sorgen um die Frau machte?
"Notfalls gibt es an Board eines solchen Raumschiffes doch bestimmt auch ein Schutzanzug mit eigener Sauerstoffversorgung oder notfalls einen Raumanzug", überlegte er laut vor sich hin, "Bei diesem kritischen Manöver kommt es auf Ihre Fähigkeiten immerhin besonders stark an, denke ich."

Carters Vorschlag, den Stickstoffzufluss zwischendrin abzustellen und sozusagen das absolute Minimum dieses kühlenden, bei Raumtemperatur gasförmig werdenden, Stoffes zu verwenden, war allerdings ein guter Kompromiss. Der Wraith nickte also. "Guter Kompromiss." Der Behälter hatte eine ausreichende Füllung und Skarg stellte also den Nachfluss ab. Er beobachtete kurz, wie die vom Gas gebildeten 'Wölkchen' sich am Boden verteilten. Die Luftzirkulation durch Ventilator, Lebenserhaltungssysteme der Rapiditas und offene Türen machten dem Wraith auch ein wenig Sorgen. Er blickte hinüber zu den Wachsoldaten, die immer noch an der Tür standen und fragte sich kurz, ob diese wohl zuerst umfallen würden, wenn sie an der Tür mitten in der stärksten Luftzirkulation standen. Zugegeben musste er über diesen Gedanken innerlich und heimlich ein wenig schmunzeln - hey, immerhin hatte einer von denen vorhin versucht grundlos auf ihn zu schießen - aber er wünschte es ihnen trotzdem nicht und würde sie im Ernstfall ebenfalls aus der Gefahrenzone bringen. So viel war sicher.

Sam lobte den Außerirdischen schließlich wieder. Skarg war noch in seine Arbeit vertieft und nickte nur kurz, hielt dann jedoch plötzlich inne, als Sam meinte, sie wäre froh, dass er ihr zugeteilt wurde. Der Wraith drehte seinen Kopf in Carters Richtung und blickte den Mensch kurz an. Es war schwer, in den so fremden, ungewohnten Augen mit Schlitzpupille Gefühle zu lesen. Vor allem, da Wraith ohnehin nicht so wirklich Gefühle nach außen trugen und diese eher in ihrem Inneren verschlossen hielten. Doch für einen kurzen Moment konnte man tatsächlich so etwas wie Rührung und Dankbarkeit in Skargs Augen erkennen. Diese paar kleinen Worte von Sam hatten es merklich direkt in sein Herz geschafft. Stumm senkte Skarg kurz sein Haupt und drückte damit eine Geste des Dankes aus, noch bevor er seine Worte wieder finden konnte.
"Vielen Dank, Sam, diese Worte bedeuten mir wirklich sehr viel", sprach er und nickte kurz. "Die Menschen dort, wo ich herkomme, sind über die Generationen hinweg inzwischen an mich gewöhnt gewesen, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Trotzdem ... immer, wenn etwa ein anderes Volk durch das Stargate kam, um Handel zu treiben oder Ähnliches ... ich musste mich immer bedeckt halten. So wäre es vermutlich auch bei Eurer Ankunft dort gewesen, wenn Eure fortschrittliche Technik nicht auf das abgestürzte Basisschiff aufmerksam geworden wäre", erklärte er kurz. "Und ich verstehe es. Bei allem, was meine Art üblicherweise den Menschen so antut. Es ist jedoch ziemlich ... schwer, wenn man selbst anders lebt, aber dennoch für den Rest der Galaxis als Monster gilt. Das macht ziemlich einsam." Jetzt war wohl klar, warum diese Worte und dieser Vertrauensbeweis seitens Sam ihn so positiv getroffen hatten. "Es ist schön, dass Sie so schnell über dieses Monster hinwegsehen können. Danke."

Er fokussierte sich wieder auf seine Aufgaben. Hörte ebenfalls das knarzen und knarren, dass durch das Schiff ging. Das war definitiv keine Akustik, die man hörten wollte, wenn außerhalb nur das luftleere Weltall war. Oder in diesem Fall sogar noch schlimmer: Eine Subraumblase. Okay, sterben würde man ohne Schiff in beiden Fällen, also war es im Grunde egal. Außerdem hatte Sam gerade etwas über Funk zu klären. Beiläufig hörte Skarg mit. Der General, der vorhin gerade noch hier war, schien nicht mehr zu antworten. War der Weg zur Brücke so weit? War vielleicht schon irgendwo auf dem Schiff der Schaden so groß, dass er eingeschlossen war oder zumindest keine Funkverbindung mehr hatte? Doch trotzdem würde der Weg auf die Brücke doch nicht so lange dauern!

Skarg spürte, dass Sam in großer Sorge war. Die telepathischen Fähigkeiten eines Wraith konnten solche Gefühle von Menschen ebenfalls recht stark wahrnehmen, wenn sie nahe genug waren. Sie waren immerhin eigentlich Jäger und Menschen ihre Beute. Menschen, die Angst hatten - deshalb auch die Sache mit diesen Halluzinationen bei einer Ausdünnung - leuchteten auf dem inneren 'Radar' eines Wraith wie ein Leuchtfeuer. Skarg jedoch wollte mit diesen Informationen nicht besser jagen. Er nutzte sein Gespür, um seine Gegenüber besser zu verstehen. Das Sam Teyla losschickte für die Suche war eine gute Entscheidung. Wenn hier nur Probleme mit Funkverbindung vorlagen, und Teyla ebenfalls Probleme bekam, könnte sie immerhin mit ihrer Fähigkeit Skarg kontaktieren. Telepathisch. Sicher würde die Athosianerin dann auch auf so eine Idee kommen, denn auch jetzt, wo sie durch einige Decks getrennt waren, konnten sie vermutlich ständig unterbewusst gegenseitig ihre Präsenz wahrnehmen.

Als Sam mit dem Funkspruch fertig war, blickte der Wraith wieder zu Carter. Die Soldatin und Wissenschaftlerin verstand es gut ihre Sorgen zu verbergen. Doch vor dem Gespür eines Wraith konnte sie dies natürlich nicht.


"General O'Neill war zwar nur kurz hier, aber er ist wohl eine äußerst starke, kämpferische Persönlichkeit. Machen Sie sich keine Sorgen, es wird schon alles gut sein. Steckt vielleicht irgendwo ein Lift zur Brücke fest oder so? Sicher ist nur die Funkverbindung abgerissen und er kommt irgendwo nicht mehr weiter?", vielleicht gab es hier oder auf der Brücke ja die Möglichkeit, dass Sam einmal Lebenszeichen Sensoren oder die Funktionsfähigkeit von Türen und Liften überprüfen konnte, um die Suche zu beschleunigen.
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Teyla Emmagan
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Beitrag von Teyla Emmagan » 15.01.2022, 23:16

Funksprüche von der Brücke der Rapiditas:

„Natürlich, Colonel! Ich bin gerade dabei im System nach einer geeigneten Stelle zu suchen, an der ich den Reaktor platzieren kann. Liege ich richtig mit der Annahme, dass es sinnvoll wäre das Eindämmungsfeld vor Ort manuell aufzuschalten, damit keine Gefahr eine Beeinflussung des aktuellen Energieflusses besteht?“

„Zudem habe ich in den Log-Ddaten Hinweise auf die Nutzung eines Wartungsschachtes gefunden, der Zugang liegt in dem derzeit abgeriegelten Bereich. Möglicherweise hat General O’Neill diesen genutzt, um die Ebene zu wechseln. Die Lebenszeichensensoren sind dort leider offline. Sobald ich das Eindämmungsfeld aktivieren konnte, werde ich selbstverständlich nach dem General suchen.“
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"

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Samantha Carter
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Beitrag von Samantha Carter » 13.02.2022, 02:24

Ein Raumanzug wäre in der gegenwärtigen Situation wirklich nicht schlecht, aber leider hatten sie keine an Bord. Die Raumanzüge, die sich wahrscheinlich einmal an Bord befunden hatten, waren von der früheren Crew der Rapiditas während des Angriffs verwendet worden und dadurch zusammen mit der Crew verschwunden und da Atlantis nur eine sehr begrenzte Menge an Raumanzügen besaß, waren auch keine an Bord gebracht worden. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie den Schild von Atlantis verkleinern mussten und gleichzeitig auch einen Hüllenbruch erleiden würden, waren auch ziemlich gering gewesen. Außerdem waren die Brücke und der Maschinenraum die sichersten Bereiche an Bord des Raumschiffs. Sie waren noch einmal von einer zusätzlichen Hülle geschützt, die im Normalfall die Atmosphäre in den beiden Räumen halten würde, selbst wenn im Rest des Schiffes nur noch Vakuum herrschte. Damit, dass sie gezwungen sein würden, den Maschinenraum mit Stickstoff zu fluten, hatte niemand gerechnet.

“Nein, leider nicht. Bevor wir die Rapiditas übernommen haben, war sie in einen Kampf verwickelt, bei der ihre ursprüngliche Crew getötet oder entführt worden ist. Dabei wurden auch die Raumanzüge irreparabel beschädigt beziehungsweise sind verschwunden. Wir werden also ohne einen Raum- oder auch einen Schutzanzug zurechtkommen müssen.”, erwiderte Sam ernst und blickte immer wieder auf ihre Konsole.

Der Sauerstoffgehalt im Maschinenraum war immer noch im grünen Bereich. Noch mussten sie sich keine Sorgen machen, dass sie eine Stickstoffvergiftung erleiden könnten. Aber das konnte sich sehr schnell ändern, immerhin nahm gasförmiger Stickstoff tausendmal so viel Volumen ein wie sein flüssiger Aggregatzustand. Die eiskalte und dennoch siedende Flüssigkeit blubberte in dem Behälter und die von ihrem improvisierten Kühlsystem ausgehenden Nebelschwaden verteilten sich im Maschinenraum. Nun konnten sie nur noch versuchen die Stickstoffkonzentration so gering wie möglich zu halten, bis sie endlich aus der Subraumblase entkommen und in den Normalraum zurückkehren konnten. Dort würde auch der Energieverbrauch von Atlantis wieder auf ein normales Maß sinken und sie würden die zusätzliche Kühlung hoffentlich nicht mehr benötigen.

Angestrengt und nachdenklich blickte Sam immer wieder auf die Anzeigen ihrer Konsole und rechnete nicht damit, dass ihre Worte Skarg so sehr bewegen würden. Sanft nickte sie ihm zu und konnte nur allzu gut verstehen, was er mit seinen Worten ausdrücken wollte.
“Ich muss über gar kein Monster hinwegsehen. Sie sind nämlich keines.”, erwiderte Sam überzeugt. “Im Endeffekt entscheidet jeder selbst, was er sein möchte. Nicht jeder Mensch ist gut und auch nicht jeder Wraith, Jaffa oder Goa’uld ist böse.”, fügte sie noch hinzu und musste dann innerlich schmunzeln. Wenn der General ihre Worte gehört hätte, dann würde er gewiss sagen, dass sie zu viel Zeit mit Daniel verbrachte, denn diese Worte hätten durchaus von ihm stammen können.

“Wenn wir in Sicherheit sind, erinnern sie mich daran, dass ich Ihnen von Teal’c und Jolinar erzähle.” Eigentlich sprach sie nur selten über die Symbiontin, die ihren Körper gekapert, sie in Lebensgefahr gebracht und im Endeffekt ihr Leben gegeben hatte, um sie zu retten. Aber sie hatte das Gefühl, dass Skarg sowohl von ihr als auch von Teal’c erfahren sollte. Selbst wenn die bloße Erwähnung seines Namens sie wieder daran erinnerte, wie viele geliebte Personen sie in der Milchstraße zurückgelassen hatten.

Und auch hier auf der Rapiditas war wieder ein Mensch, für den sie deutlich mehr empfand, als die Regeln der Air Force es jemals zulassen würden, in Gefahr. Sam schätzte die aufbauenden Worte von Skarg sehr, aber ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass Jack in Gefahr war.
“Ich hoffe es sehr. Aber bisher konnte ich keine Hinweise darauf finden, dass die Lifte feststecken.”, antwortete sie und nickte Skarg trotzdem dankbar zu, bevor sie aufmerksam Teylas Funkspruch lauschte.

Die Worte der Athosianerin bestätigten ihre Befürchtung, dass der General in dem Bereich gewesen war, in dem der Hüllenbruch stattgefunden hatte. Aber sie gaben ihr auch ein wenig Hoffnung. Scheinbar hatte er versucht einen Wartungsschacht zu betreten. Ob er dort sicher war oder nicht, war jedoch ungewiss. Eilig begann Sam in ihrer Konsole einige Befehle einzugeben. Doch mehr als die Informationen, die Teyla ihr gegeben hatte, konnte sie nicht abrufen. Die internen Sensoren waren einfach zu sehr beschädigt, um noch alle Ereignisse innerhalb des Schiffes aufzuzeichnen. Also musste sie wohl oder übel hoffen, dass ihr General es geschafft hatte sich in Sicherheit zu bringen und sich nun in einem Bereich des Schiffes aufhielt, in dem die Sensoren und auch die Funkverstärker defekt waren.

“Vielen Dank, Teyla. Ganz genau. Sobald sie den Reaktor angeschlossen haben, müssen sie das Feld manuell aktivieren. Wir dürfen aktuell nicht zulassen, dass die Rapiditas beginnt Energie von dem Verteiler abzuziehen, um das Eindämmungsfeld zu verstärken. Um die Sensoren der Rapiditas zu täuschen, sollten sie, bevor sie das Eindämmungsfeld aktivieren, die violetten Schaltkristalle aus dem Leitungssystem entfernen. Dies deaktiviert die Energieflussmesser in diesem Bereich.”, erklärte sie und fügte dann noch besorgt hinzu: “Seien Sie bitte vorsichtig.”

