XN-1584
- Samantha Carter
- Erster Offizier Rapiditas, Teammitglied SG-1
- Beiträge: 857
- Registriert: 20.05.2009, 16:55
XN-1584
...
- Rodney McKay
- Wissenschaftlicher Leiter Atlantis, Teammitglied SGA-1
- Beiträge: 132
- Registriert: 24.09.2011, 09:30
cf: Tor- und Kontrollraum / Atlantis
Der erste Gedanke, der Dr. Rodney McKay durch den Kopf schoss, nachdem er aus dem Ereignishorizont des Tores auf XN-1584 heraustrat und somit wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war: Oh, na klar! Großartig... es ist kalt!
Natürlich war es nicht antarktismäßig kalt. Dabei war das tatsächlich eine Kälte gewesen, an die er sich zeitweise irgendwie gewöhnt hatte. Allerdings hatten sie damals auch entsprechend wärmende Bekleidung gehabt - sponsored by the US Air Force - um ihre Forschung in dieser unwirklichen und frostigen Umgebung durchzuführen. Und einige Meter unter der Oberfläche von diesem dicken Eis kam es einem tatsächlich gar nicht mehr ganz so kalt vor. Zumindest hatte er es so in Erinnerung. Aber eigentlich war es auch logisch, immerhin gab es dort unten keine Schneestürme oder eisigen Winde. Und doch handelte es sich in gewisser Weise noch um einen Gefrierschrank, wenn sowohl die Wände, die Decke als auch der Boden unter den eigenen Füßen aus festem Eis bestand.
Nun gut, ganz so kalt war XN-1584 eindeutig nicht. Aber das hieß nicht, dass es warm war. Oder sich warm anfühlte. Ganz im Gegenteil.
Ehe der Physiker einen weiteren Gedanken an die Temperatur oder seine Umgebung verwandte, setzte er sich in Bewegung und entfernte sich somit einige Schritte von dem noch immer in seinem Rücken schimmernden Ereignishorizont. Er konnte es nicht wirklich gebrauchen von hinten umgerannt zu werden und da Sheppard vermutlich nicht allzu begeistert von seiner Aktion war, konnte er nicht ausschließen, dass der Colonel wie eine Art Bulle hinter ihm her sein würde. Es war somit insbesondere in seinem eigenen Interesse etwas Abstand zwischen sich und das Tor zu bringen.
Nebenbei bemerkt, war er in diesem Moment zugegeben überaus froh darüber, dass es sich bei einem aktivierten Stargate grundsätzlich um eine Einbahnstraße handelte. Sheppard hatte somit nicht die Möglichkeit ihn einfach in das Tor zurück zu schubsen, um ihn los zu werden. Nun gut, rein theoretisch hätte er das schon. Aber bloß wegen diesem Kleinkram würde er den Colonel wohl kaum dazu bringen in "Mordlust" zu verfallen. Nein, das war absolut ausgeschlossen. Also würden sie das Tor schließen und wenn neu anwählen müssen, aber selbst dann würde er keineswegs freiwillig den Rückweg antreten!
Hm, vielleicht sollte er vorsorglich den Kontrollkristal aus dem DHD an sich nehmen??
Während Rodney über einige weitere Schritte in das hohe Gras zunehmend Distanz zwischen sich und das Stargate brachte, ließ er seine Augen über die Umgebung wandern. Das Sternentor war umgeben von Gräsern und Bäumen. Es gab sowohl Laub- als auch Nadelbäume, wie es aussah. Und erstere lieferten ihm direkt ein Indiz, welches die aktuelle Temperatur erklären dürfte. Denn die sich in einem leichten Wind wiegenden Blätter schimmerten in diversen warmen Gelb- und Bronzetönen, teilweise gespickt mit ein wenig Rot.
"Na toll... Herbst... genau das richtige Klima also, um innerhalb der nächsten 7 Tage mit einem grippalen Infekt flach zu liegen", murmelte der Chefphysiker von Atlantis vor sich hin und rümpfte dabei die Nase.
Ein leichter Nebel war zwischen den Bäumen zu erkennen und er konnte die Feuchtigkeit der Luft regelrecht auf der Haut in seinem Gesicht fühlen. Es roch nach nassem Laub und Erde. Hervorragend! Warum konnten diese Faultiere nicht auf einem Planeten mit angenehmen 25 ° Celsius - aber bitte bedecktem Himmel, er wollte schließlich keinen Sonnenbrand riskieren - wohnen? Nein, natürlich mussten sie hier landen, auf diesem intergalaktischen Felsbrocken mit gerade mal 10 oder 12 ° Celsius Umgebungstemperatur!
Die Gedanken des Kanadiers stockten kurz. Das war eigentlich ein sehr interessanter Fakt. Natürlich war er nicht vollkommen untätig gewesen, während er sich auf diese Mission vorbereitet hatte. Er wusste daher zumindest ein bisschen etwas über die irdischen Gegenstücke der "Riesenfaultiere", die es auf diesem Planeten geben sollte. Deren Wohlfühltemperatur lag genau genommen im Bereich oberhalb von 20 °C, eher bei 25 bis 30 Grad sogar. Und nicht nur der Wohlfühlbereich, genau genommen bekamen sie unterhalb von 20 Grad ziemlich schnell gesundheitliche Probleme. Diese begannen bei Verdauungsbeschwerden und führten letztendlich bis hin zu Kreislaufproblemen, Apathie und Tod. Hintergrund war ihre vergleichsweise niedrige Stoffwechselrate. Durch diese waren diese Tiere weit weniger gut als andere Säugetiere in der Lage ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Stattdessen schwankte diese stark in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur - was einen nicht unerheblichen Risikofaktor für die Tiere darstellte.
Offenbar hatte die Pegasus-Variante der Faultiere dieses Problem nicht, andererseits dürften sie sie kaum auf diesem Planeten hier finden. Und Rodney ging davon aus, dass sie noch nicht am Tiefpunkt der Temperaturzone angelangt waren, wenn er sich die deutlichen Schneekuppen auf den Bergen am Horizont ansah. Na das konnte ja heiter werden... wie er sich schon aufs Camping "freute"!
McKay zog die Jacke enger um sich und schloss den Reisverschluss bis zum Anschlag, was ein wenig Rumgezuppel erforderlich machte, da dem Stoff dank des übervollen Rucksacks auf seinem Rücken nicht gerade viel Bewegungsfreiraum zur Verfügung stand. Echt wunderbar, es war zu frisch, um die Jacke offen zu lassen, aber er wusste jetzt schon, dass er direkt ins Schwitzen kommen würde, sobald sie in Richtung nirgendwo losspazierten. Insbesondere am Rücken unter seinem Rucksack... Das machte es schier unmöglich ohne Erkältung von diesem Hinterwäldlerplaneten zurück zu kommen.
Der erste Gedanke, der Dr. Rodney McKay durch den Kopf schoss, nachdem er aus dem Ereignishorizont des Tores auf XN-1584 heraustrat und somit wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war: Oh, na klar! Großartig... es ist kalt!
Natürlich war es nicht antarktismäßig kalt. Dabei war das tatsächlich eine Kälte gewesen, an die er sich zeitweise irgendwie gewöhnt hatte. Allerdings hatten sie damals auch entsprechend wärmende Bekleidung gehabt - sponsored by the US Air Force - um ihre Forschung in dieser unwirklichen und frostigen Umgebung durchzuführen. Und einige Meter unter der Oberfläche von diesem dicken Eis kam es einem tatsächlich gar nicht mehr ganz so kalt vor. Zumindest hatte er es so in Erinnerung. Aber eigentlich war es auch logisch, immerhin gab es dort unten keine Schneestürme oder eisigen Winde. Und doch handelte es sich in gewisser Weise noch um einen Gefrierschrank, wenn sowohl die Wände, die Decke als auch der Boden unter den eigenen Füßen aus festem Eis bestand.
Nun gut, ganz so kalt war XN-1584 eindeutig nicht. Aber das hieß nicht, dass es warm war. Oder sich warm anfühlte. Ganz im Gegenteil.
Ehe der Physiker einen weiteren Gedanken an die Temperatur oder seine Umgebung verwandte, setzte er sich in Bewegung und entfernte sich somit einige Schritte von dem noch immer in seinem Rücken schimmernden Ereignishorizont. Er konnte es nicht wirklich gebrauchen von hinten umgerannt zu werden und da Sheppard vermutlich nicht allzu begeistert von seiner Aktion war, konnte er nicht ausschließen, dass der Colonel wie eine Art Bulle hinter ihm her sein würde. Es war somit insbesondere in seinem eigenen Interesse etwas Abstand zwischen sich und das Tor zu bringen.
Nebenbei bemerkt, war er in diesem Moment zugegeben überaus froh darüber, dass es sich bei einem aktivierten Stargate grundsätzlich um eine Einbahnstraße handelte. Sheppard hatte somit nicht die Möglichkeit ihn einfach in das Tor zurück zu schubsen, um ihn los zu werden. Nun gut, rein theoretisch hätte er das schon. Aber bloß wegen diesem Kleinkram würde er den Colonel wohl kaum dazu bringen in "Mordlust" zu verfallen. Nein, das war absolut ausgeschlossen. Also würden sie das Tor schließen und wenn neu anwählen müssen, aber selbst dann würde er keineswegs freiwillig den Rückweg antreten!
Hm, vielleicht sollte er vorsorglich den Kontrollkristal aus dem DHD an sich nehmen??
Während Rodney über einige weitere Schritte in das hohe Gras zunehmend Distanz zwischen sich und das Stargate brachte, ließ er seine Augen über die Umgebung wandern. Das Sternentor war umgeben von Gräsern und Bäumen. Es gab sowohl Laub- als auch Nadelbäume, wie es aussah. Und erstere lieferten ihm direkt ein Indiz, welches die aktuelle Temperatur erklären dürfte. Denn die sich in einem leichten Wind wiegenden Blätter schimmerten in diversen warmen Gelb- und Bronzetönen, teilweise gespickt mit ein wenig Rot.
"Na toll... Herbst... genau das richtige Klima also, um innerhalb der nächsten 7 Tage mit einem grippalen Infekt flach zu liegen", murmelte der Chefphysiker von Atlantis vor sich hin und rümpfte dabei die Nase.
Ein leichter Nebel war zwischen den Bäumen zu erkennen und er konnte die Feuchtigkeit der Luft regelrecht auf der Haut in seinem Gesicht fühlen. Es roch nach nassem Laub und Erde. Hervorragend! Warum konnten diese Faultiere nicht auf einem Planeten mit angenehmen 25 ° Celsius - aber bitte bedecktem Himmel, er wollte schließlich keinen Sonnenbrand riskieren - wohnen? Nein, natürlich mussten sie hier landen, auf diesem intergalaktischen Felsbrocken mit gerade mal 10 oder 12 ° Celsius Umgebungstemperatur!
Die Gedanken des Kanadiers stockten kurz. Das war eigentlich ein sehr interessanter Fakt. Natürlich war er nicht vollkommen untätig gewesen, während er sich auf diese Mission vorbereitet hatte. Er wusste daher zumindest ein bisschen etwas über die irdischen Gegenstücke der "Riesenfaultiere", die es auf diesem Planeten geben sollte. Deren Wohlfühltemperatur lag genau genommen im Bereich oberhalb von 20 °C, eher bei 25 bis 30 Grad sogar. Und nicht nur der Wohlfühlbereich, genau genommen bekamen sie unterhalb von 20 Grad ziemlich schnell gesundheitliche Probleme. Diese begannen bei Verdauungsbeschwerden und führten letztendlich bis hin zu Kreislaufproblemen, Apathie und Tod. Hintergrund war ihre vergleichsweise niedrige Stoffwechselrate. Durch diese waren diese Tiere weit weniger gut als andere Säugetiere in der Lage ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Stattdessen schwankte diese stark in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur - was einen nicht unerheblichen Risikofaktor für die Tiere darstellte.
Offenbar hatte die Pegasus-Variante der Faultiere dieses Problem nicht, andererseits dürften sie sie kaum auf diesem Planeten hier finden. Und Rodney ging davon aus, dass sie noch nicht am Tiefpunkt der Temperaturzone angelangt waren, wenn er sich die deutlichen Schneekuppen auf den Bergen am Horizont ansah. Na das konnte ja heiter werden... wie er sich schon aufs Camping "freute"!
