Kontroll- und Torraum

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Elizabeth Weir
Expeditionsleiterin Atlantis
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Beitrag von Elizabeth Weir » 01.02.2025, 21:40

cf: Taking Flight

Die ganze Nacht über verfolgte Liz aufmerksam alle Daten die die Wissenschaftler ihr auf ihren Bildschirm schickten. Sie waren interessant und zeigten, dass der Planet, so wie es bisher aussah, gut geeignet für sie war. Blieb nur zu hoffen das nicht irgendwo sehr starke und gefährliche Feinde auftauchen würden. Aber das würden sie wahrscheinloch erst sehen wenn sie mit den ersten Erkundungsflügen starten würden. Bei denen John vermutlich nur zu gerne dabei wäre. Doch bis er wieder einsatzfähig war, würde es mit Sicherheit noch eine Weile dauern. Wenn er überhaupt wieder vollkommen in Ordnung kam.

Elizabeth seufzte kurz und entschied sich dazu sich kurz auf der Krankenstation nach John zu erkundigen, denn im Moment konnte sie hier unmöglich weg.
„Dr. Fraiser. Hier Elisabeth Weir. Wie geht es John?“, funkte sie die Ärztin an, da Dr. Beckett sich nach dem Flug bestimmt ein wenig ausruhte.

Danach blickte sie sich ein wenig im Kontrollraum um. Alle waren eifrig am arbeiten. Und das schon seit Beginn des Fluges. Sie miussten unendlich müde sein, doch das ließen sie sich nicht anmerken, da sie wussten wie wichtig diese ersten Daten über den Planeten waren. Sie entschieden darüber ob sie hier bleiben konnten oder nicht. Wobei noch einmal starten und versuchen weiter zu fliegen, kaum möglich war, da ihre Energiereserven so gut wie aufgebraucht waren Und durch das Stargte würden sie in der nächsten Zeit auch erst einmal nicht entkommen können. Das wäre eine schlimme Situation und sie hoffte, dass sie nicht eintreffen würde.

Inzwischen spürte auch Liz wie sich die Müdigkeit in ihrem Körper immer weiter ausbreitete, doch das durfte sie nicht zulassen. Vielleicht tat es ihr gut wenn sie sich ein wenig bewegte und kurz auf den Balkon hinaus ging. Da der Schild immer noch an war und vermutlich auch noch eine Weile bleiben würde, wäre das kein Problem. Das würde sie auf jeden Fall ein wenig ablenken und sie konnte sich schon einmal ein Bild von dem Landeplatz machen. Schnell warf sie noch einmal einen Blick auf den Bildschirm vor ihr, aber da es nichts Neues gab, ging sie zur Balkontür und trat hinaus.

tbc: Balkone

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SG-NPC
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Beitrag von SG-NPC » 20.04.2025, 22:41

Radek Zelenka

Radek war sich gar nicht mehr sicher, wie lange er schon wach war, aber ungewöhnlicherweise fühlte er sich auch nicht müde. Das Adrenalin, die Anspannung und die gewaltige Menge an Arbeit, die es zu koordinieren und zu bewältigen galt, hielten ihn wach. Zusammen mit der gigantischen Menge an Kaffee, die er inzwischen getrunken hatte. Zwischendurch wurde sein Team auch von Lieutenant Nelson ergänzt, aber als er feststellte, wie erschöpft und besonders auch emotional angeschlagen sie war, schickte er sie auf ihr Quartier. Auch wenn es noch sehr viel zu tun gab und sie jede helfende Hand gebrauchen konnten, würde es ihnen nichts bringen, wenn die junge Physikerin ihnen plötzlich zusammenbrechen würde. Da war es besser, wenn sie vier oder fünf Stunden schlafen und sich dann wieder an die Arbeit machen würde. Er bemerkte den ein oder anderen neidischen Blick, als der Lieutenant den Kontrollraum mit hängenden Schultern verließ, aber keiner von ihnen sagte etwas. Sie alle wussten, wo sie während des Fluges eingesetzt gewesen war und was sie mitgemacht hatte.