Es war schon schlimm genug, dass sich der General entweder in Lebensgefahr befand oder vielleicht sogar tot war. Sie wollte nun nicht auch noch Teyla verlieren oder in Gefahr bringen. Die Gefahr für den General wurde wahrscheinlich auch von Minute zu Minute größer. Anhand der Warnmeldungen auf ihrem Bildschirm konnte sie erkennen, dass Major Lorne mit seinen Vorbereitungen begonnen hatte. Genauso wie sie erwartet hatte, wehrte sich die Rapiditas vehement gegen die Umpolung ihres Hyperantriebsgenerators und wies sie immer wieder darauf, dass sie, sofern sie die Schildharmonik nicht anpassten, einen Eintritt in den Hyperraum nicht überleben würden. Dabei wollten sie gar nicht in den Hyperraum fliegen. Doch das konnte das Ori-Raumschiff nicht wissen. Nur zu gerne würde sie dem Major bei der Konfiguration helfen. Aber diese Tätigkeiten ließen sich nur am Kontrollstuhl oder an der ATA-Gen gesteuerten Konsole hier im Maschinenraum durchführen. Da jedoch weder sie noch Skarg das ATA-Gen besaßen, konnte sie aktuell nichts tun außer weiterhin die Systeme im Auge zu behalten und zu hoffen, dass es Major Lorne bald gelingen würde die notwendigen Einstellungen vorzunehmen.

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Skarg
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Beitrag von Skarg » 21.02.2022, 00:13

Der Wraith nickte auf Carters Erklärung bezüglich der Verfügbarkeit von Raumanzügen. Angesichts der Vorgeschichte der Rapiditas und ihrem eigentlichen Status bei dieser Mission war das nur allzu verständlich und logisch. Für sie selbst allerdings war diese Tatsache nun unter Umständen ein Nachteil. Eine unabhängige Sauerstoffversorgung hätte von allen Risiken, denen sie gerade ausgesetzt waren, zumindest ein Problem gelöst. Aber dann musste es eben so gehen. Skarg kontrollierte noch einmal die Temperaturanzeigen und blickte dann zu der improvisierten Kühllösung, von der aus sich wabernder Stickstoffdampf langsam im Raum ausbreitete. Zugegeben, auf dem Boden hatte dies einen optisch ganz interessanten Effekt. Aber trotzdem hoffte der Außerirdische natürlich, dass das Gas möglichst lange nur am Boden verbleiben würde.

Er richtete seine Blicke wieder zu Samantha, als sie auf seine vorherigen Worte reagierte. Er war froh, dass Sam dies bereits nach einer vergleichsweise kurzen Zeit so sah. Denn das bedeutete dem Wraith wirklich viel, dass er nicht als Monster gesehen wurde. Er war unter Menschen aufgewachsen und sah sie daher als gleichwertig an und nicht als Nahrung. Doch er wusste auch zu gut, wozu seine Spezies imstande war. Und warum. Und genau deshalb hatte Skarg - trotz der Alternative von kompatiblen Tieren Lebensenergie beziehen zu können, um zu überleben - doch immer etwas Angst, dass er doch irgendwann schwach werden könnte. Aber vielleicht zeigte gerade diese Angst, dass er es wirklich ernst meinte.


"Vielen Dank. Das bedeutet mir wirklich sehr viel", meinte er also und lächelte leicht. "Ich finde diese Neutralität auch wirklich bewundernswert bei allem, was meine Art normalerweise in dieser Galaxie so tut. Ich wüsste nicht, ob ich dies auch so leicht schaffen würde in so einer Situation, zugegeben. Aber ihre Ansicht deckt sich mit der, die auch die Bewohner hatten, die sich damals entschieden, mich aufzuziehen, statt aus Furcht zu töten. Die sich ebenfalls erst ein Bild machen wollten". Jemandem eine Chance zu geben sich zu beweisen konnte also wohl sogar leben retten. Neutralität und Fairness waren wohl also eine wichtige Tugend bei jeder Spezies und konnte vielleicht auch viel Leid verhindern. "Ich werde sehr gerne darauf zurückkommen und bin schon sehr gespannt, mehr über diesen Teal'c und Jolinar zu erfahren."


Doch das musste warten, denn der kritische Moment stand kurz bevor. Sam fand sich ebenfalls wieder direkt in ihre Aufgaben ein und gab noch ein paar Anweisungen über Funk. Der Wraith kontrollierte indes wieder alle Messwerte. Bisher sah alles gut aus. Die improvisierte Kühllösung funktionierte tatsächlich besser als erwartet und Skarg hoffte sehr, dass sie auch die kurze Belastung der gegenpoligen Hyperraumfelder aushalten würde.

Plötzlich hielt Skarg jedoch inne und blickte etwas leer in den Maschinenraum hinein. Er spürte, dass jemand versuchte, in seine Gedankenwelt einzudringen. Und da in dieser Subraumblase definitiv außer ihm sonst kein Wraith war, blieb nur noch Teyla übrig, die dazu in der Lage war. Der Wraith hatte in seiner Lebenszeit zwar nie unter seinesgleichen gelebt, aber seine telepathischen Fähigkeiten waren trotzdem sehr gut ausgeprägt. Wenn seine Artgenossen in der Nähe waren, so hatte er sich gelegentlich heimlich in dieses Netzwerk eingeklinkt, um - neugierig wie er war - zu lernen und mehr zu erfahren, als die Datenbanken aus dem abgestürzten Basisschiff ihm sagen konnten. Doch selbstverständlich durfte er dabei nicht auffallen. Also wusste Skarg eigentlich sehr gut, wie er sich abschirmen konnte. Doch hier und jetzt schirmte er sich nicht ab. Er ließ Teyla gewähren. Er vertraute ihr und wenn er wollte, dass man auch ihm vertraute, dann musste er zeigen, dass er nichts zu verbergen hatte. Außerdem war die Athosianerin ebenfalls Teil des Teams, zu dem auch Skarg gehörte, seit Colonel Sheppard ihn SGA-1 zugewiesen hatte. Und wem sonst würde man vertrauen können, außer einem Team? SGA-1 war nun wohl das neue Hive für Skarg. Teil seiner Familie. Irgendwie. Wenn man das so nennen konnte.

Dass jemand telepathisch in seine Gedankenwelt eindrang, das war für Skarg jedoch immer noch ein gewisses Novum und eine interessante Erfahrung. Als Teyla Teil seiner Gefühls- und Gedankenwelt wurde in einem Maße, das man nicht wirklich mit Worten beschreiben konnte, wenn man eben nicht eine solche Fähigkeit besaß, konnte auch Skarg umgekehrt etwas über die Athosianerin erfahren. Er spürte, dass sie eine Kämpfernatur war. Und eine starke, mutige Anführerin. Wäre Teyla ein Wraith, dann wäre sie ohne Zweifel eine fähige und mächtige Königin geworden, dessen war Skarg sich sicher. Und es war kein Wunder, dass sie eben die Anführerin der Athosianer war, denn sie war nicht nur stark und mutig, sondern auch gerecht. Instinktiv - vermutlich auch, weil eine gewisse Rangfolge zwischen männlichen und weiblichen in der Genetik eines Wraith fest verankert war - spürte der Wraith auch eine gewisse Ehrfurcht vor dieser immensen Willensstärke.

Der Wraith ließ Teyla gewähren, signalisierte ihr gedanklich, dass er ihr vertraute. Und, dass er für sie da sein würde als eine Art 'Kommunikationsbrücke', falls etwas passierte und auch ihre Funkverbindung so abreißen würde, wie die von General O'Neill, wenn sie den von Sam beschriebenen Auftrag ausführte.

Nach dieser telepathischen Verbindung atmete Skarg kurz durch und landete gedanklich wieder im hier und jetzt. Er blickte schnell wieder zu Sam, da er merkte, dass sie auf seine Worte zu O'Neill antwortete. Es steckten also keine Lifte fest. Kein gutes Indiz, dass man sich keine Sorgen machen musste, in der Tat. Doch so wie Skarg den Mann vorhin erlebt hatte - und Wraith hatten ein Gespür für so etwas - war er kein Mensch, der sich leicht unterkriegen ließ.
"Es wird schon alles gut gehen", meinte er wieder aufmunternd zu Sam.

"Sobald das Manöver abgeschlossen ist - und das ist es hoffentlich bald -, sollten wir wieder eine deutlich stabilere Energieverfügbarkeit haben. Ich kann vielleicht schon etwas vorbereiten, um dann die Feldstärke der Lebenszeichendetektoren im Schiff auszudehnen. Dann sollten wir den General schnell finden", schlug er vor. "Zur Zeit kann ich ohnehin nur die Kühlung und die Systemwerte im Auge behalten."

Zu dem eigentlichen Manöver - auch wenn es auf Skargs Vorschlag basierte - konnte der Wraith im Moment nichts weiter beisteuern. Die Umsetzung lag in ganz anderen Bereichen dieses Schiffs und Atlantis.


"Viel Glück. Uns allen."
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Teyla Emmagan
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Beitrag von Teyla Emmagan » 06.03.2022, 01:31

Funkspruch von der Brücke:

"Vielen Dank, Colonel. Ich werde die Anweisungen befolgen und mich melden, sobald das Eindämmungsfeld online ist."


Funkspruch von den Gängen:

„Teyla an Maschinenraum und Brücke, ich habe den Eindämmungsfeldgenerator aufgeschaltet. Ich bitte um Bestätigung und Freigabe des abgeriegelten Bereichs, damit ich die Suche nach General O’Neill aufnehmen kann.“
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Samantha Carter
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Beitrag von Samantha Carter » 18.04.2022, 03:34

Was die Neutralität betraf, war Sam wahrscheinlich ein wenig im Vorteil gegenüber den Menschen, die sich schon deutlich länger in Atlantis aufhielten. Sie selbst war noch nie von Wraith angegriffen worden oder hatte erleben müssen, wie einem Kollegen die Lebenskraft geraubt wurde. Natürlich kannte sie die Berichte und hatte die erschreckenden Bilder gesehen, aber aus der Ferne betrachtet entwickelte man doch nicht so einen großen Hass auf den Feind, als wenn man selbst davon betroffen war.

Nur zu gerne würde Sam weiter mit Skarg über diese Dinge sprechen, doch die Situation spitzte sich immer weiter zu und für Gespräche, die nicht ihre aktuelle Situation betrafen, blieb keine Zeit mehr. Der Druck der Subraumblase nahm immer weiter zu und wenn sie noch eine Chance haben wollten zu entkommen, dann mussten sie ihren Plan nun in die Tat umsetzen, sonst würde es zu spät sein.

Verwirrt blickte Sam zu Skarg, als er auf einmal in seinen Bewegungen innehielt. Seine Augen schienen ins Leere zu blicken und es wirkte fast so, als befände er sich gedanklich an einem vollkommen anderen Ort.
“Skarg?”, fragte Sam besorgt. Sie wusste nicht viel über die Verhaltensweisen von Wraith. Einen Menschen, mit diesem Gesichtsausdruck würde sie als gedanklich abwesend bezeichnen, aber vielleicht bedeutete das bei einem Wraith etwas vollkommen anderes. Dachte er angestrengt nach oder ging es ihm vielleicht schlecht? Unsicher, was sie tun sollte, entschied sie sich dazu ihren Kollegen erst einmal im Auge zu behalten. Immer wieder blickte sie auf ihre Konsole, die Anzeigen ihres Laptops und übernahm auch Skargs Aufgaben, bis ihr einfiel, dass sie in einem Bericht gelesen hatte, dass Wraith in der Lage waren telepathisch zu kommunizieren. Aber hier gab es keine anderen Wraith. Sprach er vielleicht telepathisch mit Teyla? Soweit sie wusste, war sie der einzige Mensch in Atlantis, der in der Lage war mit einem Wraith über Gedanken zu kommunizieren. Genauso plötzlich wie Skarg in die Welt seiner Gedanken verschwunden war, kehrte er wieder ins Hier und Jetzt zurück. Er atmete einmal durch und schon war er wieder so auf ihre aktuelle Arbeit konzentriert, dass Sam gar nicht anders konnte, als kurz beeindruckt zu ihm zu sehen, bevor sie sich wieder ihrer Arbeit widmete.

Sie schätzte Skargs Optimismus und so sehr sie auch hoffte, dass wirklich alles gut gehen würde, das ungute Gefühl in ihrer Magengegend wollte einfach nicht verschwinden. Aber vermutlich lag das hauptsächlich auch daran, dass sie in letzter Zeit so viele Personen verloren hatte, die ihr nahestanden, beziehungsweise nicht wusste, wie es ihnen ging. Wenn nun auch noch Jack… Nein, daran durfte sie gar nicht denken. Skarg behielt sicherlich Recht. Es würde alles gut gehen und Teyla würde den General lebendig in einem der Wartungsschächte finden. So gut wie sie nur konnte, klammerte sie sich an diesen Gedanken und schüttelte dann den Kopf. Skargs Vorschlag war gut, aber aktuell durften sie sich nicht von irgendwelchen Projekten, die nicht direkt zum Erfolg der Mission beitragen würden, ablenken lassen.

“Tut mir Leid, Skarg. Die Idee ist nicht schlecht, aber die Überwachung der Systemparameter hat aktuell oberste Priorität.”, lehnte sie seinen Vorschlag ab, obwohl ihr Herz genau das Gegenteil tun wollte.

Am liebsten würde sie Skarg den Auftrag geben, dass er schon jetzt die Reichweite der Lebenszeichendetektoren ausdehnen sollte, aber als aktuelle Kommandantin der Rapiditas durfte sie sich nicht von ihren Gefühlen leiten lassen. Vor einigen Jahren nur wenige Minuten vor dem Gipfeltreffen mit den Tok’ra hatten Jack und sie sich geschworen, dass sie mit den Gefühlen, die sie füreinander empfanden, zurechtkommen würden und auch in der aktuellen Situation durfte sie dieses Versprechen nicht brechen. Dennoch machte ihr Herz einen Sprung, als Teyla ihr mitteilte, dass sie das Eindämmungsfeld errichtet hatte. Sofort rief Sam die Sensordaten des Bereichs auf und stellte erleichtert fest, dass sich der Luftdruck stabilisierte. Die Schotts wurden geöffnet und Teyla konnte mit der Suche nach dem General beginnen.