McKay zog die Jacke enger um sich und schloss den Reisverschluss bis zum Anschlag, was ein wenig Rumgezuppel erforderlich machte, da dem Stoff dank des übervollen Rucksacks auf seinem Rücken nicht gerade viel Bewegungsfreiraum zur Verfügung stand. Echt wunderbar, es war zu frisch, um die Jacke offen zu lassen, aber er wusste jetzt schon, dass er direkt ins Schwitzen kommen würde, sobald sie in Richtung nirgendwo losspazierten. Insbesondere am Rücken unter seinem Rucksack... Das machte es schier unmöglich ohne Erkältung von diesem Hinterwäldlerplaneten zurück zu kommen.
Quelle des Avatar-Bildes: https://www.flickr.com/photos/cayusa/2666034473/, Lizenz: CC BY-NC 2.0
- John Sheppard
- Militärischer Leiter Atlantis, Teamleiter SGA-1
- Beiträge: 302
- Registriert: 19.06.2010, 16:55
cf: Kennenlernen ohne Gitter - Atlantis - Kontroll- und Torraum
Moss und MacMillan mochten nicht zu seinem üblichen Team gehören und trotzdem stellte John zufrieden fest, dass die Zusammenarbeit problemlos funktionierte. Sofort nachdem sie das Tor passiert hatten, schwärmten die beiden Soldaten aus und gaben ihm die Möglichkeit sich um seinen im wahrsten Sinne des Wortes verrückten Wissenschaftler zu kümmern. Doch obwohl er den beiden Soldaten vertraute, dass sie die Umgebung aufmerksam im Blick behalten würden und Skarg ihn ähnlich wie Teyla informieren würde, wenn er irgendwo Wraith spüren würde, verharrte John erst einmal in der Nähe des Gates und betrachtete aufmerksam seine Umgebung.
Das Gate schien nur selten benutzt zu werden. Die einzigen im hohen Gras sichtbaren Spuren schienen von seinem Team zu stammen. Er konnte sogar Hinweise darauf erkennen, dass bei der ersten Aufklärungsmission der Vortex des Stargate mehrere auf dem Sockel des Stargates wachsende Büsche niedergemäht hatte. Die dünnstieligen möglicherweise einjährigen Pflanzen zeigten keine Vernarbungen, die darauf hindeuten konnten, dass das Tor in dieser Wachstumsperiode schon einmal angewählt wurde. Soweit so gut. Auf dem Planeten gab es also niemand, der das Stargate regelmäßig benutzte. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie alleine waren und auch alleine bleiben würden, war also groß. Für einen winzigen Moment erlaubte sich John durchzuatmen, besonders als das “Clear” von Moss und weniger später auch das von MacMillan kam. Das war gerade noch einmal gutgegangen und John war fast davon überzeugt, dass nach McKays absolut hirnrissigem Stunt auch ein kollektives Durchatmen durch den Kontrollraum ging. Immerhin war das Tor noch aktiv und da Atlantis standardmäßig die Funkfrequenz abhörte, die sie auf Missionen verwendeten, bekamen Elizabeth, Chuck und der Rest der Kontrollraumcrew alles mit, was sie über Funk sagten.
“Verstanden. Weiterhin Umgebung sichern.”, wies er seine Leute an, bevor er den Funkspruch absetzte, von dem er sich wünschte, dass er ihn gar nicht machen musste. Warum hatte McKay ihn auch nur in eine so blöde Lage bringen müssen?
“Atlantis, hier Sheppard. Die Umgebung ist gesichert, keine unmittelbare Gefahr. Sie können das Tor deaktivieren. Werde mich in Kürze melden und McKay zurückschicken. Sheppard, Over.”, teilte er seiner Vorgesetzten mit und wartete noch, bis er hörte, wie sich das Stargate deaktivierte, bevor er seine Position auf der Rampe des Sternentores verließ und zu seinem lebensmüden Freund ging.
Dafür, dass sich McKay für den klügsten Mann im Universum hielt, war seine Aktion ziemlich dämlich gewesen und nun, da er sich keine Sorgen mehr machen musste, dass der Bereich um das Stargate von Berglöwen mit Appetit auf wahnsinnige Physiker belagert wurde, merkte er, wie er mit jedem Schritt wütender wurde. Die Tatsache, dass McKay mit halboffener taktischer Weste ein paar Schritte vom Stargate entfernt stand und scheinbar mit dem Verschluss seiner Jacke kämpfte anstatt auf seine Umgebung zu achten, war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Hatte der Kerl in den letzten drei Jahren denn gar nichts gelernt? Wenn man durch das Stargate ging, gehörte die Hand an die Waffe und sämtliche Aufmerksamkeit sollte auf die Umgebung gerichtet sein. Doch McKay tat immer noch nichts davon. Die P90 baumelte an ihrem Gurt, als wäre sie ein nutzloses Spielzeug. Der Gurt schien verrutscht zu sein. Möglicherweise war er sogar verdreht und würde McKay, wenn er sie tatsächlich begleiten würde, spätestens nach ein paar Stunden einiges an Unbehagen bereiten. Doch dazu würde es gar nicht kommen, denn eine Sache stand fest: Dieser Wahnsinnige würde umgehend nach Atlantis zurückkehren und wenn es ihm nach ginge, erst einmal eine Weile in einem schönen abgeschlossenen Raum auf der Krankenstation verbringen wegen Suizidgedanken!
“Verdammt nochmal, McKay! Was ist in Sie gefahren? Sind Sie denn von allen guten Geistern verlassen? Sie könnten tot sein!”
Zwar hielt John die Lautstärke seiner Stimme im Griff, damit ihnen nicht jeder zuhören konnte, aber es war trotzdem mehr als deutlich zu hören, wie ärgerlich er war. Seine Augen brannten vor Wut und die Finger seiner rechten Hand lagen etwas fester an seiner P90, als es eigentlich notwendig gewesen wäre. Der Gedanke, dass McKay nun tot oder zumindest schwer verletzt im hohen Gras liegen könnte, wollte immer noch nicht seinen Hinterkopf verlassen. Besonders da John immer mehr ahnte, warum McKay das getan hatte. Diese impulsive Handlung war nur entstanden, weil er sein Team nicht bei dieser Mission eingebunden hatte. Es wäre seine Schuld gewesen, wenn Rodney etwas passiert wäre. Dennoch konnte er ihm dieses Verhalten nicht einfach durchgehen lassen. Es würde seine Autorität untergraben, wenn er McKays Verhalten einfach so akzeptieren würde. Nach dem Verlust seiner Fähigkeiten und mit all den ehemaligen SGC-Mitarbeitern, die zwar offiziell unter General O’Neills Kommando standen, mangels funktionstüchtigem Raumschiff aktuell aber doch eher zu Expedition gehörten und die teilweise nur darauf warteten, dass er einen Fehler machte, durfte er sich keine Schwäche erlauben. Auch nicht bei einem seiner besten Freunde.
“Sie kehren jetzt umgehend nach Atlantis zurück und erklären Doktor Weir wie Sie auf diese wahnwitzige Idee gekommen sind. Verstanden?”, fragte er mit einem Tonfall, der eigentlich keine Widerrede duldete und der gewiss von McKay so sehr ignoriert werden würde, als hätte er das in einem ruhigen Plauderton gesagt. Daher konnte er gar nicht anders. Er packte McKay an seinem überdimensionierten Rucksack - Was hatte der Wahnsinnige überhaupt alles eingepackt? Ausrüstung für sieben Wochen? - und begann ihn in Richtung DHD zu ziehen.
Moss und MacMillan mochten nicht zu seinem üblichen Team gehören und trotzdem stellte John zufrieden fest, dass die Zusammenarbeit problemlos funktionierte. Sofort nachdem sie das Tor passiert hatten, schwärmten die beiden Soldaten aus und gaben ihm die Möglichkeit sich um seinen im wahrsten Sinne des Wortes verrückten Wissenschaftler zu kümmern. Doch obwohl er den beiden Soldaten vertraute, dass sie die Umgebung aufmerksam im Blick behalten würden und Skarg ihn ähnlich wie Teyla informieren würde, wenn er irgendwo Wraith spüren würde, verharrte John erst einmal in der Nähe des Gates und betrachtete aufmerksam seine Umgebung.
Das Gate schien nur selten benutzt zu werden. Die einzigen im hohen Gras sichtbaren Spuren schienen von seinem Team zu stammen. Er konnte sogar Hinweise darauf erkennen, dass bei der ersten Aufklärungsmission der Vortex des Stargate mehrere auf dem Sockel des Stargates wachsende Büsche niedergemäht hatte. Die dünnstieligen möglicherweise einjährigen Pflanzen zeigten keine Vernarbungen, die darauf hindeuten konnten, dass das Tor in dieser Wachstumsperiode schon einmal angewählt wurde. Soweit so gut. Auf dem Planeten gab es also niemand, der das Stargate regelmäßig benutzte. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie alleine waren und auch alleine bleiben würden, war also groß. Für einen winzigen Moment erlaubte sich John durchzuatmen, besonders als das “Clear” von Moss und weniger später auch das von MacMillan kam. Das war gerade noch einmal gutgegangen und John war fast davon überzeugt, dass nach McKays absolut hirnrissigem Stunt auch ein kollektives Durchatmen durch den Kontrollraum ging. Immerhin war das Tor noch aktiv und da Atlantis standardmäßig die Funkfrequenz abhörte, die sie auf Missionen verwendeten, bekamen Elizabeth, Chuck und der Rest der Kontrollraumcrew alles mit, was sie über Funk sagten.
“Verstanden. Weiterhin Umgebung sichern.”, wies er seine Leute an, bevor er den Funkspruch absetzte, von dem er sich wünschte, dass er ihn gar nicht machen musste. Warum hatte McKay ihn auch nur in eine so blöde Lage bringen müssen?
“Atlantis, hier Sheppard. Die Umgebung ist gesichert, keine unmittelbare Gefahr. Sie können das Tor deaktivieren. Werde mich in Kürze melden und McKay zurückschicken. Sheppard, Over.”, teilte er seiner Vorgesetzten mit und wartete noch, bis er hörte, wie sich das Stargate deaktivierte, bevor er seine Position auf der Rampe des Sternentores verließ und zu seinem lebensmüden Freund ging.
Dafür, dass sich McKay für den klügsten Mann im Universum hielt, war seine Aktion ziemlich dämlich gewesen und nun, da er sich keine Sorgen mehr machen musste, dass der Bereich um das Stargate von Berglöwen mit Appetit auf wahnsinnige Physiker belagert wurde, merkte er, wie er mit jedem Schritt wütender wurde. Die Tatsache, dass McKay mit halboffener taktischer Weste ein paar Schritte vom Stargate entfernt stand und scheinbar mit dem Verschluss seiner Jacke kämpfte anstatt auf seine Umgebung zu achten, war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Hatte der Kerl in den letzten drei Jahren denn gar nichts gelernt? Wenn man durch das Stargate ging, gehörte die Hand an die Waffe und sämtliche Aufmerksamkeit sollte auf die Umgebung gerichtet sein. Doch McKay tat immer noch nichts davon. Die P90 baumelte an ihrem Gurt, als wäre sie ein nutzloses Spielzeug. Der Gurt schien verrutscht zu sein. Möglicherweise war er sogar verdreht und würde McKay, wenn er sie tatsächlich begleiten würde, spätestens nach ein paar Stunden einiges an Unbehagen bereiten. Doch dazu würde es gar nicht kommen, denn eine Sache stand fest: Dieser Wahnsinnige würde umgehend nach Atlantis zurückkehren und wenn es ihm nach ginge, erst einmal eine Weile in einem schönen abgeschlossenen Raum auf der Krankenstation verbringen wegen Suizidgedanken!
“Verdammt nochmal, McKay! Was ist in Sie gefahren? Sind Sie denn von allen guten Geistern verlassen? Sie könnten tot sein!”
Zwar hielt John die Lautstärke seiner Stimme im Griff, damit ihnen nicht jeder zuhören konnte, aber es war trotzdem mehr als deutlich zu hören, wie ärgerlich er war. Seine Augen brannten vor Wut und die Finger seiner rechten Hand lagen etwas fester an seiner P90, als es eigentlich notwendig gewesen wäre. Der Gedanke, dass McKay nun tot oder zumindest schwer verletzt im hohen Gras liegen könnte, wollte immer noch nicht seinen Hinterkopf verlassen. Besonders da John immer mehr ahnte, warum McKay das getan hatte. Diese impulsive Handlung war nur entstanden, weil er sein Team nicht bei dieser Mission eingebunden hatte. Es wäre seine Schuld gewesen, wenn Rodney etwas passiert wäre. Dennoch konnte er ihm dieses Verhalten nicht einfach durchgehen lassen. Es würde seine Autorität untergraben, wenn er McKays Verhalten einfach so akzeptieren würde. Nach dem Verlust seiner Fähigkeiten und mit all den ehemaligen SGC-Mitarbeitern, die zwar offiziell unter General O’Neills Kommando standen, mangels funktionstüchtigem Raumschiff aktuell aber doch eher zu Expedition gehörten und die teilweise nur darauf warteten, dass er einen Fehler machte, durfte er sich keine Schwäche erlauben. Auch nicht bei einem seiner besten Freunde.