Im Vergleich dazu war ihre Arbeit im Kontrollraum fast ruhig gewesen. Der Andockvorgang war inzwischen nahezu abgeschlossen. Die Erdungsstationen waren inzwischen mit den dafür vorgesehenen Punkten an ihrem Landeplatz verbunden und Radek wies nun schon zum gefühlt hundertsten Mal Atlantis an, dass sie sich nicht mit der geothermalen Station, die sich irgendwo unter ihnen befand, verbinden sollte. Der Ort schien zwar als Landeplatz für Atlantis oder ein ähnliches Stadtschiff gedacht zu sein, aber das war alles fast zu gut um wahr zu sein. Zuerst gab es einen Leitstrahl, der es ihrem Piloten gar nicht erlaubte an einem anderen Ort als dieser Bucht zu landen. Sie hatten zwar versucht den Einfluss des Leitstrahls auf ihre Systeme zu unterbinden, aber es war ihnen nicht möglich gewesen. Dann hatte sich Atlantis automatisch so positioniert, dass ihre Erdungsstationen zu den dafür vorgesehenen Anschlusspunkten passten und gleichzeitig sogar das Pier, auf dem die Rapiditas geparkt war und das ihres Wissens nach auch früher für die Landung von Raumschiffen verwendet worden war, so ausgerichtet, dass es hinaus aufs offene Meer zeigte, sodass die Raumschiffe leichter starten und landen konnten.

Eigentlich war alles perfekt und genau das war das Problem. Wenn Radek eine Sache gelernt hatte, seit sie in der Pegasus Galaxie angekommen waren, dann, dass perfekt meistens Ärger bedeutete. Aber bisher gab es keinerlei Anzeichen für Probleme. Die Atmosphärenzusammensetzung war atembar. Der Sauerstoffgehalt entsprach sogar dem auf der Erde, jedoch waren etwas weniger Stickstoff und dafür etwas mehr Edelgase in der Luft. Die Atmosphärenphysiker spekulierten gewiss schon darüber, wie die Lichtbrechung hier aussehen und welche Naturphänomene sie wohl hier beobachten konnten, aber auch wenn Radek dieses Thema sehr interessant fand, hatte er aktuell keine Zeit, um sich über solche Themen Gedanken zu machen. Stattdessen behielt er auf einem Bildschirm die drei Jumper bei ihrem Erkundungsflug im Auge. Es war irgendwie seltsam nicht Jumper 1 dabei zu haben, aber so wie der Flug verlaufen war, war es leider zu erwarten gewesen, dass der Colonel nicht in der Lage sein würde sich den ersten Erkundungsflügen anzuschließen. Aber der Planet war so groß und hatte im Gegensatz zu Lantea so viele Landmassen, dass sie mit diesen Erkundungsflügen höchstens an der Oberfläche kratzen konnten. Es würde hier noch lange Zeit etwas zu entdecken und damit auch genügend Arbeit für die Außenteams geben.

Radek fühlte sich wohler im vermeintlich sicheren Atlantis und verfolgte lieber die Daten aus der Ferne. Zufrieden mit den ersten Wetter-, Atmosphären- und Umgebungsdaten, die die Jumper zurückgeschickt hatten, wandte er sich wieder den Systemen der Stadt zu. Auch hier sah alles den Umständen entsprechend gut aus. In den Bereichen, die während des Flugs einige Zeit ohne Schild gewesen waren, würden sie einige Reparaturen durchführen müssen, aber es gab zumindest keine beschädigten Hauptleitungen, die unnötig Energie aus dem ZPM oder auch aus den Systemen der Rapiditas ziehen würden. Alle anderen Systeme, die ihre Energie aus beschädigten Leitungen bezogen, hatten sie abschalten können oder waren noch dabei sie abzuschalten. Mehrere Technikerteams waren bereits in der Stadt unterwegs und machten eine Bestandsaufnahme von allen Schäden. Immerhin konnten sie nie genau wissen, ob die Analysedaten der Stadt wirklich korrekt waren oder ob beschädigte Systeme irgendwelche falschen Daten zurücklieferten. Eine Kontrolle vor Ort war da häufig die beste Entscheidung.