“Carter an Teyla, gut gemacht. Das Eindämmungsfeld hält. Ich bitte Sie trotzdem äußerst vorsichtig zu sein. Durch den schnellen Druckabfall wurde der Bereich wahrscheinlich stark beschädigt.”, warnte sie die Athosianerin, als plötzlich die gesamte Rapiditas anfing zu beben.

Die Triebwerke tief im Inneren des Schiffes gaben ein Brummen von sich, das Sam während des gesamten Fluges nach Atlantis nicht gehört hatte. Es schien als würde die Rapiditas sich mit allem, was sie hatte, gegen die Umpolung wehren. Plötzlich flogen Funken aus ihrer Konsole, der Bildschirm ihres Laptops flackerte und Sam befürchtete schon, dass er gleich ausfallen würde, doch sowohl die Anzeige auf der Konsole als auch auf ihrem Laptop stabilisierten sich wieder. Leider konnte sie nicht dasselbe von den Kisten sagen, die in dem Raum standen. Durch die starken Vibrationen stürzte eine Kiste von einem der Stapel in der Nähe ihrer Konsole und wirbelte eine große Menge Stickstoffgas auf. Sam spürte den kalten Hauch in ihrem Gesicht und versuchte sofort etwas flacher zu atmen, um nicht zu viel Stickstoff einzuatmen.

Irgendwo hinter dem Energiekern löste sich eine beschädigte Wandverkleidung und wirbelte nur noch mehr von dem ungiftigen und dennoch tödlichen Nebel auf. Sam merkte bereits, dass sie sich unsicherer auf den Beinen fühlte. Das war nun schon das zweite Mal, dass sie in diesem Maschinenraum fast erstickte. Aus irgendeinem Grund brachte der Gedanke, dass sie vor nur wenigen Tagen an fast derselben Position nahezu von Ronon erdrosselt worden war, sie zum Lachen und erst als sie ihr eigenes Lachen hörte, merkte sie schockiert, was gerade geschah.
“Skarg, erhöhen Sie die Sauerstoffzufuhr.”, befahl sie ihm, während sie in ihrem Geist förmlich Peter vor sich sah, der einer Gruppe Jungphysiker und ihr erklärte, dass nur wenige Atemzüge, bei denen ausschließlich Stickstoff aufgenommen wurde, tödlich sein konnten. Das schlimmste war, dass Stickstoff den Atemreflex auch noch stimulierte und einen geradezu dazu zwang noch tiefer einzuatmen, bis einen die plötzlich eintretende Bewusstlosigkeit in die Knie und den sicheren Tod zwang. Doch Sam war nicht bereit sich von diesem unsichtbaren Gegner umbringen zu lassen.

“Steigen sie auf die Kiste.”, wies sie Skarg an, während sie selbst auch bereits auf eine Kiste, die in der Nähe der Konsole stand, kletterte. Schon nach wenigen Atemzügen konnte sie wieder klarer denken und atmete erleichtert auf, als Lorne ihr mitteilte, dass er es geschafft hatte, den Hyperraumantrieb umzupolen.

“Carter an Lorne, sehr gut gemacht.”, lobte sie ihn und musste erschrocken feststellen, dass ihre Stimme fast genauso angestrengt klang wie die von Major Lorne. Doch jetzt durfte sie sich erst recht keine Ruhe gönnen, denn sie waren nun endlich bereit die finale Phase ihres Planes einzuleiten. “Carter an Lorne und Sheppard, alle Vorbereitungen für die Öffnung eines Spalts in den Normalraum getroffen. Ich werde nun von zehn bis eins zählen, bitte öffnen Sie, sobald ich die eins erreiche ein Hyperraumfenster.”, wies sie die beiden Piloten an und begann dann mit ihrem Countdown. “Zehn… neun… acht… sieben… sechs… fünf… vier… drei… zwei… eins… beginnen Sie!”, gab sie den Startbefehl, während sie unwillkürlich die Luft anhielt und hoffte, dass alles gut ausgehen würde.

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Teyla Emmagan
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Beitrag von Teyla Emmagan » 20.04.2022, 00:15

Funkspruch aus den Gängen:

„Verstanden, Colonel. Teyla, Ende“


Telepatische Kontaktaufnahme:

>Skarg?<

>Bitte richten Sie Colonel Carter aus, dass es mir gelungen ist den Wartungsschacht zu öffnen, der wahrscheinlich von General O’Neill genutzt wurde. Ich habe ein Headset gefunden, das wohl ebenfalls dem General gehört. Ich versuche weiterhin ihn ausfindig zu machen, bin mir aber unsicher, ob wir es aufgrund der derzeitigen Erschütterungen riskieren können, uns in Richtung Brücke oder Maschinenraum zu bewegen.<
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"

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Skarg
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Beitrag von Skarg » 30.04.2022, 00:47

Irgendwie war es ein seltsames und ungewohntes Gefühl für Skarg, dass auch einmal jemand in seine Gedankenwelt eindrang. Der Wraith hatte zwar schon häufiger über das telepathische Netzwerk seiner Spezies heimlich 'mitgehört', wenn seine Artgenossen in der Nähe waren, doch natürlich durfte er dabei nicht auffallen und schottete sich dann stets ab. Immerhin wollte er nicht riskieren, dass er die Sicherheit der Menschen des Planeten, von dem er stammte, durch das Aufdecken seiner Existenz und seines Wissens gefährden würde. Bei Teyla jedoch musste er sich nicht abschotten und das tat er auch nicht. Und das Gefühl dieses beidseitigen Gedankentauschs war irgendwie auch ein schönes. Eines, welches ihn irgendwie vervollständigte. Wraith waren immerhin Hive-Wesen. Die Stimmen der anderen ihres sinnbildlichen Bienenstocks und insbesondere die Anwesenheit ihrer Königin waren etwas, was tief in ihrer DNA verankert war, und sie normalerweise ein Leben lang begleitete. Herrschte telepathisch die komplette Stille, so war es für einen Wraith wie das Fehlen eines Sinnes. Man konnte zwar damit leben, doch fühlte man sich irgendwie von dem ein oder anderen ein wenig abgeschnitten.

Das Skarg kurz ein wenig abgelenkt war, als Teyla seine Gedankenwelt studierte, lag zum einen daran, dass diese Erfahrung für ihn selbst auch noch relativ neu war, zum anderen jedoch, weil er sich wirklich völlig öffnen wollte. Er zeigte der inzwischen zu seiner Teamkollegin gewordenen Athosianerin, dass er vor den Menschen von Atlantis nichts Bösartiges verbarg. Dass er ehrlich mit ihnen arbeiten wollte und dass sie eben nun zu so etwas wie seinem neuen Hive geworden waren. Als Sam kurz seinen Namen aussprach, kam er jedoch wieder gänzlich in der Realität an und blickte Carter mit enschuldigender Mimik an.


"Entschuldigen Sie bitte. Teyla hat sich kurz ... naja ... die Idee mit den Hyperraumantrieben angesehen", meinte er lächelnd und deutete sich mit zwei Fingern an seinen Kopf. Vermutlich würde Sam verstehen, sah sie doch bereits so aus, als wäre ihr bereits selbst ein Licht aufgegangen, was hier wohl gerade passiert war. "Ich bin immer noch fasziniert davon, dass sie diese Fähigkeit beherrscht", fügte er noch hinzu, bevor er sich wieder der Arbeit widmete und der Tatsache, dass Carter sein Angebot mit den Lebenszeichen-Detektoren ausgeschlagen hatte, da das Entkommen aus der Subraumblase natürlich gerade höchste Priorität hatte. Verstehend nickte der Wraith also. "In Ordnung. Volle Konzentration auf den Systemparametern", bestätigte der Wraith und konzentrierte sich dann wieder ganz auf seine Hauptaufgabe. Eine erste große Erschütterung bebte durch den Maschinenraum. Sie war heftiger als alle bisherigen Erschütterungen. So heftig, dass Skarg sich kurz an der Konsole festhalten musste. Gar nicht gut!

Der Wraith spürte wieder Teylas telepathische Präsenz und hörte dieses Mal auch ihre Stimme in seinen Gedanken. Wirklich praktisch, dass die beiden nicht auf Funkgeräte angewiesen waren!
"Teyla, das klingt nach recht positiven Nachrichten. Ich werde es dem Colonel sofort ausrichten. Laut den Anzeigen werden die Erschütterungen vermutlich gleich deutlich stärker, ich empfehle, dass Sie zunächst auf Ihre eigene Sicherheit achten. Es wird aktuell wirklich zu riskant sein. Der Sprung sollte aber hoffentlich nicht mehr so lange dauern. Ich denke, auf die wenigen Minuten kommt es nun nicht mehr an. Ich halte Sie aber auf dem Laufenden, falls ich von Samantha Carter jetzt anderes höre. Passen Sie bitte auf sich auf", warnte Skarg seine SGA-1 Teamkollegin schon einmal vor, bis er alles mit Carter besprochen hatte. Skarg verlor, wie er Teyla sagte, auch keine Zeit und richtete die Botschaft sofort an Sam aus.

"Sam? Teyla hat sich gerade bei mir gemeldet. Sie hat einen Wartungsschacht gefunden, der vermutlich von dem General genutzt wurde. Er hat offenbar sein Headset dort verloren, weshalb wir gerade keinen Kontakt zu O'Neill haben. Ich habe Teyla vor den Erschütterungen gewarnt und dass sie am besten mit dem Betreten der Wartungsschächte noch kurz abwarten soll, da es sonst zu riskant sein könnte. Ist das korrekt?"


Doch noch ehe er Sams Reaktion abwarten konnte, brach das Chaos, welches die Messwerte bereits andeuteten, auch schon aus. Noch heftigere Stöße rüttelten die Rapiditas durch. Abdeckung löste sich und neben dem Wraith sorgte ein Kurzschluss dafür, dass er erst einmal vor einem fliegenden Funken ausweichen musste. Doch das weitaus größere Problem war der Stickstoff im Raum, der unkontrolliert aufgewirbelt wurde und offenbar Samantha bereits ein wenig beeinflusste.


"Bin dran ...", bestätigte Skarg kurz den Befehl mit der Sauerstoffzufuhr und wechselte das Menü an seinem Terminal, um in die entsprechende Kontrolle zu gelangen, dem Lebenserhaltungssystem im Maschinenraum mitzuteilen, die Sauerstoffanteile hochzufahren. Doch das war leichter gesagt als getan, denn dieses verdammte Schiff schien gerade langsam aber sicher auseinanderzufallen. Die Schäden waren so groß, dass Skarg den 'O2' Regler der Steuerung nicht viel weiter hochfahren konnte. Eine rote Warnmeldung, die er aufgrund der menschlichen Schrift noch ein wenig langsam entzifferte aber verstand, teilte mit, dass keine ausreichenden Kapazitäten für den Sauerstoffkonzentrator vorhanden waren. Der Wraith unterdrückte den Impuls, vor Wut auf die Konsole zu schlagen. Neben ihm schepperte eine Abdeckung auf den Boden, die noch mehr Stickstoff aufwirbelte. Inzwischen spürte auch Skarg die Kälte viel zu weit oben. Instinktiv versuchte er weniger zu atmen.

Sam hatte die Idee auf eine Kiste zu steigen und wies Skarg an, dies ebenfalls mit einer anderen Kiste zu tun. Doch dem Wraith war noch etwas aufgefallen: Die beiden Marines, die auf ihn aufpassen sollten, standen zwar am Ausgang des Maschinenraums, doch der Stickstoff dehnte sich durch das umherwirbeln so weit aus, dass selbst sie betroffen waren. Ein Wraith spürte von Menschen in der Nähe so etwas wie Lebenszeichen. Der sich spontan erhöhende Blutdruck der Marines und die ersten Stresshormone, die von ihrem Körper unterbewusst ausgeschüttet wurden, um auf den Sauerstoffmangel zu reagieren, zeigten, dass auch sie wohl schon von dem nicht giftigen, aber dennoch tödlichen Gas atmeten.


Der Wraith schluckte kurz, blickte zu Sam und schüttelte den Kopf bei ihrer Aussage, er solle ebenfalls auf eine Kiste gehen.


"Noch nicht, Sam.", meinte der Wraith und statt auf die andere freie Kiste zu steigen, hob er sie hoch - es war eine sichtlich schwere Kiste - und lief damit zu den beiden Marines. "Hey, damit ihr nächstens noch mal versuchen könnt mich zu erschießen, steigt auf die Kiste, wie Colonel Carter das macht. Und Richtung Decke atmen.", meinte der Wraith, schob den beiden die Kiste hin und entfernte sich wieder zu seiner Konsole. Die Anstrengung des Hebens sorgte allerdings dafür, dass er dummerweise selbst tief eingeatmet hatte und dabei wohl auch eine gehörige Portion aufgewirbeltes Stichstoffgas abbekommen hatte. Der Wraith merkte kurz, dass einige seiner Muskeln kribbelten und im Gehen stolperte er fast, weil ein kurzer Schwindel ebenfalls andeutete, dass mit ihm etwas nicht stimmte.

Er blickte sich im Maschinenraum um, und lugte bereits zu einer anderen Möglichkeit, wie er sich selbst hochstellen konnte.

Und blickte wieder auf die Anzeigen. Er wusste gar nicht, wie viele Warnmeldungen in der kurzen Sekunde seiner Abwesenheit dazugekommen waren. Die Antimateriewarnung jedenfalls war auch schon bei den Rapiditas Systemen angekommen und diese zeigten, dass Skargs Idee wohl einen Haken hatte, an den niemand dachte. Verdammt! Dabei wollte er sich doch mit dieser Idee beweisen, und jetzt würden sie vielleicht nicht überleben weil entweder die Blase um sie herum kollabierte - was ohnehin passiert wäre - oder weil Antimaterie sie vaporisierte.