“Sie kehren jetzt umgehend nach Atlantis zurück und erklären Doktor Weir wie Sie auf diese wahnwitzige Idee gekommen sind. Verstanden?”, fragte er mit einem Tonfall, der eigentlich keine Widerrede duldete und der gewiss von McKay so sehr ignoriert werden würde, als hätte er das in einem ruhigen Plauderton gesagt. Daher konnte er gar nicht anders. Er packte McKay an seinem überdimensionierten Rucksack - Was hatte der Wahnsinnige überhaupt alles eingepackt? Ausrüstung für sieben Wochen? - und begann ihn in Richtung DHD zu ziehen.
cf: Kennenlernen ohne Gitter - Atlantis - Kontroll- und Torraum
Bei den Menschen auf Atlantis verlief äußerst selten etwas genau nach Plan. Ein gewisses Improvisationstalent war im Grunde ein ständiger Begleiter. Das wusste inzwischen sogar der Außerirdische. Entsprechend war der Wraith kaum überrascht, als selbst vor dem eigentlichen Missionsstart schon eine gewisse Änderung am eigentlichen Plan erforderlich wurde. Obwohl: Eine gewisse Überraschung über Rodneys unerwarteten Drang, sich durch das Stargate in fremdes Territorium zu stürzen, machte sich doch ein wenig breit. Vor allem, weil Skarg den Wissenschaftler definitiv nicht so waghalsig eingeschätzt hätte. Doch vielleicht würde sich die Situation auf der anderen Seite des Gates noch aufklären.
Die notwendige Planänderung betraf aktuell auch lediglich die Positionen der Teammitglieder. Skarg nickte kurz auf Johns Befehl und fand sich entsprechend hinter Moss und MacMillan – nahe des Zweiteren – ein, als er das Gate passierte. Der Gang durch den Ereignishorizont fühlte sich an, als würde man eine Tür passieren. Spontan fiel auch Skarg der Temperaturunterschied und die Luftveränderung auf, als er auf der anderen Seite herauskam. Die Uniformbekleidung der Menschen war auch nicht ganz so warm, wie die eher lederartige traditionelle Bekleidungsform der Wraith, die Skarg für sich irgendwie übernommen hatte. Bekleidungsarten hatten schließlich auch ein wenig mit der Biologie, der Klimazone und den Bedürfnissen einer Spezies zu tun. Daher war es wohl kein Wunder, dass sich Skarg darin immer am wohlsten fühlte. Aber die Uniformbekleidung würde wohl auch funktionieren. Zumindest war es nicht unangenehm kalt. Wenngleich auch Skarg, wie Rodney, vermutlich eine etwas wärmere Umgebung vorgezogen hätte.
Der Wraith blickte sich kurz um und ließ die neue Umgebung auf sich wirken. Er tat einen tiefen Atemzug und ließ die frische, saubere Luft einen Moment auf sich wirken. Die initiale Sicherung der Umgebung wurde ohnehin durch John und den beiden Marines durchgeführt und Skarg war zunächst eher im Hintergrund. Er hatte ja auch keine Waffe und in seiner aktuellen geschwächten Form war er auch durchaus froh, wenn es nicht zu einem körperlichen Zweikampf kommen musste. Aber bislang sah alles sicher und ungefährlich aus. Und McKay stand ebenfalls noch aufrecht. Noch. Johns Wut war deutlich zu sehen – und für den Außerirdischen auch zu spüren. Die Zurechtweisung von Rodney ließ nicht lange auf sich warten. Noch während Skarg etwas Abstand zwischen sich und das Gate brachte und sich das Tor hinter ihm deaktivierte, durchsägte Sheppards Einlauf die bislang ruhige Umgebung.
Moss und MacMillan sicherten die Umgebung. MacMillan blickte kurz zu dem etwas blass wirkenden Wraith und sein Gesichtsausdruck verriet, dass er wohl überprüfen wollte, ob alles in Ordnung war. Ein kurzes Nicken des Alien bestätigte, dass alles in Ordnung war. In der Nähe des DHD blieb Skarg dann zunächst stehen und ließ die Situation zunächst stumm auf sich wirken. John war inzwischen schon dabei, den armen Rodney, der seine Ausrüstung und Jacke komplett chaotisch zusammengestellt hatte, am Rucksack Richtung DHD zu schleifen. Dass der Wissenschaftler dabei nicht den Bodenkontakt verlor, war geradezu verblüffend. Die mentalen Fähigkeiten des Wraith spürten, wie sehr es in John bebte. Obwohl ein Blick in das Gesicht des Teamführers ebenfalls Bände sprach.
Als John und Rodney am DHD bei Skargs aktuellem Standort angekommen waren, fiel dem Außerirdischen ebenfalls auf, dass der Gurt von McKays Waffe völlig verdreht war und sicherlich früher oder später zu Schulterproblemen führen würde. Wortlos machte Skarg einen Schritt näher auf den Wissenschaftler zu und entwirrte mit zwei Fingern den Gurt an Rodneys Schulter, sodass dieser zumindest wieder auf seiner breiten, gepolsterten und nicht schneidenden Seite auflag. Nach der schnellen Entwirrung brachte Skarg wieder einen Schritt mehr 'Sicherheitsabstand' zwischen sich und dem John-Rodney-Gespann und verschränkte seine Arme auf dem Rücken.
"Mh ... ist vielleicht eine blöde Frage", meinte der Wraith schließlich mit seiner zwar etwas fremdartigen, aber dennoch ruhig und recht entspannt klingenden Stimme. "Wenn man ein Stargate bewegt, ändert sich die Adresse, weil das Wahlsystem nicht DHD, sondern positionsabhängig codiert ist, ja?", fragte er schließlich, auch, um etwas von dem Ärgernis-Thema abzulenken und vielleicht ein bisschen Ruhe auszustrahlen. "Hat sich jemand schon die neue Adresse von Atlantis notiert?". Er blickte in die Runde. Vermutlich hatte John oder Rodney das schon getan. Und selbst wenn nicht, wäre das wohl kein Problem, da Atlantis bei Ausbleiben einer Rückmeldung selbst wieder periodisch einen Kontakt zur Zielwelt herstellte. So oder so war das alles hier wohl kein Problem. Aber zumindest wäre es interessant zu wissen, ob Rodney überhaupt die Möglichkeit hatte, jetzt spontan wieder zurückzukehren.
"Ich hab' mir nur die Sequenz zu diesem Gate hier gemerkt … naja, glaube ich … mein Gehirn ist gerade ein wenig auf Sparflamme.“, er zuckte mit den Schultern und schmunzelte kurz.
Bei den Menschen auf Atlantis verlief äußerst selten etwas genau nach Plan. Ein gewisses Improvisationstalent war im Grunde ein ständiger Begleiter. Das wusste inzwischen sogar der Außerirdische. Entsprechend war der Wraith kaum überrascht, als selbst vor dem eigentlichen Missionsstart schon eine gewisse Änderung am eigentlichen Plan erforderlich wurde. Obwohl: Eine gewisse Überraschung über Rodneys unerwarteten Drang, sich durch das Stargate in fremdes Territorium zu stürzen, machte sich doch ein wenig breit. Vor allem, weil Skarg den Wissenschaftler definitiv nicht so waghalsig eingeschätzt hätte. Doch vielleicht würde sich die Situation auf der anderen Seite des Gates noch aufklären.
Die notwendige Planänderung betraf aktuell auch lediglich die Positionen der Teammitglieder. Skarg nickte kurz auf Johns Befehl und fand sich entsprechend hinter Moss und MacMillan – nahe des Zweiteren – ein, als er das Gate passierte. Der Gang durch den Ereignishorizont fühlte sich an, als würde man eine Tür passieren. Spontan fiel auch Skarg der Temperaturunterschied und die Luftveränderung auf, als er auf der anderen Seite herauskam. Die Uniformbekleidung der Menschen war auch nicht ganz so warm, wie die eher lederartige traditionelle Bekleidungsform der Wraith, die Skarg für sich irgendwie übernommen hatte. Bekleidungsarten hatten schließlich auch ein wenig mit der Biologie, der Klimazone und den Bedürfnissen einer Spezies zu tun. Daher war es wohl kein Wunder, dass sich Skarg darin immer am wohlsten fühlte. Aber die Uniformbekleidung würde wohl auch funktionieren. Zumindest war es nicht unangenehm kalt. Wenngleich auch Skarg, wie Rodney, vermutlich eine etwas wärmere Umgebung vorgezogen hätte.
Der Wraith blickte sich kurz um und ließ die neue Umgebung auf sich wirken. Er tat einen tiefen Atemzug und ließ die frische, saubere Luft einen Moment auf sich wirken. Die initiale Sicherung der Umgebung wurde ohnehin durch John und den beiden Marines durchgeführt und Skarg war zunächst eher im Hintergrund. Er hatte ja auch keine Waffe und in seiner aktuellen geschwächten Form war er auch durchaus froh, wenn es nicht zu einem körperlichen Zweikampf kommen musste. Aber bislang sah alles sicher und ungefährlich aus. Und McKay stand ebenfalls noch aufrecht. Noch. Johns Wut war deutlich zu sehen – und für den Außerirdischen auch zu spüren. Die Zurechtweisung von Rodney ließ nicht lange auf sich warten. Noch während Skarg etwas Abstand zwischen sich und das Gate brachte und sich das Tor hinter ihm deaktivierte, durchsägte Sheppards Einlauf die bislang ruhige Umgebung.
Moss und MacMillan sicherten die Umgebung. MacMillan blickte kurz zu dem etwas blass wirkenden Wraith und sein Gesichtsausdruck verriet, dass er wohl überprüfen wollte, ob alles in Ordnung war. Ein kurzes Nicken des Alien bestätigte, dass alles in Ordnung war. In der Nähe des DHD blieb Skarg dann zunächst stehen und ließ die Situation zunächst stumm auf sich wirken. John war inzwischen schon dabei, den armen Rodney, der seine Ausrüstung und Jacke komplett chaotisch zusammengestellt hatte, am Rucksack Richtung DHD zu schleifen. Dass der Wissenschaftler dabei nicht den Bodenkontakt verlor, war geradezu verblüffend. Die mentalen Fähigkeiten des Wraith spürten, wie sehr es in John bebte. Obwohl ein Blick in das Gesicht des Teamführers ebenfalls Bände sprach.
Als John und Rodney am DHD bei Skargs aktuellem Standort angekommen waren, fiel dem Außerirdischen ebenfalls auf, dass der Gurt von McKays Waffe völlig verdreht war und sicherlich früher oder später zu Schulterproblemen führen würde. Wortlos machte Skarg einen Schritt näher auf den Wissenschaftler zu und entwirrte mit zwei Fingern den Gurt an Rodneys Schulter, sodass dieser zumindest wieder auf seiner breiten, gepolsterten und nicht schneidenden Seite auflag. Nach der schnellen Entwirrung brachte Skarg wieder einen Schritt mehr 'Sicherheitsabstand' zwischen sich und dem John-Rodney-Gespann und verschränkte seine Arme auf dem Rücken.
"Mh ... ist vielleicht eine blöde Frage", meinte der Wraith schließlich mit seiner zwar etwas fremdartigen, aber dennoch ruhig und recht entspannt klingenden Stimme. "Wenn man ein Stargate bewegt, ändert sich die Adresse, weil das Wahlsystem nicht DHD, sondern positionsabhängig codiert ist, ja?", fragte er schließlich, auch, um etwas von dem Ärgernis-Thema abzulenken und vielleicht ein bisschen Ruhe auszustrahlen. "Hat sich jemand schon die neue Adresse von Atlantis notiert?". Er blickte in die Runde. Vermutlich hatte John oder Rodney das schon getan. Und selbst wenn nicht, wäre das wohl kein Problem, da Atlantis bei Ausbleiben einer Rückmeldung selbst wieder periodisch einen Kontakt zur Zielwelt herstellte. So oder so war das alles hier wohl kein Problem. Aber zumindest wäre es interessant zu wissen, ob Rodney überhaupt die Möglichkeit hatte, jetzt spontan wieder zurückzukehren.