Die Stunden vergingen und langsam ging die Sonne auf. Der erste Sonnenaufgang in ihrem neuen Zuhause und keiner hatte Zeit, um überhaupt zu schauen, wo genau die Sonne aufging. Sie waren viel zu sehr auf ihre Messdaten konzentriert. Erst als der Kontrollraum wieder von Sonnenlicht durchflutet wurde, kehrte genügend Ruhe in ihre Arbeit ein, dass Radek es sich erlauben konnte, sich einen Moment zurückzulehnen und sich erschöpft durch das Gesicht zu reiben. Dann stand er auf und holte sich die nächste Tasse Kaffee. Es würde gewiss nicht die letzte an diesem Morgen sein, obwohl er bereits merkte, dass der Kaffee für ein unangenehmes Brennen in seiner Magengegend sorgte. Dennoch nahm er einen großen Schluck und bemerkte aus den Augenwinkeln, wie Doktor Weir den Kontrollraum verließ und hinaus auf den Balkon ging. Sie musste unendlich müde sein. Häufig dienten Colonel Sheppard und Doktor Weir sich gegenseitig als Stütze, aber aktuell lag die Last alleine auf den Schultern der Expeditionsleiterin. Wenn er hier wäre, hätte er möglicherweise schon längst versucht Doktor Weir in ihr Quartier oder zumindest in ihr Büro zu schicken, aber nach dem, was er über Funk mitbekommen hatte, würde es sicher einige Zeit dauern, bis der Colonel das wieder tun würde.

Mit einer Müdigkeit, die hauptsächlich von seinen Knochen ausging, aber nicht seinen Kopf erreichte, schlurfte Radek zu seiner Konsole zurück und arbeitete an der Auswertung der Daten weiter. Er würde es niemals zugeben, aber genauso wie Doktor Weir sicher den Colonel brauchen konnte, könnte er Rodney gebrauchen. Doch soweit er wusste, befand sich der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung nach seinem Exil in einem Jumper in der Unterwasserbucht noch auf der Krankenstation und er ging davon aus, dass er wohl noch eine Weile brauchen würde, bis er sich im Kontrollraum blicken lassen würde. Also würde er auch noch einige Zeit weiter die Analyse der Daten koordinieren müssen und irgendwann sollten sie auch damit beginnen ihre aktuelle Position zu bestimmen. Durch all die Ereignisse während des Fluges konnten sie sich im Prinzip überall befinden. Aber erst einmal waren die Umgebungsanalysen wichtig.

Radek wollte gerade das nächste Datenpaket von Jumper 3 öffnen, als eines der Überwachungssysteme einen Warnton abgab. Sofort war Radek wieder hellwach und rollte mit seinem Stuhl zu der benachbarten Konsole hinüber. Eilig gab er einige Befehle ein und musste erst einmal durchatmen, als er sah, was los war. Es gab Energieschwankungen auf der Krankenstation und schlimmer noch, irgendjemand versuchte von dort auf die Sensoren und Flugsysteme der Stadt zuzugreifen. Wobei Radek sich die Daten noch nicht einmal genauer ansehen musste, um zu wissen, wer dieser jemand war. Sollte der Colonel sich nicht eigentlich ausruhen? Und vor allen Dingen, warum griff er auf die Flugsysteme zu? Sie waren doch gelandet. Oder war ihm das noch nicht bekannt? Radek hatte keine Ahnung, was auf der Krankenstation vor sich ging, aber er sah deutlich, dass bereits wieder mehr Energie in die Trägheitsdämpfer geleitet wurde. Dabei brauchten sie diese aktuell nicht mehr. Das war bloße Energieverschwendung und eine unnötige Belastung für ihre Systeme. Irgendetwas stimmte da nicht. Um zu verhindern, dass noch mehr Energie in unnötige Systeme geleitet wurde, sperrte er eilig den Zugriff auf die Flugsysteme für die Krankenstation und aktivierte dann sein Headset.

“Doktor Weir, hier Zelenka. Es gab soeben unerlaubte Zugriffe auf die Flugsysteme von der Krankenstation aus, wodurch die Energieversorgung auf der Krankenstation destabilisiert wurde. Ich habe die Person ausgesperrt, aber sie versucht die Beschränkungen zu umgehen. Vermutlich handelt es sich um Colonel Sheppard.”, teilte er der Expeditionsleiterin mit und fühlte sich schon fast ein wenig schuldig, dass er Doktor Weir störte, während sie sich ein wenig Ruhe gönnte, aber diese Zugriffsverletzung konnte er nicht ignorieren, besonders da der Colonel bereits die ersten seiner Sicherheitsvorkehrungen erfolgreich ausgehebelt hatte und dabei die Systeme auf der Krankenstation ordentlich durcheinander brachte.