"Nein, nein, nein, nein, nein!", fluchte er und hustete kurz darauf. Verdammt, das Atemproblem hier drin würde sie vermutlich noch schneller töten, als die Antimaterie. Skarg dachte krampfhaft nach. Wenn er nicht deutlich mehr Sauerstoff in den Maschinenraum pumpen konnte, weil die Systeme der Rapiditas das nicht mehr hergaben, dann musste er - wohl oder übel - den Nachfluss des Stickstoffs unterbinden. Das würde dann zwar in vielleicht 10 Minuten ihr Kühlungsproblem zurückbringen, aber zumindest verschaffte es Zeit.

"Bleiben Sie oben, Sam, es geht schon."

sprach Skarg kurz in Carters Richtung. Doch ein wenig war dies gelogen. Denn er spürte genau, dass seine regenerativen Fähigkeiten wohl bereits aktiviert waren um den Schaden, welcher der Stickstoff auf sein biologisches System ausübte, irgendwie in Schach zu halten und ihn bei Bewusstsein zu halten so lange es ging. Der Wraith ging zu der improvisierten Kühlung und wollte den Zuflusshahn zudrehen, der inzwischen aber schon ziemlich kalt geworden war. Zudem sorgte die Handschiene, die seine Nährhand sicherte, und mit der er als Rechtshänder noch am häufigsten arbeitete, dass er ein wenig Probleme hatte seine Hand für solch filigrane Arbeiten einfach genug zu bewegen.

Ein kurzes schmerzhaftes grollen von der Kälteverbrennung an dem Ventil entwich Skarg, aber der Wraith biss die Zähne zusammen und schaffte es, den zufließenden Stickstoff abzudrehen. Okay, jetzt war nur noch das bereits vorhandene Gas in diesem Raum das Problem. Und vor Schmerz und Anstrengung tat Skarg aus Reflex natürlich das, was man in dieser Situation nicht tun sollte: Er atmete wieder tief ein. Und bereute es bereits, als er die Kühle der Luft spürte, die in seine Lunge strömte.


Torkend rappelte er sich aber noch auf. Seine Nase blutete offenbar, denn etwas schwarzes Wraith-Blut rann ihm von dieser über seine Oberlippe entlang Richtung Mund. Und er begann ein paar Pünktchen zu sehen, schaffte es aber vermutlich nur dank seiner Selbstheilung, sich von dem Stickstoff wegzubewegen und steuerte Samanthas Kiste an, auf der für ihn gerade auch noch genügend Platz war, stellte sich auf diese, hielt sich an der Wand fest, und hyperventilierte schon fast. Doch dieses Mal bekam er glücklicherweise wieder Sauerstoff auf dieser höheren Ebene.

Ihm war noch schwindelig und er kniff die Augen zusammen.


"Das ... d .... das Zeug ..... ist .... übel.", japste er kurz und hustete wieder.

Seine grüne Hautfarbe hatte ein paar Helligkeitsstufen mehr als üblich und wirkte etwas blass. Aber er würde sich wohl wieder fangen.
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Samantha Carter
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Beitrag von Samantha Carter » 07.06.2022, 00:17

Offenbar hatte sie mit ihrer Vermutung recht gehabt. Teyla und Skarg hatten für kurze Zeit telepathisch miteinander kommuniziert, wodurch der Wraith für einen Augenblick von seiner Arbeit hier im Maschinenraum abgelenkt worden war. Glücklicherweise war in dieser Zeit nichts geschehen, was sofort ihre Aufmerksamkeit erfordert hätte. Aktuell konnten sie leider auch nicht viel tun, außer den Energiefluss zu überwachen, die Systeme am Laufen zu halten und zu hoffen, dass es Lorne gelingen würde den Hyperraumantrieb umzupolen. Massive Erschütterungen gingen durch das Schiff und Sam hielt unwillkürlich den Atem an, während sie hoffte, dass es nicht zu weiteren Hüllenbrüchen kommen würde und die Schilde halten würden. Wenigstens gab es eine relativ gute Nachricht. Teyla hatte offenbar Jacks Headset gefunden. Das war also der Grund, warum er auf keinen ihrer Funksprüche reagiert hatte. Er hatte sie gar nicht hören können. Obwohl sie immer noch nicht wussten, ob ihr Teamleiter in den Wartungsschächten überlebt hatte, wagte es Sam doch ein wenig zu hoffen. Sollte die Rapiditas nicht vorher auseinanderbrechen, konnten sie ihn, nachdem sie die Subraumblase verlassen hatten, vielleicht endlich finden und in Sicherheit bringen. Sam wollte Skarg gerade bestätigen, dass es besser wäre, wenn Teyla die beschädigten Bereiche der Rapiditas meiden würde, bis zumindest die Umpolung abgeschlossen war, doch das Chaos, das im Maschinenraum ausbrach, zog erst einmal ihre gesamte Aufmerksamkeit auf sich.

Immer mehr von dem gefährlichen Gas breitete sich im Maschinenraum aus und es war wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch die Marines erreichen würde. Sam spielte bereits mit dem Gedanken ihnen den Befehl zu geben, dass sie sich zurückziehen sollten, doch sie bezweifelte, dass die beiden Männer ihr ohne Widerworte gehorchen würden. Die beiden hatten die Anweisung sie vor Skarg zu beschützen, falls er irgendetwas Unerwartetes tun sollte, und an diesem Befehl würden sie wahrscheinlich festhalten. Während sie selbst schon auf ihre Kiste geklettert war, um sich vor dem Stickstoff zu schützen, blickte sie immer wieder zu den beiden Männern. Sie wollte ihnen gerade die Anweisung geben, dass sie den Bereich des Maschinenraums verlassen sollten, als Skarg auf eine andere Idee kam.
“Skarg…”, wollte sie ihn warnen, dass seine Idee für ihn tödlich enden konnte, doch dann sah sie in Skargs Augen und bemerkte einen Blick, den sie nur allzu gut von zwei ihrer langjährigen Teamkameraden kannte. Skarg hatte sich in den Kopf gesetzt den beiden Marines die Kiste zu bringen und würde sich von nichts davon abhalten lassen.

Zuerst schien Skarg auch außergewöhnlich gut mit der immer höher werdenden Stickstoffkonzentration zurechtzukommen, doch dann bemerkte sie, wie seine Schritte unsicherer wurden. Durch seine Wraithphysiologie mochte er zwar mehr aushalten als ein Mensch, aber inzwischen schien er auch schon fast seine Belastungsgrenze erreicht zu haben. Er musste sich nun so schnell wie möglich in Sicherheit bringen, wobei sich Sam nicht sicher war, ob das überhaupt noch etwas bringen würde. In den letzten Augenblicken waren so viele Warnmeldungen auf ihrer Konsole erschienen, dass sie den Meldungen kaum noch folgen konnte. Wenn sie die schnell auftauchenden Daten richtig interpretierte, dann hatte sich zwar ein Spalt geöffnet, aber durch den Spalt drangen dunkle Materie und Antimaterie in die Subraumblase ein. Noch schienen die Schilde zu halten, doch mit jeder Sekunde wurden die Schilde schwächer. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schildgeneratoren in manchen Bereichen ausfallen und die Rapiditas genauso wie Atlantis von der Antimaterie getroffen werden würde. Durch den Spalt zu fliegen stand nun außer Frage. Dieser Spalt führte in irgendein Universum, das aus Antimaterie zu bestehen schien und dort konnten sie niemals überleben. Dass Skarg dennoch versuchte den Stickstoffzufluss zu stoppen, erschien ihr fast vergeblich. Wenn ihnen nicht bald etwas einfallen würde, dann würden sie hier in dieser Subraumblase sterben. Aber welche Möglichkeiten hatten sie noch diesem Schicksal zu entgehen?

Während Sam immer wieder besorgt zu Skarg blickte und bereits mit dem Gedanken spielte ihren aktuell noch einigermaßen sicheren Platz zu verlassen, um ihm zu helfen, dachte sie angestrengt über mögliche Lösungen für ihr Problem nach. Wenn sie den Spalt irgendwie schließen könnten, dann würden sie vielleicht ein wenig Zeit gewinnen. Aber was war dann? Sie mussten immer noch einen Weg aus der Blase finden. Wenigstens hatte Skarg es inzwischen geschafft die Stickstoffzufuhr abzudrehen und war auf dem Weg zu ihrer Kiste. Besorgt beobachtete sie, wie er taumelte, seine Nase blutete und sein Gesicht eine Farbe annahm, die keineswegs gesund aussah. Als er fast die Kiste erreicht hatte, streckte Sam ihre Hand aus, um ihm nach oben zu helfen und stützte ihn ein wenig, als er endlich auf der Kiste stand und dadurch zumindest etwas mehr Sauerstoff bekam.
“Das stimmt. Es geht nicht ohne, aber zu viel ist auch nicht gut.”, erwiderte Sam und versuchte trotz der angespannten Situation einen Scherz zu machen.

Dann blickte sie aber wieder zu der Konsole und den Daten, die auf dem Bildschirm angezeigt wurden. Wenn sie doch nur an ihren Laptop käme. Dann könnte sie die Situation besser analysieren. Die Stickstoffzufuhr war abgedreht. Konnte sie es vielleicht wagen die Kiste zu verlassen? Sam spielte für einen Moment mit dem Gedanken, verwarf ihn dann aber wieder. Das einzige, was ihr blieb, war ihr Taschencomputer. Er war zwar nicht so leistungsfähig wie ihr Laptop, aber für den Moment musste es genügen. Eilig zog sie das kleine Gerät aus ihrer Tasche, schaltete es ein und baute mit wenigen Handgriff eine Remoteverbindung zu ihrem Laptop auf. Schon wenig später waren dieselben Daten, die der Laptop anzeigte, auf dem Bildschirm des Gerätes zu sehen. Sam verwendete es wie eine Funktastatur für ihren Laptop und ließ sich die Sensordaten der Rapiditas anzeigen. Ein Gammastrahlenausbruch ließ sie davon ausgehen, dass es in der Stadt der Antiker, die aktuell nicht vollständig von ihrem Schild geschützt war, bereits zu Explosionen kam. Im besten Fall hatten sie nur noch Minuten. Sie brauchten eine Lösung und zwar schnell. Könnten sie den Spalt schließen, dann würde wenigstens der Antimatierezufluss beendet werden. Aber die Masse der dunklen Materie in der Subraumblase überstieg schon fast die von Atlantis. Damit war, selbst wenn sie den Spalt schließen würden, genügend Antimaterie vorhanden, um Atlantis vollständig zu zerstören. Außerdem hatte sich das Subraumfeld der Blase durch die dunkle Energie und den Spalt bereits so sehr verändert, dass es zur Erzeugung neuer Teilchen kam. Exotische Materie, Materie und Antimaterie entstanden durch Fluktuationen im Quantenfeld, zerstrahlten und wurden wieder neu gebildet. Die jenseits des Standardmodels liegende Physik des zugunsten der Antimaterie verschobenen Quantenfelds sorgte dafür, dass immer mehr Antimaterie in der Blase entstand.

Obwohl die Situation äußerst bedrohlich war, war Sam äußerst fasziniert von den Sensordaten. Wenn sie diese Reise doch irgendwie überleben würden, dann würde sie jahrelang an den Daten, die gerade aufgezeichnet wurden, forschen können.
“Ich glaube, wir beobachten gerade die Anfänge eines neuen Universums.”, flüsterte Sam fast ehrfürchtig. Zumindest verbrachte sie ihre letzten Momente mit dem, was sie liebte. Wobei… Auf einmal begann sie mit immenser Geschwindigkeit neue Daten aufzurufen und fing dann an zu lächeln. Während auf ihrem Bildschirm die Formel, die den Ereignishorizont eines Wurmlochs beschrieb, der Begriff Hawking-Strahlung und eine 90 prozentige Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich in der dunklen Materie Anomalie ein Wurmloch bilden konnte, stand, aktivierte sie ihr Headset.

“Carter an Weir, der Spalt hat unsere Umgebung derart verändert, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass sich Mikrowurmlöcher bilden. Wenn wir nun den Wurmlochantrieb aktivieren, dann sollten wir in der Lage sein ein stabiles Wurmloch zu erzeugen, durch das wir entkommen können.”, versuchte sie der Expeditionsleiterin ihre Entdeckung mitzuteilen, doch aus irgendeinem Grund kam die Funkverbindung nicht zustande. Eilig zog Sam ihr Headset aus dem Ohr und betrachtete sich das kleine Gerät. Es schien intakt zu sein, doch als sie zu dem Funkverstärker blickte, erkannte sie, dass er von einer herabstürzenden Deckenplatte zerstört worden war. Aber sie hatten ja noch eine andere Möglichkeit zu kommunizieren.

“Skarg, können Sie Teyla erreichen?”, fragte sie und hoffte, dass ihre Nachricht den Kontrollraum noch rechtzeitig erreichen würde, denn ein weiterer Gammastrahlenpuls zeigte ihr, dass es erneut Explosionen in Atlantis gegeben hatte.

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Skarg
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Beitrag von Skarg » 24.06.2022, 20:18

Der Wraith hatte seinen Blick auf Carter gerichtet und merkte, dass Sam gerade ansetzen wollte zu antworten, um zuzustimmen, dass es für Teyla wohl wirklich noch besser war, mit der Bergung noch etwas zu warten. Doch bevor sie antworten konnte, geschweige denn Skarg dazu in der Lage war, wieder mit Teyla Kontakt aufzunehmen, brach im Maschinenraum die Hölle los. Sowohl Carter als auch der Außerirdische waren nun verständlicherweise erst einmal mit der Eindämmung des Chaos beschäftigt, wenn eines war sicher: Wenn sie versagen würden, dann hatte weder Atlantis noch die Rapiditas eine Chance. Ohne ausreichende Energieversorgung würden die Schilde in wenigen Sekundenbruchteilen kollabieren und von jeglicher Materie in der Subraumblase wäre nicht mehr viel übrig.