"Ich hab' mir nur die Sequenz zu diesem Gate hier gemerkt … naja, glaube ich … mein Gehirn ist gerade ein wenig auf Sparflamme.“, er zuckte mit den Schultern und schmunzelte kurz.
Grafik generiert mit Flux Realistic AI Model & nachbearbeitet in Affinity
- Rodney McKay
- Wissenschaftlicher Leiter Atlantis, Teammitglied SGA-1
- Beiträge: 132
- Registriert: 24.09.2011, 09:30
Natürlich war es Rodney nicht entgangen, dass inzwischen noch weitere Personen durch das Tor gekommen waren, auch wenn er weiterhin mit seinem Reisverschluss zugange war. Zum einen hatte er die leichte Wellenbildung auf dem Ereignishorizont aus dem Augenwinkel wahrnehmen können. Zum anderen waren da auch noch die ihm durchaus vertrauten Geräusche, die das Vorgehen und natürlich auch die Klarmeldungen der mit ihren Waffen rumfuchtelnden Offiziere beinhalteten.
Gott, mussten diese Soldaten immer so übervorsichtig sein?? Für einen winzigen Moment dachte der Kanadier darüber nach diesen Muskelprotzen entgegen zu rufen, dass sie sich den einstudierten Tango sparen konnte, da sie eh alleine waren. Aber er verkniff es sich. Nicht weil er befürchtete, denn Marines damit auf die Füße zu treten. Nein, das alleine hätte ihn nicht im Geringsten gestört. Was hatte er denn sonst schon mit diesen Kerlen zu tun? Nichts, da sich ihre jeweiligen „natürlichen Lebensräume“ auf Atlantis grundlegend voneinander unterschieden.
Allerdings gab es da noch diese eine andere Person, die auf einem etwas anderen Blatt stand, als diese Jungs von der Ersatzbank: John Sheppard.
Da Rodney die Laune seines Teamleiters noch absolut nicht einschätzen konnte, war es vermutlich das cleverere Vorgehen die Klappe zu halten... vorerst. Auch wenn es ihm durchaus nicht leicht fiel. Immerhin hatte dieser verdammte Planet hier in der Datenbank auf Atlantis gestanden. Zwar nicht gerade mit vielen begleitenden Informationen, allerdings auch nicht mit irgendwelchen Warnhinweisen. Außerdem hatte es ja auch schon eine Vorhut gegeben. Wäre man dabei auf hungrige Raubkatzen oder noch größere Fleischfresser getroffen - Dinosaurier zum Beispiel und das war kein Witz, in ihrem ersten Jahr in Pegasus waren sie tatsächlich einmal über eine Art Monster-Echsen gestolpert! – hätte man sicher nicht ein gerade mal vierköpfiges Team, inklusive einem verdammt hungrigen Wraith, zu Fuß hierhergeschickt…
Stimmt! Wieso hatten sie eigentlich keinen Jumper dabei?! Mit den Dingern wäre es nicht nur wesentlich angenehmer nach den Riesenfaultieren zu suchen, immerhin hatten sie die Sensoren und konnten gemütlich im temperierten Innenraum des Fluggefährts sitzen, während ringsherum Herbststürme die letzten farbigen Blätter von den Bäumen zerrten! DAS wäre doch das mit Abstand sinnvollste gewe… oh… na gut, vielleicht auch nicht. Vermutlich wäre es alles andere als taktvoll, Sheppard direkt auf seiner ersten Mission nach diesem ganzen Desaster vorzuführen was er selbst nicht mehr leisten konnte…
Dieser Gedankengang ließ den Physiker für einen winzigen Augenblick innehalten. Und ihm Anschluss umso mehr zusammenzucken, als er plötzlich von einem gewissen Colonel von der Seite her angeblafft wurde. Dabei riss Rodney unbeabsichtigt so ungünstig an seinem Reisverschluss, dass dieser sich im Übergang zum Kragen komplett verkantete…
Gedanklich direkt diverse Flüche vor sich hin grummelnd, nahm Rodney auch die zweite Hand zur Hilfe und versuchte nun in beide Richtungen an dem Schieber zu zerren, in der Hoffnung diesen wieder freizukriegen. Johns Gezeter direkt neben sich ignorierte er dabei. Denn jetzt gerade in diesem Moment stellten die Risiken einer bakteriellen Tonsillitis oder auch Bronchitis in seinem Kopf noch immer ein größeres Problem dar, als die wahnwitzigen Horrorszenarien und Drohungen, die sein Teamleiter so Wortgewand ausformulierte. Erst als John ihn am Rucksack packte und regelrecht mit sich zerrte, konnte der Kanadier seine Ignorier-Taktik einfach nicht mehr fortsetzten.
„Was zur Hölle… Sheppard! Wollen Sie mir die Schulter auskugeln?! Oder lieber gleich das Rückgrat brechen?! Verdammt nochmal, lassen Sie gefälligst los!“
Rodney gab sich durchaus Mühe sich gegen Sheppard zu stemmen und eben nicht in Richtung DHD mitgezogen zu werden. Allerdings wenn überhaupt nur mit mäßigem Erfolg. Nicht nur, dass der Colonel die letzte Zeit eindeutig mehr in sein Training investiert hatte, der überschwere und leider auch nicht unbedingt ausbalanciert gepackte Rucksack auf seinem Rücken, tat sein Übriges... Der Wissenschaftler konnte daher letzten Endes nichts weiter tun als zu versuchen zumindest auf den eigenen zwei Beinen zu bleiben, während er von seinem Teamleiter ohne jegliche Rücksichtnahme in Richtung des Sternentores gezerrt wurde.
„Für was für einen Idioten halten Sie mich! Elizabeth ist selbstverständlich vollumfänglich über die Notwendigkeit meiner Teilnahme an dieser Mission informiert! Haben Sie Ihre Mails etwa nicht gelesen?!“, erwiderte der Physiker noch, gerade als sie beim DHD ankamen und Sheppard endlich von ihm abließ. Der Bluff war vielleicht etwas gewagt, aber was sonst sollte er schon tun? Mit etwas Glück laß Dr. Weir gerade jetzt durch seine Mail durch und würde John diese Behauptung bestätigen. Auch wenn es natürlich bisher keine Nachricht an den Colonel gegeben hatte.
Von dem grundsätzlichen Umgang mit ihm noch immer deutlich angepisst, richtete Rodney sich mit einem klaren Ausdruck von Empörung im Gesicht wieder in eine halbwegs gerade Haltung auf. Unbewusst nahm er einen kräftigeren Atemzug, in direkter Vorbereitung darauf dem derzeit die Führungsposition innehabendem Offizier ordentlich die Meinung zu diesem Rumgeschubse zu geigen, als Skarg plötzlich eine Frage einwarf und den Physiker damit in gewisser Hinsicht aus dem Konzept brachte.
Rodneys Blick wandte sich bereits automatisch in Richtung des Wraith. Mit großen Augen sah er den Vertreter der Spezies, mit der sie sich eigentlich in einer Art intergalaktischem Krieg befanden, für vielleicht drei Sekunden an. Dann überschrieb der „Besserwisser“ in ihm eindeutig den „angepissten“ Physiker… oder so ähnlich.
„Die Adresse notiert?? Ich habe die neuen Koordinaten eigenständig berechnet!“, begann Rodney in dezent überheblichem Tonfall, auch wenn eine kleine Stimme in seinem Kopf ihn nebenher darauf hinwies, dass ein Teil der Berechnungen eigentlich von den Servern auf Atlantis vorgenommen wurde.
Genau genommen sogar ein etwas „größerer“ Teil… Okay, gut, vielleicht waren es auch um die 90%, wenn man davon ausging, dass die fehlenden 10% die Spezifizierung und Formulierung des Rechenauftrags an die Systeme darstellte. Aber DAS hatte er komplett alleine gemacht! – Solang man Zelenka nicht mitzählte… ach ja und wie hieß nochmal dieses junge Mädel? Braune lange Haare, tatsächlich ziemlich groß – rein körperlich betrachtet, sonderlich auffällig war sie trotzdem nicht, sonst hätte er es sicher geschafft sich ihren Namen zu merken. Aber ja, die war auch mal mit an den Systemen zugange gewesen, während sie wiederholt die Spezifikationen anpassen mussten, um die Besonderheiten der Subraumverwerfung irgendwie in den Gleichungen unterzubringen. Das war schon echt frustrierend gewesen. Auf einem regulären Planeten hätte die Berechnung der neuen Koordinaten nicht mehr als ein paar Stunden in Anspruch genommen. Aber Sheppard hatte sie ja ausgerechnet hierher gebracht, in den äußersten Randbereich der Pegasus-Galaxie! Und noch dazu eine Ecke, die bereits dabei war - Sternesystem für Sternesystem - mit der Andromeda-Galaxie zu verschmelzen… Als hätten sie nicht schon genügend andere Probleme! Nein, jetzt mussten sie auch noch zusehen, wie sie Subraumanomalien bei der Bedienung des Sternentores berücksichtigten. Und er wollte sich gar nicht ausmalen, was das im Bezug auf die Rapiditas oder jegliche anderen interstellar flugtauglichen Schiffe bedeutete… Egal ob bei den Sublicht- oder Hyperraumtriebwerken, da würde auch nochmal ein ordentliches Stück Arbeit auf sie zukommen.
Aber naja, immerhin konnten sie sich momentan recht sicher sein, dass die Wraith wohl eher nicht zufällig über ihren neuen Aufenthaltsort stolpern würden. Nein, auf diesem neuen Heimatplaneten waren sie zur Abwechslung mal tatsächlich sicher! Es sei denn die Andromeda-Galaxie lieferte ihnen noch einen weiteren Erzfeind… Erst die Goa’Uld und die Ori in der Milchstraße… die Wraith in Pegasus… Vielleicht waren es dann ja zur Abwechslung mal radioaktive Monsterinsekten in Andromeda? Oder sowas wie die Borg aus Star Trek. Das wäre doch mal eine Abwechslung! … Oder nicht, immerhin hatten sie ja schon die Replikatoren… Aber halt, er hatte die Frage von Skarg ja noch gar nicht richtig beantwortet.
Obwohl Rodneys Gedankenkarussell einen sehr umfangreichen Eindruck machte, waren in der Realität nur Sekunden vergangen, ehe er sich erneut an Skarg wandte. Dieses Mal begleitete er seine Worte auch in typischer McKay-Manier mit diversen Handgesten.
„Ein DHD ist viel, viel mehr als eine einfache Wählscheibe bei einem alten Telefon! Das gilt für die Version auf Atlantis ebenso wie auf jedem anderen Planeten dieser Galaxie und darüber hinaus, halt überall wo die Antiker ihr Tor-Netzwerk installiert haben – falls Milchstraße und Pegaus da nicht die einzigen sein sollten. Es handelt sich vielmehr um eine räumliche Koordinatenmatrix. Die Symbole auf dem Ring sind lokale Sternenbilder, anhand derer Punkte im dreidimensionalen Raum definiert werden. Sie bilden quasi die Ecken eines gigantischen kosmischen Würfels. Da wo sich die Linien schneiden – voilá – ist das Ziel!
Indem wir Atlantis einmal quer durch die Galaxie geschickt haben, haben wir die Adressmatrix im DHD komplett über den Haufen geworfen! Allerdings ist die vorhandene Programmierung schon ziemlich gut, immerhin berücksichtigt sie auch die sich über Jahrtausende ergebenden Positionsveränderungen der Sterne und Planeten. Viel mehr noch, sämtliche DHD sind untereinander vernetzt und versorgen sich gegenseitig regelmäßig mit Updates! Wir sind noch nicht so ganz dahinter gekommen wie, denn diese Update-Funktion scheint auch dann zu funktionieren, wenn keine reguläre Tornutzung stattfindet. Es scheint sich also eher um eine Art stilles Hintergrundnetzwerk zu handeln, dass nicht auf eine tatsächliche Verbindungsaufbau zwischen zwei Toren zum Datenaustausch angewiesen ist – aber da arbeiten wir noch dran. Jedenfalls war es gar nicht so einfach unser DHD anhand unserer eigenen Berechnungen wieder soweit zu bringen, dass es sich in dieses ‚Hintergrundnetzwerk‘ einklinken konnte, um nicht nur die aktuellen Standortdaten der anderen Tore sondern auch die eigenen, neuen Koordinaten darin zu kommunizieren. Das Ganze hat uns drei Tage gekostet… und das letztendlich nur wegen dieser Subraumverwerfung, die unsere nette kleine Ecke der Galaxie umgibt! Aber gut, es hat letztendlich geklappt. Sonst wären wir jetzt nicht hier.“
Und somit auch nicht in einer Position, in der man nach einem geeigneten "Wraith-Imbiss" für ihren neuen Freund suchen konnte... Das war eine Option, die Rodney sich tatsächlich ungerne vorstellen wollte. Wraith waren an sich schon durchaus... "beunruhigende" Wesen, insbesonders in direkter Gesellschaft. Hunrige Wraith setzten dem Ganzen nochmal einen deutlich erhöhten Creepy-Faktor auf. Er wusste auch noch nicht so wirklich, was sie mit Skarg anfangen sollten, wenn sie keine, für seine "Diät" geeignete alternative Nahrungsquelle auftreiben konnten.