Wenn es denn wirklich Sheppard war. Denn auch wenn die Ideen des Colonels manchmal etwas fragwürdig waren, würde er niemals die Expedition gefährden. Zumindest wenn er bei klarem Verstand war und wenn Radek sich die Zugriffsmuster betrachtete, dann bezweifelte er das sehr. Um die Systeme der Krankenstation und vor allem die Energieversorgung einigermaßen zu stabilisieren leitete er mehr Energie dorthin um, doch wenn der Colonel so weitermachte, würde das nicht ausreichen. Radek zögerte einen Augenblick, wahrscheinlich war der Krankenstation das Problem schon bekannt und er wollte nicht stören, aber als die Energieversorgung der Isolationsstation und einer benachbarten Station erneut schwankte, während der Colonel eine weitere Sicherheitsmaßnahme aushebelte, konnte er gar nicht anders, als wieder zu seinem Headset zu greifen.

“Krankenstation, hier Zelenka. Wir stellen starke Energieschwankungen auf der Isolationsstation und im Aufwachraum fest. Wahrscheinlich werden die Schwankungen durch unberechtigte Zugriffe auf die Flugsysteme ausgelöst. Bitte unterbinden Sie diese Zugriffe sofort. Ich weiß nicht, wie lange ich die Systeme noch stabil halten kann.”, teilte er der Krankenstation mit, während seine Finger schon wieder über die Tastatur der Konsole flogen und er die Sperren noch verstärkte. Eins musste man dem Colonel lassen. Selbst nicht ganz bei Bewusstsein war er sehr hartnäckig.

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Carson Beckett
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Beitrag von Carson Beckett » 02.05.2025, 23:35

Funkspruch von der Krankenstation:

„Kontrollraum, hier Beckett. Wir kümmern uns, so schnell es möglich ist! Versuchen Sie die Stromversorgung stabil zu erhalten, wir haben hier Patienten, die dringend darauf angewiesen sind!“
“We are going to fight. We are going to be hurt. And in the end, we will stand.”
― "Roland Deschain" aus Stephen King, "The Drawing of the Three"
Das nebenstehende Avatarbild basiert auf dem Bild "Paul McGillion" aus der Mediendatenbank Flickr und wurde unter der Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)-Lizenz veröffentlicht. Der Urheber des Bildes ist fc.nz.

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Elizabeth Weir
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Beitrag von Elizabeth Weir » 17.05.2025, 21:37

cf: Balkone

Als Liz den Kontrokkraum betrat waren alle eifrig am Werk. Hauptsächlich Radek. Seine Hände rasten über die Tastatur. Er versuchte alles um den Colonel aufzuhalten, doch es würde schwer werden. Besonders da der Arme mit Sicherheit sehr müde war. Fast alle anderen im Kontrollraum waren inzwischen abgelöst worden. Nur Zelenka nicht, da Sandy nervlich zu fertig gewesen war und Radek sie deshalb in ihr Quartier geschickt hatte. Und Dr. McKay war auf der Krankenstation. Sobald es dort etwas ruhiger geworden war, würde sie die Ärzte darum bitten Rodney nach oben zu schicken. Natürlich nur wenn sein Gesundheitszustand es zu ließ. „Konnten sie ihn aufhalten?“, fragte Dr. Weir den Phyiker als sie ihn erreicht hatte.

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SG-NPC
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Beitrag von SG-NPC » 13.07.2025, 03:39

Radek Zelenka

“Prokletí.”, fluchte Radek leise, während seine Finger geradezu über die Tastatur seines Laptops flogen.

Hin und wieder machte er sogar Eingaben direkt auf der Antikerkonsole, an der er saß. Der Colonel war gut. Oder sollte er besser sagen hartnäckig? Oder besser noch verrückt? Was sollte der Mist? Sie waren doch gelandet. Er hatte auf die Sensoren zugegriffen. Er hätte doch feststellen müssen, dass sie nicht mehr im All waren. Aber möglicherweise war er zu solchen Gedanken aktuell gar nicht fähig. Radek hatte keine Ahnung, wie es dem militärischen Leiter der Stadt aktuell ging, aber es war mehr als eindeutig, dass er wohl zu verwirrt war, um gezielt vorzugehen. Mal griff er auf das eine System zu, dann auf das andere. Wenig später wählte er eine ganz andere Methode, um sich wieder Zugang zu verschaffen. Das Problem war nur, dass die Sprunghaftigkeit der Zugriffe es auch äußerst schwierig machte sie zu blockieren. Im Prinzip hebelte der Colonel ja noch nicht einmal seine Sicherheitsmaßnahmen aus. Er fand einfach einen neuen Weg auf das gewünschte System zuzugreifen. Wie er es machte, war ihm ein Rätsel. Es hatte einen Code Blau gegeben, Sheppard war mit Herzstillstand auf die Krankenstation gekommen und lag wahrscheinlich höchstens halb bei Bewusstsein in irgendeinem Krankenbett angeschlossen an zig Geräte. Er dürfte eigentlich keinen Kontakt mit irgendeinem Antikergerät haben, das ihm auch nur ansatzweise erlauben könnte, auf die tieferen Systeme der Stadt zuzugreifen und doch war hier jemand mit den Fähigkeiten des Colonels und auch seinem Durchhaltevermögen am Werk und machte einfach das, was er wohl für richtig hielt oder was sein verwirrter Geist ihm sagte.

