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Samantha Carter
Erster Offizier Rapiditas, Teammitglied SG-1
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Beitrag von Samantha Carter » 22.07.2025, 19:26

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Rodney McKay
Wissenschaftlicher Leiter Atlantis, Teammitglied SGA-1
Beiträge: 132
Registriert: 24.09.2011, 09:30

Beitrag von Rodney McKay » 22.07.2025, 20:14

ca. 15 Minuten vor Missionsstart...

An: Dr. Elizabeth Weir
Von: Dr. Rodney McKay
Betreff: Spontane - aber zwingend notwendige - Teilnahme an Erkundungsmission XN-1584

"Sehr geehrte Dr. Elizabeth Weir,"

Rodneys Finger stockten kurz über der Bildschirmtastatur des Tablets, das er in einem Anflug von Improvisation auf dem Deckel einer der vielen Kisten in der Waffenkammer abgelegt hatte. Wohl wissend, dass die Seiten dieser besagten Kiste mit diversen Gefahrstoffzeichen versehen waren. Aber sie war nun einmal das einzige Objekt in diesem beengten Raum gewesen, das halbwegs die richtige Höhe hatte und somit nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für Rückenschmerzen, Handgelenksprobleme und die Symptome eines Tennisarms sorgen würde, weil er seine Hände beim Tippen dieser E-Mail im falschen Winkel hielt...
Zumindest hoffte er das. Aber darüber wollte er eigentlich gerade gar nicht nachdenken. Sein Fokus sollte vielmehr auf dieser verdammten Mail liegen... War diese Anrede zu steif? Zu unpersönlich? Tja, möglicherweise... Andererseits konnte er bei dem Thema und unter Berücksichtigung des Umstandes, dass Elizabeth möglicherweise alles andere als begeistert von seiner durchaus „spontanen“ Missionsteilnahme war (vorausgesetzt er schaffte es überhaupt durchs Tor, natürlich), kaum eine informellere oder lockere Anrede wählen... Nein, es musste diese Variante sein. Das war die Sicherste. Hoffte er...
Ein kurzer Blick auf seine Armbanduhr ließ Rodney das Tippen wieder aufnehmen und dass im höchsten Tempo, dass ihm seine Finger erlaubten.


"ich bin mir bewusst, dass die bisherige Missionsplanung für XN1584 meine Beteiligung nicht unbedingt vorsah - was, aus meiner Perspektive betrachtet, durchaus einen Umstand darstellt, der schwerlich nachvollziehbar ist.
Selbstverständlich wird Sheppard Sie diesbezüglich beraten haben, ehe er die entsprechenden Vorplanungen übernommen und Ihnen final zur Zeichnung vorgelegt hat. Ich möchte hiermit auch keineswegs die militärische Expertise meines Teamleiters anzweifeln... zumindest nicht mehr als üblich, denke ich. Dennoch fühle ich mich gezwungen darauf hinweisen, dass bei der gewählten Teamzusammenstellung - sprich einer Reduzierung der Missionsteilnahme auf Sheppard, den Wraith und zwei (zwar fauststarke, aber nicht sonderlich helle) Marines - die wissenschaftlichen Aspekte dieser Mission nicht im geringsten Berücksichtigung finden!

Ich kann Ihnen somit versichern, dass mein Handeln absolut nichts damit zu tun hat, dass Colonel Sheppard nach seiner schwierigen Genesungszeit und der noch recht frischen medizinischen Freigabe ausgerechnet mit einem, dem Hungertod nahestehenden Wraith und zwei Muskelprotz-Marines loszieht, um nach überdimensionalen Faultieren zu suchen, während der Rest von SGA-1 zum Lagerbestand der Stadt degradiert wurde. Nein, mein Interesse oder vielmehr die dringende Notwendigkeit meiner Missionsteilnahme ist rein wissenschaftlicher Natur!