Es war auch echt nicht so, dass er grundlegend etwas gegen diesen Wraith hatte. Er war während dem Flug ja schon durchaus nützlich gewesen... und hatte daher bewiesener Weise ordentlich etwas auf dem Kasten. Abgesehen davon, wenn Sam Carter mit ihm zusammenarbeiten konnte, ohne bei jeder Bewegung von diesem Kerl zusammen zu zucken, dann konnte er selbst das ja wohl auch!
Gott, mussten diese Soldaten immer so übervorsichtig sein?? Für einen winzigen Moment dachte der Kanadier darüber nach diesen Muskelprotzen entgegen zu rufen, dass sie sich den einstudierten Tango sparen konnte, da sie eh alleine waren. Aber er verkniff es sich. Nicht weil er befürchtete, denn Marines damit auf die Füße zu treten. Nein, das alleine hätte ihn nicht im Geringsten gestört. Was hatte er denn sonst schon mit diesen Kerlen zu tun? Nichts, da sich ihre jeweiligen „natürlichen Lebensräume“ auf Atlantis grundlegend voneinander unterschieden.
Allerdings gab es da noch diese eine andere Person, die auf einem etwas anderen Blatt stand, als diese Jungs von der Ersatzbank: John Sheppard.
Da Rodney die Laune seines Teamleiters noch absolut nicht einschätzen konnte, war es vermutlich das cleverere Vorgehen die Klappe zu halten... vorerst. Auch wenn es ihm durchaus nicht leicht fiel. Immerhin hatte dieser verdammte Planet hier in der Datenbank auf Atlantis gestanden. Zwar nicht gerade mit vielen begleitenden Informationen, allerdings auch nicht mit irgendwelchen Warnhinweisen. Außerdem hatte es ja auch schon eine Vorhut gegeben. Wäre man dabei auf hungrige Raubkatzen oder noch größere Fleischfresser getroffen - Dinosaurier zum Beispiel und das war kein Witz, in ihrem ersten Jahr in Pegasus waren sie tatsächlich einmal über eine Art Monster-Echsen gestolpert! – hätte man sicher nicht ein gerade mal vierköpfiges Team, inklusive einem verdammt hungrigen Wraith, zu Fuß hierhergeschickt…
Stimmt! Wieso hatten sie eigentlich keinen Jumper dabei?! Mit den Dingern wäre es nicht nur wesentlich angenehmer nach den Riesenfaultieren zu suchen, immerhin hatten sie die Sensoren und konnten gemütlich im temperierten Innenraum des Fluggefährts sitzen, während ringsherum Herbststürme die letzten farbigen Blätter von den Bäumen zerrten! DAS wäre doch das mit Abstand sinnvollste gewe… oh… na gut, vielleicht auch nicht. Vermutlich wäre es alles andere als taktvoll, Sheppard direkt auf seiner ersten Mission nach diesem ganzen Desaster vorzuführen was er selbst nicht mehr leisten konnte…
Dieser Gedankengang ließ den Physiker für einen winzigen Augenblick innehalten. Und ihm Anschluss umso mehr zusammenzucken, als er plötzlich von einem gewissen Colonel von der Seite her angeblafft wurde. Dabei riss Rodney unbeabsichtigt so ungünstig an seinem Reisverschluss, dass dieser sich im Übergang zum Kragen komplett verkantete…
Gedanklich direkt diverse Flüche vor sich hin grummelnd, nahm Rodney auch die zweite Hand zur Hilfe und versuchte nun in beide Richtungen an dem Schieber zu zerren, in der Hoffnung diesen wieder freizukriegen. Johns Gezeter direkt neben sich ignorierte er dabei. Denn jetzt gerade in diesem Moment stellten die Risiken einer bakteriellen Tonsillitis oder auch Bronchitis in seinem Kopf noch immer ein größeres Problem dar, als die wahnwitzigen Horrorszenarien und Drohungen, die sein Teamleiter so Wortgewand ausformulierte. Erst als John ihn am Rucksack packte und regelrecht mit sich zerrte, konnte der Kanadier seine Ignorier-Taktik einfach nicht mehr fortsetzten.
„Was zur Hölle… Sheppard! Wollen Sie mir die Schulter auskugeln?! Oder lieber gleich das Rückgrat brechen?! Verdammt nochmal, lassen Sie gefälligst los!“
Rodney gab sich durchaus Mühe sich gegen Sheppard zu stemmen und eben nicht in Richtung DHD mitgezogen zu werden. Allerdings wenn überhaupt nur mit mäßigem Erfolg. Nicht nur, dass der Colonel die letzte Zeit eindeutig mehr in sein Training investiert hatte, der überschwere und leider auch nicht unbedingt ausbalanciert gepackte Rucksack auf seinem Rücken, tat sein Übriges... Der Wissenschaftler konnte daher letzten Endes nichts weiter tun als zu versuchen zumindest auf den eigenen zwei Beinen zu bleiben, während er von seinem Teamleiter ohne jegliche Rücksichtnahme in Richtung des Sternentores gezerrt wurde.
„Für was für einen Idioten halten Sie mich! Elizabeth ist selbstverständlich vollumfänglich über die Notwendigkeit meiner Teilnahme an dieser Mission informiert! Haben Sie Ihre Mails etwa nicht gelesen?!“, erwiderte der Physiker noch, gerade als sie beim DHD ankamen und Sheppard endlich von ihm abließ. Der Bluff war vielleicht etwas gewagt, aber was sonst sollte er schon tun? Mit etwas Glück laß Dr. Weir gerade jetzt durch seine Mail durch und würde John diese Behauptung bestätigen. Auch wenn es natürlich bisher keine Nachricht an den Colonel gegeben hatte.
Von dem grundsätzlichen Umgang mit ihm noch immer deutlich angepisst, richtete Rodney sich mit einem klaren Ausdruck von Empörung im Gesicht wieder in eine halbwegs gerade Haltung auf. Unbewusst nahm er einen kräftigeren Atemzug, in direkter Vorbereitung darauf dem derzeit die Führungsposition innehabendem Offizier ordentlich die Meinung zu diesem Rumgeschubse zu geigen, als Skarg plötzlich eine Frage einwarf und den Physiker damit in gewisser Hinsicht aus dem Konzept brachte.
Rodneys Blick wandte sich bereits automatisch in Richtung des Wraith. Mit großen Augen sah er den Vertreter der Spezies, mit der sie sich eigentlich in einer Art intergalaktischem Krieg befanden, für vielleicht drei Sekunden an. Dann überschrieb der „Besserwisser“ in ihm eindeutig den „angepissten“ Physiker… oder so ähnlich.
„Die Adresse notiert?? Ich habe die neuen Koordinaten eigenständig berechnet!“, begann Rodney in dezent überheblichem Tonfall, auch wenn eine kleine Stimme in seinem Kopf ihn nebenher darauf hinwies, dass ein Teil der Berechnungen eigentlich von den Servern auf Atlantis vorgenommen wurde.
Genau genommen sogar ein etwas „größerer“ Teil… Okay, gut, vielleicht waren es auch um die 90%, wenn man davon ausging, dass die fehlenden 10% die Spezifizierung und Formulierung des Rechenauftrags an die Systeme darstellte. Aber DAS hatte er komplett alleine gemacht! – Solang man Zelenka nicht mitzählte… ach ja und wie hieß nochmal dieses junge Mädel? Braune lange Haare, tatsächlich ziemlich groß – rein körperlich betrachtet, sonderlich auffällig war sie trotzdem nicht, sonst hätte er es sicher geschafft sich ihren Namen zu merken. Aber ja, die war auch mal mit an den Systemen zugange gewesen, während sie wiederholt die Spezifikationen anpassen mussten, um die Besonderheiten der Subraumverwerfung irgendwie in den Gleichungen unterzubringen. Das war schon echt frustrierend gewesen. Auf einem regulären Planeten hätte die Berechnung der neuen Koordinaten nicht mehr als ein paar Stunden in Anspruch genommen. Aber Sheppard hatte sie ja ausgerechnet hierher gebracht, in den äußersten Randbereich der Pegasus-Galaxie! Und noch dazu eine Ecke, die bereits dabei war - Sternesystem für Sternesystem - mit der Andromeda-Galaxie zu verschmelzen… Als hätten sie nicht schon genügend andere Probleme! Nein, jetzt mussten sie auch noch zusehen, wie sie Subraumanomalien bei der Bedienung des Sternentores berücksichtigten. Und er wollte sich gar nicht ausmalen, was das im Bezug auf die Rapiditas oder jegliche anderen interstellar flugtauglichen Schiffe bedeutete… Egal ob bei den Sublicht- oder Hyperraumtriebwerken, da würde auch nochmal ein ordentliches Stück Arbeit auf sie zukommen.
Aber naja, immerhin konnten sie sich momentan recht sicher sein, dass die Wraith wohl eher nicht zufällig über ihren neuen Aufenthaltsort stolpern würden. Nein, auf diesem neuen Heimatplaneten waren sie zur Abwechslung mal tatsächlich sicher! Es sei denn die Andromeda-Galaxie lieferte ihnen noch einen weiteren Erzfeind… Erst die Goa’Uld und die Ori in der Milchstraße… die Wraith in Pegasus… Vielleicht waren es dann ja zur Abwechslung mal radioaktive Monsterinsekten in Andromeda? Oder sowas wie die Borg aus Star Trek. Das wäre doch mal eine Abwechslung! … Oder nicht, immerhin hatten sie ja schon die Replikatoren… Aber halt, er hatte die Frage von Skarg ja noch gar nicht richtig beantwortet.
Obwohl Rodneys Gedankenkarussell einen sehr umfangreichen Eindruck machte, waren in der Realität nur Sekunden vergangen, ehe er sich erneut an Skarg wandte. Dieses Mal begleitete er seine Worte auch in typischer McKay-Manier mit diversen Handgesten.
„Ein DHD ist viel, viel mehr als eine einfache Wählscheibe bei einem alten Telefon! Das gilt für die Version auf Atlantis ebenso wie auf jedem anderen Planeten dieser Galaxie und darüber hinaus, halt überall wo die Antiker ihr Tor-Netzwerk installiert haben – falls Milchstraße und Pegaus da nicht die einzigen sein sollten. Es handelt sich vielmehr um eine räumliche Koordinatenmatrix. Die Symbole auf dem Ring sind lokale Sternenbilder, anhand derer Punkte im dreidimensionalen Raum definiert werden. Sie bilden quasi die Ecken eines gigantischen kosmischen Würfels. Da wo sich die Linien schneiden – voilá – ist das Ziel!
Indem wir Atlantis einmal quer durch die Galaxie geschickt haben, haben wir die Adressmatrix im DHD komplett über den Haufen geworfen! Allerdings ist die vorhandene Programmierung schon ziemlich gut, immerhin berücksichtigt sie auch die sich über Jahrtausende ergebenden Positionsveränderungen der Sterne und Planeten. Viel mehr noch, sämtliche DHD sind untereinander vernetzt und versorgen sich gegenseitig regelmäßig mit Updates! Wir sind noch nicht so ganz dahinter gekommen wie, denn diese Update-Funktion scheint auch dann zu funktionieren, wenn keine reguläre Tornutzung stattfindet. Es scheint sich also eher um eine Art stilles Hintergrundnetzwerk zu handeln, dass nicht auf eine tatsächliche Verbindungsaufbau zwischen zwei Toren zum Datenaustausch angewiesen ist – aber da arbeiten wir noch dran. Jedenfalls war es gar nicht so einfach unser DHD anhand unserer eigenen Berechnungen wieder soweit zu bringen, dass es sich in dieses ‚Hintergrundnetzwerk‘ einklinken konnte, um nicht nur die aktuellen Standortdaten der anderen Tore sondern auch die eigenen, neuen Koordinaten darin zu kommunizieren. Das Ganze hat uns drei Tage gekostet… und das letztendlich nur wegen dieser Subraumverwerfung, die unsere nette kleine Ecke der Galaxie umgibt! Aber gut, es hat letztendlich geklappt. Sonst wären wir jetzt nicht hier.“
Und somit auch nicht in einer Position, in der man nach einem geeigneten "Wraith-Imbiss" für ihren neuen Freund suchen konnte... Das war eine Option, die Rodney sich tatsächlich ungerne vorstellen wollte. Wraith waren an sich schon durchaus... "beunruhigende" Wesen, insbesonders in direkter Gesellschaft. Hunrige Wraith setzten dem Ganzen nochmal einen deutlich erhöhten Creepy-Faktor auf. Er wusste auch noch nicht so wirklich, was sie mit Skarg anfangen sollten, wenn sie keine, für seine "Diät" geeignete alternative Nahrungsquelle auftreiben konnten.