Er bemerkte, wie Doktor Weir hinter ihn trat und ihn fragte, ob er Sheppard aufhalten konnte, doch zumindest für den Augenblick ignorierte er sie. Er war zu sehr darauf konzentriert einen erneuten Versuch auf die Flugsysteme zuzugreifen zu vereiteln und gleichzeitig die Energieversorgung auf der Krankenstation stabil zu halten. Was auch immer der Colonel da machte, es brachte die Systeme ganz schön durcheinander und verbrauchte eine riesige Menge Energie und auf einmal begann Radek zu realisieren, was geschah. Sakra… Sie hatten das Projekt zur Jumperfernsteuerung zwar inzwischen gestoppt, aber der Prototyp stand immer noch in einem Lager auf der Krankenstation und war, soweit er wusste, auch noch an die Energieversorgung angeschlossen. Sie hatten das Gerät direkt in die Systeme von Atlantis einbinden müssen, um das zu erreichen, was sie wollten und das machte die Trennung deutlich schwieriger. Bisher hatte sich noch keiner von ihnen dafür die Zeit genommen. Das Projekt war gestorben, keiner von ihnen kümmerte sich mehr darum und wie so häufig hatten sie einfach nicht genügend Zeit, um sich um solche Dinge zu kümmern. Wenn das Gerät irgendwie wieder aktiviert worden war, dann war das möglicherweise Sheppards Weg, wie er auf die Systeme zugriff. Besonders da dieser Prototyp ganz speziell auf den Colonel abgestimmt war. Er wunderte sich immer noch über die Geduld, die Sheppard gezeigt hatte, als sie ihn immer wieder an ihre Sensoren und das EEG gehängt hatten, um weitere Abstimmungen vorzunehmen. Aber nach dem Angriff der Wraith, bei dem sie eigentlich mit einem ferngesteuerten Jumper eine Atombombe auf die Wraithschiffe schaffen wollten und Sheppard dann dazu gezwungen gewesen war zu einer Selbstmordmission aufzubrechen, um selbst die Bombe zu den Wraithschiffen zu bringen, war ihm dieses Projekt auch besonders wichtig gewesen. Er konnte sich sogar vorstellen, dass er, wenn erst einmal etwas Gras über die Sache mit dem Antikervirus und seinem Herzstillstand bei der Verwendung der Fernsteuerung gewachsen war, sich persönlich dafür einsetzen würde, dass das Projekt wieder aufgenommen werden würde. Auf jeden Fall rechnete Radek immer mehr damit, dass der Colonel genau dieses System verwendete, um sich nun Zugriff auf die Systeme der Stadt zu verschaffen.

Oder war da noch etwas anderes? Auch ein Zugriffspunkt in Isolationsraum 2, der vorher gar nicht aktiv gewesen war, verbrauchte momentan große Mengen an Energie. Unzählige Daten schienen darüber zu laufen. Schon in ihren ersten Stunden in Atlantis hatte Sheppard ihnen bewiesen, dass er nur die Nähe zu einer Konsole brauchte, um sie zu initialisieren. Direkter Kontakt war manchmal gar nicht notwendig. Er konnte sich nur noch zu gut daran erinnern, wie Sheppard zwischen den Konsolen gestanden hatte und sie plötzlich aufgeleuchtet hatten. Er hatte damals natürlich sofort behauptet, dass er nichts angefasst hatte. Der zeitliche Zusammenhang zwischen seiner Annäherung an die Konsole und das plötzliche Aufleuchten war aber mehr als deutlich gewesen. Zumindest jetzt, wo sie mehr über die ATA-Technologie wussten. Der Isolationsraum war nicht sehr groß und inzwischen vermutete Radek immer mehr, dass das der Raum war, in dem sich der Colonel befand. Selbst wenn Sheppards Krankenbett in der Mitte des Raumes stand, hatte er eine gewisse Nähe zu dem Wandpanel. Gemeinsam mit dem Prototypen der Jumperfernsteuerung standen ihm sehr viele Möglichkeiten offen. Doch das mussten sie irgendwie unterbinden. Doktor Becketts Funkspruch war da ziemlich eindeutig.