Verdammte Axt! Auf seinem Herkunftsplaneten hatte Skarg in seinen über 400 Lebensjahren oft nachts in die Sterne geblickt und sich gefragt, wie es wohl war, durch das All zu reisen. Wenn er die Möglichkeit dazu gehabt hätte, dann hätte er es auch sicher einmal selbst ausprobiert. Doch das abgestürzte Basisschiff, mit dem er noch als 'Kleinkind' auf diesem Planeten heruntergegangen war und von den anderen vergessen wurde, war definitiv nicht mehr flugfähig. Bei dem Absturz war es geradezu auseinandergebrochen und im Laufe der Jahrhunderte hatte die Natur das Schiff völlig überwuchert. Inzwischen war das Hiveschiff Teil des Waldbodens und der Pflanzen geworden. Vermutlich war es untrennbar mit seiner Umgebung verschmolzen. Innen drin konnte man zwar mit einiger Technik noch etwas anfangen und gerade die Brücke, auf der Skarg sich häufig aufhielt, war wieder mehr oder weniger in Schuss; doch der Rest des Schiffes war natürlich recht heruntergekommen. Aufgrund der auf biologischen Komponenten basierten Technologie der Wraith und auch halb organischen Außenhülle war das Schiff sogar fast ein hervorragender Nährboden für die Pflanzenwelt geworden. Nun, andererseits war dies auch gut, denn so war das Wrack perfekt getarnt. Und kleinere Fluggeräte hatte Skarg dort nicht. Die ehemaligen Hangarbereiche des Schiffes waren leer. Natürlich hatte bei dem Absturz damals jeder Wraith an Board jeden möglichen Dart geschnappt, um zu fliehen.

Doch wie dem auch war: Nun, nach dieser ersten Erfahrung mit einem Weltraumflug musste der Wraith sich zumindest aktuell eingestehen, dass in seiner Vorstellungskraft die Sache mit dem Raumfahren deutlich angenehmer klang, als die Realität wohl aussah. Er hätte es doch eigentlich wissen müssen! Immerhin war er selbst schließlich so gesehen ein Überlebender eines fatalen Raumschiff-Crashs. Wenn das nicht mal ein Omen war? Doch wie dem auch sei: Aktuell wollte Skarg am liebsten so schnell wie möglich wieder den Boden eines Planeten unter dem Schiffsrumpf wissen. Von Hyperraum und Subraumblasen hatte der Grünling definitiv aktuell alle Nasenlöcher voll.


Doch auch wenn das Chaos sich massiv ausbreitete: Skarg war diszipliniert und funktionierte. Er funktionierte sogar noch äußerst rational und mutig. Zugegeben: Wraith schienen manchmal eine gewisse selbst destruktive Ader an den Tag zu legen. Und offenbar war dies eine Eigenart ihrer Spezies, die selbst Skarg nicht verloren hatte, der unter völlig anderen Umständen aufgewachsen war. Vielleicht lag dies auch lediglich daran, dass ein Wraith dank seiner immensen Selbstheilungskraft einen gewissen Grad der Verletzung weniger dramatisch empfand als ein Mensch. Wunden, die sich zusehends schließen konnten, waren so schnell kein Thema mehr, dass ihr Gehirn solche Gefahren vielleicht mit weniger Scheu lernte als ein Mensch, dem im schlechtesten Fall wochenlange Schmerzen oder gar Arztbesuche blühten.

Sam erkannte die Entschlossenheit in seinen Augen absolut korrekt. Und der Wraith hätte sich auch nicht davon abhalten lassen, den Marines die rettende Kiste hinzuschieben. Diese nahmen den Rettungsanker auch schnell an. Und blickten sich verwundert an. Vermutlich waren sie noch überrascht davon, dass es da draußen tatsächlich einen Wraith gab, dem menschliches Leben nicht völlig egal war. Vielleicht würden sie sich das merken und Skarg - sofern alle das hier überlebten - nach dieser Mission mit etwas anderem Blickwinkel betrachten. Denn eines war ebenfalls deutlich zu erkennen: Um diesen Menschen zu helfen, hatte Skarg sein eigenes Leben riskiert und hatte sichtlich Mühe wieder halbwegs heil aus dieser Situation herauszukommen - heil und ohne umzukippen. Auch, dass er den weiteren Zufluss des Stickstoffs stoppte, kam vermutlich allen lebenden Wesen im Raum und direkter Umgebung zugute. Lange war auch in den höheren Bereichen sonst nicht mehr genügend Sauerstoff vorhanden, wenn man bedachte, wie immens sich Stickstoff ausdehnen konnte, wenn er von seinem flüssigen wieder in den gasförmigen Zustand wechselte.



Auf der Kiste bei Sam erholte er sich schnell wieder, als er endlich wieder Luft mit ausreichendem Sauerstoffanteil atmen konnte. Und das eher vor Überlastung geplatzte Äderchen in seiner Nase war - Selbstheilungskraft sei dank - auch schnell wieder verschlossen, weshalb seine blutende Nase sogleich stoppte und er sich mit dem Handrücken kurz das bisschen Blut abwischte, welches ihm über der Lippe haftete. Er nahm noch einmal einen tiefen Atemzug und musste sogar wieder ein wenig lächeln, als Sam sich an dem Scherz versuchte.


"Ich dachte, ich könnte lange genug die Luft anhalten. Mein Fehler war, dass ich kurz eingeatmet habe beim Heben. Danach hat der einsetzende Reflex es nur noch schlimmer gemacht.", erklärte er seinen Fehler. Atemreflex war in so einer Situation gerade das Falsche, denn im Grunde hatte Skarg damit das bisschen Rest-Sauerstoff aus seiner Lunge befördert und immer mehr Stickstoff aufgenommen. Keine gute Mischung. Aber es ging ja nochmal gut.


Der Wraith erholte sich schnell. Auch die normal-grüne Gesichtsfärbung kam zusehends zurück. Und er schien sogleich wieder an seine Pflichten zu denken, denn man konnte sehen, dass er auf den Monitor an seinem Platz hinüberschielte und mit ein paar Sorgenfalten auf der Stirn die Temperaturen und den Energiefluss beobachtete. Jetzt würde sein Energieverteilungsprogramm ihnen hoffentlich noch genügend Zeit verschaffen, aus dieser verdammten Blase herauszukommen. Irgendwie. Plan 1 hatte leider nicht so gut funktioniert.


"Tut mir leid ...", sagte er mit ruhiger Stimme zu Carter. "Die Möglichkeit des Eindringens von Antimaterie habe ich nicht im Ansatz vorhergesehen bei meiner Idee.", entschuldigte er sich. Fragend sah er zu Sam, als diese ehrfürchtig bemerkte, dass sie vielleicht gerade die Entstehung eines neuen Universums beobachteten. "Hoffentlich sind wir ein Teil davon ...", erwiderte er seufzend.

Doch Carter hatte offenbar eine Idee. Eine Idee, die ermutigend klang. Und die so aussah, als wäre Skargs Plan doch noch für eine Kleinigkeit gut gewesen. Das wäre beruhigend.

Aus irgendeinem Grund erreichte Sam jedoch niemanden mehr per Funk und fragte Skarg, ob er Teyla erreichen konnte. Telepathievorteil: Das funktionierte meistens. Und da Skarg die Anwesenheit von Teyla immer noch spürte hieß das, dass auch die gedankliche Kommunikation mit ihr nach wie vor möglich war.


Skarg nickte also.
"Ich gebe es weiter.", meinte er direkt ohne eine weitere Anweisung abzuwarten. Denn immerhin musste es aktuell schnell gehen, denn Zeit war gerade akute Mangelware. Er konzentrierte sich, und übermittelte die Worte seiner Maschinenraum-Kollegin an die Athosianerin.


"Teyla, entschuldigen sie bitte die Verzögerung, wir haben starke Probleme im Maschinenraum. Samantha Carter kann per Funk nicht mehr nach Atlantis gelangen. Offenbar hat es den Funkverstärker auf unserer Ebene gekostet. Bitte geben sie an Doktor Weir folgendes weiter: Durch den Spalt bilden sich vermutlich Mikrowurmlöcher die dabei helfen, mit dem Wurmlochantrieb ein stabiles großes Wurmloch zu erzeugen, durch das wir passieren können. Atlantis sollte den Wurmlochantrieb aktivieren.", fasste der Wraith schnell Sams Worte zusammen und hoffte, dass Teyla Atlantis noch mit ihrem Funk erreichen konnte.

Er blickte mit seinen geben Augen zu Sam und nickte abermals.


"Habe es weitergegeben.", bestätigte er. "Praktisch, wenn man ein Funkgerät im Kopf hat.", scherzte er.
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Teyla Emmagan
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Beitrag von Teyla Emmagan » 10.07.2022, 01:21

Telepatische Antwort an Skarg:

>Ich habe die Nachricht übermittelt. Eine Bestätigung vom Kontrollturm steht noch aus. Aber ich hatte flüchtig Kontakt mit General O’Neill und melde mich wieder, sobald ich zu ihm vordringen konnte.<


Folgenachricht:

>Ich habe den General erreicht, er ist wohlauf<
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"

Evan Lorne
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Beitrag von Evan Lorne » 21.08.2022, 00:41

Funksprüche von der Brücke der Rapiditas:

"Lorne an Atlantis, Hyperraumfenster ist ge..[Husten] Das Hyperraumfenster ist geschlossen."

"Lorne an Maschinenraum. Ich glaube, Atlantis braucht noch....mehr Energie. Ich ziehe die Energie von Deck 6 und 7 ab...und erhöhe den Energietransfer."

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Samantha Carter
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Beitrag von Samantha Carter » 15.09.2022, 00:08

Es war unmöglich, dass sie ein Teil von diesem Universum sein würden, das gerade vor ihren Augen entstand. Noch bevor der Urknall dafür sorgen würde, dass die Subraumblase sich gigantisch ausdehnen würde, würde Atlantis von der Antimaterie zerstört werden. Dieses neue, entstehende Universium war ein Ort, an dem sie nicht leben konnten und sie mussten so schnell wie möglich von hier verschwinden. Einen Augenblick gingen Sams Gedanken zu dem Universum, das durch den Spalt mit dieser Subraumblase verbunden war. Was würde mit den Welten geschehen, die sich dort möglicherweise befanden? Würden sie zerstört werden oder würden sie es nur wie eine Supernova wahrnehmen? Aber egal was geschehen würde. Sie konnte nichts daran ändern. Sie hatten keine Möglichkeit den immer größer werdenden Spalt zu schließen. Sam konnte nur hoffen, dass sich die Subraumblase an das Universum, mit dem sie verbunden war, anpassen und es keine Katastrophe geben würde.

Nun mussten sie aber erst einmal ihre eigene Katastrophe abwenden. Es war jedoch auf keinen Fall Skargs Schuld, dass sie nun in diesem Schlamassel steckten. Sein Plan war vernünftig gewesen. Doch es funktionierte nicht immer alles so, wie sie es wollten. Daran würde er sich als Mitglied der Atlantis Expedition gewöhnen müssen, sofern sie diesen Flug überlebten und davon ging sie fest aus.
“Skarg, Sie müssen sich für nichts entschuldigen. Ihr Plan war hervorragend und sowohl Doktor Zelenka, Doktor Weir als auch ich waren damit einverstanden. Wir haben gemeinsam eine Lösung gesucht und gemeinsam einen Weg gefunden. Doch leider war dieser Weg eine Sackgasse. Jetzt müssen wir versuchen eine andere Möglichkeit zu finden und so wie ich alle Mitglieder der Expedition und vom SGC kenne, werden wir nicht kampflos untergehen. Dieser Kampf ist erst verloren, wenn wir tot sind.”, sagte Sam mit größter Entschlossenheit.

Irgendeinen Weg würde es geben. Sie mussten ihn nur finden. Intensiv blickte Sam immer wieder auf ihren Computer. Sie verglich Daten, behielt die Systeme der Rapiditas im Auge und versuchte nebenbei auch noch auf den Funkverkehr zu achten. Während alle an dem Problem arbeiteten, war es auf dem Funkkanal verdächtig ruhig geworden und erst als Sam versuchte einen Funkspruch abzusetzen und es nicht gelang, wurde ihr bewusst, dass etwas mit der Funkverbindung nicht stimmte. Offenbar waren die Verstärker hier im Maschinenraum ausgefallen. Mit etwas Glück konnten sie noch die Signale benachbarter Repeater auffangen, aber zumindest im Moment war der Maschinenraum fast vollkommen von der Kommunikation auf der Rapiditas und Atlantis abgeschnitten. Sie bekamen nicht mit, welche Pläne die Expedition schmiedete. Aber ihre eigenen Ideen nahmen immer mehr Form an. Wenn sie die Energie aufbringen konnten, dann konnte es ihnen gelingen den Wurmlochantrieb zu aktivieren. Die Voraussetzungen waren nahezu perfekt. Immer mehr Mikrowurmlöcher tauchten auf den Sensoren auf und verschwanden innerhalb kürzester Zeit wieder.

Dankbar nickte Sam Skarg zu, als er meinte, dass er ihre Nachricht weitergegeben hatte. Nun konnte sie nur hoffen, dass ihr Vorschlag die Expedition rechtzeitig erreichte. Es dauerte nicht lange, bis sie knarzend die Stimme von Major Lorne hörte. Der Funkspruch wurde immer wieder unterbrochen. Doch Sam bekam mit, dass offenbar ein Hyperraumfenster geschlossen worden war und Atlantis mehr Energie benötigte. Ihr fiel aber auch noch etwas anderes auf. Lorne klang sehr schlecht. Seine Stimme wirkte rau und er schien immer wieder zu husten. Irgendetwas musste auf der Brücke geschehen sein, das dafür sorgte, dass er nur noch schlecht Luft bekam.
“Skarg, sehen sie sich die Umweltbedingungen auf der Brücke an.”, wies sie ihren Kollegen an, während sie selbst einen Blick auf die Energieverteilung warf. Der Major hatte offenbar gerade die Energieversorgung von Deck 6 und Deck 7 gekappt. Diese Decks enthielten nur Quartiere und wurden aktuell nicht benötigt. Im Prinzip brauchten sie momentan nur Deck 1 und 5 und um der Sicherheit von Teyla und General O’Neill willen auch die Ebenen, die dazwischen lagen. Immerhin hatte sie keine Ahnung, wo sich die beiden im Augenblick aufhielten. Die internen Sensoren funktionierten zusehends schlechter und Sam fragte sich nicht mehr ob, sondern wann es zu einem vollständigen Systemversagen kommen würde. Sie hatten der Rapiditas zu viel zugemutet, aber sie hoffte sehr, dass das alte Mädchen wenigstens noch eine Weile treu seinen Dienst verrichten würde. Egal was geschah, würden sie sicher nicht mehr lange gigantische Energiemengen nach Atlantis schicken müssen. Würde der Plan mit dem Wurmlochantrieb schief gehen, dann wurde schon bald gar keine Energie mehr benötigt und wenn es gelingen sollte, dann brauchten sie nach dem Flug durch das Wurmloch wahrscheinlich nur noch die Menge, die sie auch vorher für den Hyperraumantrieb benötigt hatten.