Es war auch echt nicht so, dass er grundlegend etwas gegen diesen Wraith hatte. Er war während dem Flug ja schon durchaus nützlich gewesen... und hatte daher bewiesener Weise ordentlich etwas auf dem Kasten. Abgesehen davon, wenn Sam Carter mit ihm zusammenarbeiten konnte, ohne bei jeder Bewegung von diesem Kerl zusammen zu zucken, dann konnte er selbst das ja wohl auch!
- John Sheppard
- Militärischer Leiter Atlantis, Teamleiter SGA-1
- Beiträge: 302
- Registriert: 19.06.2010, 16:55
Natürlich hatte John nicht vor Rodney den Rücken zu brechen, aber er würde seinen Kameraden auch nicht einfach gehen lassen. Sein Benehmen unentschuldbar. Wenn er etwas gegen seine Missionsplanung hatte, dann hätte er sich melden und nicht einfach wie ein Wahnsinniger durch das Tor gehen sollen. Inzwischen müsste McKay doch gelernt haben, dass Torreisen immer gefährlich sein konnten. Sie waren schon zu befreundeten Planeten gereist und hatten wenig später mitten in einem Feuergefecht gesteckt. Wenn man es nüchtern betrachtete, dann war Rodney schon doppelt so lange in das Stargate Programm eingeweiht wie er. Sein Kumpel war Carter und den anderen schon auf die Nerven gegangen, da hatte er sich noch auf Geheimmissionen befunden und hatte sich wenig später mit den Taliban in Afghanistan herumschlagen dürfen. Also müsste sein Kamerad es wirklich besser wissen. Außerdem hielt sich John eigentlich für einen Teamleiter, mit dem man reden konnte. Vielleicht hätte er Rodney dann sogar zumindest einen Teil seiner Beweggründe genannt. Er hätte ihm gewiss nicht alles gesagt und besonders nicht seine wahren Hintergedanken, aber vielleicht wäre es dann gar nicht zu dieser blöden Situation gekommen. Er wollte doch nur sicherstellen, dass er wieder ganz er selbst war, minus ATA-Fähigkeiten natürlich, bevor er wieder mit seinem richtigen Team loszog, Oder sorgte er damit erst recht dafür, dass die Leute in seiner Umgebung skeptisch wurden? Es konnte durchaus sein, aber er fühlte sich nicht wohl dabei bei seiner ersten Mission wieder unter den wachsamen Blick seines Teams zu stehen.
“Sein Sie froh, dass nur ich es bin, der da an ihrem Rucksack hängt.”, konterte John und spielte damit noch einmal deutlich darauf an, was alles hätte schief gehen können.
Die Ausrede mit der Mail kaufte er Rodney auch nicht im Geringsten ab, denn dann hätte er nicht wie ein verrückter Idiot durch das Tor marschieren müssen. Stattdessen hätte Elizabeth John bei ihrem kurzen Gespräch im Kontrollraum darauf hingewiesen, dass es noch eine Ergänzung für sein Team gab und McKay hätte sich ganz normal zu ihnen gesellen können. Da nichts dergleichen geschehen war, war John fest davon überzeugt, dass es vielleicht eine entsprechende Mail gab, aber dass Rodney sie so geschickt abgeschickt hatte, dass keiner von ihnen eine Möglichkeit hatte, sie vor dem Missionsstart zu lesen. Rodney wusste nur zu gut, dass er knapp eine Stunde vor einer Mission aufhörte seine Mails und Memos abzurufen, um sich ganz auf die abschließende Missionsvorbereitung zu konzentrieren. In dringenden Fällen war er natürlich per Funk oder persönlich erreichbar, aber sonst beschäftigte er sich hauptsächlich noch einmal mit den Aufklärungsdaten, der Kontrolle seiner Ausrüstung und falls nötig, auch der von Teammitgliedern, bevor er im letzten Schritt noch einmal mit Doktor Weir sprach. Vermutlich war das einer der wenigen Dinge, die sich infolge des Zwischenfalls nicht geändert hatten. Denn diese Genauigkeit bei der Missionvorbereitung war ihm schon vorher sehr wichtig gewesen.
“Natürlich, McKay. Und seltsamerweise hat der Mailserver die Nachricht verschluckt und erst jetzt zugestellt.”, schimpfte John und gab sich immer weniger Mühe seine Stimme möglichst ruhig und leise zu halten. Stattdessen schlich sich immer mehr ein Tonfall in seine Stimme, die jeden Drill Sergeant stolz machen würde. “Sie haben eine Minute, um... Was zum…?”
John hielt inne. Skargs Aktion mit McKays Waffengurt und seine Frage bezüglich der Anwahlkoordinaten von Atlantis kamen vollkommen unerwartet und nahmen John regelrecht den Wind aus den Segeln. Ohne noch etwas zu sagen stand er neben McKay und musste erst einmal wieder seine Gedanken ordnen. Natürlich kannten sie die Adresse, die sie für die Heimkehr benötigten. Knapp eine Woche nach dem Flug hatten sie die Gateoperationen wieder aufnehmen können. Nicht dass er auch nur im Geringsten in der Planung oder Ausführung dieser Missionen beteiligt gewesen war. Er hatte zu diesem Zeitpunkt noch mit Lungenentzündung, Hirnblutung, gebrochenen Rippen und einem entzündeten Bein auf der Krankenstation gelegen und war froh gewesen, wenn er es mal geschafft hatte länger als eine Viertelstunde am Stück wach zu bleiben. In der Zeit hatten Elizabeth, General O'Neill, Lorne und vermutlich auch Colonel Carter seine Aufgaben unter sich aufgeteilt, bis er sich nach und nach wieder selbst darum kümmern konnte. Der Weg war lang gewesen und es war sehr wahrscheinlich, dass er immer noch nicht abgeschlossen war. Immerhin wies sein EEG noch immer diese seltsamen Bursts auf und da er weiterhin nicht wieder mit der ATA-Technologie arbeiten konnte, war es sehr zu vermuten, dass immer noch leichte Nervenschäden vorlagen. Sie waren nicht stark genug, um ihn auch nur in einem von Carsons hunderten von Tests durchfallen zu lassen, aber eben doch stark genug, dass seine ATA-Fähigkeiten fort waren. Das alles hatte er diesem verdammten Flug und vermutlich auch diesen Subraumverwerfungen zu verdanken, über die Rodney gerade lautstark schimpfte.
Aber er hatte gewiss einen Grund dafür gehabt, dass er diesen Planeten gewählt hatten. Das Problem war nur, dass er keine Ahnung hatte, was seine Beweggründe gewesen waren. Er konnte sich immer noch nicht mit dieser Gedächtnislücke abfinden, besonders da sein Bauchgefühl ihm sagte, dass es etwas wichtiges gab, woran er sich erinnern müsste. Er hatte keine Ahnung, ob es mit dem Planeten zusammenhing, wo sie nun waren oder ob es noch andere Gründe gab, aber da war irgendetwas. Manchmal fühlte es sich so an, als wäre es fast in seiner Reichweite, aber er schaffte es nie danach zu greifen. Dabei wäre es sehr wichtig für die Expedition das endlich herauszufinden. Es war eine von Elizabeth ersten Fragen an ihn gewesen, nachdem sie das übliche ‘Wie geht es Ihnen?’, ‘Werden Sie bald wieder gesund.’-Geplänkel hinter sich gebracht hatten und selbst jetzt, acht Wochen später, konnte er nicht viel mehr sagen, als dass er keinen blassen Schimmer hatte.
Seine Theorie war, dass es bereits einen berechneten Kurs gegeben hatte, an den er sich hatte halten können und vielleicht sogar, dass Atlantis schon einmal auf diesem Planeten gewesen war. Eine weitere Möglichkeit war, dass die Subraumanomalie ihm eine Austrittspforte aus der Subraumblase geboten hatte oder dass er sich für einen Planeten entschieden hatte, wo sie, nun da sie, was die Energieversorgung von Atlantis betraf, erst einmal wieder genauso aufgeschmissen waren wie in ihrem ersten Jahr hier in der Pegasus-Galaxie, erst einmal nicht so schnell von irgendwelchen Raumschiffen attackiert werden konnten. Die Wraith würden es niemals durch die Verwerfungen schaffen und selbst die Ori würden es schwer haben, wenn sie denn irgendwann auf die Idee kommen sollten, ihre Fühler auch nach der Pegasus-Galaxie auszustrecken. Aber das war alles nur Theorie. Er wusste es einfach nicht.
Dafür wurde ihm eine andere Sache plötzlich mit so großer Stärke bewusst, dass es ihm fast den Atem verschlug. Es klang fast unmöglich und würde ihn irgendjemand darauf ansprechen, würde er es sofort leugnen, aber er hatte es vermisst neben Rodney zu stehen und ihm bei seinen unglaublich langen und häufig viel zu ausschweifenden Erklärungen zuzuhören. Es war eine Art von Normalität, die ihm in den letzten Wochen gefehlt hatte. Es war noch gar nicht lange her, dass er McKay angelogen hatte, was seine Fähigkeiten betraf und dass McKay und Elizabeth ihn schließlich in eine Falle gelockt hatten, um herauszufinden, was los war. Dabei war er zumindest zu diesem Zeitpunkt noch fest überzeugt gewesen, dass er nur etwas Zeit brauchte und bald alles wieder normal sein würde. Er hatte niemand einbeziehen und besonders auch niemand damit verletzen wollen. Leider hatte er genau das Gegenteil erreicht. Er hatte zuletzt so wenig mit McKay gesprochen wie noch nie. Aber jetzt stand McKay hier neben ihm und John realisierte immer mehr, was sein Freund mit dieser absolut halsbrecherischen Aktion sagen wollte, auch wenn er es, genauso wie John vermutlich niemals aussprechen würde. Ihm fehlten die gemeinsamen Missionen genauso wie John und er sehnte sich danach, dass sie endlich wieder ein Team wurden.
Zwischen der Position des Teamleiters, der so ein Verhalten nicht dulden konnte, und dem Freund, der sich danach sehnte, dass alles wieder normal wurde, hin und hergerissen biss sich John auf die Lippen und blickte zur Seite. Die Finsternis war schon längst aus seinen Augen gewichen. Stattdessen überlegte er ernsthaft, wie er McKay hierbehalten konnte. Aber wenn das Genie wirklich eine Mail geschrieben hatte, dann hatte er vielleicht eine passende Idee. Er war zwar immer noch nicht bereit McKay einfach gewähren zu lassen, aber er war auch nicht mehr darauf aus seinem Kumpel den Kopf abzureißen.
“In Ordnung, McKay. Wir wissen jetzt alle, dass wir die neuen Koordinaten für Atlantis nur Ihnen zu verdanken haben und dass Atlantis wieder im Telefonbuch der Pegasus-Galaxie steht. Jetzt erklären Sie mir lieber, was zum Teufel Sie sich bei dieser Aktion gedacht haben und wie ich Elizabeth davon überzeugen soll, dass sie Sie nicht geradewegs in die Brig wirft, wenn wir zurückkommen.”, meinte John, während sein Tonfall sich langsam von leicht genervt wieder zu wütend wandelte. Doch schon alleine die Tatsache, dass er von einer gemeinsamen Rückkehr sprach, sollte für seinen Freund Hinweis genug sein, dass er nicht mehr plante ihn mit einem Fußtritt durchs Tor zu schicken. Dafür schätzte er McKay, seine Anwesenheit und seine Freundschaft einfach doch zu sehr.