“Verstanden. Wir geben unser bestes.”, beantwortete er daher auch zuerst den Funkspruch des Arztes, bevor er auf Doktor Weirs Frage einging.

“Nein, bisher noch nicht.”

Mit jeder Minute wurde auch die Stabilisierung der Energieversorgung schwieriger, bis plötzlich etwas geschah. Die Zugriffe des Colonels schienen langsamer zu werden. Radeks Kontrollpanel zeigte ihm inzwischen auch Zugriffe von Doktor McKay. Sein Kollege hatte scheinbar selbst angefangen in das Geschehen einzugreifen und das möglicherweise mit Erfolg. Er hatte keine Ahnung warum, aber die Zugriffe des Colonels wurden strukturierter. Es schien sogar als würde er sich aus den Systemen zurückziehen, bis auf einmal die gesamte Krankenstation offline war.

“Hovno.”, fluchte Radek, bis er realisierte, dass das wohl Absicht gewesen war. Das Problem war nur, dass er nun keinen umfassenden Überblick mehr über den Zustand der Systeme auf der Krankenstation hatte. Er konnte nur anhand des Energieverbrauchs der Notstromaggregate erkennen, dass die Krankenstation nun über Notstrom und nicht über die normale Energieversorgung lief. Da kein verzweifelter Hilferuf von Doktor Beckett kam, musste Radek davon ausgehen, dass Rodney die Situation im Griff hatte. Die Zugriffe auf die Flugsysteme hatten auf jeden Fall aufgehört.

Seufzend lehnte sich Radek für einen Augenblick in seinem Stuhl zurück, bevor er erneut sein Funkgerät aktivierte.
“Krankenstation, hier Zelenka. Ist bei Ihnen alles in Ordnung? Benötigen Sie Unterstützung?”, fragte er nach und wandte sich dann wieder an Doktor Weir, die gewiss Antworten haben wollte.

“Doktor McKay hat offensichtlich die Antikersysteme auf der Krankenstation ausgeschaltet. Dadurch konnte er die Zugriffe des Colonels stoppen. Die Flugsysteme befinden sich wieder in einem gesicherten Zustand.”, teilte er der Expeditionsleiterin mit und atmete dann nochmals tief durch. Dieser Stress hatte ihm gerade noch gefehlt. Nun fühlte er sich nur noch müder und seine Arbeit war immer noch nicht erledigt. Vielleicht sollte er einen der Marines im Torraum fragen, ob er Koffeintabletten dabei hatte. Die wirkten noch stärker und würden ihn hoffentlich wach halten, bis er endlich abgelöst wurde.

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Rodney McKay
Wissenschaftlicher Leiter Atlantis, Teammitglied SGA-1
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Beitrag von Rodney McKay » 30.03.2026, 18:01

Funkspruch aus dem Isolationsraum:

„Hier McKay. Alles unter Kontrolle“
Es folgte eine kurze Pause...
„Die Abtrennung der Krankenabteilung vom Hauptserver war erforderlich, um den Fernzugriff zu unterbinden. Die Notstromversorgung ist hochgefahren, die wichtigsten Systeme sind somit wieder am Laufen. Behalten Sie die Energielevel der Naquadah-Generatoren im Auge – nur für den Fall der Fälle. Ich empfehle die Krankenstation zunächst im Inselbetrieb zu halten und die Kopplung an den Zentralserver erst dann wieder freizugeben, wenn wir eine ausführliche Systemdiagnostik bzgl. des Isolationsraumes und der Hauptkonsolen der Krankenstation abgeschlossen haben.“
Quelle des Avatar-Bildes: https://www.flickr.com/photos/cayusa/2666034473/, Lizenz: CC BY-NC 2.0

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