Aufmerksam behielt Sam die Stabilität der Energieversorgung im Auge. Zumindest im Moment schien Skargs Lastverteilungsprogramm dafür zu sorgen, dass es zu keinen Überlastungen kam. Fasziniert beobachtete Sam, wie sich ein gigantisches Wurmloch mitten in der Dunkle Materie Anomalie aufbaute und stückweise größer wurde. Da ein solches stufenweises Wachstum in der Natur eigentlich nicht vorkam, vermutete Sam sofort, dass die Energie bisher nicht ausreichte, um ein ausreichend großes Wurmloch zu erzeugen und Colonel Sheppard Stück für Stück Energie aus anderen Systemen abzog. Unter normalen Umständen konnte die Rapiditas zwar kaum noch mehr liefern, aber dies waren keine normalen Umstände. Eilig verriegelte Sam den Hangar der Rapiditas und schaltete dort die Eindämmungsfelder ab. Dadurch wurde zumindest noch ein wenig mehr Energie frei, die sie sofort in die Leitungen, die nach Atlantis führten, leitete. Anschließend kappte sie auch die Energieversorgung auf allen Ebenen unterhalb von Ebene 7. Mehr Energie konnte sie leider nicht mobilisieren. Aber es schien auszureichen, damit Atlantis den Flug durch das Wurmloch wagen konnte. Sie begannen sich zu bewegen und schon bald erreichten sie das Wurmloch.

Angespannt beobachtete Sam die Sensordaten und behielt dabei weiterhin auch die Energieversorgung im Blick. Besonders jetzt würde ein Ausfall der Versorgung ihren sicheren Tod bedeuten. Hier draußen gab es kein Stargate mit seinen Sicherheitsvorkehrungen. Sie mussten sich darauf verlassen, dass das Wurmloch stabil blieb, bis auch der letzte Teil von Atlantis den Ereignishorizont auf der anderen Seite passiert hatte und im Moment sah es ganz so aus, als würde das Wurmloch tatsächlich offen bleiben. Inzwischen hatte der Ereignishorizont die Rapiditas erreicht und Sam hielt unwillkürlich den Atem an, als sie das bläuliche Schimmern im Maschinenraum bemerkte. Sie war schon mehrere hundert Male durch das Stargate gereist und doch schlug ihr Herz schneller als das Wurmloch sie erfasste und sie auf der anderen Seite wieder herauskamen.

Sofort überkam Sam ein Gefühl, das sie noch zu gut von ihrer ersten Reise durch das Stargate kannte. Ihr Magen verkrampfte sich, ein intensives Schwindelgefühl machte sich in ihr breit und ihre Haut fühlte sich so kalt an, als hätte sie gerade einen Sprung in ein mit Eiswasser gefülltes Schwimmbecken gewagt. Kleine Eiskristalle bildeten sich auf ihrer Haut und auch auf ihren Geräten, doch Sam wischte sie fort und begann sofort die Daten der Sensoren, die bereits wieder arbeiteten, zu überprüfen. Offenbar waren sie nicht nur der Subraumblase entkommen, sie befanden sich sogar in einem Sonnensystem, in dem es mehrere Planeten gab. Ohne Zugriff auf die Kartendaten von Atlantis konnte sie zwar nicht bestimmen, wo sie sich befanden, aber zumindest für den Augenblick schienen sie in Sicherheit zu sein.
“Wir haben es geschafft.”, meinte sie erleichtert zu Skarg, als das Wurmloch, kurz nachdem auch der letzte Teil von Atlantis das Wurmloch passiert hatte, zusammenbrach und damit auch der Energiebedarf der Stadt wieder deutlich sank.

“Prüfen Sie die Stabilität der Energieverbindung. Ich kümmere mich darum, dass wir wieder eine Funkverbindung zur Brücke und Atlantis bekommen.”, gönnte Sam weder Skarg noch sich selbst eine Pause, denn sie mochten zwar der Subraumblase entkommen sein, aber keiner von ihnen wusste, was sie vielleicht in diesem Sonnensystem erwartete.

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Skarg
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Beitrag von Skarg » 18.09.2022, 18:11

Telepathisch hörte Skarg Teylas Bestätigung, dass sie die Nachricht nach Atlantis weiterreichen würde. In dieser Situation war die Fähigkeit der beiden wohl ein ganz klarer Gewinn. Ob John Sheppard diesen Umstand ebenfalls auf dem Schirm hatte, als er Skarg unbedingt in das Primärteam von Atlantis, SGA-1, integrieren wollte? Es freute den Außerirdischen jedoch sehr, dass er sich irgendwie so schnell in ein Team integrieren konnte. Und auch die Zusammenarbeit mit Sam klappte hervorragend. In seinem langen Leben war dies für Skarg wohl das, was einer Hive-Struktur am nächsten kam. Und irgendwie fühlte er sich deswegen auch gerade, trotz der Anspannung, gut dabei. Denn seine Spezies war eben auf so eine Art der Verbindung eingespielt. Und gerade für Skarg fühlte es sich so an, als wäre ein bislang fehlendes Teil seines Lebens nun endlich vorhanden. Auch wenn diese Mission gerade so gefährlich war, dass nicht klar war, ob sie überleben würden, fühlte der Wraith sich ganz wohl. Doch selbstverständlich hoffte Skarg natürlich dennoch, dass sie alle überlebten. Zum einen, weil er dieses eingespielte Team gerne noch länger als Teil seines Lebens erleben wollte. Zum anderen, weil Wraith eine zähe Spezies waren und ihre Regenerationsfähigkeit enorm war. Widrigste Umstände, etwa das Vakuum des Weltalls, die unbeschreibliche Kälte oder zerberstende Änderung an Druckverhältnissen, bedeuteten für seine Spezies einen langsamen, qualvollen Tod. Das wollte er definitiv nicht erleben! Entsprechend konzentrierte er sich trotz des immer noch vorherrschenden Sauerstoffmangels im Maschinenraum voll auf seine Aufgabe und blieb konzentriert. Eine weitere Antwort an Teyla schickte der Wraith deshalb zunächst ebenfalls nicht. Aber er hoffte, dass er mit der Athosianerin nach dieser ganzen Sache irgendwann noch ein ausführlicheres Gespräch führen konnte.

Sam munterte den Wraith indes ein wenig auf. Versicherte ihm, dass seine Idee gut war und mehrere kluge Köpfe sie als möglichen Weg bestätigt hatten und sie nun gemeinsam diesen Weg gehen mussten. Ein leichtes Lächeln bildete sich auf dem Gesicht des Wraiths und er nickte Carter dankend zu.
"Sie wissen, wie man mit Worten die Motivation steigern kann. Vielen Dank, Sam. Ich bin manchmal wohl mein größter Kritiker", meinte Skarg und genau so war es tatsächlich. Vermutlich hatte er sich selbst im Verlauf der Jahrhunderte seines Lebens auch deshalb immer mehr beigebracht und blieb kritisch und neugierig, statt sich auf die faule Haut zu legen und war selbst nach all dieser langen Zeit stets offen, etwas Neues zu entdecken und zu versuchen. "Dann sehen wir 'mal zu, dass wir überleben", fügte er noch voller Tatendrang hinzu und führte direkt Sams Anweisung aus, die Umweltbedingungen auf der Brücke zu begutachten.

Der Wraith ging also von der Kiste herunter - das Stickstoffproblem war auch noch nicht aus der Welt - und ging wieder zu dem Terminal, von dem aus er Zugriff auf die benötigten Systeme hatte. Er bewegte sich vorsichtig, um nicht noch mehr Stickstoffgas aufzuwirbeln und versuchte etwas flacher zu atmen. Jetzt, wo die Verwirbelungen sich jedoch wieder etwas gelegt hatten, funktionierte das Atmen auf Standhöhe noch zufriedenstellend. Aber Vorsicht war dennoch geboten. Der orange blinkende Balken in der Sauerstoffanzeige des Maschinenraums bestätigte das.

Der Wraith wechselte in der Umweltkontrolle auf die Brücke. Es war bei diesem Interfache gut, dass dieses sehr grafisch aufgebaut war. Die Raumwahl fand über eine 3D-Karte statt, die wichtigsten Werte wurden grafisch mit Balken dargestellt. Dies sparte Zeit, an die richtige Stelle zu navigieren, da Skarg nach wie vor die menschliche Schrift nur mit etwas Mühe lesen konnte und er daher ansonsten ein wenig langsamer gewesen wäre. Witzigerweise konnte Skarg die Schrift der Antiker deutlich flotter lesen. Vermutlich, weil die Wraith-Schriftzeiten mehr oder weniger nur eine etwas aggressiver anmutende Variante davon waren. Doch er lernte schnell und wurde immer sicherer.


"Auf der Brücke ist der Sauerstoff ähnlich niedrig wie hier unten, jedoch ist überraschenderweise die Temperatur erhöht. Hm ...", berichtete Skarg und tippte kurz nachdenklich auf ein paar Unterfunktionen der Umweltkontrolle, um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen. "Erhöhte TVOC Werte ... ich vermute, da ist irgendwo ein Schmorbrand", die logische Reaktion wäre natürlich gewesen, sowohl im Maschinenraum als auch auf der Brücke das Lebenserhaltungssystem etwas weiter hochzufahren. Sofern dieses überhaupt noch funktionierte. Es gab jedoch ein paar Backupsysteme für die kritischen Schiffsbereiche. Der Wraith lugte kurz ebenfalls hinüber zu Sam auf die Energiekontrolle. Sein Lastverteilungsprogramm arbeitete hervorragend, Atlantis brauchte aber immer mehr Energie. Die Temperatur der Reaktoren wurde schon wieder kritisch und hier im Maschinenraum wieder Stickstoff zur Kühlung einzusetzen wäre leichtsinnig. Es gab einfach nicht mehr genügend Energie für die Lebenserhaltung.

"Wir müssen den Sprung abwarten, ich habe keine Energie mehr verfügbar, die ich noch umleiten könnte. Ich behalte das im Auge."


Atlantis hatte die Botschaft aber offenbar dank Teyla empfangen und startete das Wurmlochantrieb-Manöver. Gerade rechtzeitig, denn wenn Skarg so auf die strukturelle Integrität des Schiffes und der Stadtschilde blickte, würden beide Objekte das nicht mehr lange durchhalten. Die Antimaterie richtete immer größeren Schaden an. Ein Wurmloch öffnete sich und langsam aber stetig passierte die Rapiditas den Ereignishorizont. Dieses blaue Schimmern kannte auch Skarg sehr gut von seinen Stargate-Passagen. Nur hatte er noch nie zuvor in seinem Leben ein SO GROSSES Wurmloch gesehen. Ob das gut ging? Instinktiv atmete der Wraith noch einmal ein, bevor er von dem blau-wabernden Ereignishorizont 'verschluckt' wurde. Es war seltsam, dass offenbar jede Spezies dieses Phänomen immer mit Wasser assoziierte und man oftmals den Reflex hatte, die Luft anhalten zu müssen. Selbst wenn ausatmen eigentlich die angenehmere Form der Wurmlochreise war. Der Maschinenraum war vorher schon nicht warm, aber das Wurmloch fühlte sich noch kälter an. Auch Skarg spürte diese Kälte, die auch Sam wahrnahm.

Die Passage dauerte gefühlt nur ein paar Millisekunden. Doch sie hatten es offenbar geschafft. Der Wraith fühlte sich kalt, aber die Erleichterung glich dieses Gefühl aus. Wie auch Sam hatte auch der grüne Außerirdische einige Eiskristalle im Gesicht und an seinen langen Haaren. Er ließ sich davon aber offenbar nicht stören und entsprechend schmolzen diese kleinen Dinger auch deutlich langsamer als bei Sam. Hinzu kam, dass er wohl eine deutlich kleinere Körpertemperatur hatte. Für seine Spezies jedoch alles noch im Normalmaß. Vor allem, wenn sein Körper in solch schwierigen Umweltbedingungen ein wenig auf Sparflamme schaltete, um die Reserven an gespeicherter Lebensenergie für die Regeneration verfügbar zu haben, falls dies nötig werden würde.

Skarg atmete laut aus und erleichtert ein. Er hörte Sams freudiges 'wir haben es geschafft'. Sie hatten es geschafft? Verdammt noch mal, tatsächlich! Sie lebten noch und befanden sich offenbar in einem Sonnensystem. Es dauerte einige Sekunden, ehe der Wraith das alles verarbeitet hatte und realisierte. Sichtlich fiel die Anspannung von ihm ab.


"Wir ... wir haben es geschafft!"

Wiederholte er und klatschte kurz in die Hände, was wegen des Handschuhs über seiner Nährhand etwas lauter als gedacht klatschte. Erleichtert schmunzelte der Grünling plötzlich

"Also ... ich muss sagen ... seit Jahrhunderten träume ich davon, einmal durch das All zu fliegen und habe mir das immer sehr ruhig und friedlich vorgestellt. Die Realität war zugegeben jetzt nicht ganz so spaßig, wie ich mir das ausgemalt habe. Als überlebender oder zurückgelassener eines Raumschiff-Absturzes hätte ich das eigentlich ahnen müssen, dass diese Weltraumreisen wohl nicht immer so reibungslos vonstatten gehen. Ich glaube, ich bevorzuge aktuell das Stargate dafür." scherzte er mit einem breiten Grinsen, welches seinen trockenen Wraith-Humor etwas überlagerte.