Erst dann wandte er sich an Skarg und verengte etwas die Augen. “Es tut mir leid, Skarg. Doktor Weir, General O’Neill und ich haben entschieden, dass Sie die Koordinaten für Atlantis erst erhalten werden, sobald Sie sich bewiesen haben.” Natürlich hatte er dagegen gestimmt. In seinen Augen hatte Skarg schon mit seiner tadellosen Mitarbeit beim Flug gezeigt, dass er ein wertvolles und vertrauenswürdiges Mitglied der Expedition war. Er hatte nach dem Zusammenbruch der Kommunikation auf der Rapiditas dafür gesorgt, dass wichtige Informationen weitergegeben werden und die Energieversorgung aufrechterhalten werden konnte. Hätte er auch nur im Geringsten der Expedition schaden wollen, dann hätte er Teyla falsche Informationen gegeben oder die Kommunikation gänzlich verweigert. Das hätte zwar bedeutet, dass Skarg, wenn alles schief lief, mit der Expedition sterben würde, aber es war nicht das erste Mal, dass die Wraith Selbstmord begingen, nur um ihre Ziele zu erreichen. Aber Elizabeth und O’Neill waren leider deutlich vorsichtiger und wenn Bates noch hier wäre, würde er ihm im schlimmsten Fall sogar wieder vorwerfen, dass er emotional zu involviert war. Dabei hatte er damit recht gehabt Teyla zu vertrauen und er war sich sicher, dass er sich auch bei Skarg nicht irrte. Er durfte die Koordinaten nicht an sein neuestes Teammitglied weitergeben, aber er würde gewiss nicht aktiv verhindern, dass Skarg einen Blick auf das DHD warf, während sie Atlantis anwählten.
“Sein Sie froh, dass nur ich es bin, der da an ihrem Rucksack hängt.”, konterte John und spielte damit noch einmal deutlich darauf an, was alles hätte schief gehen können.
Die Ausrede mit der Mail kaufte er Rodney auch nicht im Geringsten ab, denn dann hätte er nicht wie ein verrückter Idiot durch das Tor marschieren müssen. Stattdessen hätte Elizabeth John bei ihrem kurzen Gespräch im Kontrollraum darauf hingewiesen, dass es noch eine Ergänzung für sein Team gab und McKay hätte sich ganz normal zu ihnen gesellen können. Da nichts dergleichen geschehen war, war John fest davon überzeugt, dass es vielleicht eine entsprechende Mail gab, aber dass Rodney sie so geschickt abgeschickt hatte, dass keiner von ihnen eine Möglichkeit hatte, sie vor dem Missionsstart zu lesen. Rodney wusste nur zu gut, dass er knapp eine Stunde vor einer Mission aufhörte seine Mails und Memos abzurufen, um sich ganz auf die abschließende Missionsvorbereitung zu konzentrieren. In dringenden Fällen war er natürlich per Funk oder persönlich erreichbar, aber sonst beschäftigte er sich hauptsächlich noch einmal mit den Aufklärungsdaten, der Kontrolle seiner Ausrüstung und falls nötig, auch der von Teammitgliedern, bevor er im letzten Schritt noch einmal mit Doktor Weir sprach. Vermutlich war das einer der wenigen Dinge, die sich infolge des Zwischenfalls nicht geändert hatten. Denn diese Genauigkeit bei der Missionvorbereitung war ihm schon vorher sehr wichtig gewesen.
“Natürlich, McKay. Und seltsamerweise hat der Mailserver die Nachricht verschluckt und erst jetzt zugestellt.”, schimpfte John und gab sich immer weniger Mühe seine Stimme möglichst ruhig und leise zu halten. Stattdessen schlich sich immer mehr ein Tonfall in seine Stimme, die jeden Drill Sergeant stolz machen würde. “Sie haben eine Minute, um... Was zum…?”
John hielt inne. Skargs Aktion mit McKays Waffengurt und seine Frage bezüglich der Anwahlkoordinaten von Atlantis kamen vollkommen unerwartet und nahmen John regelrecht den Wind aus den Segeln. Ohne noch etwas zu sagen stand er neben McKay und musste erst einmal wieder seine Gedanken ordnen. Natürlich kannten sie die Adresse, die sie für die Heimkehr benötigten. Knapp eine Woche nach dem Flug hatten sie die Gateoperationen wieder aufnehmen können. Nicht dass er auch nur im Geringsten in der Planung oder Ausführung dieser Missionen beteiligt gewesen war. Er hatte zu diesem Zeitpunkt noch mit Lungenentzündung, Hirnblutung, gebrochenen Rippen und einem entzündeten Bein auf der Krankenstation gelegen und war froh gewesen, wenn er es mal geschafft hatte länger als eine Viertelstunde am Stück wach zu bleiben. In der Zeit hatten Elizabeth, General O'Neill, Lorne und vermutlich auch Colonel Carter seine Aufgaben unter sich aufgeteilt, bis er sich nach und nach wieder selbst darum kümmern konnte. Der Weg war lang gewesen und es war sehr wahrscheinlich, dass er immer noch nicht abgeschlossen war. Immerhin wies sein EEG noch immer diese seltsamen Bursts auf und da er weiterhin nicht wieder mit der ATA-Technologie arbeiten konnte, war es sehr zu vermuten, dass immer noch leichte Nervenschäden vorlagen. Sie waren nicht stark genug, um ihn auch nur in einem von Carsons hunderten von Tests durchfallen zu lassen, aber eben doch stark genug, dass seine ATA-Fähigkeiten fort waren. Das alles hatte er diesem verdammten Flug und vermutlich auch diesen Subraumverwerfungen zu verdanken, über die Rodney gerade lautstark schimpfte.
Aber er hatte gewiss einen Grund dafür gehabt, dass er diesen Planeten gewählt hatten. Das Problem war nur, dass er keine Ahnung hatte, was seine Beweggründe gewesen waren. Er konnte sich immer noch nicht mit dieser Gedächtnislücke abfinden, besonders da sein Bauchgefühl ihm sagte, dass es etwas wichtiges gab, woran er sich erinnern müsste. Er hatte keine Ahnung, ob es mit dem Planeten zusammenhing, wo sie nun waren oder ob es noch andere Gründe gab, aber da war irgendetwas. Manchmal fühlte es sich so an, als wäre es fast in seiner Reichweite, aber er schaffte es nie danach zu greifen. Dabei wäre es sehr wichtig für die Expedition das endlich herauszufinden. Es war eine von Elizabeth ersten Fragen an ihn gewesen, nachdem sie das übliche ‘Wie geht es Ihnen?’, ‘Werden Sie bald wieder gesund.’-Geplänkel hinter sich gebracht hatten und selbst jetzt, acht Wochen später, konnte er nicht viel mehr sagen, als dass er keinen blassen Schimmer hatte.
Seine Theorie war, dass es bereits einen berechneten Kurs gegeben hatte, an den er sich hatte halten können und vielleicht sogar, dass Atlantis schon einmal auf diesem Planeten gewesen war. Eine weitere Möglichkeit war, dass die Subraumanomalie ihm eine Austrittspforte aus der Subraumblase geboten hatte oder dass er sich für einen Planeten entschieden hatte, wo sie, nun da sie, was die Energieversorgung von Atlantis betraf, erst einmal wieder genauso aufgeschmissen waren wie in ihrem ersten Jahr hier in der Pegasus-Galaxie, erst einmal nicht so schnell von irgendwelchen Raumschiffen attackiert werden konnten. Die Wraith würden es niemals durch die Verwerfungen schaffen und selbst die Ori würden es schwer haben, wenn sie denn irgendwann auf die Idee kommen sollten, ihre Fühler auch nach der Pegasus-Galaxie auszustrecken. Aber das war alles nur Theorie. Er wusste es einfach nicht.
Dafür wurde ihm eine andere Sache plötzlich mit so großer Stärke bewusst, dass es ihm fast den Atem verschlug. Es klang fast unmöglich und würde ihn irgendjemand darauf ansprechen, würde er es sofort leugnen, aber er hatte es vermisst neben Rodney zu stehen und ihm bei seinen unglaublich langen und häufig viel zu ausschweifenden Erklärungen zuzuhören. Es war eine Art von Normalität, die ihm in den letzten Wochen gefehlt hatte. Es war noch gar nicht lange her, dass er McKay angelogen hatte, was seine Fähigkeiten betraf und dass McKay und Elizabeth ihn schließlich in eine Falle gelockt hatten, um herauszufinden, was los war. Dabei war er zumindest zu diesem Zeitpunkt noch fest überzeugt gewesen, dass er nur etwas Zeit brauchte und bald alles wieder normal sein würde. Er hatte niemand einbeziehen und besonders auch niemand damit verletzen wollen. Leider hatte er genau das Gegenteil erreicht. Er hatte zuletzt so wenig mit McKay gesprochen wie noch nie. Aber jetzt stand McKay hier neben ihm und John realisierte immer mehr, was sein Freund mit dieser absolut halsbrecherischen Aktion sagen wollte, auch wenn er es, genauso wie John vermutlich niemals aussprechen würde. Ihm fehlten die gemeinsamen Missionen genauso wie John und er sehnte sich danach, dass sie endlich wieder ein Team wurden.
Zwischen der Position des Teamleiters, der so ein Verhalten nicht dulden konnte, und dem Freund, der sich danach sehnte, dass alles wieder normal wurde, hin und hergerissen biss sich John auf die Lippen und blickte zur Seite. Die Finsternis war schon längst aus seinen Augen gewichen. Stattdessen überlegte er ernsthaft, wie er McKay hierbehalten konnte. Aber wenn das Genie wirklich eine Mail geschrieben hatte, dann hatte er vielleicht eine passende Idee. Er war zwar immer noch nicht bereit McKay einfach gewähren zu lassen, aber er war auch nicht mehr darauf aus seinem Kumpel den Kopf abzureißen.
“In Ordnung, McKay. Wir wissen jetzt alle, dass wir die neuen Koordinaten für Atlantis nur Ihnen zu verdanken haben und dass Atlantis wieder im Telefonbuch der Pegasus-Galaxie steht. Jetzt erklären Sie mir lieber, was zum Teufel Sie sich bei dieser Aktion gedacht haben und wie ich Elizabeth davon überzeugen soll, dass sie Sie nicht geradewegs in die Brig wirft, wenn wir zurückkommen.”, meinte John, während sein Tonfall sich langsam von leicht genervt wieder zu wütend wandelte. Doch schon alleine die Tatsache, dass er von einer gemeinsamen Rückkehr sprach, sollte für seinen Freund Hinweis genug sein, dass er nicht mehr plante ihn mit einem Fußtritt durchs Tor zu schicken. Dafür schätzte er McKay, seine Anwesenheit und seine Freundschaft einfach doch zu sehr.
Erst dann wandte er sich an Skarg und verengte etwas die Augen. “Es tut mir leid, Skarg. Doktor Weir, General O’Neill und ich haben entschieden, dass Sie die Koordinaten für Atlantis erst erhalten werden, sobald Sie sich bewiesen haben.” Natürlich hatte er dagegen gestimmt. In seinen Augen hatte Skarg schon mit seiner tadellosen Mitarbeit beim Flug gezeigt, dass er ein wertvolles und vertrauenswürdiges Mitglied der Expedition war. Er hatte nach dem Zusammenbruch der Kommunikation auf der Rapiditas dafür gesorgt, dass wichtige Informationen weitergegeben werden und die Energieversorgung aufrechterhalten werden konnte. Hätte er auch nur im Geringsten der Expedition schaden wollen, dann hätte er Teyla falsche Informationen gegeben oder die Kommunikation gänzlich verweigert. Das hätte zwar bedeutet, dass Skarg, wenn alles schief lief, mit der Expedition sterben würde, aber es war nicht das erste Mal, dass die Wraith Selbstmord begingen, nur um ihre Ziele zu erreichen. Aber Elizabeth und O’Neill waren leider deutlich vorsichtiger und wenn Bates noch hier wäre, würde er ihm im schlimmsten Fall sogar wieder vorwerfen, dass er emotional zu involviert war. Dabei hatte er damit recht gehabt Teyla zu vertrauen und er war sich sicher, dass er sich auch bei Skarg nicht irrte. Er durfte die Koordinaten nicht an sein neuestes Teammitglied weitergeben, aber er würde gewiss nicht aktiv verhindern, dass Skarg einen Blick auf das DHD warf, während sie Atlantis anwählten.