Laut den Einträgen in der Antikerdatenbank hat sich auf diesem Planeten eine äußerst seltene Riesen-Faultier-Art entwickelt. Soweit so gut, denn die Datenbank spuckt sogar die einen oder anderen biologischen Informationen zu dieser Spezies aus. Aber es wäre fatal - und das meine ich absolut ernst! - wenn sich diese Mission ausschließlich auf den potentiellen "Nährwert" dieser Faultiere für unseren Gast beschränken würde. Wer weiß welche biochemischen Besonderheiten diese "Megafauna" aufweist? Oder welche physikalischen Besonderheiten die Ausbildung von solch großen Tierarten begünstig haben?

Ich weiß, dass die bisher bekannten Daten hinsichtlich der Gravitation und atmosphärischen Zusammensetzung auf diesem Planeten nur geringe Abweichungen zu Vergleichswerten von unseren bisherigen Heimatwelten zeigen. Was etwas einfacher ausgedrückt bedeutet, dass dieser Planet durchaus in der menschlichen Wohlfühlzone liegt. Aber genau das wiederrum wirft eine weitere Frage auf, deren Verfolgung ich als durchaus wichtig - nein sogar alternativlos - erachte!
Wenn sich keine zusammengefasst "natürlichen" Ursachen für die Entwicklung dieser "Megafauna" finden lassen, wer sagt, dass das Auftreten dieser Spezies nicht vielleicht sogar die Folge von einer dezenten Einmischung war? Vielleicht stellt diese evolutionäre Linie das Ergebnis von einem Experiment der Antiker dar? Oder der Wraith - möglicherweise sind diese Kerle selbst schon am Überlegen gewesen sich Nahrungsalternativen zu suchen um bequemer durch Phasen der "menschlichen Ressourcen-Knappheit" zu kommen. Dass das Nähren an ihren eigenen Artgenossen bei den Wraith kein Tabuthema ist, wie bei uns der Kannibalismus, haben wir ja bereits mehr als einmal zu Gesicht bekommen. Besonders schön scheint es dennoch nicht zu sein, weshalb ein gewisses Interesse an Alternativen nicht unwahrscheinlich wäre. (Und war nicht genau das auch der Grund dafür, dass Teylas Vorfahren Wraith-DNA eingepflanzt wurde?)

Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte, die Ihnen leider aus Mangel an wissenschaftlicher Einbindung erst jetzt, direkt vor (beziehungsweise eher kurz nach…) Missionsstart dargelegt werden können, ist die Anwesenheit eines fähigen Wissenschaftlers, der in der Lage ist eine Vielzahl von Forschungszweigen und Themenkomplexen qualitativ hochwertig mit seiner Expertise abzudecken, unerlässlich!
Meine interdisziplinären Kompetenzen, die ich bereits mehrfach und in den schwierigsten Situationen unter Beweis gestellt habe, machen mich zum perfekten wissenschaftlichen Begleiter dieser Mission. Dank meiner Anwesenheit bleibt sichergestellt, dass die notwendigen Proben für weitergehende biologische als auch chemische Analysen erhoben werden können. Und das gemäß der in Atlantis gepflegten qualitativen Standards. Darüber hinaus kann ich alle notwendigen physikalischen Analysen und Datenerhebungen vor Ort durchführen und stehe direkt zur Verfügung falls das Team im Missionsverlauf auf die Überbleibsel von halb verroteten Wraith- oder Antiker-Laboren stoßen sollte. Oder auch entsprechender Anlagen anderer, uns möglicherweise bisher nicht einmal bekannter, ehemals vergleichbar hochentwickelter Völker.

Ich bitte somit um Nachsicht hinsichtlich meiner kurzfristigen - und zugegeben etwas impulsiven - Missionsteilnahme. Bitte betrachten Sie mein Handeln nicht als Übertretung meiner Kompetenzen, sondern vielmehr als... vorausschauendes Agieren im Dienst der Wissenschaft sowie zur Gewährleistung der Teamsicherheit!

Nach Darlegung all dieser Fakten bin ich zuversichtlich, dass Sie meiner Einschätzung und somit dem dargestellten dringenden Bedarf einer wissenschaftlichen Begleitung dieser Mission zustimmen werden.

Mit dem größten Respekt für Ihre Entscheidungsgewalt,
Dr. Rodney McKay."

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