Während er den Scherz machte, blickte er jedoch pflichtbewusst auf den Monitor. Die Energiewerte stabilisierten sich und auch Atlantis zog deutlich weniger Energie. Sein Lastverteilungsprogramm war auch wieder im grünen Bereich.


"Wir haben wieder Energieüberschuss. Ich leite etwas davon auf die Lebenserhaltungssysteme der Brücke und auf den Maschinenraum. Die Systeme arbeiten nicht mehr richtig, aber etwas mehr Sauerstoff, dass es nicht gefährlich wird, sollte drin sein", berichtete er dann. Allerdings musste man zumindest auf der Brücke die Ursache für Temperaturanstieg und Sauerstoffmangel überprüfen. "Ich habe keinen Zugriff auf eventuelle Löschsysteme der Brücke, da scheint etwas defekt zu sein. Ich empfehle, dass man auf der Brücke kurz kontrolliert, ob ein aktiver Schmorbrand vorliegt, oder ob dies nur an der Energiespitze lag", empfahl Skarg.


Er empfing noch die mentale Botschaft von Teyla, dass O'Neill wohlauf war.

"Das sind hervorragende Nachrichten, Teyla. Richten sie ihm Grüße aus. Ich habe auch gute Nachrichten vom Maschinenraum: Wir haben die Subraumblase verlassen und sind nicht mehr in akuter Gefahr. Passen sie trotzdem weiter auf sich auf, die Rapiditas ist doch sehr stark beschädigt und der Sauerstoffgehalt in manchen Bereichen ist etwas zu niedrig", antwortete der Wraith telepathisch an Teyla.



Natürlich gab er diese gute Nachricht auch direkt an Sam weiter. Denn er hatte vorhin gespürt, wie viele Sorgen sie sich um Jack machte, auch wenn sie das sehr gut zu verbergen wusste und weiter ihre Pflichten ausführte.

Skarg ging ein paar Schritte näher Richtung Sam. In seinem Gesicht konnte man aber lesen, dass er eindeutig einen erleichterten Blick hatte und offenbar gerade etwas sehr Positives mitteilen wollte.


"Sam? Ich habe noch eine gute Nachricht: Teyla hat mir gerade berichtet, dass sie General O'Neill gefunden hat. Er ist wohlauf und alles ist in Ordnung."
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Teyla Emmagan
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Beitrag von Teyla Emmagan » 15.10.2022, 21:26

Telepatische Nachricht an Skarg:
>Danke. Wir werden achtsam sein.<
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"

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Samantha Carter
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Beitrag von Samantha Carter » 06.03.2023, 01:43

ooc: Es tut mir Leid, dass du deutlich länger als gewöhnlich warten musstest. Aber ich hoffe, dass ich nun wieder regelmäßiger schreiben kann.

IC:

Besonders bei Wissenschaftlern hatte Sam schon häufig erlebt, dass viele ihr eigener größter Kritiker waren. Lediglich Rodney zählte wahrscheinlich nicht dazu. Früher hatte sie ihre Entscheidungen auch sehr häufig infrage gestellt, inzwischen hatte sie aber genügend Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickelt und mit ein wenig Zeit würde es Skarg gewiss ähnlich ergehen. Aktuell war noch vieles neu und ungewohnt für ihn. Wahrscheinlich hatte er auf seinem Planeten nie wirklich eine Gelegenheit bekommen, um seine Kenntnisse einzusetzen und nun wurde er quasi direkt ins kalte Wasser geworfen und musste mit ihr dafür sorgen, dass die Energieversorgung zu jedem Zeitpunkt ausreichte, damit Atlantis diesen Flug überstehen konnte.

Besorgt beobachtete Sam wie Skarg von der Kiste stieg, rief sich dann aber wieder in Erinnerung, dass Wraith deutlich robuster waren als Menschen und es sehr wahrscheinlich war, dass die Stickstoffmenge bereits so weit reduziert war, dass es ihm nicht mehr schaden würde. Sie würde dagegen wahrscheinlich noch einige Zeit auf der Kiste verbringen müssen, bis es für sie wieder sicher war. Aber mithilfe ihres Computers konnte sie glücklicherweise auch weiterarbeiten und musste nicht alle Aufgaben an Skarg übertragen. Während er die Sensordaten überprüfte, startete sie den Wartungsmodus des Funknetzwerks, das sie während ihres langen Fluges auf dem Schiff installiert hatten. Genauso wie sie es erwartet hatte, funktionierte der Funkverstärker in der Nähe des Maschinenraums nicht mehr, aber ein Deck unter ihnen gab es einen Verstärker, der aus Energiespargründen aktuell deaktiviert war. Wenn sie diesen Verstärker hochfahren würde, dann würden sie wahrscheinlich wieder am internen Funk und auch an der Funkverbindung zu Atlantis teilnehmen können.

Mit einigen Codezeilen startete Sam den Hochfahrprozess und blickte dann zu Skarg. Die Tatsache, dass die Temperatur sowie die Menge flüchtiger Kohlenstoffverbindungen in der Luft erhöht war, wollte ihr gar nicht gefallen. Möglicherweise war es ja, genauso wie Skarg sagte, nur ein Kabelbrand, aber es war auch durchaus möglich, dass es einen größeren Brand auf der Brücke gab. Wenn sie doch nur etwas mehr Energie hätten, die sie in die Lebenserhaltung auf der Brücke leiten konnten. Sie durften nun auf keinen Fall auch noch ihren zweiten Piloten verlieren, denn ohne jemand im Kontrollstuhl würde die Rapiditas nur noch geringe Mengen an Energie nach Atlantis liefern können und dann würden sie es niemals schaffen aus der Subraumblase zu entkommen.

Nachdenklich blickte Sam zu den beiden Soldaten, die an der Tür des Maschinenraums auf ihrer Kiste standen, doch aktuell war es zu gefährlich einen zur Brücke zu schicken. Sie wussten nicht, was während des Flugs durch das Wurmloch geschehen würde und im Gegensatz zu den Korridoren war der Maschinenraum einer der am besten geschützten Orte auf dem Schiff. Sam hätte Lorne zwar gerne Hilfe geschickt, doch stattdessen konzentrierte sie sich wieder auf die Anzeigen der Computerprogramme. Bisher sah alles gut aus und daran änderte sich auch nichts, als sie das Wurmloch passierten. Endlich befanden sie sich wieder im normalen Raum. Sie würden nicht von Antimaterie zerstört werden, sondern hatten nun wirklich eine Chance einen bewohnbaren Planeten zu finden, zu landen und einen Plan zu schmieden, wie sie die Ori von der Erde vertreiben konnten.

“Keine Sorge, nicht jeder Flug durch das All ist so unruhig.”, erwiderte Sam mit einem Lächeln und nickte Skarg zufrieden zu, als er ihr mitteilte, dass sie nun auch wieder genügend Energie für die Lebenserhaltungssysteme hatten. Dadurch war es auch nicht mehr ganz so gefährlich jemand durch das Schiff zu schicken. Sofort wandte sie sich an den Marine, der vorhin fast auf Skarg geschossen hatte.

“Gehen Sie zur Brücke und sehen nach, was dort los ist.”, befahl sie ihm.

Für einen Augenblick hatte Sam das Gefühl, dass er ihrem Befehl widersprechen wollte, doch dann nickte er und ließ sich den Weg zur Brücke erklären. Kurz darauf verschwand er in den Korridoren der Rapiditas und Sam bereute ihre Entscheidung fast sofort, als ein starkes Beben durch das Schiff ging und die Kiste, auf der sie stand, erzitterte. Sie versuchte sich noch an der Decke, die sie gerade mit ihren Fingerspitzen erreichen konnte, abzustützen, aber als die Erschütterungen noch stärker wurden, konnte sie das Gleichgewicht nicht mehr halten. Hart prallte sie auf dem Boden auf und spürte wie ihr die Luft aus den Lungen gedrückt wurde. Instinktiv atmete sie ein und erst nachdem sie eingeatmet hatte, stellte ihr Verstand schockiert fest, was sie gerade getan hatte. Sie rechnete bereits damit, dass der Stickstoff ihr die Sinne rauben würde, doch erstaunlicherweise geschah nicht dergleichen. Offenbar hatte sich die Stickstoffkonzentration schon soweit reduziert, dass es nicht mehr gefährlich war.

Erleichtert atmete Sam auf und kämpfte sich wieder auf die Beine. Ein kurzer Blick auf die Statusanzeigen im Maschinenraum reichte bereits aus, um abzuschätzen, woher die Erschütterungen kamen.
“Die Rapiditas hat die Sublichttriebwerke aktiviert.”, teilte sie Skarg erschrocken mit und klammerte sich an der Konsole fest, um nicht erneut das Gleichgewicht zu verlieren.

Für einen Augenblick überlegte sie, ob sie versuchen sollte Lorne anzufunken, doch dann entschied sie sich dagegen. Wahrscheinlich war er so in der Pilotentrance versunken, dass er sie eh nicht hören würde. Die Vibrationen wurden immer stärker und weitere Deckenplatten lösten sich aus ihrer Verankerung. Aus irgendeiner beschädigten Leitung sprühten Funken.
“Versuchen Sie die Energieverbindung nach Atlantis stabil zu halten.”, befahl sie Skarg, während ihre Finger über die Tasten ihres Laptops flogen. Sie mussten dringend die Sublichttriebwerke deaktivieren und da sie nicht wusste, ob Lorne noch dazu in der Lage war oder nicht, wollte sie versuchen die Triebwerke offline zu nehmen. Sie wusste zwar nicht, wie sich das auf die Energieverbindung nach Atlantis auswirken würde, immerhin hatten sie der Rapiditas die ganze Zeit vorgegaukelt, dass sie selbst flog, aber sie durften nun nicht vom Pier abheben und weitere Erschütterungen würden sich auch negativ auf die Energieverbindung auswirken. Sie war schon kurz davor die Energieversorgung zu den Triebwerken vollständig zu kappen, als die Triebwerke von Major Lorne heruntergefahren wurden und die Vibrationen aufhörten.

Für einen Moment erlaubte Sam es sich aufzuatmen, besonders als Skarg ihr mitteilte, dass Teyla Jack gefunden hatte und es ihm gut ging. Doch die Erleichterung hielt nur kurz an, dann trafen Funknachrichten auf dem Kommandokanal ein, die Sam wünschen ließen, dass sie die Funkverbindung nicht repariert hätte. Offenbar hatte Colonel Sheppard das Bewusstsein verloren und Doktor Beckett war es noch nicht gelungen die Stadt unter Kontrolle zu bringen, obwohl sie unkontrolliert in Richtung eines Planeten rasten und schon bald in seine Atmosphäre eindringen würden. Angespannt blickte Sam auf ihre Konsole und sah dann zu Skarg.
“Teilen Sie Teyla mit, dass sie und General O’Neill sich so schnell wie möglich zu den Transportern in dem Korridor vor der Brücke begeben sollen. Wenn Doktor Beckett es nicht schafft Atlantis unter Kontrolle zu bringen, können wir den General vielleicht zum Kontrollstuhlraum beamen, damit er die Stadt übernehmen kann.”, erklärte sie ihm ihre Idee, während sie bereits Energie zu den Transportern umleitete und hoffte, dass es ihr gelingen würde die Transporter der Rapiditas mit denen von Atlantis zu koppeln.

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Beitrag von Skarg » 09.03.2023, 23:21

ooc: Ich habe Dich schon ganz dolle vermisst! Schön, dass Du wieder da bist! <3

ic:
Glücklicherweise war Skarg relativ groß und konnte so auch auf dem Boden des Maschinenraums stehend noch gerade so ein wenig oberhalb der kritischsten Menge an Stickstoff atmen. Hinzu kam, wie Sam auf der Kiste bereits gedacht hatte, dass die Wraith in der Tat eine recht zähe Spezies waren. Das zeigte alleine schon die Tatsache, wie viel Druck ein Wraith Organismus unter Wasser noch aushalten konnte und wie lange sie dort ohne Sauerstoff tauchen konnten. Und vermutlich konnte auch jeder Soldat, der bereits auf einen Wraith schießen musste, ein Lied davon singen, wie schwer so ein Außerirdischer zu töten war. Insbesondere dann, wenn das letzte Nähren noch nicht lange her war. Nun: Die Reserven an Lebensenergie waren bei Skarg inzwischen auf einem niedrigeren Level und durchaus spürte er, dass seinem Körper etwas auf dieser Ebene nicht ganz passte. Aber zumindest wurde er nicht so akut dem Stickstoff ausgesetzt, dass er das Bewusstsein verlieren würde. Außerdem verflüchtigte der Stickstoff sich nun endlich, wo keine so große Menge zum Kühlen mehr benötigt wurde. Der Sprung durch das Wurmloch und damit das schlimmste war wohl geschafft.

Skarg musste kurz grinsen, als Sam meinte, dass nicht alle Flüge durch das All so unruhig wären.
"So seltsam es klingt, und vielleicht liegt es am Stickstoff, muss ich gestehen, dass ich absurderweise an diesem Abenteuer trotzdem einen gewissen Gefallen gefunden habe.", gab er dann zu. Aber vielleicht war auch das eine gewisse seltsame Eigenart seiner Spezies. Wraith waren immerhin auch bekannt dafür, dass sie vor gewissen selbst destruktiven Handlungen auch nicht gerade zurückschreckten. Genau für diesen Adrenalinkick betrieben manche Vertreter von Skargs Spezies immerhin auch den Sport, die gefährlichsten Menschen - Runner - der Galaxis zu jagen, und damit ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Mit derartig starken Heilkräften verlor man vielleicht auch ein wenig die Furcht vor Verletzungen. Oder die Evolution hatte diese Verhaltensweise doch irgendwie in ihre Biologie eincodiert, um ihr potenziell endloses Leben doch so zu gestalten, dass ihre Population irgendwann nicht komplett eskalierte. Aber um das sicher zu behaupten, fehlten wohl Daten. Und Skarg wusste es auch nicht, hatte er immerhin nie unter seinesgleichen gelebt und kannte er seine Art nur aus Datenbanken und Aufzeichnungen.