Der Wraith war sich ziemlich sicher, dass mindestens Sheppard wohl die Koordinaten für den Rückweg parat hatte. Er kannte John inzwischen gut genug, um zu wissen, dass dieser Mensch selbst in Extremsituationen einen fokussierten Verstand hatte, und insbesondere alle für eine Mission relevanten Dinge stets berücksichtigte. Und selbst wenn er es vergessen hätte: Der Außerirdische wusste inzwischen auch, dass Atlantis bei Überschreitung der vereinbarten Rückmeldezeit von sich aus eine Anwahl auf der letzten bekannten Zieladresse eines SGA-Teams ausführte. Im Ernstfall musste man also nur in der Nähe des Tores auf eben diesen warten, um dann per Funk eine Lösung für die Rückkehr zu finden. Dieses Prinzip war auch richtig und wichtig. Immerhin konnten unvorhergesehene Dinge – beispielsweise der Defekt eines Off-World-DHD – jederzeit einmal passieren. Diese eigentlich unnötige Frage zwischen dem laufenden Streit zu stellen, hatte jedoch erfolgreich das Ziel erreicht, dass John dem gerne vorlauten Wissenschaftler nicht direkt den Hals umdrehte. Was diese Mission sicher verzögert hätte. Was für Skarg definitiv schwierig gewesen wäre. Denn der Wraith brauchte wirklich dringend Nahrung. Das konnte vermutlich selbst ein Nichtmediziner darin bemerken, dass seine Hautfarbe wirklich ungewöhnlich blassgrün war und langsam eine gewisse Marmorierung durch durchschimmernde Äderchen annahm. Aufgrund des schwarzen Blutes eines Wraith waren Blutgefäße natürlich auch recht schnell sichtbar, wenn die restliche Hautfarbe blasser wurde. Außerdem würde er wohl niemals jemandem erzählen, wie viel Selbstbeherrschung er tatsächlich gerade brauchte, seine angeborenen Instinkte mental zu übertönen, die ihm die reichliche mögliche Lebenskraft der Menschen um ihn herum immer lauter in seine Wahrnehmung spülten. Aber er hatte sich unter Kontrolle. Er hatte genügend Zeit, zu lernen, mit diesen Effekten seiner Biologie umzugehen.
Die Frage hatte allerdings auch eine der berühmten McKay Monologe zufolge, welche Skarg ebenfalls schon häufiger (meist jedoch als stiller Beobachter) miterleben durfte. Er verschränkte seine Arme etwas hinter seinem Rücken, ungefähr in Hüfthöhe, und verkniff sich erfolgreich die Frage, ob denn wirklich Rodney alles berechnet hatte oder eher der Computer. Der Wraith entschloss sich aber, in dieser Situation besser nicht in ein Wespennest zu pieksen und lauschte daher dem Vortrag still und geduldig. Ein sanftes Grinsen huschte ihm aber kurz über die Lippen, als Rodney ihm das DHD erklärte. Witzigerweise war Skarg ein DHD vermutlich vertrauter, als die angesprochene 'Telefon Wählscheibe', die sich sicherlich auf irgendein menschliches Gerät bezog. Geduldig wartete der Außerirdische, bis der Wissenschaftler das letzte Wort seines Vortrages über die Lippen gebracht hatte, um dann schließlich mit einer gezielten Antwort zu zeigen, dass er solche Vorträge wohl eher nicht in dieser Ausführlichkeit brauchte.
"Die Algorithmen der Antiker zur Bestimmung von Gestirnspositionen sind äußerst effektiv und für eine reine Positionsbestimmung in einem vierdimensionalen Vektorraum lassen sich diese auch beeindruckend stark komprimieren. Jedes DHD hat für seine grundlegende Genauigkeit eine Art Himmelskörper-Simulator und einen sehr präzisen Timer, um zwischen den periodischen Aktualisierungen eine geringere Fehlerquote bei einer Anwahl zu haben und Verschiebungen durch Raum-Zeit-Varianzen auszugleichen. Was die Updates angeht: Es könnte eine Art Subraum-Kommunikation sein. In DHDs finden sich kleinere Varianten von Komponenten, die man auch in Subraum-Kommunikationsgeräten von Antikerschiffen finden kann. Der Verdacht liegt nahe, dass bei Toraktivität ein lokaler Energiepuffer geladen wird, welcher dann später genügend Energie für eine Subraum-Verbindung liefert, die wie ein Schneeballsystem mit einem anderen nahegelegenen DHD kommunizieren kann. Dieses leiten neue Daten dann wiederum an die nächsten, und so weiter. Ein Mysterium ist allerdings noch, wie manche Gates selbst auf eine Positionsänderung reagieren können und was passiert, wenn in einem sehr abgeschiedenen Bereich auf großer Distanz kein weiteres DHD als Relais verfügbar ist.", erklärte er also mit ruhiger Stimme und zeigte, dass er auch nicht auf den Kopf gefallen war.
"Ich würde ja noch auf eine Quantenphysische Komponente tippen. Quantenverschränkte Echtzeit-Kommunikation ohne Abhängigkeit von Distanz ist zwar aufgrund der Zustandsänderungen durch Messeffekte nicht ... mh ... realisierbar. Zumindest nicht mit dem, was wir wissen. Aber es würde mich nicht wundern, wenn die Antiker doch irgend eine Lösung in dieser Art gefunden hätten.", fügte er dann noch als Mutmaßung hinzu und zuckte kurz mit den Schultern.
"Es wäre mir ein Vergnügen, dieser Sache vielleicht irgendwann mit ihnen zusammen auf den Grund zu gehen, Rodney McKay.", bot er dann an.
Er drehte sich etwas zu Sheppard und grinste, wollte dem Teamleiter dann kurz noch erklären, warum er das überhaupt wusste.
"Die Wraith haben sich auch schon mit DHDs beschäftigt, ich habe darüber in den Datenbanken gelesen, von denen ich mein Wissen bezogen hatte. Ich habe irgendwann nach einer Möglichkeit gesucht, bei Nichtverwendung das Gate auf meinem Heimatplaneten zu sperren, um die Sicherheit zu erhöhen, aber es so aussehen zu lassen, als wäre das Tor defekt oder nicht vorhanden. Herauswählen und aktiviert lassen, wäre zu auffällig gewesen. Leider bin ich jedoch nicht auf eine Lösung gekommen und habe den Gedanken dann abgeschrieben, da ich auch kein Risiko eingehen wollte, das DHD zu zerstören.", erklärte er dann kurz. Er atmete einmal tief durch und rieb sich dann kurz die Augen. Nein, Gedankenakrobatik war unter Mangelernährung definitiv keine gute Idee.
Sheppard erklärte ihm indes, warum er nichts davon mitbekommen hatte, dass sie die neuen Koordinaten von Atlantis durchaus wussten und nur entschieden hatten, ihm diese nicht mitzuteilen. Zugegeben, ein bisschen schade war es schon, diese Information zu erhalten. Es bedeutete, dass Skarg immer noch kein vollstes Vertrauen genoss. Aber andererseits - rein logisch betrachtet und nicht emotional - konnte der Wraith es verstehen. Weshalb er verständnisvoll nickte.
"Danke für ihre Offenheit diesbezüglich. Ich respektiere und verstehe diese Vorsichtsmaßnahme.", sagte er also verständnisvoll und neigte als unterstützende Geste kurz sein Haupt. "... und kann mir aktuell ohnehin nichts merken. Konzentration für das Einprägen von sieben Symbolen? Nein ... definitiv gerade nicht.", Skarg schmunzelte und schüttelte scherzend den Kopf, musste nach dem Schmunzler allerdings schnell wieder etwas Luft schnappen.
Die Frage hatte allerdings auch eine der berühmten McKay Monologe zufolge, welche Skarg ebenfalls schon häufiger (meist jedoch als stiller Beobachter) miterleben durfte. Er verschränkte seine Arme etwas hinter seinem Rücken, ungefähr in Hüfthöhe, und verkniff sich erfolgreich die Frage, ob denn wirklich Rodney alles berechnet hatte oder eher der Computer. Der Wraith entschloss sich aber, in dieser Situation besser nicht in ein Wespennest zu pieksen und lauschte daher dem Vortrag still und geduldig. Ein sanftes Grinsen huschte ihm aber kurz über die Lippen, als Rodney ihm das DHD erklärte. Witzigerweise war Skarg ein DHD vermutlich vertrauter, als die angesprochene 'Telefon Wählscheibe', die sich sicherlich auf irgendein menschliches Gerät bezog. Geduldig wartete der Außerirdische, bis der Wissenschaftler das letzte Wort seines Vortrages über die Lippen gebracht hatte, um dann schließlich mit einer gezielten Antwort zu zeigen, dass er solche Vorträge wohl eher nicht in dieser Ausführlichkeit brauchte.
"Die Algorithmen der Antiker zur Bestimmung von Gestirnspositionen sind äußerst effektiv und für eine reine Positionsbestimmung in einem vierdimensionalen Vektorraum lassen sich diese auch beeindruckend stark komprimieren. Jedes DHD hat für seine grundlegende Genauigkeit eine Art Himmelskörper-Simulator und einen sehr präzisen Timer, um zwischen den periodischen Aktualisierungen eine geringere Fehlerquote bei einer Anwahl zu haben und Verschiebungen durch Raum-Zeit-Varianzen auszugleichen. Was die Updates angeht: Es könnte eine Art Subraum-Kommunikation sein. In DHDs finden sich kleinere Varianten von Komponenten, die man auch in Subraum-Kommunikationsgeräten von Antikerschiffen finden kann. Der Verdacht liegt nahe, dass bei Toraktivität ein lokaler Energiepuffer geladen wird, welcher dann später genügend Energie für eine Subraum-Verbindung liefert, die wie ein Schneeballsystem mit einem anderen nahegelegenen DHD kommunizieren kann. Dieses leiten neue Daten dann wiederum an die nächsten, und so weiter. Ein Mysterium ist allerdings noch, wie manche Gates selbst auf eine Positionsänderung reagieren können und was passiert, wenn in einem sehr abgeschiedenen Bereich auf großer Distanz kein weiteres DHD als Relais verfügbar ist.", erklärte er also mit ruhiger Stimme und zeigte, dass er auch nicht auf den Kopf gefallen war.
"Ich würde ja noch auf eine Quantenphysische Komponente tippen. Quantenverschränkte Echtzeit-Kommunikation ohne Abhängigkeit von Distanz ist zwar aufgrund der Zustandsänderungen durch Messeffekte nicht ... mh ... realisierbar. Zumindest nicht mit dem, was wir wissen. Aber es würde mich nicht wundern, wenn die Antiker doch irgend eine Lösung in dieser Art gefunden hätten.", fügte er dann noch als Mutmaßung hinzu und zuckte kurz mit den Schultern.
"Es wäre mir ein Vergnügen, dieser Sache vielleicht irgendwann mit ihnen zusammen auf den Grund zu gehen, Rodney McKay.", bot er dann an.
Er drehte sich etwas zu Sheppard und grinste, wollte dem Teamleiter dann kurz noch erklären, warum er das überhaupt wusste.
"Die Wraith haben sich auch schon mit DHDs beschäftigt, ich habe darüber in den Datenbanken gelesen, von denen ich mein Wissen bezogen hatte. Ich habe irgendwann nach einer Möglichkeit gesucht, bei Nichtverwendung das Gate auf meinem Heimatplaneten zu sperren, um die Sicherheit zu erhöhen, aber es so aussehen zu lassen, als wäre das Tor defekt oder nicht vorhanden. Herauswählen und aktiviert lassen, wäre zu auffällig gewesen. Leider bin ich jedoch nicht auf eine Lösung gekommen und habe den Gedanken dann abgeschrieben, da ich auch kein Risiko eingehen wollte, das DHD zu zerstören.", erklärte er dann kurz. Er atmete einmal tief durch und rieb sich dann kurz die Augen. Nein, Gedankenakrobatik war unter Mangelernährung definitiv keine gute Idee.
Sheppard erklärte ihm indes, warum er nichts davon mitbekommen hatte, dass sie die neuen Koordinaten von Atlantis durchaus wussten und nur entschieden hatten, ihm diese nicht mitzuteilen. Zugegeben, ein bisschen schade war es schon, diese Information zu erhalten. Es bedeutete, dass Skarg immer noch kein vollstes Vertrauen genoss. Aber andererseits - rein logisch betrachtet und nicht emotional - konnte der Wraith es verstehen. Weshalb er verständnisvoll nickte.
"Danke für ihre Offenheit diesbezüglich. Ich respektiere und verstehe diese Vorsichtsmaßnahme.", sagte er also verständnisvoll und neigte als unterstützende Geste kurz sein Haupt. "... und kann mir aktuell ohnehin nichts merken. Konzentration für das Einprägen von sieben Symbolen? Nein ... definitiv gerade nicht.", Skarg schmunzelte und schüttelte scherzend den Kopf, musste nach dem Schmunzler allerdings schnell wieder etwas Luft schnappen.
Grafik generiert mit Flux Realistic AI Model & nachbearbeitet in Affinity