Der Wraith konzentrierte sich aber wieder auf seine Arbeit und war mit dem Kontrollmonitor beschäftigt, während Sam einem der Marines einen Befehl gab und schließlich selbst von der Kiste stieg, als eine starke Erschütterung durch die Rapiditas schlug. Skarg runzelte ein wenig die Stirn und tippte auf dem Monitor herum, weil er schnell überprüfen wollte, ob nicht seine Energieumleitung auf die Lebenserhaltung diese Erschütterung verursacht hatte. Aber nein, sie stammte - glücklicherweise - weder von Reaktoren noch von den Kompressoren der Lebenserhaltungssysteme. Die Erschütterung hatte eine andere Ursache.


Hinter dem Wraith schepperte es plötzlich und als sich Skarg schnell umdrehte, sah er gerade noch, wie Sam das Gleichgewicht verlor und auf den Boden fiel, mitten in die Stickstoffreste hinein, und denselben Fehler machte wie er vorhin: Sie atmete instinktiv ein. Schnell wollte Skarg zu Sam eilen, um ihr zu helfen, doch gerade, als er dem Colonel die Hand reichen wollte (die sich aber offenbar bereits aus eigener Kraft aufrichtete) rief der noch verbliebene Wachsoldat ein "Hey! Ganz langsam!" in Richtung des Wraith.

Dieser stellte sich wieder auf und hielt kurz die Hände neben sich und atmete tief durch, rollte die Augen und atmete wieder aus.
"Ernsthaft?", fragte er, während er sich wieder umdrehte, um den Soldaten anzublicken und den Kopf zu schütteln. "Warum so schreckhaft? Sehe ich heute so hungrig aus oder ist es in eurer Kultur nicht üblich, dass man jemandem, der auf den Boden gefallen ist, aufhelfen möchte?", Skarg ging wieder an denen Arbeitsplatz und ließ die Hände wieder sinken, blickte aber mit einem etwas besorgten Gesichtausdruck zu Sam, die inzwischen wieder stand. "Alles okay, Sam?", fragte er.

Doch viel Zeit zum Reden blieb nicht. Sam entdeckte sogleich, warum die Vibration entstanden ist und gab Skarg neue Anweisungen, die der Wraith mit einem Nicken bestätigte und sich an die Arbeit machte, alle Energiesysteme im Auge zu behalten. Er ließ sich die Energiestatistik anzeigen und kniff ein wenig die Augen zusammen, schien etwas nachzudenken und über gewisse Werte zu grübeln, die ihm dort angezeigt wurden. Warum startete die Rapiditas die Impulstriebwerke? Atlantis war doch eigentlich das Schiff, dass gerade die Flugsteuerung übernommen hatte. Die Rapiditas war nur ein überdimensionaler Generator. Eigentlich. Skarg grübelte die Zusammenhänge, und dann fiel es ihm auf: Die Trägheitsdämpfung von Atlantis UND der Rapiditas zogen gerade die meiste Energie. Und der Schiffscomputer hatte darauf wohl mit einer Gegenmaßnahme reagiert, weil .... sie vermutlich viel zu schnell waren.



"Wir sinken viel zu schnell", gab Skarg also an Sam weiter, als er basierend auf den Energiewerten und der Reaktion der Rapiditas seine Vermutung fertig gedacht hatte. "Antiker-Systeme sollten doch eigentlich einen Failsafe haben, warum hat Atlantis keine Gegenmaßnahmen ergriffen? Vermutlich hat ein Sicherungssystem der Rapiditas ausgelöst, weil Atlantis es nicht getan hat. Was jedoch ... unsinnig ist, denn die Rapiditas kann die Masse von Atlantis niemals bei einem Eintritt ausgleichen", analysierte der Wraith mit scharfem Verstand. "Energiefluss aber weiterhin stabil." - wenigstens das.


Sam schien den Funk inzwischen wieder zum Laufen gebracht zu haben und empfing wohl neue Informationen von Atlantis, die nicht gerade gut aussahen, wenn man Sams Gesichtszüge beobachtete. Sie forderte den Wraith auf, Teyla eine Botschaft zu übermitteln. Skarg nickte und wartete keine Sekunde, um die Botschaft des Colones weiterzuleiten.




"Teyla, ich habe neue Anweisungen von Colonel Carter. Offenbar gibt es auf Atlantis ein akutes Problem. Es könnte sein, dass General O'Neill im Kontrollstuhlraum einspringen muss. Der Colonel schlägt vor, dass Sie und der General schnellstmöglich zu den Transportern vor der Brücke gehen, sodass ein Notfalltransport nach Atlantis von dort möglich wäre, wenn erforderlich."


Kaum übermittelt nickte Skarg zu Sam. "Ich habe es ausgerichtet", bestätigte er. Doch Atlantis ohne Sicherheitssysteme und Doktor Beckett im Kontrollstuhl? So viel wusste der Wraith, was dies bei den Systemen von Atlantis und der Abneigung Becketts vor den Kontrollen der Stadt wohl bedeuten musste.

"Was ist mit John Sheppard?"

fragte der Wraith also mit hörbarer Besorgnis in seiner Stimme. Er verdankte diesem Menschen auch recht viel. Dieser hatte nicht nur das Verhör mit ihm geführt, als er nach Atlantis kam, sondern hatte irgendwann dann auch ein gutes Wort für Skarg eingelegt und dem Wraith sein Vertrauen geschenkt. Sogar großes Vertrauen, denn Skarg bekam einen Platz in Sheppards Team. SGA-1. Dem wohl wichtigsten Außenteam von Atlantis. Für Skarg war dies eine große Ehre und er würde Colonel Sheppard ein treuer Teamgefährte sein. Er hoffte sehr, dass ihm nichts passiert war. Und falls doch, hoffte er, dass er vielleicht irgendwie helfen konnte. Die Energieversorgung war immerhin relativ gesichert, aber das alles würde auch ohnehin nichts mehr bedeuten, wenn sie den freien Fall nicht mehr stoppen konnten. Dann würden sie alle sterben. So kurz vorm Ziel.
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Teyla Emmagan
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Beitrag von Teyla Emmagan » 16.04.2023, 02:52

Telepathische (& emotional begleitete) Nachricht an Skarg von den Gängen:

<Wir werden versuchen den Transporter schnellstmöglich zu erreichen>
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"

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Samantha Carter
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Beitrag von Samantha Carter » 15.05.2023, 00:24

Schmunzelnd schüttelte Sam den Kopf, als Skarg tatsächlich behauptete, dass ihm dieses Abenteuer gefiel. Sie konnte selbst nicht leugnen, dass ihr eine gute Herausforderung gefiel, aber auf diesem Flug war für ihren Geschmack zu viel schief gegangen und sie waren immer noch nicht in Sicherheit. Obwohl sie die Subraumblase hinter sich gelassen hatten, waren sie bisher noch nicht sicher gelandet und mit dem Feuer auf der Brücke der Rapiditas und den strukturellen Problemen von Atlantis würde die Landung gewiss nicht einfach werden. “Wahrscheinlich liegt es am Stickstoff oder sie sind wie Jonas. Er konnte sich auch für jedes Abenteuer begeistern. Egal wie gefährlich es war.”, erwiderte sie schmunzelnd und widmete sich wieder ihrer Arbeit, bis eine Erschütterung dafür sorgte, dass sie das Gleichgewicht verlor und von der Kiste stürzte.

Stechende Schmerzen durchzogen den Arm, auf den sie gefallen war, aber wahrscheinlich hatte sie sich den Arm nur geprellt. Ein Bruch oder tiefgreifendere Muskelverletzungen fühlten sich anders an und selbst wenn es doch mehr als eine Prellung sein sollte, solange sie ihre Arbeit machen konnte, würde sie ihren Posten nicht verlassen.
“Danke, es geht schon.”, antwortete sie höflich auf Skargs Frage und warf dem Sergeant an der Tür einen ernsten Blick zu. Skarg und sie arbeiteten nun schon seit Beginn des Fluges zusammen. Wenn er ihr etwas tun wollte, dann hätte er es längst getan. In ihren Augen gab es daher keinerlei Grund weiterhin so vorsichtig zu reagieren, aber der Sergeant sah das wahrscheinlich anders und die Tatsache, dass er nun alleine Skarg bewachen musste, hatte ihn scheinbar noch nervöser gemacht.

Sam warf dem Sergeant noch einmal einen ernsten Blick zu und sah dann wieder zu Skarg. Er hatte Recht damit, dass die Systeme der Antiker eigentlich einen Failsafe, möglicherweise sogar eine Art Totmannschalter haben müssten. Aber Atlantis hatte 10.000 Jahre auf dem Meeresgrund verbracht, bevor die Expedition überhaupt eingetroffen war. Mehrfach war Wasser in die Stadt eingedrungen und nun hatte Antimaterie die äußeren Bereiche der Stadt noch stärker beschädigt. Es würde Sam also nicht wundern, wenn die Sicherungsmaßnahmen nicht mehr funktionierten. Außerdem ging sie davon aus, dass Colonel Sheppard so abrupt die Kontrolle verloren hatte, dass sich die Systeme in einem undefinierten Zustand befanden. Möglicherweise hingen sogar die wichtigsten Flugkontrollsysteme in einer Art Endlosschleife fest, während sie auf Eingaben des Piloten warteten, die aber erst kommen würden, wenn Doktor Beckett die Kontrolle übernahm oder sie es rechtzeitig schaffen würden General O’Neill in den Kontrollstuhlraum zu bringen.

“Ich habe zwar keinen Zugriff auf die Sensordaten der Stadt, aber ich gehe davon aus, dass die Flugsysteme von Atlantis massiv gestört sind. Außerdem haben wir der Rapiditas die gesamte Zeit vorgegaukelt, dass sie selbst fliegt. Sie weiß nicht, dass sie auf dem Pier von Atlantis steht. Dadurch, dass wir ihre Annäherungssensoren manipuliert haben, sieht sie Atlantis noch nicht einmal. Es ist also nur logisch, dass ihre Sicherungssysteme einsetzen und versuchen den unkontrollierten Eintritt in die Atmosphäre zu stoppen.”, erwiderte Sam ernst und ignorierte erst einmal Skargs Frage nach Colonel Sheppards Zustand. Sie wusste ja selbst nicht mehr, als dass es einen Code Blau gegeben hatte und Carson unbedingt den Kontrollstuhl übernehmen sollte. Bisher hatte sie aber noch keine Rückmeldung erhalten, dass der Chefarzt der Expedition wirklich die Kontrolle übernommen hatte. Stattdessen wurde Atlantis immer schneller, während die Schwerkraft des Planeten sie gnadenlos in Richtung seiner Atmosphäre zog.

Plötzlich zeigten die Sensoren der Rapiditas an, dass sie sich wieder in einer Sauerstoff-Stickstoff-Atmosphäre befanden. Offenbar hatte Atlantis den Schild wieder auf die gesamte Stadt ausgedehnt, um sich auf den Eintritt in die Atmosphäre vorzubereiten. Das alleine würde aber noch nicht reichen. Sie benötigten einen Piloten im Kontrollstuhl von Atlantis. Sams Finger flogen über die Tastatur ihres Laptops, bevor sie sich einer Wandkonsole zuwandte, die sie bisher noch nicht benötigt hatten. Die Transporter der Rapiditas waren online, doch egal wie sehr sie versuchte das Signal auszudehnen und die Kodierung an die von Atlantis anzupassen, sie bekam einfach keine Verbindung. Die Rapiditas wurde immer mehr erschüttert, während Sam verzweifelt versuchte die Transporter zu koppeln, doch egal, was sie versuchte, es war nicht möglich. Vermutlich waren die Transporter von Atlantis offline. Seufzend wandte sich Sam von den Kontrollen ab und kehrte zu der Hauptkonsole zurück.

“Es ist keine Verbindung zu Atlantis möglich. Vermutlich sind die Systeme zu stark beschädigt.”, erklärte sie. “Konnten sie Hinweise darauf feststellen, dass es inzwischen eine Kurskorrektur gab?”, fragte Sam in der Hoffnung, dass sie die Transporter gar nicht brauchen würden.

Kurz darauf traf auch ein weiterer Funkspruch ein. Janet teilte dem Kontrollraum mit, dass sie unverzüglich die Transporter brauchten. Das bestätigte ihre Vermutung. Die Transporter der Stadt waren zumindest im Moment offline und dadurch war es auch nicht möglich die beiden Systeme zu koppeln. Sie konnten Atlantis weiterhin nur die nötige Energie liefern, aber keinen Ersatzpiloten schicken. Denn selbst mit aktiven Schilden und einer atembaren Atmosphäre zwischen Atlantis und der Rapiditas konnte Jack es zu Fuß niemals schaffen rechtzeitig in den Kontrollstuhlraum zu gelangen.

“Ich habe nicht alle Funksprüche mitbekommen, aber Doktor Fraiser hat einen Code Blau im Kontrollstuhlraum gemeldet. Das bedeutet, dass eine Person dort, wahrscheinlich Colonel Sheppard, einen Kreislaufstillstand erlitten hat. Wenn ich Doktor Fraisers Funksprüche richtig interpretiere, dann möchte sie nun so schnell wie möglich einen Patienten auf die Krankenstation bringen. Ich vermute, dass der Colonel im Schockraum weiterbehandelt und stabilisiert werden soll.”, erklärte sie dem Wraith und obwohl er einer anderen Spezies angehörte, konnte sie die Sorge in seinem Gesicht deutlich erkennen. “Seien Sie unbesorgt, Skarg. Wenn jemand Sheppard helfen kann, dann ist es Doktor Fraiser. Sie hat mir schon unzählige Male das Leben gerettet.” Zuversichtlich lächelte sie Skarg zu und hoffte sehr, dass es Janet wirklich schaffen würde John zu helfen. Sie war zwar eine äußerst fähige Ärztin, aber auch sie konnte keine Wunder vollbringen.

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